Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Donnerstag, 18. Februar 2016

Ein Bild aus besseren Zeiten



Das Bild, das etwa 1908 aufgenommen wurde, zeigt den chaldäischen (= katholisch) Patriarchen Joseph Emmanuel II. Toma mit einem Teil seines Klerus, die sich zu Exerzitien im Kloster Mar Gorguis (St. Georg) versammelt haben. Wahrscheinlich handelt es sich um dasselbe Kloster aus dem 10. Jahrhundert, das letztes Frühjahr von ISIS zerstört wurde


„Da unser Herr Jesus Christus sich herabgelassen hat, die ganze Kirche seinen Leib zu nennen und uns einzeln zu Gliedern voneinander zu machen, so hat er auch uns allen vergönnt, entsprechend der Zusammengehörigkeit der Glieder mit allen in trautem Verhältnis zu stehen. Daher sind wir trotz aller Entfernung dem Orte nach doch einander nahe.“

„Noch ist keiner von uns durch Schläge zerfleischt, noch ist keinem das Haus öffentlich verkauft worden. Wir lebten noch nicht außer Landes, lernten noch kein Gefängnis kennen. Was haben wir schon Schreckliches erlitten? Es müsste etwa nur das schrecklich sein, dass wir noch nichts gelitten und noch nicht der Leiden um Christi willen für wert erachtet wurden.“

– Basilius der Große

Samstag, 2. Mai 2015

Heldenhafte Selbsthingabe eines Karmelitermissionärs im Irak


Die Pest, die 1831 ausbrach und drei Jahre lang anhielt, raffte allein in Bagdad drei Viertel der Bevölkerung weg; die Sterblichkeit stieg auf 2000 Personen pro Tag. (…) Außer diesen großen Pestjahren 1773, 1831, 1877 machte Bagdad 1846 und 1889 zwei große Choleraepidemien durch. Bei der Seuche von 1846 war es, dass P. Alfons O.C.D., der Obere der Mission, vom Himmel das plötzliche Aufhören der schrecklichen Prüfung erlangte. 

Anfang August begann die Seuche in Bagdad zu wüten. Die große Hitze begünstigte das Umsichgreifen. Die Einwohner starben zu Tausenden. Die Panik war allgemein. P. Alfons vervielfachte sich im Dienst der Sterbenden. Trostlos über den unsäglich traurigen Anblick, der sich ihm überall darbot, bat er Gott inständig, das Opfer seines eigenen Lebens anzunehmen und dafür dasjenige so vieler Unglücklicher zu verschonen. Am 30. September wandte er sich am Schluss der heilige Messe plötzlich zu den Anwesenden um und sagte mit leuchtendem Antlitz: „Fasset Mut, meine Brüder, die Cholera wird aufhören; sie wird ihr letztes Opfer holen.“ Am nächsten Morgen wurde er von der Seuche erfasst und starb am 2. Oktober, 48 Stunden nach seiner Vorhersagung. Er war wirklich das letzte Opfer; mit seinem Tod hörte die Seuche vollständig auf. Noch heute wird das Andenken dieses Karmeliters von den Christen wie das eines Heiligen in Ehre gehalten.

(Aus: die katholischen Missionen, 1900)

Donnerstag, 30. April 2015

„Sie haben das Land zivilisiert“ – Ein Lob für die Karmeliter im Irak

Kirche des lateinischen Ritus in Bagdad
Als einst P. Polykarp, der Direktor des Kollegs [der Karmeliter in Bagdad] im Hafen von Fao landete, kam ein Beamter der Sanitätspolizei an Bord zur Feststellung des Gesundheitszustands. Kaum sah er den Pater, als er auf ihn zueilte und auf Französisch anredete: „Sie sind ein Karmeliter, nicht wahr, und wohl auf dem Weg nach Bagdad?“ Als der Pater ganz erstaunt dies bejahte, erklärte der Beamte: „Ich bin ein alter Zögling des Kollegs in Bagdad. Ich liebe die Patres noch immer wie in meinen jungen Jahren. Wenn ich heute mein Brot habe für mich und meine Familie, so verdanke ich dies ihnen. Es freut mich daher sehr, wenn ich einem der Patres begegne.“ Dabei traten ihm die Tränen in die Augen. „Ich weiß,“ fuhr er fort, „dass viele Leute den lateinischen Missionären gram sind und sie verleumden. Ich habe sie stets verteidigt, denn was die Christen in Bagdad und Basra an Bildung besitzen, verdanken sie ja den Patres. Sie haben das Land zivilisiert.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1900)

