Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Freitag, 2. Januar 2015

Der Teufel betet den Rosenkranz


In Tulcan, einer Grenzstadt Ecuadors, sitzt der Pfarrer Madera von Gauca im Gefängnis. Warum? Vor mehr als zehn Jahren erhoben sich die Katholiken Ecuadors gegen ihre freimaurerischen Unterdrücker. Bekanntlich unterlagen sie. In der Gefangenschaft wurden viele von ihnen ermordet, anderen schnitt man die Ohren ab. Der genannte Pfarrer protestierte damals in der Presse gegen solche Scheußlichkeiten. Nun ist aber gerade einer von jenen Mördern und Ohrabschneidern Gobernador von Tulcan geworden. Das erklärt alles. Solche und noch schlimmere Behandlung der Geistlichen ist in Ecuador an der Tagesordnung. Trotzdem hörte ich bis jetzt nur von zwei ecuadorianischen Priestern, die abgefallen sind.

Obschon der ergraute Freimaurer Alfaro die Kirche auf alle mögliche Weise knechtet, nimmt er doch hie und da mit großem Pomp und wichtiger Miene an religiösen Festen und Prozessionen teil, was einen äußerst komischen Eindruck macht. Das noch gute Volk hält darum auch mit seinen witzelnden Bemerkungen nicht zurück: El diablo rezando rosario (der Teufel betet den Rosenkranz).

An ernsten Mahnrufen von oben fehlt es in Ecuador nicht. Nach den vielen Bruderkriegen, starken Erdbeben, der allgemeinen Korruption, den vielen Eisenbahnunfällen, wovon letzte größere den Tod von über 100 armen Arbeitern verursachte und ebenso viele Verwundete und Verstümmelte zurückließ, ist nun auch die Beulenpest im Land, zunächst in Guayaquil, ausgebrochen und fordert täglich viele Opfer. (…). Hoffentlich bringt diese schreckliche Zuchtrute die Führer Ecuadors wieder etwas zur Besinnung.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1908)

Freitag, 15. August 2014

So war der erste Weltkrieg in den Missionen: deutsche Missionare zwangsweise in die französische Fremdenlegion gesteckt

Fremdenlegionär der Compagnies Sahariennes

Von der Elfenbeinküste geht uns eine empörende Meldung zu. Die Freimaurer haben unter Anwendung von Gewalt die deutschen Patres Riemann, Hartz und Schmitz nach Tunesien abführen lassen und hier als gemeine Soldaten der Fremdenlegion einverleibt. Über die weiteren Schicksale der Missionäre liegen keine Nachrichten vor.

(Aus: die katholischen Missionen, 1915)

Mittwoch, 23. Juli 2014

Die Kapuziner im Kampf gegen die Flut der protestantischen Sekten in Brasilien



Wiederholt schon wurde in diesen Blättern der umfassenden Tätigkeit der Kapuziner in Brasilien gedacht, wo der Orden zwei Apostol. Präfekturen und vier sog. „Missionen“ mit zusammen 60-70 Patres und etwa 10 Niederlassungen verwaltet. Namentlich leisten die Patres durch die „fliegenden Missionen“, die bei dem großen Priestermangel in manchen Landesteilen eine regelrechte Seelsorge ersetzen müssen, sehr bedeutendes. Aus dem ausführlichen Bericht des Apostol. Präfekten der Kapuzinermission von Pernambuco, R. P. Gaetano da Messina, heben wir das Wichtigste heraus.

Zunächst gibt er einige lehrreiche und beachtenswerte Aufschlüsse über die religions- und kirchenfeindliche Arbeit der Loge und der protestantischen Sekten. Die Freimaurerei stellt in diesen Ländern eine wirklich unheimliche Macht dar, die mit allen Mitteln dem immer noch großen Einfluss der Kirche auf die Bevölkerung entgegenarbeitet. Weniger bekannt dürfte sein, dass die Loge in dem Vordringen des Protestantismus ein wirksames Mittel sieht, um ihre Zwecke zu erreichen, und daher die Arbeit der Sekten in jeder Weise unterstützt.

Die Ziele dieser meist amerikanischen Sekten sind übrigens nach P. Gaetano ebenso sehr politischer als religiöser Natur. Sie sollen den Traum von einer großen, Süd- und Nordamerika umfassenden Republik verwirklichen helfen. Zu diesem Zweck muss die im Großen und Ganzen noch durchaus katholische Bevölkerung erst „aufgeklärt“ und vorbereitet werden, und das geschieht am besten durch Einschmugglung des Protestantismus. Ob die Annahme P. Gaetanos, dass alles nach einem in hohen nordamerikanischen Regierungskreisen ausgeheckten Plan vor sich gehe, zutrifft, wissen wir nicht. Auffallend ist jedenfalls die Tatsache, dass die Überschwemmung Brasiliens mit einer Unmenge protestantischer Prediger wie auf ein Kommando erfolgte, dass ihnen ganz ungewöhnlich reiche Mittel zur Verfügung standen, und dass sie auf einmal mit Gründung von Kollegien, Schulen, Spitälern und in der Presse eine fieberhafte Tätigkeit zu entwickeln begannen. Leider kamen ihnen dabei die vielfach recht traurigen Verhältnisse der brasilianischen Kirche sehr zu statten. Vor allem gehört dahin der geradezu erschreckende Priestermangel. (Zählte doch Brasilien für die über ein Gebiet von nicht weniger als 8.631.350 qkm [Europa hat 9.690.843 qkm] zerstreuten 16 Millionen Katholiken um 1900 bloß 2018 Welt- und 546 Ordenspriester; es kommt somit – und dies bei den riesigen Entfernungen und schlechten Verkehrswegen – auf ca. 6400 Katholiken 1 Priester. Weiterhin rechnet P. Gaetano dazu „die charakteristische Tatlosigkeit“, verbunden mit „großer Neuerungssucht, die dem brasilianischen Volk eigen ist“. So gelingt es den Sekten nur zu leicht, protestantische Ideen und die Vorurteile gegen die katholische Kirche unter die Massen zu bringen. Die Vorbereitung gefälschter Bibelübersetzungen und ungezählter Flugschriften ist ein weiteres Mittel, um den Boden vorzubereiten.

Als ein anderer schlimmer Gegner der Religion wird von P. Gaetano der im Land sehr verbreitete spiritistische Aberglaube bezeichnet, der das arme ungebildete getäuschte Volk ganz unter den unheilvollen Einfluss der zahlreichen feiticeiros (wörtlich Zauberer) bringt.

