Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Samstag, 21. September 2024

Ein altes Gebet für die Bekehrung der Juden und Türken (d. h. Moslems)

 Dieses Gebet aus der Regierungszeit Leos XIII. ist nicht nur weiter höchst relevant, es enthält auch die interessante Bitte nach der Erscheinung der Mutter Gottes unter den Juden und Moslems. In den letzten Jahren kam es wiederholt zu Berichten von Muslimen, die sich bekehrten, da ihnen nach ihrer Aussage der Heiland oder die allerseligste Jungfrau war.

O geliebtes und liebevollstes Herz Jesu, wir bitten Dich mit Inbrunst, gieße doch über die Kirche und die ganze Welt jene Ströme lebendigen Wassers aus, die von Dir wie von einer unerschöpflichen Quelle ausgehen und hingeleiten zum ewigen Leben. O Jesus, Sohn Davids und des lebendigen Gottes, habe Erbarmen mit uns, jenen Kindern, für die Dein Herz durchbohrt wurde. Nimm doch nicht hinweg von uns das Geschenk des hochheiligen Glaubens, wie wir es wegen unserer Sündenschuld und Undankbarkeit verdienen. Verbirg Dich nicht vor unseren Augen, der Du ja das wahre Licht und unsere einzige Hoffnung bist.

Da die Finsternisse und Irrtümer immer undurchdringlicher werden, bleibe bei uns, o Herr, und erfülle uns mit jener Liebesglut, die Du auf die Erde zu bringen gekommen bist, und von der Du willst, dass sie in allen Menschenherzen entzündet werde.

O Jesus, auf dem Altare des Kreuzes für uns geopfert, ziehe uns hin zu Dir und mit uns auch die Juden und Türken, für die Du auch Dein Blut bis auf den letzten Tropfen vergossen hast. Ach, möge dieses Blut, das einstens von den Juden zum Fluch herabgerufen worden ist, in Segensströmen auf ihr Haupt herabkommen und sie retten. Dieses Blut, das von den Türken verachtet und verunehrt worden ist, möge für sie einen Ruf um Erbarmen emporsenden und sie reinigen. Komm zu Hilfe, o Herr, wir beschwören Dich, komm zu Hilfe den armen Kindern Israels und Ismaels, für die Du das schmerzvollste Leiden erdulden wolltest. Mögen die heiligen Wundmale an Deinen Händen, Füßen und an Deiner Seite, die Du als Preis der allumfassenden Erlösung noch lebendfrisch und geöffnet an Dir trägst, mögen sie zu ihren Gunsten reden. Mit ihren mächtigen Gnadenrufen mögen sich vereinigen jene, die da ausgehen vom herzen Deiner süßesten Mutter. Dieses Herz, das mit dem Schmerzensschwert durchbohrt und mit dem Deinigen am Fuße des Kreuzes gemartert wurde, opfern wir Dir auf für das Heil so vieler unglücklicher Seelen.

O süßes Herz Mariä, sage du Jesus, was wir weder wissen noch sagen können, und er wird dich erhören. Denn wenn ein Wunder nötig ist, um den Widerstand jener zu brechen, für die wir Dich anflehen, so bitten wir dich, o unbefleckte Jungfrau, darum bei jener Liebe, die du zu Jesus trägst. Ach ja, würdige dich, den Juden und Türken zu erscheinen, wie du auch dem Ratisbonne erschienen bist, und auf einen Wink deiner machtvollen Rechten werden auch sie, wie jener, sich plötzlich bekehren. Möchte doch bald der Tag kommen, an dem die hochheilige Dreifaltigkeit durch dich in allen Herzen herrsche, und alle im Geiste und in der Wahrheit lieben und anbeten Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes, der mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

(100 Tage Ablass einmal täglich, Leo XIII. 18. Dez. 1899 – Quelle: Hilf Seelen retten! von Pater Hermann Fischer SVD)


