Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Samstag, 23. Oktober 2021

„Allen alles werden“ – der Großstadtapostel von Buenos Aires

 

Jesuitenkirche San Ignacio in Buenos Aires

Einst wirkte in der Heimatstadt des Papstes ein deutscher Jesuit, der unter dem paulinischen Motto „allen alles werden“ ein wahrer Großstadtapostel wurde. Der heiligmäßige Rheinländer P. Johannes Auweiler wirkte zunächst in der Gegend um Santa Fe im Nordosten Argentiniens bei den deutschen und Schweizer Immigranten und konnte auch von Missionserfolgen unter den Ureinwohnern berichten, bevor er 1878 nach Buenos Aires versetzt wurde. In der Weltstadt am Rio de la Plata kam es ihm zugute, dass er 12 Sprachen beherrschte – darunter auch Arabisch. Er wirkte dabei nicht nur unter den Katholiken, die zum Teil jahrzehntelang ihre religiösen Pflichten nicht erfüllt hatten, sondern ging auch einer echten Missionstätigkeit nach. Hier sein eigener Bericht:

„Meine Beschäftigung im Allgemeinen waren die eines Seelsorgers. Da ich schon früher die traurige Erfahrung gemacht hatte, dass gar viele Fremde in dieser großen Weltstadt ohne den Trost der heiligen Sakramente sterben, weil es an sprachkundigen Geistlichen fehlt, so widmete ich alle freie Zeit dem Sprachstudium und erlernte nach und nach die in hiesigen Hospitälern am meisten angewandten Sprachen. Auf diese Weise war es möglich, im Verlauf dieser Jahre etwa 1400 Konversionen zustande zu bringen – annähernd 550 Indianer, Muselmänner und etwa 850 Häretiker und Schismatiker verschiedener Nationalitäten. Die hochwürdigsten Bischöfe unterstützten mich in dieser Absicht allzeit mit den weitesten Vollmachten, und da sie später bemerkten, dass die neu eingeführte Zivilehe unermesslichen Schaden unter den Katholiken anrichtete, so boten sie auch in dieser Beziehung alle Vollmachten an, um die Familien mit Gott und der Kirche zu versöhnen, so dass Tausende sich aus dem Verderben gerettet haben.“

P. Auweiler starb am 17. Juli 1911 im Rufe der Heiligkeit, beweint von ganz Buenos Aires.


(Quelle: Jesuitenkalender für das Jahr 1926)

Dienstag, 9. Februar 2016

Historisches Foto: Don Bosco und seine ersten Missionäre


Das Foto zeigt den heiligen Don Bosco (erste Reihe, Zweiter von links) mit seinen ersten Missionären, die nach Patagonien gesandt wurden. Neben ihm links der spätere Kardinal Cagliero, dem er die Regel der Salesianer übergibt. Der stattliche Mann in Uniform ist der argentinische Konsul.

Mehr über Don Boscos Liebe zur Mission hier. Die Geschichte seines geistlichen Sohnes, der der erste Purpurträger der Salesianer wurde, hier, hier und hier.

Donnerstag, 19. Februar 2015

Ein Missionar wird Kardinal

(Quelle: SajoR)

Am 6. Dezember des verflossenen Jahres [1915] wurde einem Missionspionier und Missionsbischof die seltene Ehre zuteil, durch den Papst in den höchsten kirchlichen Senat berufen zu werden. Es ist Giovanni Cagliero, Apostol. Vikar von Nord-Patagonien und Apostol. Delegat von Costa Rica, Nicaragua und Honduras. Geboren zu Castelnuovo d’Asti, in der Vaterstadt Don Boscos, am 11. Januar 1838, trat er als Jüngling in die eben gegründete Genossenschaft der Salesianer ein. Im Jahr 1875 führte er die ersten Salesianer nach Südamerika und legte die Grundlage zu der außerordentlichen Wirksamkeit, die heute die Söhne Don Boscos in den weiten Gebieten entfalten. Wir haben im Jahrgang 1913 dieser Zeitschrift ausführlich die Tätigkeit und Erfolge Don Caglieros geschildert. Wenn irgendeiner, dann hat dieser apostolische Mann verdient, als Ratgeber an die Seite des Lenkers der Kirche Christi berufen zu werden.

(Aus: die katholischen Missionen, 1916)


Mehr von und über Kardinal Cagliero hier! Fotos hier.