Dem gegenüber ist in den letzten Zeiten auch katholischerseits vieles geschehen, um der katholischen Religion wieder mehr Geltung zu verschaffen. Die Hauptträger dieser eifrigen Tätigkeit sind die zahlreichen von Europa zu Hilfe gekommenen Ordensgenossenschaften, unter ihnen auch die Kapuziner, deren Arbeitsfeld in den Staaten Bahia, Pernambuco, S. Paulo, Maranhão und Rio Grande liegt. Aus der Jahresarbeit in Pernambuco hebt P. Gaetano namentlich die segensreiche Frucht der Volksmission hervor, die in mehreren von den Sekten bedrohten Vorstädten und Ortschaften abgehalten wurden. Der Zudrang zu denselben war ein ungeheurer. In Casaforte wohnten den im Freien von dem redegewaltigen P. Cölestin von Pedavoli und P. Angelico von Campora gehaltenen Predigten durchschnittlich 8.000 Personen, der großartigen Schlussfeierlichkeit gut 10.000 Personen, in Barro sogar 12.000 Menschen bei. Die Begeisterung der im Glauben neugestärkten Menge war wahrhaft herzerhebend. (…)

Um der protestantischen Propaganda kräftig entgegenzutreten, gründete P. Cölestin, ein ungewöhnlich begabter und tatkräftiger Missionär, einen katholischen Trutz- und Schutzverein (Liga contra os protestantes) und trat den Protestanten in Schrift und Wort, namentlich durch apologetische Vorträge, mit großem Geschick und Erfolg entgegen. Die Liga hält ihre Versammlungen jeden vierten Sonntag im Monat, wobei P. Cölestin seine mächtige Stimme erschallen lässt und die Kontroversfragen behandelt. So gelingt es, die guten Katholiken wieder im Glauben zu stärken und viele schwache und irregeführte zur besseren Erkenntnis zurückzubringen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1904)

Über den herausragendsten Bischof Brasiliens, der ebenfalls ein Kapuziner war und mutig gegen die Freimaurerei kämpfte, hier mehr


Sonntag, 15. Juni 2014

Grausame Kirchenverfolgung in Ecuador – Was man über den „besten Ecuadorianer“ sonst nicht hört

Der angeblich „beste Ecuadorianer“, Präsident Eloy Alfaro Delgado (1842-1912)

Die Kirchenverfolgung, in Ecuador, über deren Beginn und Verlauf wir im vorigen Jahrgang S.235 (hier und hier) einen zusammenfassenden Bericht gegeben, nimmt immer noch ihren Fortgang, und die Gewalttaten, die aus den letzten Monaten des verflossenen Jahres gemeldet werden, sind wahrhaft empörend. 

Am 2. August v. J., dem 21. Jahrestag der Ermordung Garcia Morenos (eigentlich war es der 6. August), wurde der ausgezeichnete katholische Schriftsteller Victor L. Vivar auf Befehl des radikalen Generalgouverneurs von Quito auf öffentlichem Platz erschossen, nachdem man ihm zuvor die Finger der rechten Hand, welche so oft die Feder geschickt und mannhaft für die gute Sache geführt, einzeln abgeschnitten hatte. 

Ein Schrei der Entrüstung ging durch ganz Ecuador; allein der Usurpator Alfaro (Eloy Alfaro war mehrfach Präsident von Ecuador, Freimaurer [es ist sogar eine Loge nach ihm benannt] und  wurde 2005 zum „besten Ecuadorianer“ gewählt) ist umgeben von einer auserlesenen Schar Blutmenschen, zumeist Ausländer, die mit ihm des souveränen Volkes spotten. Manche der verübten Schandtaten sind gar nicht mitzuteilen. 

Leider scheiterte der im letzten Sommer gemachte Versuch der Gutgesinnten, das unerträgliche Joch Alfaros abzuschütteln und geordnete Zustände zurückzuführen. An Begeisterung fehlte es nicht, selbst Frauen und Kinder nahmen am Befreiungskampf teil; allein es fehlte die notwendige Einigkeit, und so wurde es Alfaro ziemlich leicht, den „Aufstand“ blutig niederzuwerfen. Nach der erwähnten Ermordung Vivars waren zahlreiche Verhaftungen und Gütereinziehungen an der Tagesordnung. Unter den Verhafteten befinden sich auch eine größere Anzahl Priester, wie z. B. der eifrige, verdienstvolle Pfarrer von Cayamba, Dr. Negrete. 

So sind die Gläubigen in der Erzdiözese wie anderswo vielfach jeder geistlichen Hilfe beraubt, da ihre Seelsorger entweder in den Gefängnissen liegen oder flüchtig in den Wäldern umherirren und von den Spießgesellen Alfaros wie das Wild gehetzt werden.

Große Aufregung verursachte die gewaltsame Vertreibung der Salesianer Don Boscos, die hier, wie in anderen Staaten Südamerikas, seit mehreren Jahren eine sehr segensreiche Tätigkeit entfaltet hatten. 

In der Nacht vom 23. August ließ der Gouverneur Franco (der Mörder Vivars) alle Salesianer in Quito verhaften; ohne ihnen Zeit zu geben, die notwendigsten Kleidungsstücke mitzunehmen, brachte man die sieben italienischen Priester zur Polizeistation, von dort wurde sie den 24. um 4 Uhr morgens abgeführt; man brachte elende Lasttiere herbei und hieß die Patres aufsteigen. So wurden sie denn, ohne jede Vorbereitung oder Bequemlichkeit, umgeben von einer zahlreichen Wache, in nördlicher Richtung fortgeschleppt.
Wir glaubten alle, dass man sie an die Grenze von Kolumbien bringen wollte. Welcher Schrecken erfasste uns, als wir vernahmen, dass die Patres nicht nach Kolumbien, sondern über Pailes durch den wilden Urwald nach der Stadt Esmeraldas gebracht und dort auf das nächstbeste Schiff geladen werden sollten!

Und womit begründet man diese Gewalttat? Man sagt, die Salesianer hätten konspiriert! Natürlich glaubte niemand daran. Welch ein großer Schaden für Quito, das ganze Land, insbesondere für die Armen, denen die guten Patres nicht nur religiöse und technische Ausbildung, sondern auch das tägliche Brot, Kleider usw. gratis gaben, aus der Aufhebung jenes segensreichen Institutes folgt, ist noch gar nicht zu bemessen.