Donnerstag, 27. Februar 2020

Missionsgebet für die Fastenzeit



Göttlicher Heiland Jesus Christus, Du bist für alle Menschen am Kreuz gestorben, um alle in Dein Reich zu führen. Du willst, dass alle Menschen Deine Erlösertat erfahren und dass ihnen allen die Gnaden der Erlösung zufließen. Deshalb hast Du Deine Boten in alle Welt gesandt. Seit fast zweitausend Jahren wandeln die Missionare in aller Welt in deinen Fußstapfen, wie einst Deine Apostel, die Du selber ausgesandt hast. Seit zweitausend Jahren gehen sie den Kreuzweg, den Du gegangen bist, gehen ihn, um Dein Werk, das Werk der Erlösung, fortzusetzen. Noch sind sie nicht zu allen Menschen gelangt; noch haben viele Millionen die Botschaft vom Kreuze nicht vernommen. Hilferufend strecken sie ihre Hände aus und flehen: „Kommet zu uns und rettet uns!“

O guter Jesus, sende allen, die noch fern von Dir weilen, Deine Boten, damit alle Menschen das Kreuz umfassen und in Dein Reich gelangen, das Reich des Friedens hier auf Erden und das Reich der Seligkeit im Himmel. Amen.


(Aus: Betet, Brüder! von Pater Otto Maas O.F.M.)

Mittwoch, 25. Dezember 2019

Missionsgebet zum Jesuskind




Göttlicher Heiland Jesus Christus, Du bist das Kindlein von Bethlehem, das so unendlich viel Freude in die Welt gebracht hat. Wir danken Dir, dass Du uns aus der Heidenwelt zum wahren Glauben berufen hast. Als Du in der Krippe lagest, ließest Du einen Stern am Himmel aufgehen und beriefest durch ihn die Weisen aus dem Morgenlande. O lass diesen Stern niemals untergehen, nein, lass ihn hell aufleuchten unter den Völkern der Erde, damit die Heiden Dein Licht sehen und in Deinem Lichte leben! Sende die Boten Deines Lichtes hinaus in den Advent der Heidenwelt und verscheuche alle Finsternis! Lass alle Menschen, von Deinem Lichte erleuchtet, den einen wahren Gott erkennen und den frohen Tag des Heiles schauen, der ein Abglanz ist des ewigen Lichtes, in das Du uns alle gnädig führen wollest. Amen.



(Aus: Betet, Brüder! von Pater Otto Maas O.F.M.)

Freitag, 1. November 2019

Missionsgebet zu allen Heiligen



Glückselige Bewohner des himmlischen Reiches, ihr Engel und Heiligen Gottes! Schauet voll mitleidiger Liebe herab auf die vielen Millionen, die noch in den Finsternissen des Unglaubens und Irrglaubens begraben sind. Leget eure Fürsprache ein beim mildreichsten Herzen Jesu, dass alle diese unsterblichen, so teuer erkauften Seelen bald zum Lichte des wahren Glaubens und zur Hoffnung des ewigen Lebens gelangen. Gebenedeite Jungfrau Maria, gedenke, dass auch diese unglücklichen Seelen deine Kinder sind, dass du auch für sie die Mutter der Schmerzen geworden bist, und lass doch nicht zu, dass diejenigen verloren gehen, für die dein göttlicher Sohn sein Blut vergossen hat.

Heiliger Erzengel Michael, heiliger Joseph, ihr heiligen Apostel und alle Heiligen, die ihr hienieden an der Rettung der Seelen gearbeitet habt, flehet unablässig zu dem dreieinigen Gott, dass er seiner Kirche die freie Ausübung ihrer göttlichen Sendung gewähre, alle Hindernisse des Missionswerks entferne und bald die glückliche Zeit herbeiführe, da alle den einen wahren Gott erkennen und den er gesandt hat, Jesus Christus, dem Lob und Anbetung sei in alle Ewigkeit! Amen.

B.: Alle Engel und Heiligen Gottes, helfet uns bitten,

A.: Dass bald ein Hirt und eine Herde werde.