Samstag, 31. Januar 2015

Don Bosco und die Missionen



Wie so viele Heilige wäre auch Don Bosco gern Missionar geworden. Es war ihm zwar als Oberer selbst nicht möglich, dennoch machte dieser Missionseifer seinen Orden bereits in den ersten Jahren zu einem herausragenden Missionsorden, dem ein fast unvergleichliches Wachstum beschieden war. Oft waren die ersten Zöglinge des Heiligen, wie sein späterer Nachfolger, der sel. Don Rua, Zeugen, wie er auf eine Landkarte blickte und dabei seufzte: „Ach hätte ich doch viele Priester und Kleriker! Ich würde sie zur Verkündigung des Evangeliums nach Patagonien oder nach Feuerland schicken, denn diese Völker waren bis jetzt die verlassensten!“

Gott erhörte sein Seufzen, denn gerade in diesen Regionen machten die Salesianermissionen ihre größten Fortschritte. Mehr dazu hier und hier.

Sonntag, 10. November 2013

Solche Seminaristen lob' ich mir! (Teil 2)

Wie viel bei einigem Interesse und mit etwas Arbeit für die Zwecke der Glaubensverbreitung zu erreichen ist“, berichtet P. L. Lichius S.V.D. aus Argentinien, „zeigt folgendes: Bei Gelegenheit der jährlichen Exerzititen, die in der Woche nach Pfingsten im Seminar in Paraná (Argentinien) gehalten wurden, ward auch der Missionsbewegung gedacht und angeregt, für die Missionsziele der Kirche, für die Missionäre und deren Arbeiten fleißig zu beten, heilige Kommunionen aufzuopfern  und mit einem, wenn auch noch so geringen Scherflein beizusteuern. 

Wenn man bedenkt, dass die Seminaristen meist aus ärmeren Familien sind und die meisten ihren Unterhalt im Seminar nicht bezahlen, so begreift man, dass der letzte Punkt der schwierigere war. 

Trotzdem machte auch hier die Liebe erfinderisch. Die Seminaristen, 53 an der Zahl, fingen an zu sammeln, vom kleinsten in der Sexta bis zum gelehrten Theologen hinauf, und brachten bis zu Jahresschluss, der auf den 26. November fiel, die hübsche Summe von rund 100 Pesos, etwa 178 Mark, zusammen.
Aber damit nicht genug. 

Es entwickelte sich auch ein reger Eifer im Briefmarkensammeln; einige besser Gestellte hatten sich im Laufe der Jahre ein recht ansehnliches Briefmarkenalbum angelegt mit manchen sehr seltenen Marken. 

Es bedeutete nun ein nicht geringes Opfer, auf all die schönen Freimarken zu verzichten. Doch war der Boden für einen solchen Verzicht bereitet, und hochherzig gaben sie all den Reichtum her. – Einer, dem es besonders schwer fiel, brachte schließlich auch das Opfer, ‚um eine besondere Gnade von der Mutter Gottes zu erhalten‘. Sein Album brachte einen Gewinn von 200 Kronen. 

Im Ganzen kamen zu Jahresabschluss etwa 15.000 Marken zusammen, die dem Vertreter des Vereins der Glaubensverbreitung mitsamt den 100 Pesos übergeben wurden.

Um nun das so begonnene Werk auch auf eine feste Basis zu stellen, zumal die Gesellschaft des göttlichen Wortes sich aus dem Seminar zurückzog und es dem Weltklerus übergab, wurde in einer Vorstandssitzung der Marianischen Kongregation, die auch im Seminar besteht, beschlossen, dass diese sich der Sache annehme. Zu diesem Zwecke wurde alles aufs Genaueste festgesetzt, damit die Sache ihren geregelten Fortgang haben könne. – Ehre den Seminaristen von Paraná.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1914)

Mittwoch, 13. März 2013

¡Viva Nuestro Papa Francisco! - der erste Papst aus Lateinamerika




Ein sehr demütiger Mann, das kann man wohl schon sagen. Möge unser Herr unserem heiligen Vater Franziskus die Stärke geben, die heilige Kirche in dieser schweren Zeit zu stärken.

Unsere Liebe Frau von Luján, bitte für uns! (Quelle: Photo-Monique)



Seliger Ceferino Namuncura, erster Seliger Argentiniens, bitte für ihn!

