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Sonntag, 31. August 2014

Türken, Juden und Schismatiker beeindruckt vom Heldenmut der Barmherzigen Schwestern


Bei der während der Herbstmonate vorigen Jahres in Damaskus herrschenden Cholera haben neben den Missionären auch die Barmherzigen Schwestern wieder ihren gewohnten Mut und heroischen Opfergeist bewiesen. Wie Engel des Erbarmens durcheilten sie die Stadt bis in die letzten schmutzigen Winkel, um die unglücklichen Opfer der furchtbaren Seuche aufzusuchen. Türken, Juden und Schismatiker sahen mit ehrfurchtsvoller Bewunderung dieses Schauspiel unbegreiflicher, selbstloser Liebe, die in umso helleres Licht trat, da die meisten Ärzte aus Furcht ihren Posten verlassen hatten und die Schwestern auch hierin für sie eintraten. Soweit uns bekannt, sind die Schwestern selbst von der Seuche unberührt geblieben.


„Die Türken namentlich“, so schreibt Schwester Gelasia, die Oberin in Beirut, „wissen nicht Worte des Dankes genug zu finden. Sie haben an ihre Landsleute hierher geschrieben, und dieselben werden eine Deputation an mich schicken, um zu danken. Unsere Schwestern sind sehr mutig, wie immer. Möge der liebe Gott sie gesund erhalten, wie auch die Missionäre, die von einem Sterbebett zum anderen eilen…Auch hier in Beirut wird die Cholera erwartet. Sollte Gott diese Prüfung über uns verhängen, so werden wir versuchen, das Beispiel unserer Mitschwestern in Damaskus in der Pflege dieser Unglücklichen nachzuahmen.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1892)

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Zeugnis einer afroamerikanischen Tageszeitung für die katholische Kirche


Ein beachtenswertes Zeugnis zu Gunsten der katholischen Kirche stand vor kurzem im Enterprise, dem Negerblatt in Omaha. „Seit vielen Jahren bereits“, so war hier unter dem Titel „Die katholische Kirche“ zu lesen, „sind wir der Ansicht, dass die Neger gut daran tun würden, sich mehr und mehr unter die Leitung der katholischen Kirche zu stellen. Der Grund ist, weil diese Kirche dem Neger einen Schutz bietet, wie er ihn von keiner anderen Seite und keiner anderen Organisation in diesem Land erwarten darf.

Im ganzen Süden war ihm diese Kirche ein Führer und Schild. In der Hauptstadt des Landes, wo die ‚weißen Kollegien‘ sonst die Farbenlinie ziehen, steht die katholische Universität als glorreiche Ausnahme da…Dasselbe gilt von den Spitälern, Bewahranstalten u. dgl., welche die katholische Kirche zum Besten der Armen gegründet hat. Während andere Anstalten dieser Art die Farbigen ausschließen oder Unterschiede machen, strecken die Barmherzigen Schwestern die Hand liebevoll auch ihnen entgegen. Die Türen dieser Kirche stehen auch den Schwarzen offen, ihre Spitäler und Schulen sind auch uns geöffnet. Wir suchen einen Weg aus der Wildnis der Vorurteile und des Hasses heraus. Wohlan, vergessen wir nicht, dass es eine katholische Kirche gibt.“

Dieses so wohlwollende Zeugnis ist umso auffallender, weil die katholische Kirche bisher für die Neger der Vereinigten Staaten verhältnismäßig erst wenig getan hat und von den 9 Millionen bloß 150.000 zu den Ihrigen zählt. Und doch wäre es so leicht, die arme, trotz aller „Bürgerfreiheit“ doch verachtete und zurückgesetzte Rasse zu gewinnen. Übrigens wird uns von einem guten Kenner der Verhältnisse versichert, dass die 8 Millionen protestantischen Neger, die in den Missionsstatistiken der Protestanten figurieren, „Schwindel“ seien.


(aus: die katholischen Missionen, 1912)

Montag, 27. Mai 2013

Eine Ordensschwester als Mitglied der Ehrenlegion

Offizierskreuz der französischen Ehrenlegion



Lobrede des französischen Gouverneurs von Tongking auf Schwester Maria Theresa, Oberin der Schwestern der Barmherzigkeit.