(Aus: Betet, Brüder! von Pater Otto Maas O.F.M.)

Sonntag, 7. Juli 2019

Gebet zu Christus, dem Welterlöser



Göttlicher Heiland, Jesus Christus, Du bist unser Erlöser und Seligmacher. Du hat uns von dem Elend der Sünde befreit und aus der Finsternis des Heidentums gerettet durch Deine erbarmende Liebe und Deinen versöhnenden Opfertod. Wir danken Dir dafür, und wir verbinden mit diesem Dank die Bitte, lass auch jene, die dieses Glückes noch nicht teilhaftig geworden sind, bald daran teilnehmen.

Erbarme Dich unserer heidnischen Brüder und Schwestern, wie Du Dich unser erbarmt hast. Sende Deine Boten zu ihnen, damit sie ihnen das Licht des Evangeliums bringen. Erwecke heilige Missionare, Priester, Brüder und Schwestern, die mit der Liebe und dem Seeleneifer der Apostel hinausziehen in die fernen Länder, um den Armen die Reichtümer Deiner Gnade, den in Finsternis und Todesschatten Sitzenden das Licht Deiner beseligenden Lehre zu spenden. Verleihe ihren Worten Weisheit und Kraft, leite sie auf ihren gefahrvollen und mühsamen Wegen und segne alle ihre Opfer, damit sie reiche Ernte halten für Dich und Dein Reich. Amen.

(Aus: Betet, Brüder! Gebete für die Heidenmission. Von P. Dr. Otto Maas O.F.M., Laumann, 1937)

Samstag, 8. September 2018

„Gebet für die Missionsländer“ vom hl. Arnold Janssen





Dieses Gebet erschien monatlich in der Zeitschrift „Kleiner Herz-Jesu-Bote“, die der heilige Arnold Janssen vor der Gründung Steyls herausgab:

Göttliches Herz Jesu! Durch das unbefleckte Herz Mariä opfere ich Dir für den nächsten Monat auf alle meine Gebete, Werke und Leiden in Vereinigung mit allen heiligen Absichten, für die Du selbst auf unseren Altären ohne Unterlass Dich opferst. Insbesondere für die heilige Kirche, ihr Oberhaupt, alle ihre Diener und für das ganze gläubige Volk; für die Bekehrung der Sünder, die Rückkehr der Verirrten, die Erleuchtung der Ungläubigen und zum Trost der Armenseelen des Fegfeuers.

Namentlich bitte ich Dich, dass Du viele heilige Männer erweckest, den Eifer der Gläubigen entflammst, das Wirken der Missionare segnest und die über so viele und große Länder verbreitete Finsternis durch die einmütige Mitwirkung aller Deiner Kinder entfernst. Dazu hilf, o süßester Heiland, durch die Liebe Deines göttlichen Herzens und die Fürbitte aller Deiner Heiligen. Amen.

(Aus: Tempel Gottes seid ihr! von P. Hermann Fischer)

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ein Stoßgebet vom hl. Arnold Janssen



Hier ein schönes Stoßgebet, das der hl. Arnold Janssen bereits 1877 in Steyl einführte und das dort lange Zeit gebetet wurde (oder vielleicht noch gebetet wird):

„Es leuchte das süße Licht des Göttlichen Wortes* in die Finsternis der Sünde und in die Nacht des Heidentums!“

*Gemeint ist hier die zweite Person der allerheiligsten Dreifaltigkeit, Gott der Sohn.



(Aus: Tempel Gottes seid ihr! Die Frömmigkeit im Geiste P. Arnolds Janssens. P. Hermann Fischer SVD, Steyl, 1932)

Sonntag, 8. Juni 2014

Jeder Kranke kann helfen! Pfingstsonntagsopfer für die Weltmission

Aussetzung des Allerheiligsten nach Messe für Kranke (Quelle)

Am Pfingstsonntag beten und opfern Hunderttausende von Kranken in der ganzen Welt fürs Gottesreich! Kein Leid ist wertlos! Opfere auch Du es für einen Missionar, eine Schwester irgendwo in einem Winkel der Welt, wo sie sich selbst nicht helfen können und wo ihnen auch sonst niemand hilft. So wird auch Dein Leid ein gesegnetes Leid!