Donnerstag, 21. Februar 2013

Wie Kardinal Vaughans Bruder das Grab eines Jesuitenmärtyrers wiederentdeckte


Unter der Zahl der Diener Gottes aus der Gesellschaft Jesu, deren Seligsprechung im Gang ist, befindet sich auch der Spanier P. Julius Lizardi (geboren in Astacu in Guipuzcoa [Baskenland]), Missionär in Paraguay und als Blutzeuge gestorben am 17. Mai 1736. Der Ort seines Begräbnisses war lange Zeit verschollen, ist aber vor kurzem von dem Bruder des Erzbischofs von Westminster, dem hochw. Herrn Kenelm Vaughan, wieder aufgefunden worden. Derselbe befand sich auf einer Tour durch Südamerika, um für den Bau der neuen Westminster-Kathedrale zu sammeln.
Als Gast der Jesuiten in Argentinien wurde seine Aufmerksamkeit auf die Grabfrage gelenkt. Auf seiner Weiterreise nach Bolivien erkrankte er in Tarija und fand bei den dortigen Franziskanern gastfreundliche Aufnahme. Beim Durchstöbern der Klosterbibliothek fiel ihm ein altes Büchlein in die Hände, welches angab, dass der Leib des ehrwürdigen Blutzeugen nach dem nahen La Concepcion übertagen und in der dortigen Jesuitenkirche, heute Pfarrkirche, beigesetzt worden sei.
Mit Erlaubnis des Pfarrers ging Herr Vaughan ans Suchen und fand endlich in einer staubigen Ecke der Sakristei eine Tafel mit der Inschrift: „Hier ruhen die Gebeine des P. Julius Lizardi S.J., ermordet von Wilden 1736.“ Die Tafel war offenbar früher an einer Wand angebracht gewesen, aber wo? 
Herr Vaughan ließ den ältesten Mann des Ortes, einen 90-jährigen Greis, vor sich kommen und fragte ihn, ob diese Tafel früher an der Kirchenmauer gehangen habe. „Ja“, erwiderte der Alte ohne Zögern, „es ist schon lange her, da hing sie dort unten an der Mauer; bei einer Übertünchung der Mauer wurde sie entfernt und nicht wieder an die Stelle gesetzt“.
Sofort ließ man nun an der angegebenen Stell die Mauer öffnen und fand wirklich den Sarg mit den Gebeinen des Ehrwürdigen, der in seiner Hand eine Palme, neben sich ein Bußwerkzeug hatte. Desgleichen war im Sarg eine authentische Aufzeichnung über das Martyrium, die Übertragung und Beisetzung an dieser Stelle genau nach den Angaben des alten Buches der Franziskaner von Tarija.

(aus: die katholischen Missionen, 1900)

Mittwoch, 30. Januar 2013

Wie ein späterer Kardinal sich auf Missionsreise die Rippen brach...

Río Neuquén in Patagonien (Autor: Andarin2)

Herr Dominikus Milanesio aus der Kongregation der Salesianer berichtet aus Chile über einen traurigen Unfall, der seinen Bischof, Msgr. Cagliero, auf einer Missionsreise betroffen:

„Unsere Mission in den Einöden Patagoniens hatte vier Monate gewährt und mit Gottes Segen reiche Früchte getragen. Wir hatten Negro Muerto, Choel-Choel, Chichinal, S. Flora, Roca und las Cavanitas am Ufer des Rio Negro besucht.
Sodann waren wir 90 Meilen den Neuquen und Rio Agrio entlang gezogen, um zwei neue Stationen zu Codihue und Aorquin zu gründen. Dort, am Fuß der Kordilleren, hatte Msgr. Cagliero ein Kapellchen zu Ehren der hl. Rosa eingesegnet, P. Panaro soll hier den Dienst versehen.
Im ganzen betrug der Weg unserer apostolischen Wanderung 250 Meilen; jedem Stamme, den wir trafen, verkündeten wir die frohe Botschaft des Heiles; überall wurden wir mit Freuden aufgenommen.
Am 2. März schlossen wir die Mission von Malbarco. Zwei Stunden nach Mittag begaben wir uns auf den Weg, um in Chacay Mlei-hue, das 7 Meilen höher liegt, die gleiche Tätigkeit zu beginnen.
Bis jetzt hatten wir uns ausschließlich sanfter Reittiere, deren Charakter uns wohl bekannt war, bedient; allein da dieselben sehr abgemagert und matt waren, ließen wir sie zurück und nahmen von unseren Gastfreunden mit herzlichem Dank frische Pferde. Der Bischof indes schien ein Unglück zu ahnen; denn nur ungern wollte er sich des neuen Tieres bedienen. 