„Schwester Maria Theresia! Kaum 20 Jahre alt wurden Sie verwundet auf dem Schlachtfeld von Balaclawa (in der Krim), während Sie in liebevoller Sorge sich über die Verwundeten beugten. In Magenta empfingen Sie in der Front der Schlachtlinie eine neue Wunde. 
Später haben Sie unsere Krieger in Syrien, in China und Mexiko verpflegt. In der Schlacht von Reichshofen fand man Sie schwer verwundet auf dem Schlachtfeld hingestreckt (…) Später fiel eine Bombe mitten in das Feldlazarett nieder, das Ihrer Obhut anvertraut war. Ohne einen Augenblick zu zögern, haben Sie dieselbe aufgehoben und 80 Schritte weit von dem Lazarett hinweggetragen. Dort fiel sie zur Erde und hat bei ihrem Platzen Sie schwer verletzt. Kaum waren Sie hergestellt, so zogen Sie, Ihrem Beruf folgend, mit den Truppen hierher nach Tongking.“ 

Mit diesen Worten hat neulich der Gouverneur von Tongking, umgeben von seinem Offiziersstab, vor der Front die Oberin der Schwestern der Barmherzigkeit angeredet. 
Dann hieß er sie niederknien, berührte dreimal mit der flachen Klinge ihre Schulter und sprach: 

„Im Namen des französischen Volkes und des Heeres übergebe ich Ihnen hiermit das Kreuz der Ehrenlegion. 
Niemand kann mehr heroische Taten vorweisen, die desselben würdig machen; keiner auf eine ruhmvollere Laufbahn von selbstlosem Opfersinn und Opfermut, die so ganz rückhaltlos dem Dienst des Nächsten und des Vaterlandes geweiht war, zurückblicken. Soldaten! Präsentiert das Gewehr!“

Wir freuen uns herzlich über die Auszeichnung dieser wackeren Soldatenmutter. Freilich liegt ein seltsamer Widerspruch darin, dass in demselben Namen des französischen Volkes während der letzten zwei oder drei Jahre so viele dieser opfermutigen Klosterfrauen aus den Spitälern der Seinestadt vertrieben wurden. Es scheint wohl, dass unter der Sonne von Tongking die Wahrheit in hellerem Lichte sich zeige, als im Schatten des Eifelturms im modernen Babel.

(Aus: die katholischen Missionen, 1890)

Montag, 22. April 2013

Die Barmherzigen Schwestern bei den Aussätzigen im Heiligen Land

Barmherzige Schwestern im ursprünglichen Habit (Armand Gautier)

Der hochwürdige Herr Poyet, Apostol. Protonator und Kanonikus des heiligen Grabes, schreibt uns aus Jerusalem die folgenden Zeilen, in welchen er das Los der Aussätzigen in der heiligen Stadt der Mildtätigkeit unserer Leser dringend empfiehlt:

„Noch immer findet sich der Aussatz in der Levante. In Palästina sind seine Opfer zahlreich. Zu Damaskus hat man sie aus der Stadt in ein abgetrenntes Quartier verbannt.
Die Pilger, welche in Jaffa landen und von dort nach Jerusalem ziehen, treffen an den Toren der Stadt Frauen und Kinder, welche das Mitleid der Fremden dadurch zu erwecken suchen, dass sie ihre von der Krankheit zerfleischten Arme zeigen. In Jerusalem sind sie zahlreich und bilden bei Siloë eine Art Gemeinde; wenn jemand in der Umgegend von der Krankheit befallen wird, geht er nach Siloë und bittet um Aufnahme.(…)