Der Hl. Vater (Pius XII.) richtet an Dich den Ruf, Deine Leiden in den Dienst der Weltmission zu stellen. Deine Krankheit macht Dich traurig, niedergeschlagen, mutlos. Vielleicht denkst Du in diesem Augenblick an die Arbeit, aus der Du gerissen bist, an Deine Angehörigen, denen Du zur Last fällst und die mit Dir leiden. Da kommt Dir der verzweifelnde Gedanke, Du seiest nur mehr eine unnütze Last.

Papst Pius XII.
Der Hl. Vater sagt Dir, dass dem nicht so ist. Gerade Dich, gerade die Kranken braucht er zur Mitarbeit an einem besonderen Platz: Während andere draußen für die Ausbreitung des Gottesreiches arbeiten und kämpfen, sollt ihr daheim durch das Opfer Eurer Leiden ihre Arbeit stärken und stützen.

Nütze den Schatz, den Du mit Deiner Krankheit in Händen trägst: Du kannst eine Seele retten, die, erkauft durch Deine Schmerzen, für Dich beten wird!

Dazu ist notwendig, dass Du Deine Leiden trägst mit starker Ergebung in den Willen Gottes, dass Du sie vereinigst mit dem unendlichen Leiden, das Christus, der Gottessohn, vor Dir und für Dich und für uns alle getragen.

So wie Du eine Schuld für einen Freund bezahlen kannst, so kannst Du auch Gnade für andere erbitten. Darum opfere heute die Verdienste Deiner Leiden auf für die Verbreitung des Glaubens in der Welt, für die hl. Kirche, den Papst, die Bischöfe, die Priester, für alle Missionare! Werde so auch selbst ein Apostel des Gottesreiches! Millionen von Kranken in der Ganzen Welt tun das heute mit Dir! Der hl. Vater rechnet auch auf Dich!

Gebet der Kranken für die Missionen


Herr Jesus Christus, ich vereinige mich mit jener göttlichen Meinung, in der Du selbst durch Dein heiligstes Herz hier auf Erden Gott dem Vater Lobpreisung dargebracht hast und auch jetzt noch unaufhörlich im allerheiligsten Altarsakrament darbringst. In dieser Vereinigung opfere ich Dir heute aus ganzer Seele alle meine Absichten und Gedanken, alle meine Werke, alle meine Freuden, besonders aber alle meine Leiden und Widerwärtigkeiten meiner Krankheit auf. Ich will sie gottergeben und geduldig tragen, wie Du Dein schweres Kreuz auf den Kalvarienberg getragen hast. Ich bitte Dich, Du wollest im Hinblick auf diese Leiden den Heiden und Ungläubigen die Gnade verleihen, dass sie von Deiner heiligen Religion Kunde erhalten, in die katholische Kirche, die das Werk Deiner Liebe ist, eintreten und bis an ihr Lebensende treu in derselben verharren. Amen.

(Aus: die Weltmission der katholischen Kirche, Nr. 5/6 1953)

Mittwoch, 26. März 2014

Bischof Schreiber über die Missionspflicht der Katholiken (Teil 3)

Vaterunser auf Latein
Fortsetzung von hier

Einen zweiten Beweis für die Tatsache, dass auch die Laien durch die Gottesliebe verpflichtet sind, Missionsarbeit zu leisten, bietet das Vaterunser.

Das „Vaterunser“ ist ein Gebet von unerschöpflichem Inhalt. Jeder Mensch findet für jede Lebenslage in ihm Belehrung und Ermunterung, selbst auch in Hinsicht auf den Pflichtcharakter der Missionsarbeit. Durchgehen wir die einzelnen Bitten des „Vaterunser“.