Die Nachricht von der Vertreibung der Salesianer gelangte erst in die Öffentlichkeit, als jene bereits über Berg und Tal waren. In der Aufregung, welche infolgedessen unter der Bevölkerung entstand, tauchte das Gerücht auf, dass man die Franziskanerpatres gleichfalls ausweisen wolle. 
Während die Männer in der Stadt und außerhalb sich aus Angst versteckt hielten, kamen Frauen und Kinder in Scharen herbeigezogen, stellten sich vor dem Franziskanerkloster auf und erhoben ein weithin hörbares Klagegeschrei. Da eilten auch zahlreiche Männer herbei und es entstand ein gewaltiges Gedränge. Der Gouverneur ließ Soldaten aufmarschieren, und die Menge empfing sie mit dem Ruf: „Es lebe die Religion!“ „Es leben die Franziskaner!“

Da das Volk nicht weichen wollte, gaben die Soldaten Feuer; als die Menge sich zerstreut hatte, fand man 18 Tote, Männer, Frauen und Kinder, auf dem Platz liegen. Die Regierung befürchtete indes eine allgemeine Erhebung und ließ deshalb verkünden, dass sie nie vorgehabt hätte, die Franziskaner zu vertreiben.

Die furchtbare Feuersbrunst, die vorigen Herbst die Hafenstadt Guayaquil heimsuchte und nach einigen Angaben fast drei Viertel der Stadt in Asche legte, wird allgemein als ein Strafgericht Gottes betrachtet. Da Guayaquil der Stapelplatz für fast sämtliche Waren ist, die nach dem Inneren bestimmt sind, wird das ganze Land durch das Unglück betroffen. Guayaquil hat die Züchtigung reichlich verdient. Es war der Herd fast aller Revolutionen, die das schöne Land so unsäglich unglücklich gemacht, und hatte seit langem die Führerschaft in dem geistigen Kampf gegen Kirche und Religion übernommen. 

Guayaquil nach dem großen Brand von 1896

In sittlicher Hinsicht wurde die Stadt schon oft mit Sodoma und Gomorrha verglichen. Der letzte Bischof, Msgr. Barriga, starb gebrochenen Herzens über die unsäglich traurigen Zustände, die dort herrschen. Sein Vorgänger, Msgr. del Pozo, wurde bei seiner Rückreise aus Rom von der Bevölkerung seiner Stadt verhindert, ans Land zu steigen, und musste nach Lima weiterfahren, wo er heute noch in der Verbannung lebt. Er war es, der beim Eintreffen der Unglücksnachricht als erster eine Sammlung zu Gunsten der betroffenen Stadt mit 1.000 Dollar unterzeichnete – ein schönes Beispiel christlicher Rache.

Vor etwas mehr als einem Jahr wurde auf der großen Plaza in Guayaquil der am meisten verhasste Bischof von Portoviejo, Msgr. Schumacher, in effigie öffentlich verbrannt, wobei der aufgehetzte Pöbel in wilder Ausgelassenheit um das Feuer tanzte. Als dagegen der Revolutionär Alfaro bei seiner Landung in Guayaquil den Bewohnern verkündete: „Ich bin gekommen, um die Theokratie (die katholische Kirche) zu stürzen“, jubelte das Volk ihm begeistert zu und erhob ihn zum Nationalgott.

Von hier aus hat auch diese letzte Revolution wie ein schmutziger, verheerender Schlammstrom sich über das Land ergossen. Bischof Schumacher weilt seitdem in stiller Zurückgezogenheit in Kolumbien, ist aber auch hier unablässig tätig zum Heil der Seelen. 

Noch immer lassen die Radikalen in den öffentlichen Blättern ihre ganze Wut an ihm aus und verbreiten über in die schmählichsten und zugleich lächerlichsten Gerüchte und Verleumdungen. Dieselben haben den Bischof Ezequiel Moreno Diaz von der Diözese Pasto in Kolumbien veranlasst, in einem Hirtenschreiben den Bischof Schumacher glänzend zu verteidigen. „Ein großer Ruhm ist es“, heißt es unter anderem, „wenn der gnädigste Bischof Schumacher geschmäht, verfolgt und verbannt wird. Diese Verfolgung ist der sicherste Beweis dafür, dass er die erhabene Mission des katholischen Apostolats erfülle, die schönste Empfehlung, welche er für seine Unbescholtenheit im Glauben aufweisen kann.“

Bischof Schumacher hat einer späteren Nachricht zufolge für eine kurze Zeit die Stille des Waldes verlassen und sich nach der Stadt Pasto begeben, um dort sein Werk zu veröffentlichen, welches er schon seit langem vorbereitete.

Noch sind, Gott sei Dank, zahlreiche gute Elemente in Ecuador. Es braucht auch diesmal einen Führer von der Art eines Garcia Moreno, um sie zu gemeinsamem Vorgehen zu einigen. Wir empfehlen das unglückliche Land recht dringend dem Gebet unserer Leser.

(Aus: die katholischen Missionen, 1897)



Sonntag, 9. März 2014

Vor 140 Jahren: Inhaftierung des „brasilianischen Athanasius“ für…Verteidigung der Kirche gegen die Freimaurer (Teil 2)

Baron de Penedo, außerodentlicher Gesandter an Papst Pius IX.

Fortsetzung von hier

Interessant sind die Manöver, welche nun von Seite der brasilianischen Regierung ins Werk gesetzt wurden. Ein außerordentlicher Gesandter, Baron de Penedo, wird nach Rom gesandt – er soll es dahin bringen, dass der Papst die brasilianischen Bischöfe tadle; und siehe da, kaum ist er in Rom angelangt, so wissen die Logenblätter schon von seinem Erfolg zu erzählen. Und wie ist er nach deren Angaben zum gewünschten Ziel gekommen? Ein paar Millionen Franken, riefen sie aus, haben den Papst in die richtige Stimmung versetzt. Seht, das Gold ist unfehlbar! 

Doch der Jubel war von kurzer Dauer. Der Logenmeister Saldanha musste selbst bald gestehen, dass die Hoffnungen der Regierung, den Papst für sich und gegen die Bischöfe einzunehmen, gründlich gescheitert seien. Pius IX. hat, so gestand der Großmeister, die Augen vor dem Gold geschlossen, das man im anbot.

Seliger Papst Pius IX.
Man ging noch weiter. Während die Regierung durch die Unterhandlungen des Gesandten in Rom den Anschein zu wahren suchte, als strebe sie nach friedlicher Lösung der Verwicklungen, verurteilte sie gleichzeitig den Vorkämpfer der katholischen Sache, den Bischof von Pernambuco. 
Der oberste Gerichtshof der Kaiserstadt erblickte in dem Vorgehen des Prälaten einen Angriff auf die Verfassung; am 17. Dezember wurde die Inhaftierung des Bischofs beschlossen und am 1. Januar 1874 in Pernambuco ausgeführt. 

Ein Bischof im Gefängnis – das ist stets ein erhebendes und segensreiches Schauspiel! Auch in Pernambuco bewahrheitete sich das. Bereits die ersten Stunden der Haft wurden dem heldenmütigen Bischof durch die reuige Rückkehr vieler Freimaurer versüßt. einer der Hauptanstifter der Exzesse vom 14. Mai 1873 brachte unter nicht enden wollendem Beifall des Volkes ein donnerndes Hoch aus auf den „brasilianischen Athanasius“. 