Unter dem Schutz der allerseligsten Jungfrau setzten wir uns in Bewegung. Herr Lucas Becerra, unser zuvorkommender Wirt, ließ es sich mit acht anderen Kolonisten nicht nehmen, den Bischof und seine Missionäre bis auf den halben Weg zu begleiten.
Drei Viertelstunden ritten wir den Rio Nehueve entlang, ehe wir ihn auf einer Furt übersetzen konnten. Dann ging es aufwärts über steile Pfade.
Oben fanden wir in reizender Lage bei kühlem Wasser eine verlassene Hütte, in der wir uns für die Nacht einrichteten. In der Morgendämmerung nahmen Herr Lucas und fünf seiner Gefährten Abschied, die drei anderen wollten uns bis zur nächsten Mission das Geleit geben. 


Ein Kuhhirte aus den Anden war unser Führer; chilenische Kaufleute, die bei den armen Bewohnern ein kleines Geschäft zu machen hofften, hatten sich der Reisegesellschaft angeschlossen. Heiter eilten wir die Höhe der Mala-Cuhuello hinan, nur Msgr. Konnte sich trüber Ahnungen nicht entschlagen.
Kaum hatten wir zwei Meilen zurückgelegt, da ging sein Sattelgurt los und schlug heftig in die Seiten und um die Füße des Pferdes. Das Tier scheut, wird unruhig, bäumt sich und jagt dann in wildem Galopp über den jähen, steinigen Pfad längs den grausigen Abgründen.

Sie können sich unsere Angst denken; hinter ihm drein sprengen, hätte unfehlbar das wilde Tier nur noch wütender gemacht. Wir hielten den Atem an und beteten aus Herzensgrund für die Rettung unseres Bischofs.
Dieser hatte, Gott sei Dank, seine volle Besinnung bewahrt. Er empfahl sich dem Schutz Mariens und sprang aus dem Sattel. Zum Glück hatte eine weniger gefährliche Stelle gewählt, sonst wäre er sicher des Todes gewesen.
Im Nu waren wir an seiner Seite. Unter tausend Fragen suchten wir ihn aufzurichten; es dauerte jedoch mehr denn zwei Stunden, ehe er uns zu antworten vermochte. Die erste Sorge des Oberhirten, als er wieder zu sich kam, war die, seine Umgebung zu beruhigen. ‚Nada, Nada, es ist nichts‘, war sein Trost. 


Als er bemerkte, wie heftig Don Milanesio weinte, sagte er: ‚Warum so untröstlich, Don Milanesio, wollen sie mich glauben machen, ich sei verloren? Nur wie Rippen von allen gebrochen, das ging doch noch gut ab! Man lebt auch so noch mit einer oder zwei weniger. Mut! Mut! Das geht wieder vorbei.‘ Dann setze er hinzu: ‚Der liebe Gott hat es so geschickt, er sei gepriesen, sein heiliger Wille geschehe. Maria von der immerwährenden Hilfe, bitte für mich.‘ 


Je mehr der Verwundete zu sich kam, desto fühlbarer machten sich die Schmerzen; wir bereiteten ihm so gut es ging ein Lager aus unseren Pferdedecken und betteten ihn darauf.
Sofort ritt einer den vier Kolonisten nach, welche sich vor kurzem verabschiedet hatten, um ihnen Kunde von dem Unglück zu bringen. Bald nachher waren sie sämtlich zurück.
Der Schmerz der guten Männer beim Anblick ihres leidenden Oberhirten war groß, namentlich Herr Lucas Becerra konnte sich der Tränen nicht erwehren.
Der Bischof versuchte ihn zu trösten; er nahm ihn freundlich bei der Hand und sagte lächelnd: ‚Mein lieber Herr Lucas, könnten Sie nicht in der Nähe einen Schmied auftreiben?‘
Verwundert ob dieser Frage versetzte der Angeredete: Das dürfte schwer halten, indes unmöglich ist es nicht; aber was wollen Ehrwürdige Gnaden mit dem Schmied?‘ — ‚Das ist doch einfach, er soll mir meine zwei Rippen wieder an die rechte Stelle setzen.‘ Bei solchen Gesprächen hätte man nicht glauben sollen, welch heftige Schmerzen der Bischof auszustehen hatte.