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Ein Blindenheim in Bagdad


In den europäischen Ländern ist dank der vereinigten Bemühungen von Staat und Kirche für die Blinden gut gesorgt. Und doch ist hier die Blindheit verhältnismäßig nicht so häufig. Nach statistischen Erhebungen kommt in Frankreich, England, Russland und Deutschland durchschnittlich 1 Blinder auf 1100 Personen. Dagegen ist im Orient die angeborene oder durch schlimme Augenkrankheiten herbeigeführte Blindheit außerordentlich stark verbreitet. Nach dem Karmelitermissionär P. Leo Michael vom Heiligen Kreuz finden sich z. B. in Bagdad auf 145.000 Einwohner 4.000, und zwar kommt je ein Blinder auf 35 Moslemin, auf 111 Israeliten und auf 133 Christen. Und doch gibt es im türkischen Reich, soweit P. Leo erfahren konnte, nur drei Blindenschulen, in Konstantinopel, Jerusalem und Bagdad. 

In dieser Stadt unternahmen es die Karmeliter-Patres, den Unglücklichen die Wohltat einer Schulbildung zu verschaffen. 
P. Peter von der Mutter Gottes brachte aus Frankreich das Blindenalphabet mit erhöhter Schrift, System Braille, und Schreibbretter mit. P. Johann, heute Erzbischof von Bagdad und Apostol. Delegat für Mesopotamien, übertrug das Alphabet ins Arabische und lehrte zunächst einige christliche Blinde lesen, schreiben, rechnen und etwas Musik. Damit war die Blindenschule eröffnet. Die ersten Schüler wurden Lehrer und unterrichteten ihre Leidensgenossen. Das Werk zog die öffentliche Aufmerksamkeit und Teilnahme auf sich. Um die Anstalt noch besser in stand zu setzen, reiste P. Peter nach Frankreich und lernte die ganze Einrichtung eines Blindeninstituts dort kennen. Nun konnte auch in Bagdad das Programm erweitert und Handwerkskurse für Weberei, Wollkämmerei, Mattenflechterei, Korbflechterei mit Weiden und Stroh eröffnet werden. So lernen die Blinden ihr tägliches Brot gewinnen und zugleich einen nützlichen Beruf üben. 

Noch fehlte ein eigenes Heim für Frauen. Man wandte sich an die Öffentlichkeit, und Christen, Juden und Moslemin steuerten dazu bei. Die Mission selbst spendete trotz ihrer Schuldenlast 100 türkische Pfd. (etwa 1900 M.). So konnte ein eigenes Frauenheim mit Schlaf- und Arbeitssaal errichtet werden. Leider war es bisher noch nicht möglich, für dasselbe geschulte Schwestern zu bekommen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1911)

Sonntag, 3. Juni 2012

„Gehet hin und lehret alle Völker“

Giovanni de Montecorvino OFM, erster Erzbischof von Peking


Auf dem dritten internationalen geographischen Kongress, welcher in Venedig tagte, gedachte Herr Lesseps in der Eröffnungsrede der berühmten italienischen Entdeckungsreisenden seit dem Mittelalter bis auf die neueste Zeit, und vergaß dabei keineswegs die Missionäre.
Unter diesen wurde besonders der Franziskaner Ordovico de Pordenone (1285-1331) hervorgehoben, der die entferntesten Gebiete Asiens durchzogen und über seine Erlebnisse einen verdienstvollen Bericht hinterlassen hat.
1314 zog er von Venedig aus, begab sich zunächst nach Konstantinopel; predigte dann in Bosnien, in der Herzegowina, in Ungarn und Polen das Evangelium, darauf verweilte er in Armenien und Persien und drang bis in die Tartarei vor. Nun ging er nach Rasan und Jezdo, von wo er nach Bagdad herunterzog, überall das Wort Gottes verkündend.1322 finden wir ihn in Indien, nahe bei Bombay, woselbst er von den Götzendienern viel zu leiden hatte.
Von da gelangte er zu Schiff an die malabarische Küste, nach Madras, Ceylon und Sumatra, weiter ging es dann nach Java und Paten. Nach langwieriger Fahrt trat er dann in Zapa auf, dem Ciamba Marco Polos, einer Provinz Süd-Cochinchinas (Anmerk.: heute Südvietnam und östliches Kambodscha).
Der unermüdliche Apostel wendete sich nun direkt nach Norden, besuchte China und hielt sich drei Jahre in Peking auf, woselbst er den greisen 80-jährigen Bischof Giovanni de Montecorvino (siehe Bild) noch antraf.
Er kehrte nach Europa zurück, um apostolische Arbeiter anzuwerben, und durchzog jetzt ganz Asien, indem er seinen Weg nach Tibet nahm. Glücklich traf er endlich wieder in Italien ein, starb aber dann bald nach seiner Ankunft in seinem Konvent von Udine fromm in Herrn im Alter von nur 46 Jahren.


(Aus: die katholischen Missionen,1882)