Marinearsenal vom Rio de Janeiro (Bildquelle: Helder da Rocha from Sao Paulo, Brazil)

Ein festlicher Empfang wartete seiner auch in der Kaiserstadt, wo er in dem ungesunden Marinearsenal eingekerkert wurde. Selbstverständlich konnte der Bischof die Zuständigkeit der Gerichtsbehörden nicht anerkennen, er verweigerte folgerichtig alle Auskunft. „Jesus aber schwieg,“ das war seine einzige Antwort auf die langatmige Anklageschrift. 

Zwei Senatoren, wackere Katholiken und tüchtige Rechtsgelehrte, erboten sich von freien Stücken, seine Verteidigung zu führen. In meisterhafter Rede entwickelte der eine die Nichtigkeit aller Klagepunkte, der andere die Unzuständigkeit des Gerichtshofes in rein geistlichen und kirchlichen Angelegenheiten. Trotzdem lautete das Urteil des Richterkollegiums auf vier Jahre Zwangsarbeit. Am 12. März bestätigte der Kaiser die Verurteilung, „ermäßigte“ aber die Strafe auf vier Jahre einfacher Gefängnishaft.

Bischof Antonio de Macedo Costa, Bischof von Pará
Am 19. Mai wurde ein zweiter Bischof gefänglich in die Kaiserstadt gebracht. Es war der Bischof von Pará, Antonio de Macedo Costa, aus dem Lazaristenorden. Auch er wurde am 1. Juli 1874 auf die nämlichen Anklagen hin zur gleichen Strafe verurteilt. Die Prälaten befinden sich gegenwärtig in den Gefängnissen zweier Festungen an der Bai von Rio de Janeiro. 
Ihr Mut ist freudig und ungebrochen. Die Briefe der eingekerkerten Oberhirten atmen die opferwilligste Hingabe an die heilige Sache und geben zugleich Zeugnis, dass der über Brasiliens Kirche hereingebrochene Sturm zur heilsamen und tatkräftigen Belebung des katholischen Glaubens recht viel beiträgt.

So schreibt der hochwürdigste Bischof von Pernambuco am 2. August 1874 an den Erzbischof von Buenos Aires über „die großartige religiöse Bewegung, zu der die ungerechte Verfolgung den Anstoß gegeben“. Er nennt sie „eine heilsame und gesegnete Bewegung, ein plötzliches und glückliches Aufwachen eines Volkes, das in den Armen der religiösen Gleichgültigkeit eingeschlafen war am Rande eines bodenlosen Abgrunds – des Protestantismus“. 

Nicht bloß werden den gefangenen Bischöfen aus allen Teilen des Kaiserreichs die rührendsten Beweise der Teilnahme ausgesprochen, auch im Senat und in der Kammer findet ihre Sache gewandte und mutvolle Verteidiger, und aus der Mitte der Bevölkerung erheben sich die entschiedensten Vorstellungen und Proteste gegen die verübten Gewaltakte. 

Neue Schritte der Vergewaltigung (d.h. Verfolgung) stellen die Gesetzentwürfe vom 30. Juni in Aussicht. Nach diesen soll von jedem Akt der kirchlichen Behörde, besonders von der Verhängung der Suspension und des Interdikts, der Rekurs an die Staatsgewalt freistehen ( - der „niedere Klerus“ soll eben auch in Brasilien gegen die Bischöfe unterstützt werden-), wer den Entscheidungen der letzteren in Betreff der kirchlichen Strafen irgendwie entgegentritt, soll der Verbannung und falls der Zuwiderhandelnde ein Bischof ist, der Amtsentsetzung anheimfallen. Obgleich die brasilianische Regierung diese entschieden feindliche Maßregel treffen zu wollen scheint, hält sie doch noch die Beziehungen mit Rom aufrecht. 

Ein zweiter Bevollmächtigter, Baron d’Araguaya Domingo José Gonçalves de Magalhaes, überreichte Anfang Oktober in Privataudienz dem hl. Vater sein Beglaubigungsschreiben. Nachrichten aus Rom zufolge soll dieser Diplomat mit dem Abbruch aller Beziehungen seiner Regierung zum heiligen Stuhl drohen, falls letzterer sich nicht bald zu den von Brasilien beliebten Zugeständnissen herbeiließe. 


Glaubt man etwa, der heilige Vater werde die mutvollen Bischöfe, deren Handlungsweise er so lobend anerkannt hat, tadeln oder preisgeben? In Rom beugt man das Recht und die Wahrheit keineswegs, und man hat dort schon viel gewaltigere Drohungen, als die der brasilianischen Freimaurer, nicht gefürchtet, sondern nur mitleidig belächelt.

Die letzten Berichte melden, dass die Regierung wiederholt unter Androhung von Kerker und Zwangsarbeit den Generalvikaren von Olinda und Pará die Aufhebung des über die Bruderschaften verhängten Interdikts befohlen habe. Diese erklärten mit aller Entschiedenheit, dazu gar keine Vollmacht zu besitzen, und Msgr. Vital richtete neuerdings aus dem Gefängnis einen offenen Brief an den ersten Minister Rio Branco, in dem er ihm auseinandersetzte, wie es ganz vergeblich sei, von den Generalvikaren zu verlangen, was der Bischof verweigern musste und immer verweigern muss.

In einzelnen Distrikten Brasiliens hat die Unzufriedenheit der Bevölkerung über vermehrte Steuern, über die neuen Maße und Gewichte, über die Aushebung zum Militär, über die Tarife usw. sich in Aufständen und kleineren Revolten Luft gemacht. So in Paraiba, Buom-Giardino (?), Itambe usw. Die Regierungsorgane schrien sogleich, dass der ultramontane Klerus die Hände im Spiel habe und die Massen fanatisiere. 

Mit regem Eifer wurden nun bei Geistlichen und in Klöstern Hausuntersuchungen angestellt, alle Briefschaften mit Beschlag belegt, Verhöre angestellt; allein was die Regierungsmänner wünschten, fand sich nicht vor; man konnte keine Anklage und auch keinen Scheinvorwand finden, um den Hass des lieben Pöbels auf die Geistlichen zu lenken. Unsere „liberalen“ Zeitungen, z.B. die Augsburger Allgemeine, machen in ihrer liberalen Wahrheitsliebe selbstverständlich den Klerus und ihn allein zum Schuldigen. 

Nach den neuesten Berichten hat der Kaiser die Kammern zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen, um Maßregeln zu beraten, welche dem Land den religiösen und bürgerlichen Frieden wieder schenken können.