Vaterunser auf Hebräisch (Bildquelle: Anton 17)

Wir beginnen das Gebet des Herrn mit den Worten: „Vater unser, der Du bist im Himmel.“ 
Damit bekennen wir die Einheit Gottes für alle Menschen, wir sagen aus, dass alle Menschen Gottes Kinder sind und dass Gott ihr Vater ist.

Kinder Gottes schon in der natürlichen Ordnung, denn sie sind hervorgegangen aus der Hand Gottes. Gott bildet aus dem durch ihn erschaffenen Stoff nach den von ihm geschaffenen und geordneten Naturkräften den Leib eines jeden Menschen. Die Seele aber, der formgebende Wesensbestandteil der menschlichen Natur, wird bei jedem Menschen unmittelbar dem Leib einerschaffen. So ist der Mensch ein Kind Gottes in viel höherem Maße, als er ein Kind seiner Eltern ist. 
Oder fehlt uns Gott gegenüber etwa das, was uns im innersten zu Kindern unserer Eltern macht, die Ebenbildlichkeit? Durchaus nicht, denn wenn unser Leib im Sein Gott wiederspiegelt, so trägt unsere Seele als Geist in sich den Abglanz des geistigen Wesens Gottes.

Nach dem Empfang der Taufe sind die Menschen Kinder Gottes auch in der übernatürlichen Ordnung. Die heiligmachende Gnade, die in der Taufe ihrer Seele von Gott eingegossen wird, ist in ihrem Wesen eine noch viele höhere Ebenbildlichkeit Gottes als die Seele in ihrem natürlichen Wesen es ist. Noch mehr: Durch die heiligmachende Gnade wird der Getaufte in dem Maße Kind Gottes, dass er Bruder des Sohnes Gottes Jesus Christus ist und den Anspruch auf das Erbe Christi des Sohnes Gottes im Himmel erhält. (…)


„Wir fahren fort: Der Du bist im Himmel“. Damit drücken wir die Erkenntnis und den Wunsch aus, dass wir Menschen allesamt in den Himmel kommen sollen. In der Tat: wo der Vater seine Wohnung hat, dorthin gehören auch seine Kinder, und wo der Vater ewig beheimatet ist, dort muss auch die Gottesfamilie der Menschen in der Ewigkeit sich zusammenfinden.
Wenn die einzelnen Glieder dieser Gottesfamilie ihren Vater im Himmel aber wahrhaft lieben, werden sie alles daransetzen, dass ihre Brüder und Schwestern auf erden auch wirklich einmal in den Himmel kommen, sie werden die heilige Pflicht anerkennen, mitzuarbeiten an der Missionierung der ganzen Welt.

Vaterunser auf Tamil (Bildquelle: Anton 17)

Wir fügen hinzu: „Geheiligt werde Dein Name“.
Ganz allgemein sprechen wir diese Bitte aus, ganz allgemein wünschen und verlangen wir also, dass Gottes Name in Ehren gehalten werde, von allen Menschen auf der ganzen Erde. Wie könnte man es mit diesem ausgesprochenen Wunsch aber vereinbaren, wenn es einen Beter gäbe, der für seine Mitbrüder und Mitschwestern auf Erden keine Hand rühren und keinen Willensentschluss fassen möchte dafür, dass sie alle Gottes Dasein, Gottes Wesen, Gottes Herrlichkeit erkenne und seine Majestät verherrlichen?

„Zu uns komme Dein Reich“. Zu uns ohne Ausnahme, auch zu denen, die im Todesschatten und in der Finsternis des Heidentums sitzen. Dein Reich, das ewige Reich des Himmels und Dein Gottesreich auf Erden: die katholische Kirche. Und indem wir so beten, werden wir uns wieder der heiligen Pflicht bewusst, in jeder uns möglichen Weise dazu mitzuwirken, dass die Kirche Christi, sein Reich auf erden, wirklich allen Menschen zu teil werde, dass sie auch dorthin dringe, wo jetzt noch keine Ahnung ist von der göttlichen Erhabenheit der Kirche, und dass schließlich alle eingehen in das Reich Gottes über den Sternen, in dem ewigen Himmel.