Die christliche Liebe schuf einst in Europa allenthalben Zufluchtsstätten für diese Kranken, weil sie in denselben ein Bild des bitteren Leidens (Christi?) erblickte. Zu Jerusalem hat man bis auf die letzte Zeit nichts für sie getan.
Ein Pascha verbannte sie vor etwa 15 Jahren aus der Stadt in das Tal Cedron, jenseits der Quelle Siloë. Die Kräftigeren unter ihnen, welche noch gehen können, begeben sich jeden Morgen an den Weg nach Bethlehem und halten den Vorübergehenden eine Schüssel aus Weißblech hin, in die man ihnen ein Stück Brot, einige Früchte usw. wirft, was sie mit ihren Unglücksgenossen in Siloë teilen.
Ein Missionär des lateinischen Patriarchats hegte schon seit 30 Jahren den Plan, eine Anstalt für diese Unglücklichen zu gründen; es fehlte ihm aber sowohl an Geld als an einer Ordenskongregation, welche sich mit der Pflege dieser schrecklich verstümmelten Kranken hätte befassen können.
Als 1875 Msgr. Gauthier, der Apostol. Vikar von Süd-Tonking, das Mittel Hoang-nan bekannt machte, welches gegen die Wut und gegen den Aussatz, zwei Krankheiten, die bisher der europäischen Arzneikunde gespottet hatten, mit Erfolg angewendet wird, entschloss man sich, dasselbe in Jerusalem anzuwenden. Man wandte sich an die Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul und bewog dieselben, einige Mitglieder zur Ausübung ihrer Ordenstätigkeit und namentlich zur Pflege der Aussätzigen nach Jerusalem zu senden. Seine Heiligkeit Leo XIII. segnete das Unternehmen.
Am Feste Kreuzauffindung (3. Mai) 1886 trafen sie in Jerusalem ein und eröffneten ein Haus für Krankenpflege; sieben Schwestern können gegenwärtig der Arbeit kaum genügen. Täglich bedienen sie durchschnittlich 350 Kranke von verschiedenen Sprachen und Religionen; oft hat man sogar 650 gezählt. Unentgeltlich verteilt man an alle Kranken die nötigen Arzneien.
Abends besuchen die Schwestern in ihren Wohnung diejenigen Kranken, welche am Morgen nicht zur Apotheke kommen konnten, und jede Woche begeben sich zwei Schwestern in die umliegenden Dörfer und pflegen alle Kranken, welche man ihnen bringt. Vierzehn Dörfer haben das Glück, von ihnen besucht zu werden, und jedes Mal ist die Freude groß, wenn sie eintreffen.

Dreimal wöchentlich steigen die Barmherzigen Schwestern auch nach Siloë hinab, um die Wunden der Aussätzigen zu verbinden. Unmöglich lässt sich das Staunen der Unglücklichen beschreiben, das sich bald in Dankbarkeit verwandelte, als sie diese Frauen aus Europa den Eiter aus ihren Wunden waschen und dieselben mit größter Zartheit mit blendend weißer Leinwand verbinden sahen. Man weiß, wie sehr die Mohammedaner das Weib verachten; umso mehr erschienen die Barmherzigen diesen Unglücklichen als wahre Engel, welche vom Himmel herniedergestiegen.
Ein- oder zweimal im Jahr bringen die Schwestern den Aussätzigen Brot, Fleisch, Früchte und arabische Süßigkeiten, um die Ärmsten, in denen sie Jesum Christum verehren, mit einer Mahlzeit zu erquicken. Mehrere edle Pilger wollte dieser Mahlzeit beiwohnen und die Aussätzigen bedienen.

Leider ist Siloë für die Schwestern, die wöchentlich dreimal hinabsteigen, viel zu weit entfernt, namentlich im Winter, wo es während drei Monaten oft in Strömen regnet und ein heftiger Wind weht.
Auch hätte man von den Kranken, bei denen das Übel schon Fortschritte gemacht hat, täglich, ja öfter im Tage, die Hilfeleistungen der Schwestern nötig. Man könnte so manche Seele retten, die sonst verloren geht.
Die Krankenpflegerinnen dieser armen Leute beten also inständig zu Gott, er möge wohlhabenden Christen den Gedanken eingeben, ihnen ein Haus zu bauen, in welches sie die am meisten der Pflege bedürftigen aufnehmen könnten. Sollten sich nicht Wohltäter finden, welche ihnen zur Verwirklichung dieses Planes behilflich wären?