(Aus: die katholischen Missionen, 1875)

Samstag, 8. März 2014

Vor 140 Jahren: Inhaftierung des „brasilianischen Athanasius“ im Kampf gegen die Freimaurerei (Teil 1)

Der Diener Gottes Vital Maria Gonçalves de Oliveira O.F.M. Cap.
Wir haben in den katholischen Missionen bereits zweimal über die in Brasilien ausgebrochene Kirchenverfolgung Nachricht gebracht; heute wollen wir diese Angaben vervollständigen und in kurzen Umrissen ein Gesamtbild der kirchlichen Kämpfe im Kaiserreich Brasilien entwerfen.

Den Ursprung und die Veranlassung dieser Verfolgung bespricht in eingehender Weise ein Brief des hochwürdigsten Herrn Bischofs von Olinda (Pernambuco) (Dom Vital Maria Gonçalves de Oliveira), den dieser am 2. August aus seinem Gefängnisse, der Festung S. João in der Bai von Rio de Janeiro, an den hochwürdigsten Herrn Bischof von Buenos Aires gerichtet hat.

Im Allgemeinen gesprochen, ist auch die brasilianische Kirchenverfolgung ein Ring in der Kette all der Bedrängungen und Anfeindungen, mit denen das Freimaurertum der katholischen Kirche zusetzt. 
Die nächsten Veranlassungen zum Angriff waren nach dem oben genannten Brief folgende: Ein Geistlicher in Rio de Janeiro schloss sich der Loge an und hielt an einem Maurerfest ganz im Logenstil eine Rede, die bald auch durch den Druck verbreitet wurde. Sein Bischof, der hochwürdigste Herr Pedro de Lacerda, zog ihn darüber zur Rechenschaft und belegte ihn mit den kanonischen Strafen. 

Auf einmal waren alle Logenmänner in rührigster Tätigkeit. Die beiden Hauptlogen in Rio de Janeiro, die bisher gegenseitig sich angefeindet hatten, versöhnten sich, wie dereinst Herodes und Pilatus; die Freimaurerpresse eröffnete einmütig einen wütenden Kampf gegen alle Einrichtungen und Lehren der katholischen Kirche, plötzlich tauchte eine Anzahl Blätter auf, die nach den Absichten des Geheimbundes das Volk bearbeiteten und „öffentliche Meinung“ machten.

Nach diesen Einleitungen legte man es geradezu darauf ab, Schritte und Erklärungen der Bischöfe gegen die Loge hervorzurufen. Am 29. Juni 1872 wurde zur festlichen Erinnerung an die Gründung einer Freimaurerloge in der Kirche des Apostelfürsten Petrus zu Pernambuco eine Messe verlangt und alle „Brüder“ (d.h. Freimaurer) eingeladen.

Der Bischof Vital Antonio Gonçalves de Oliveira aus dem Kapuzinerorden, der erst am 24. Mai seinen feierlichen Einzug als Bischof gehalten hatte, untersagte natürlich eine solche Feier und die Geistlichkeit stand fest und treu zu ihrem Oberhirten. Die Loge wiederholte dasselbe Manöver am 3. Juli. Es folgte das gleiche Verbot des Bischofs und der gleiche Gehorsam des Klerus. 

Nun entlud sich der Hass der Geheimbündler von neuem gegen die Kirche, besonders wurde die Andacht zur Gottesmutter und diese selbst in frechster Weise verhöhnt. 
Der sorgsame Oberhirte empfahl den Pfarrern, die Gläubigen durch Predigt und Unterricht gegen die ausgestreuten Lügen und Verleumdungen sicher zu stellen und durch Gebete die Gotteslästerungen zu sühnen. 

Als Antwort darauf veröffentlichten die Logenblätter die Namen jener, die Freimaurer seien und dennoch in den kirchlichen Bruderschaften als Präsidenten, Schatzmeister und Sekretäre eine hervorragende Stelle einnähmen. Zugleich wurde ein anerkannter Freimaurer und Ungläubiger von reinstem Wasser von einer dieser Bruderschaften zum Präsidenten gewählt. 

Hiermit war, Gottlob, ein wunder Fleck im kirchlichen Leben Brasiliens bloßgelegt. Schon seit geraumer Zeit hatten nämlich die Männer von Kelle und Schurzfell, angelockt von den reichen Geldmitteln der kirchlichen Bruderschaften, welche diese zur Erhöhung der kirchlichen Festfeier und zu umfassenden Wohltätigkeitszwecken durch die Beiträge der Mitglieder und frommen Vermächtnisse zuflossen, sich in die Bruderschaft aufnehmen lassen und arbeiteten so gewissermaßen im Inneren der Kirche selbst an deren Zerstörung. 

Aber der mutige Bischof von Pernambuco griff das Übel in seinem Sitz an. Er befahl durch ein Rundschreiben vom 28. Dezember kraft seiner oberhirtlichen Amtsgewalt den kirchlichen Bruderschaften, diejenigen, die nicht alsbald und öffentlich der Loge abschwören würden, aus dem Bruderschaftsverband unverweilt auszuschließen. Eine dreimalige oberhirtliche Mahnung blieb fruchtlos. 
Da wurde über die widerspenstigen Bruderschaften das kirchliche Interdikt verhängt. 
Ein lichtvolles Hirtenschreiben klärte die Gläubigen über das Vorgefallene auf und wies nach, wie die Teilnahme am Freimaurerbund von jeher und mit vollem Recht durch die strengsten kirchlichen Strafen sei untersagt worden. 
Katholik sein wollen und zugleich Logenbruder – das suchte man in Brasilien ins Leben einzuführen und das erklärte der hochw. Herr Bischof für unvereinbar, für unmöglich.

Wie der Bischof von Pernambuco (oder Olinda) in seinem oben erwähnten Brief hervorhebt, macht das ganze Vorgehen gegen die Kirche in Brasilien den Eindruck eines in den tonangebenden Kreisen längst zuvor abgekarteten Spiels. So verklagten denn die Bruderschaften beim Präsidenten der Provinz Pernambuco den Bischof wegen „Missbrauch der Amtsgewalt“. Dieser übermittelt die Anklage den Staatsrat nach Rio de Janeiro. Der Staatsrat findet das Benehmen der Bruderschaften ganz in Ordnung, entrüstet sich höchlichst über den Bischof, der die Maurerei, „diesen ganz unschuldigen und nur für Wohltätigkeitszwecke gegründeten Verein“, verurteile, und befiehlt ihm, sein Interdikt zurückzunehmen, sonst würde die kaiserliche Regierung die kirchlichen Strafen für null und nichtig erklären. 
Das Alles verordnete der Staatsminister wahrscheinlich in getreuer Erfüllung seines Eides, die katholisch-apostolisch-römische Religion aufrechterhalten zu wollen. 