Vaterunser auf Koreanisch (Bildquelle: Laubrière)
„Dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden.“ Auf der ganzen Welt soll Gottes Wille stets geschehen. Und so soll er allen Menschen Leitstern und Richtschnur sein, wie er für die Himmelsbewohner höchste Norm, süßeste Pflicht, tiefster Lebensinhalt ist. Möchte, o Gott, fürwahr die ganze Menschheit Deinen heiligen Willen erkennen, den Du niedergelegt hast in Deinen zehn Geboten und in Deinem christlichen Gesetze! 

Möchte die ganze Menschheit, durchdrungen von der Weisheit und Heiligkeit, Gerechtigkeit und Gütigkeit Deines Willens, es als ihre erste und letzte Lebensaufgabe betrachten, Deinen heiligen Willen immer zu erfüllen. So beten, so wünschen wir, und indem wir so beten und wünschen, wird unser Herz lebendig, unser Wille bewegt, unser Inneres vorwärts getrieben, unser Entschluss geformt: wir wollen alles aufbieten, was wir können, zu dem einen Ziele, dass Gottes Wille stets geschehe, wie bei uns so auch in der Heidenwelt.


(Aus: die katholischen Missionen, 1925)

Fortsetzung hier

Samstag, 18. Januar 2014

Wenn das Wetter der schlimmste Feind der Missionäre ist...

Nome, Alaska

„Nome“, so schreibt P. Joseph Bernard S.J., „liegt dem Polarkreise nahe an der Beringstraße.  Unsere Mission, Kirche, Schule und Wohnhaus umfassend, findet sich am Meeresgestade. 
Hinter uns ragen die nadelspitzen Zacken eines großen Gebirges empor; nirgends ein Baum oder Strauch, ein recht ödes Landschaftsbild. Es heißt, unsere Mission sei die entfernteste von Rom. Jedenfalls ist unsere Verbindung mit dem Mittelpunkt der Christenheit eine sehr schwierige.

Tropisches hat Nome nichts an sich. Selbst im Sommer braucht man nur 1 m tief zu graben, um auf Eis zu stoßen. Darüber liegt goldhaltige Erde, was aber nicht hindert, dass wir sehr ärmlich leben.
Der Winter dauert hier acht Monate. Das ist die Zeit der langen Polarnächte. Erst gegen 10 Uhr hebt Phöbus (die Sonne) soeben seine Nasenspitze über das Eis der Beringsee empor; es scheint ihm aber gar nicht zu gefallen, denn bereits gegen 2 Uhr legt er sich wieder schlafen. 
Dafür tut Frau Luna (der Mond) ihr Bestes, um das Benehmen ihres kurz angebundenen Gemahles wieder gut zu machen. Sie wendet uns ihr lachend volles Antlitz zu, strahlend wie ein glühender Pfannenboden. Aber trotz alledem sinkt die Kälte bis auf 50° unter Null herab.
Das Meer hüllt sich Ende Oktober in seinen Eispanzer, der vor Mitte Juni nicht wieder auftaut.

Von Oktober bis Februar gibt’s keine Post hier oben, und wir sind von der zivilisierten Welt völlig abgeschlossen, begraben unter einer dichten Decke von Eis und Schnee. Von Februar bis März geht die Hundepost, die schon einen großen Fortschritt bedeutet. Hunde gibt es hier zu Lande endlos viele; sie vertreten im Winter die Stelle der Pferde.