Es war schon 8 Uhr morgens, die Sonne brannte schon heftiger, da trugen wir Msgr. behutsam in den Schatten eines Felsens, während einige wohl 2 Meilen weit her Wasser holten.
Um die Schmerzen des Verwundeten zu lindern, befeuchteten wir die leidenden Stellen mit unserem Messwein. Der linke Lungenflügel hatte offenbar gelitten. Ich ließ den Kranken einige Schluck Wein nehmen, was ihn sichtlich stärkte. Inzwischen hielten wir Rat über die nächste Zukunft.
Der hochw. Herr konnte unmöglich hier bleiben, wo es an allem zu seiner Pflege gebrach. Wir suchten das frömmste Tier unter unseren Pferden aus und hoben den Bischof darauf.
Vor ihm saß einer unserer Begleiter, zu beiden Seiten schritten zwei andere, während ich das Tier sachte am Zügel führte. Der Abstieg verursachte dem Verwundeten neue Qualen. Unablässig rief er in den heftigen Schmerzen die heiligen Namen an. 


Als wir den Neuquen erreicht hatten, verließen den Bischof die Kräfte; seine tiefen Seufzer zerschnitten uns fast das Herz. ‚Es geht gut, allein die Lunge will nicht recht arbeiten‘ sagte Msgr. ganz ergeben.
Es war hohe Zeit, dass wir uns bald menschlichen Wohnungen näherten, sonst wäre der Bischof erlegen. Im Hause des Herrn Lucas hatte die besorgte Frau alles zur Aufnahme des Kranken hergerichtet. 


Während wir abwechselnd Tag und Nacht bei dem Oberhirten wachten, verschafften ihm die einfachen Mittel des Hausherrn wunderbare Linderung. Am ersten Tag hatten wir einen Expressboten nach Chile abgeordnet.
Derselbe sollte von den Franziskanern in Chillan die unentbehrlichsten Arzneien bringen.
Der Bote legte den Weg in 10 Tagen zurück und kam Dank der Güte der Patres reich beschenkt zurück. Indessen erholte Msgr. sich langsam.
Täglich kamen die Eingeborenen scharenweise, um sich nach ihrem Vater zu erkundigen und ihm Geschenke zu bringen.

Am 12. März erhob sich der Kranke zum ersten Mal, Tags darauf an einem Sonntag ließ er sich nicht abhalten, einigen 20 Personen die heilige Firmung zu spenden.
Am Fest Mariä Verkündigung feierte Msgr. Cagliero seit seinem Sturz wiederum das erste heilige Messopfer, reichte 18 Personen die heilige Kommunion und firmte 11 weitere.
Diese Anstrengung ermüdete ihn jedoch so, dass er sich abermals zu Bett legen musste.

(Aus: die katholischen Missionen, 1887)

Freitag, 6. April 2012

Wirksamkeit der spanischen Jesuiten in den Gefängnissen und unter der verwahrlosten Jugend in Buenos Aires


Mariano Antonio Espinosa, Erzbischof von Buenos Aires von 1900-1923, vorher Weihbischof