Kaiser Pedro II. von Brasilien

Dieses Dekret, vom Kaiser Dom Pedro II. unterzeichnet, wurde dem Bischof am 22. Juni 1873 zugestellt. Am gleichen Tag erhielt er ein Breve des heiligen Vaters, in dem seinem Benehmen die vollste Billigung ausgesprochen und namentlich auch die brasilianische Freimaurerei verurteilt wurde.

Sel. Papst Pius IX.

Das Auftreten des Bischofs von Pernambuco und dieses päpstliche Breve rief nun den gesamten Episkopat von Brasilien zum Kampf gegen das um sich greifende Übel auf. Und sie haben sich in apostolischer Entschiedenheit und Festigkeit bewährt.
Durch die fast unermesslichen Landstrecken Brasiliens erschollen die Hirtenworte der Bischöfe und fanden allenthalben unter den Gläubigen ein freudiges und glaubensvolles Echo. Die Geistlichkeit erhob sich und sprach in begeisterten Ausdrücken ihre Anhänglichkeit und Treue gegen die Bischöfe aus, die Gläubigen vereinten sich zur Gründung katholischer Vereine, um kirchliches Leben und kirchliche Anschauungen in alle Kreise zu tragen. Die Worte der Bischöfe fanden auch in der Loge ihren Widerhall und in den von ihr angesteckten und so entarteten Bruderschaften, freilich in ganz anderer Weise – nun, die Maske fiel und das war gut. Die Antwort, die sie z.B. in den rohen Pöbelexzessen von Pernambuco gaben, haben wir bereits früher berichtet.

(Aus: die katholischen Missionen, 1875)

Fortsetzung hier

Freitag, 7. März 2014

Die Mission der Freimaurer

Auch die Freimaurer sind in den Missionen tätig und zwar scheinen sie in jüngster Zeit eine ganz lebhafte Tätigkeit zu entfalten. Einen vollständige Übersicht über die in den Missionsgebieten bestehenden Logen zu geben, dürfte wohl sehr schwer sein; indessen finden wir in den Freimaurerblättern doch einige Andeutungen darüber. 

Die Freimaurerzeitung z.B. vom 25. August 1877 teilt einige statistische Daten über den Grand Orient de France mit, und aus denselben ersehen wir, dass von 258 aktiven Logen, die unter demselben stehen, fast ein Sechstel sich in den französischen Kolonien und anderen Missionsgebieten befinden. Algerien hat 13 Logen, auf der Insel Guadeloupe sind deren 5, auf der Insel Bourbon 2, und in Cochinchina (Saigon), Senegambien (St. Louis), Neu-Kaledonien (Numea) je 1; ferner arbeiten unter dem Grand Orient 5 Logen in Rumänien, 4 in Konstantinopel, 2 in Alexandria, 2 auf der Insel St. Maurice, je 1 in Beirut, auf den Seychellen, in Buenos Aires, Valparaíso (Chile), Montevideo (Uruguay); im Ganzen also 41 Logen. 

Der große Orient von Paris hat aber nicht allein seine Logen in diesen Gebieten; die Hamburger Großloge dürfte ebenso stark, wenn nicht stärker in denselben vertreten sein, wenigstens in Südamerika und auch in Polynesien, während die Italiener namentlich im Orient viele affiliierte Werkstätten besitzen. Dann kommen noch hinzu die in Südamerika bestehenden Großlogen; so zählt der Grande Oriente Unido von Rio de Janeiro 303 maurerische Bruderschaften unter seiner Botmäßigkeit; die Provinz Rio Grande do Sul, die etwa 350.000 Einwohner zählt, hat außer einem halben Dutzend deutscher Logen nicht weniger als 23 Logen und 17 Kapitel, „die dem Grande Oriente Unido Gehorsam leisten“. 

Was die englischen Kolonien betrifft, so hat die Freimaurerei in denselben nicht weniger stark sich ausgebildet. In Bezug auf Indien z.B. berichtet die Freimaurerzeitung vom 11. August d.J.: 

„Dieses Reich der Märchen und der Allegorien bietet der Freimaurerei einen äußerst ergiebigen Boden; unter der engherzigen Regierung der krämerhaften East-India-Company schlug sie nur schwache Wurzel; kaum waren die Zügel aber in die Hände der englischen Regierung übergegangen, trieb die Wurzel mächtig.“

 Indien hat jetzt schon mehrere Großlogen mit zahlreichen Werkstätten, von denen einige nur Eingeborene und auch von diesen nur einen bestimmten Volksstamm oder zu einer bestimmten Religion gehörigen aufnehmen. Ähnliche Ausdehnung hat die Freimaurerei in Australien gewonnen. 

So bildet sich immer mehr der katholischen Weltkirche gegenüber der glaubenslose und christenfeindliche „Weltbund“ der Loge aus.
Die zwei Lager scheiden sich: hier Christus – dort Antichristus.


(Aus: die katholischen Missionen, 1876)

Montag, 17. Februar 2014

Die Freimaurer und die religiöse Lage auf Kuba und Puerto Rico

El Morro, San Juan, Puerto Rico

„Zum zweiten Mal“, so schreibt uns der hochw. Herr Albert Ströbele, „seitdem Kuba mit Hilfe der Vereinigten Staaten Amerikas sich von Spanien unabhängig gemacht hat, ist vor einigen Monaten im Kongress der Antrag gestellt worden, ein Gesetz zu machen, nach welchem weitere Ordensniederlassungen untersagt, Klostergüter besteuert, das öffentliche Tragen eines Ordenskleides, sowie alle öffentlichen Prozessionen verboten werden sollen. Es liegt auf der Hand, dass die Loge hier ihre Hand im Spiel hat, gerade wie auf der Insel Puerto Rico.

Auf letztgenannter Insel ist aber seit dem Amtsantritt des neuen Bischofs dem Wühlen der Loge durch eine gediegene Monatsschrift (Boroquin) welche in einer Doppelspalte (eine englisch, die andere spanisch) erscheint, ein wertvolles Verteidigungsmittel entgegengestellt worden.

Bischof Jones O.S.A. (Augustiner-Eremiten), ein Amerikaner, irischer Abkunft, ist der rechte Mann am rechten Platz, und es sind deshalb für die Wiederbelebung eines praktischen Katholizismus auf der Insel Puerto Rico größere Hoffnungen vorhanden als in Kuba, wo alle Bischöfe Kubaner und als solche von Kindheit auf an den religiösen Indifferentismus des Volks derart gewöhnt sind, dass sie denselben nicht so beachten wie solche, die von auswärts kommen. 