(Aus: die katholischen Missionen, 1888)

Sonntag, 9. Dezember 2012

Lob auf die (schwarzen und weißen) katholischen Ordensschwestern in New Orleans


Schwestern der heiligen Familie, New Orleans


Dem Wirken der katholischen Ordensschwestern spendet ein protestantischer Prediger im Weekly Register das folgende, gewiss wohl verdiente Zeugnis. Er schildert, was er in verschiedenen katholischen Anstalten New Orleans‘ gesehen hat, und kommt dann auch zum Kloster und Noviziat der heiligen Familie.
„Das Kloster beherbergt bloß farbige Nonnen und befindet sich in dem Bau, der früher unter dem Namen ‚Kreolen-Ballsaal‘ bekannt war, ein Ort, berüchtigt durch die wilden Orgien und die blutigen Zweikämpfe, die sich bei Gelegenheit der wüsten Trinkgelage dort abspielten. 


Noch heute sind an einigen Stellen der alten Flur[sic] die Blutspuren sichtbar. Die Schwestern von der heiligen Familie weihen sich besonders den Werken der Liebe und der Erziehung der Kinder ihrer eigenen Rasse. Sie besitzen Schulen und Zufluchtshäuser in verschiedenen Teilen der Vereinigten Staaten und tun für die Hebung der schwarzen Rasse mehr als alle Politiker. Steht man in Gegenwart der Oberin, Schwester Augustin, so vergisst man ganz auf ihre Farbe und denkt nur daran, dass sie das Alter beherbergt, die Jugend erzieht, die Hungrigen speist und die Nackten bekleidet.
Es muss etwas Göttliches um eine Religion sein, welche einen so verruchten Ort wie den alten Kreolen-Ballsaal in ein Paradies verwandeln kann.“ 


Ergreifend schön ist die Schilderung, die der protestantische Prediger vom Spital der (weißen) Barmherzigen Schwestern in der Stadt entwirft. Er schließt: „Schwester Agnes, die Seele dieses großen Haushaltes, war so gütig, uns persönlich durch die Anstalt zu begleiten. 


Alle Kinder kamen herbeigelaufen und hängten sich an sie. Jedes trübe Auge glänzte bei ihrem Nahen freudig auf. Es war, als ob die segnenden Engel Heilung und Hoffnung ihr zur Seite gingen. Kein Wunder, dass die katholische Kirche dasteht wie Gibraltar. Eine einzige solche Frau genügt, um 10.000 Ungläubige zu schlagen.
Oder was will ein Ingersoll (ein berüchtigter Freidenker) sagen, wenn er einer Schwester Agnes gegenübersteht?“


Wir haben hier wieder ein Beispiel, wie mächtig der Eindruck ist, den das stille, opfermutige Wirken unserer guten Schwestern auf jeden vorurteilsfreien Geist ausübt.
Die oben genannte schwarze Genossenschaft von der heiligen Familie zählte 1896 38 Schwestern, 12 Novizen und 4 Postulanten. Sie erzieht in ihren Schulen 530, in ihrem Waisenhaus 80 schwarze Kinder und pflegt 35 alte Leute. 


Neben dieser „schwarzen“ besteht auch in den Vereinigten Staaten eine „rote“ Schwesterngemeinde, nämlich die 1891 von der Tochter des berühmten Dakotahäuptlings „Krähenfeder“ gegründete Genossenschaft der Indianerschwestern. 


Im Munde der Rothäute hieß die Gründerin und erste Generalpriorin, Mutter Maria Katharina, „heiliger Weißer Büffel“. Ihre erste Niederlassung wurde in der Fort Berthold-Agentur (North Dakota) gegründet. Später kam noch ein zweites Klösterchen in derselben Agentur zu Stande. 

Über den schönen Tod der Gründerin am Fuße des Altars in der Kapelle des Klosters vom heiligsten Herzen, 2. Mai 1893, wurde früher berichtet. Unter der jetzigen General-Priorin, Mutter M. Liguori (Tasagyesnawin) zählt die Genossenschaft 9 Schwestern, 3 Novizen, in ihren Schulen 25 Indianermädchen, in ihrem Spitale 28 Pfleglinge.


(aus: die katholischen Missionen, 1897)