In einem Brief von Buenos Aires heißt es: „Jedes Jahr halten die Patres in dem Gefängnis der Stadt eine Mission, die fünf oder sechs Tage lang dauert. Noch nie aber hat dieselbe so großen Segen gestiftet als in diesem Jahr. Um das, was ich erzählen will, besser zu verstehen, muss man wissen, dass dieses große Babel (Buenos Aires), das nur Vergnügen und Handel atmet, zugleich die große Gosse aller Nationen Europas ist. Man kann sich daher denken, welche Gefangenen sich in diesem Kerker befinden.
Während des gegenwärtigen Jahres unterrichtete ich regelmäßig die ‚Minderjährigen‘. Es sind dies herumirrende, nachts von der Polizei auf den Straßen gesammelte Kinder, welche ihre Eltern niemals kennengelernt haben.
Sie wissen auch weder ihren Geburtsort noch die Stadt oder Gegend, wo ihre Eltern leben. Arme Kinder! Welche große Barmherzigkeit und Liebe flößen sie mir ein, so oft ich ihnen predige! Groß ist ihre Aufmerksamkeit, dass ihnen ja kein einziges Wort verloren gehe.
Dennoch wünschte ich sie öfter und einzeln besuchen zu können, weil ich ganz überzeugt bin, dass ein Vortrag am Sonntag nicht für einen guten religiösen Unterricht genügt. Man wird mir dies leicht glauben, wenn ich sage, dass man unter ihnen — trotz ihres jugendlichen Alters — Diebe von 100.000 Mark, Mörder und Gesindel aller Arten findet.
Doch kehren wir zur Mission zurück.Die einzigen Gefangenen, welche etwas von Religion wissen, sind die sog. penados, d.h. alte Bewohner des Hauses, die schon viele Jahre lang jeden Sonntag das Wort Gottes gehört haben.
Hunderte von anderen Gefangenen aber kommen und gehen alle Monate, und diese können tatsächlich sagen: Nec, si Spiritus Sanctus sit, audivimus (wir haben auch nicht gehört, dass es einen Heiligen Geist gebe). Um dieser Unwissenheit abzuhelfen, wurden während der Mission sehr viele kleine Katechismen unter sie verteilt.
„Es stand jedem frei, der Mission beizuwohnen; kein einziger aber von den tausend oder mehr Gefangenen fehlte auch nur einen Tag. So aufmerksam lauschten sie der Predigt des Missionärs, dass man das Summen einer Mücke hätte hören können.
Wo aber das göttliche Herz seine allmächtige Güte besonders offenbarte, das war bei den Beichten, die in den letzten Tagen stattfanden. Sieben Patres aus dem hiesigen Kolleg kamen, um die Beichten zu hören, auch aus anderen Häusern und Klöstern halfen einige.
Sechshundert wenigstens legten unseren Patres ihre Beichten ab, und mit welcher Reue, mit welchem Schmerz, mit welchen Tränen! Fast alle verließen den Beichtstuhl weinend wie Kinder.
Die Minderzahl hatte seit 10 und 12 Jahren, die meisten seit 20, 30 Jahren nicht mehr gebeichtet; einige niemals im ganzen Leben.
Die meisten haben niemals gebetet und wissen gar kein Gebet; deswegen bestand die Buße darin, dass sie das Stoßgebet ‚Süßes Herz Jesu, erbarme dich meiner!‘ oder andere ähnliche sechzig- oder achtzigmal wiederholen mussten. Einem von jenen Sündern gab ein Pater als Buße auf, sechzigmal andächtig das Stoßgebet zu sprechen: ‚Herr, erbarme dich dieses armen Sünders.‘ Als er sich bitter weinend erhob, meinte er: ‚Pater, diese Worte muss ich allen, die ich treffen, sagen; nicht wahr?‘
Einige der Knaben wollten anfangs nur zum Spaß beichten.
Da zeigte ihnen ein politischer Gefangener vom vorigen Aufruhr her — alle hauptsächlichen Teilnehmer desselben sind nämlich hier eingekerkert worden — die Hässlichkeit ihres Vorhabens und ermahnte sie dann sehr, ernstlich zu beichten, was sie auch getan haben.
Er wiederholte darauf mit ihnen den Unterricht des Paters und führte ihnen denselben weiter aus; kurz, dieser Mann war während der Mission ein wahrer Apostel.
Der hochw. Bischof Espinosa, der uns sehr gewogen ist, feierte selbst vor den Gefangenen die heilige Messe und bereitete während derselben die Herzen mit einem inbrünstigen Kommunionunterricht vor.
Mehr als 500 Personen kommunizierten, und zwar mit solchem Eifer und so viel Tränen, dass der hochw. Bischof voll des Trostes fortging, indem er sagte, nie hätte er bei Menschen von so verdorbenem Gewissen so etwas für möglich gehalten, wenn er es nicht selbst gesehen hätte.
Und noch hätten mehr als hundert andere die heilige Kommunion empfangen, wenn nicht die Wärter das Frühstück, sei es aus Unwissenheit oder Unaufmerksamkeit, ihnen zu früh auf ihre Zellen gebracht hätten. Diejenigen, welche deshalb den Leib des Herrn nicht empfangen konnten, baten jedoch, dass ihnen diese große Gnade am folgenden Tag zu teil werde.
Bald nach der heiligen Messe spendete der hochw. Bischof den Gefangenen das Sakrament der Firmung.
Der oben erwähnte politische Gefangene diente mit großer Freude bei der Kommunionmesse und machte nachher den Firmpaten meiner Knaben. So verweilten die 1000 Gefangenen in der Kapelle still und andächtig von 7 ½-10 Uhr.