Bischof Jones war, ehe er Bischof wurde, mehrere Jahre Prior der amerikanischen Augustiner-Niederlassung und Rektor des gleichnamigen Kollegs in Havanna. Daselbst hatte er Gelegenheit, die traurigen religiösen Zustände von Lateinamerika kennen zu lernen und entsprechende Heilmittel zu ersinnen, die er jetzt als Bischof zu praktischer Anwendung bringt, wobei ihm die amerikanisch-deutschen Redemptoristen, welche sein Vorgänger, der jetzige Erzbischof von New Orleans (Blenk), von Nordamerika hat kommen lassen, große Hilfe leisten. 

In dieser Hinsicht ist es zu bedauern, dass der erste Apostolische Delegat von Kuba, der verstorbene Erzbischof Chapelle von New Orleans, den Heiligen Stuhl nicht aufmerksam gemacht hatte, dass ausländische Bischöfe in Kuba mehr erreichen würden als einheimische; Beweise dafür liefern nicht nur Puerto Rico, sondern auch die Philippinen mit ihren neuen amerikanischen Bischöfen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1910)

Sonntag, 16. Februar 2014

Der Kampf der Jesuiten gegen die Freimaurerei im Libanon

Unsere Liebe Frau vom Libanon (Quelle: Serge Melki)

„Die augenblickliche Lage im Libanon und in Syrien“, so schreibt uns P. J. Delore, „ist traurig genug. Die Freimaurerei gewinnt in einem Grade an Boden, dass man erschrecken müsste, wenn man nicht auf Gott vertraute. 
In Beirut selbst hat die Loge dieses Jahr eine große Laienschule errichtet, die Elementar-, Mittel- und Handelsschule verbindet. Sie lässt die schlechten Zeitungen selbst vielfach gratis verbreiten. ‚Kauft das Freimaurerblatt‘, hört man die Zeitungsjungen am Bahnhof rufen. 

Bis ins Gebirge hinein schieben sie ihre religionslosen Schulen vor. Wir bieten alles auf, um unsere Stellung zu wahren, gründen Schulen, geben Volksmissionen, errichten Kongregationen, Lesezirkel für die Männer, Konferenzen usw., suchen dem katholischen ‚Beschir‘ (der von Jesuiten redigierten arabischen Zeitung) überall Eingang zu verschaffen und arbeiten uns fast zu Tode. Aber außer der Loge stehen uns noch die Protestanten gegenüber, die Schule auf Schule, Spital an Spital bauen und den Libanon um jeden Preis protestantisieren möchten.“

Die schlimme Lage ist mit eine Folge der französischen Kirchenpolitik. Ehedem stand ganz Frankreich hinter der Mission, zumal im Orient. Heute arbeitet die Regierung derselben mit aller Macht entgegen, die französischen Katholiken aber können nicht mehr die nötigen Mittel aufbringen, und die Katholiken anderer Länder unterstützen lieber ihre eigenen Missionen. 

– Ähnliche Notrufe kommen uns aus anderen französischen Missionen des Orients zu. Es rächt sich jetzt vielfach, dass Frankreich den nationalen Charakter seiner Missionen früher mehr, als gut war, betonte. Andere Länder sind diesem Beispiel gefolgt, und immer mehr scheidet sich das Arbeitsfeld in „französische“, „deutsche“, „belgische“, „italienische“ Missionen.
Gott weiß, wohin diese Nationalisierung des Missionswerks führen wird!


(Aus: die katholischen Missionen, 1910)

Siehe auch:

Die Umtriebe der Freimaurer im Libanon

Die melkitische griechisch-katholische Kirche gegen die Freimaurerei

Donnerstag, 6. Februar 2014

Ein freimaurerisches „Präsidentchen“ und fragwürdige Tiere

„Über die politisch-religiösen Zustände  Ecuadors“, so schreibt uns (12. November 1904) der hochw. Reinhard Herbrand, „ist wenig Gutes zu melden. Von Tag zu Tag Gerät Ecuador mehr vom Regen in die Traufe. 
Schon der Präsident Alfaro (1895-1900) war als Freimaurer ein geschworener Feind von allem, was nur an die katholische Kirche erinnert. 

Sein Nachfolger Leonidas Plaza, welcher im nächsten Jahr (1905) vom Präsidentenstuhl heruntersteigt, wurde anfangs für besser gehalten als Alfaro, hat sich aber nachträglich noch als bedeutend gottloser gezeigt. 
Mit Gewalt führte er die Zivilehe ein. Für seine Person genügte ihm das noch nicht. Sein Lebenswandel ist so schamlos und unsittlich, dass er bis jetzt, trotz aller Anstrengung, noch keine Lebensgefährtin finden konnte, selbst unter den liberalen und radikalen Damen der Hauptstadt nicht.

In seinem Mensaje (Abschiedsrede) erklärte dieser saubere Herr die katholische Kirche für einen ‚alten, morschen Baum, den ein Landmann im Begriffe stehe, mit der Axt zu fällen, weil der Baum weder Blätter, Blüten und Früchte trage noch Schatten werfe‘. ‚Und dieser Landmann‘, fügte er höhnend hinzu, ‚ist die Regierung von Ecuador‘. 
Wäre die Sache nicht so traurig für Ecuador, man könnte lachen über dieses Präsidentchen. Er hat bloß die Elementarschule durchgemacht, und war dazu, wie mir einer seiner Mitschüler sagte, noch einer der letzten. 
Und der will sich unterfangen, die katholische Kirche mit Stumpf und Stiel auszurotten. Dass es dem Mann aber damit voller Ernst ist, zeigt er durch die Tat. 

Bereits ließ er die Güter der ‚toten Hand‘ (der Klöster) mit seiner ‚lebendigen Hand‘ im Staatssäckel verschwinden, so die Haciendas der Mercedarier- und Dominikanerpatres. Die Nonnen von gleichen oder verwandten Orden zwang er, in einem Kloster zusammenzuleben. 
Die dadurch frei werdenden Gebäude gebrauchte er für Kasernen oder sonst ‚wohltätige‘ Zwecke. Überhaupt erklärte er das Klosterleben für Sklaverei der schlimmsten Sorte, die man unbedingt abschaffen müsse. 

Noch viel Schlimmeres sagt er in seinem Mensaje, welches vor mir liegt. Alle ausländischen Priester und Religiosen sind bereits angewiesen, im Zeitraum von 90 Tagen Ecuador zu verlassen. Wenn der liebe Gott da nicht eingreift, wird sich dann bald der heiße Wunsch der Liberalen Ecuadors erfüllen. Eines ihrer Blätter, El Carechi, fasste denselben in folgende Worte:

Venga clero nacional,
aunque sea un animal.

Das heißt:

Wir wollen ‘nen Klerus von hier,
Und wär‘ es auch nur ein Tier.

Leider verlässt dieses Tier ab und zu schon seine schmutzige Höhle. Ja, traurig sieht es aus in der Republik Garcia Morenos. Da herrscht die liberale Freiheit in ihrem ganzen Umfange: Mord und Totschlag sind an der Tagesordnung, alle Laster zeigen sich ohne Scheu und jegliche Behelligung auf offener Straße, Ehrlichkeit und Treue müssen sich verbergen. 