Diese Hundepost ist folgendermaßen eingerichtet. Die Briefe werden durch Dampfer bis Juneau in Süd-Alaska gebracht. Von dort geht’s dann per Schlitten nordwärts. Die braven Köter haben nicht weniger als 1.000 km weit durch unabsehbare Schneewüste zu laufen, ehe sie Nome erreichen. Die Fahrt dauert zwei Monate. Natürlich geht es auf diesen Postfahrten ohne Unglück nicht ab, und manche Briefe gehen verloren, Gott weiß oft wie. April bis Mitte Juni ist wieder postlose Zeit. 
Wenn dann endlich das Meer wieder auftaut, erscheinen die Dampfer und bringen uns Vorräte, Briefe und Pakete. Nun ist auch die Zeit, den Lieben in Europa oder Amerika ein Lebenszeichen zu geben.
Das ist die materielle Seite unseres Lebens hier oben; man gewöhnt sich schließlich daran.

Nun noch ein Wort über unsere Eskimos, derentwegen wir eigentlich hierher gekommen. Die Mission von Nome ist erst vier bis fünf Jahre alt und in erster Linie für die Eskimos dieser Striche gegründet. 

Man findet sie längs der ganzen Küste und auch in Sibirien, das uns gegenüber nur 100 km weit entfernt liegt.
Die hiesigen Eskimos gehören dem besten Stamm Alaskas an; friedlich, von Haus aus unverdorben, geweckt und von heiterer Gemütsart, geben sie uns alle Beweise eines wirklichen guten Willens.

Wir zählen unter ihnen jetzt 150 Katholiken. Bitte, machen Sie nur kein schiefes Gesicht; denn so wenig dies scheint, es ist nach Maßgabe der hiesigen Verhältnisse ein sehr schöner Erfolg.
Bedenken Sie, dass unser jetziger Oberer P. La Fortune aus der kanadischen Provinz zwei volle Jahre sich hart plagen musste, um die schwierige Sprache zu erlernen[1].
Erst wenn man sie flüssig spricht, kann das eigentliche Missionswerk beginnen. Seit Ostern hatten wir 40 Taufen zu verzeichnen. Keiner wird getauft, ehe er die Gebete und den Katechismus gut weiß. 
Da die Leute aber noch nicht lesen können und Bücher in dieser Sprache erste geschaffen werden müssen, so kostet ihnen dieses Lernen tüchtige Arbeit. 
Allabendlich halten wir Christenlehre, wobei uns die Bilder der ‚guten Presse‘ vortreffliche Dienst leisten. Bis jetzt spricht erst ein Pater die Sprache geläufig; ich hoffe, bald der zweite zu sein.


(Aus: die katholischen Missionen, 1907)

[1] Als Probe möge das Ave Maria hier folgen: „Koyèsugin, Mary, ummatin imékaktok nakosuamik, angayutikut illipni ittok; nakosutin arnénin illoknaéni; katunraragin Jesus. – Holy Mary angayutim Arnak, wagut atchiukupta angayuti, karrumaptiut pakmané tchuli tokulrata rupta. Amen.“

Freitag, 30. August 2013

„Entreiße die Heiden der Götzendienerei und gliedere sie Deiner Kirche ein“ - Ein altes Gebet zur Aussendung von Missionaren

Nachfolgend ein altes Gebet (deutsche Übersetzung des Lateinischen) zur Aussendung von Missionaren der Missionsbenediktiner von St. Ottilien. 
Es war Teil der Liturgie der "Aussendungsfeier" und war das letzte Gebet vor dem großen Reisesegen:

Gott unser Schützer, schau auf uns und verteidige Deine Vorkämpfer gegen die Gefahren in der Heidenwelt, damit sie sicher vor Wirrnis Dir mit ungehindertem Geiste dienen können.

Allmächtiger, ewiger Gott, Du willst das Leben der Sünder, nicht ihren Tod. Nimm unser Gebet huldvoll auf: entreiße die Heiden der Götzendienerei und gliedere sie Deiner Kirche ein, zu Deinem Ruhm und Deiner Ehre. Durch Christus unsern Herrn. Amen.