(Aus: die katholischen Missionen, 1895)

Dienstag, 17. Januar 2012

Eine Vorhersage Don Boscos


Giovanni Kardinal Cagliero

Der Apostolische Vikar von Nord-Patagonien, Msgr. Cagliero, erzählte in einem Vortrag, gehalten im Oratorium Saint-Leon in Marseille, folgenden denkwürdigen Zug aus dem Leben Don Boscos:

„Es sind nun schon viele Jahre her, als eines der ersten Kinder, die Don Bosco in seine Anstalt zu Turin aufnahm, ein Knabe von 14 Jahren, tödlich erkrankte.
Die Ärzte erklärten, der Kranke werde den folgenden Tag schwerlich erleben; man solle ihn ohne Verzug mit den heiligen Sterbesakramenten versehen.
Don Bosco trat hierauf ins Krankenzimmer und näherte sich dem Bette des Sterbenden. Doch siehe, da flog eine Taube aus der Höhe nieder, einen Ölzweig im Schnabel, schwebte über dem Kranken und ließ den Zweig auf sein Haupt niederfallen.
Doch dies war noch nicht alles. Don Bosco sah im selben Augenblick in einer Art Vision, der Kranke werde nicht sterben; ihm war es, als erblickte er rings um das Antlitz des kleinen Dulders seltsame, fremde Gestalten. Es waren keine Europäer, sondern Menschen aus unbekannten, wilden Völkerstämmen.
Don Bosco fragte den Knaben: ‚Mein Kind, möchtest du jetzt sterben oder gesund werden‘ ‚Wie Gott will‘, war die Antwort. ‚Aber‘, erwiderte Don Bosco, ‚man muss den Himmel nicht stehlen, sondern verdienen. Höre, was ich dir sage. Du wirst wieder gesund werden. Du wirst eines Tages Priester sein und wirst weit, weit herumkommen; du wirst hingehen — ich weiß nicht wohin, aber weithin in ein fremdes, fernes Land, und du wirst eines Tages…‘
Don Bosco vollendete den Satz nicht.
Der Knabe genas in der Tat sehr bald; er empfing die heiligen Weihen, er wurde Bischof —; es ist derjenige, der zu Ihnen spricht, geliebte Brüder.
Die Pläne Gottes haben sich wunderbar verwirklicht. Innerhalb von zwanzig Jahren sind nunmehr 350 Salesianer als Missionäre nach Südamerika ausgezogen; 35 Häuser sind gegründet, 25.000 Wilde im Flussgebiet des Rio Negro haben den einzig wahren Gott kennen gelernt.
Demnächst werde ich 50 neue Missionäre mit hinüberführen, die Europa und ihr Vaterland verlassen, um an der Südspitze Amerikas das Evangelium zu predigen. 15 Missionäre sind bereits am 3. November nach Feuerland abgereist.
Diese armen Wilden hungern nach religiöser Wahrheit, und sie wissen die Gnade der heiligen Taufe wohl zu schätzen. Sie führen ein Nomadenleben, gehen halbnackt, übernachten in elenden Zelthütten, in Schluchten und Höhlen oder im Dickicht der Wälder. Ihre Hauptnahrungsquelle ist die Jagd. — Sie haben ein dankbares Herz; sie beten und beten oft und inbrünstig für jene, die ihnen Gutes tun. Wir suchen sie auf in der Einsamkeit ihrer weiten Jagdgefilde, wir teilen mit ihnen alle Entbehrungen und schlafen mit ihnen auf dem nackten Boden.
Gott schützt uns in augenfälliger Weise und verleiht uns die notwendige Kraft. Im letzten Jahr habe ich das ganze unermessliche Flusstal des Rio Negro durchwandert vom Atlantik bis zu den Wassern des Stillen Ozeans.
Die ganze Tour musste ich zu Pferd machen, und während sechs Monaten habe ich nie in einem Bett geschlafen; wir, meine Missionäre und ich, suchen zur Nachtzeit unter den Bäumen unsere Ruhestätte.
Gott ließ es zu, dass ich in den Kordilleren in Chile einen schweren Fall getan, kurz nachdem er mir den Trost verschafft, einem ganzen Stamm, 1700 Köpfe zählend, die Taufe zu spenden.“

(aus: die katholischen Missionen, 1889)