Sonntag, 23. Dezember 2012

Das Jesuskind von der Bitte



In dieser Adventszeit haben die Transalpine Redemptorists eine Reihe von Betrachtungen (bis morgen insgesamt 12) vom heiligen Alfons über die Kindheit Jesu gepostet. Diese kurzen Texte werden von verschiedenen Bildern von Statuen des Jesuskindes begleitet. Station VII zeigt das Jesuskind von der Bitte (El Niño Jesús Nazareno de la Demanda), bei dem das göttliche Kind bereits das Kreuz und die Dornenkrone trägt.
Die Figur wird in der Kirche der Mercedarier in Guatemala City verehrt und wird bei den sehr feierlichen Prozessionen, die in Guatemala in der Karwoche stattfinden, mitgetragen. Die Statue veranschaulicht gut, dass unser Heiland Mensch geworden ist, um für unsere Erlösung den schmachvollen Kreuzestod auf sich zu nehmen. 
Der Beiname "von der Bitte" rührt wohl daher, dass mit dieser Statue im Kapitanat Guatemala Spenden für die Prozessionen gesammelt wurden.

Der Text vom heiligen Alfons lautet: 



Jesus wird im Tempel dargestellt

Bedenke, wie die Jungfrau Maria 40 Tage nach der Geburt des Jesuskindes Ihn auf ihren Armen in den Tempel trug, Ihn Gott für uns aufopferte und somit zustimmte, 
dass er durch sein Leiden und Tod unser Erlöser werden würde. 

O liebevollstes Kind, aus diesem einen Grund hast Du Dich dem Tod übergeben, um mir ewiges Leben zu verleihen. Ich danke Dir, und bitte Dich, dass Du mich durch Deine Selbstaufopferung immer bereit machst, aus Liebe zu Dir mich abzutöten und mir selbst zu sterben.
O meine größte Liebe, es tut mir leid, dass ich Dich beleidigt habe. Ich wünsche, immer treu in Deinem Dienst zu sein: entflamme in mir Deine Liebe, mach mich keusch und heilig.
O Maria, vermittle, dass ich ganz Dir und Deinem Sohn Jesus angehöre.


Montag, 3. Dezember 2012

Montag, 19. November 2012

Gebet vom heiligen Arnold Janssen

St. Arnold Janssen SVD (1837-1909)

Aufopferung des leidenden Heilands an die allerheiligste Dreifaltigkeit

Herr, höchster Gott, Sohn unseres himmlischen Vaters, Du bist unser einzig wahres Leben. Wir beten an die Glorie und Würde Deiner ewigen Sohnschaft. Möchten alle Menschen durch Demut und durch Gehorsam gegen alle Deine göttlichen Gebote und den eifrigen Gebrauch der Gnadenmittel Deiner heiligen Kirche von ihren Sünden gereinigt und in Abbilder Deiner Herrlichkeit umgestaltet werden. Dafür opfern wir der heiligste Dreifaltigkeit Deinen heiligen, von der Sünde misshandelten Opferleib durch die Hände Deiner heiligen Mutter:

1. Die Entblößung und Annagelung Deines heiligen Leibes für die Heiden, die Dich in Deiner göttlichen Würde noch nicht kennen und lieben.

2. Die blutige Entstellung Deines heiligen Leibes durch die Geißelung und Kreuztragung für die Irrgläubigen, die durch ihre Trennung den Leib der Kirche zerrissen halten.

3. Dein heiliges, mit Dornen gekröntes Haupt für die getrennten Griechen und Morgenländer, die sich dem Haupte der Kirche nicht unterwerfen wollen.

4. Dein verhöhntes, mit Blut überronnenes Antlitz für die Juden und Türken, die Dich von sich gewiesen haben.

5. Deinen heiligen, vor Durst verschmachtenden Mund für die lauen Katholiken, die Deinem Durste nach ihrer Liebe so wenig entsprechend.


Ehre sei dem Vater.

IMPRIMATUR

Steyl, die 23. m. Maii 1936

Hermann Feldmann, de mandato Rmi Ordinarii Ruraemundensis libr. Cens.