Wohl gibt es viele und gute Priester im Land; aber kaum treten sie für die heilige Sache ein, so müssen sie ins Gefängnis wandern oder das Land verlassen. 

Von den Bischofssitzen des Landes sind nur zwei besetzt: Riobamba mit einem 80-jährigen Greis, dem hochw. Herrn Andrade, und Ibarra mit dem hochw. Herrn Gonzalez Suarez. (...)
Wer soll da Ecuador wieder aufhelfen?“


(Aus: die katholischen Missionen, 1905)

Samstag, 4. Januar 2014

Die Entfernung des hl. Ezequiel Moreno - Triumph der Liberalen und Freimaurer

St. Ezequiel Moreno y Díaz

„Hier in Kolumbien“, so schreibt derselbe Hochwürdige Herr (Reinhard Herbrand), „stehen die Dinge auch nicht mehr zum besten (wie in Ecuador). Der neue Präsident Reyes schmeichelt unter dem Vorwand des Friedens und der Eintracht den Liberalen. Wenn das so fortgeht, haben die Katholiken keine rosige Zukunft zu erwarten. 
In Bogotá sollen sogar manche Katholiken, welche das Vorgehen des Präsidenten missbilligten, im Gefängnis sitzen, darunter, wie es heißt, Priester und Jesuiten. 

Wir wissen bestimmt, dass Reyes in Rom arbeitet, um unseren guten spanischen Bischof Ezequiel Moreno aus Pasto fortzuschaffen, weil er energisch gegen ein Zusammengehen der Katholiken mit den Liberalen auftritt. Die Entfernung dieses Bischofs wäre ein Triumph der Liberalen und Freimaurer, welche für die katholische Sache in Kolumbien sehr schlimme Folgen hätte.“


(aus: die katholischen Missionen, 1905)

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Freimaurer ermordet Redemptoristenpater auf offener Straße


Am 31. März d.J. wurde, wie wir einer nachträglich uns zugehenden Mitteilung entnehmen, der deutsche Redemptorist P. Johann Baptist Schaumberger das Opfer eines ruchlosen Verbrechens. Der Pater gehörte zum Kloster, das die Redemptoristen im Wallfahrtsort Nossa Senhora da Penha unweit São Paulo besitzen. 

Er war an dem Tag nach der nahen Stadt gegangen, um sich seine Augengläser ausbessern zu lassen, verließ auf dem Rückweg außerhalb Penha den elektrischen Wagen, um den Rest des Weges zu Fuß zurückzulegen, und ging friedlich, sein Brevier betend, auf der von Fußgängern und Wagen belebten Straße dahin. 

Vor einer Schenke stand ein gesatteltes Pferd und wartete auf seinen Herrn, einen berüchtigten Klopffechter namens Manoel Antonio de Oliveira, gewöhnlich „Guasca“ genannt. Kaum sah dieser den friedlich vorüberziehenden Priester, als er höhnisch ihm Spott- und Schimpfworte zurief. P. Schaumberger ging ruhig weiter. Da stürzte Guasca noch einen Becher Branntwein herunter, warf sich aufs Ross und jagte dem verhassten „Pfaffen“ nach, um ihm, wie er gedroht, den Garaus zu machen. 
Klatschend fiel die Peitsche des Wütenden auf Gesicht und Schulter des wehrlosen Priesters. Guasca hatte ihn einfach niederreiten wollen, was der Pater dadurch verhinderte, dass er sich hinter einem Pfosten der Elektrischen flüchtete. 

Nun riss der Unhold seinen Revolver aus dem Gürtel und gab auf sein Opfer zwei Schüsse ab. P. Schaubmerger, ein alter, schwacher Mann, sank vor Schreck wie betäubt zu Boden. Guasca hielt ihn für tot und sprengte weiter. Als er sich aber noch einmal umdrehte, sah er, wie der Priester sich wieder aufrichtete. Beide Schüsse waren nämlich fehlgegangen.

Zähneknirschend machte der Raufbold Kehrt, suchte den Pater ein zweites Mal niederzureiten und gab, da dies misslang, einen dritten Schuss auf P. Schaumberger ab. Tödlich in den Unterleib getroffen, stürzte er nieder. Die Schüsse hatten sofort eine Menge Leute, meist Frauen, herbeigezogen, die aber, von dem Revolver Guascas bedroht, sich in respektvoller Entfernung hielten. 

Aber die Kunde von dem Mord des bekannten und allgemein beliebten Priesters hatte sich im Nu verbreitet, und ehe Guasca Zeit gefunden, sich aus dem Staub zu machen, war ihm die Polizei auf den Fersen und nahm ihn gefangen. 
Offen bekannte der Unmensch, dass Hass der Religion und der Priester der einzige Beweggrund seiner Tat gewesen sei; er bedauerte nur, dass er nicht auch die anderen Pfaffen von Penha kalt gemacht habe. „Ich bin Freimaurer“, prahlte er, „ich weiß, was ich zu tun habe und auf wen ich mich stützen kann.“

Der ermordete P. Johann Baptist Schaumberger war geboren 1849 zu Schwandorf in Bayern, hatte seine Gymnasialstudien in dem rühmlichst bekannten Benediktinerstift Metten gemacht und war 1894 als schon reifer Mann der Kongregation des allerheiligsten Erlösers beigetreten. 

Bereits 54 Jahre alt, folgte er 1903 seinen bayrischen Mitbrüdern, die seit zehn Jahren in Südbrasilien sich ein neues Wirkungsfeld geschaffen hatten. 
Hier hatte er, zumal im engeren Kreise der Genossenschaft und seit Ende 1907 in Nossa Senhora da Penha segensreich gewirkt, allgemein beliebt wegen seines kindlich heiteren Wesens und seiner schlichten Frömmigkeit. 
Der ruchlose Mord fand auch in der Presse die schärfste Verurteilung und das tragische Ende des guten Paters bei Laien und Geistlichen die größte Teilnahme.


(Aus: die katholischen Missionen, 1908)

Samstag, 30. November 2013

Bischof Leo Meurin S.J.: ein Beispiel, wie deutsche Bischöfe einst waren und immer noch sein sollten


Leo Meurin S.J. war gebürtiger Berliner und wirkte als Missionsbischof zunächst in Indien, wo er eine wichtige Persönlichkeit in der Bekämpfung des Schismas an der Malabarküste war, dann auf Mauritius. Über seine tatkräftige Verteidigung der Kirche und ihrer Lehre geht der folgende Abschnitt.

(…) Es mochte für den mutigen Kämpfer schwierig sein, seine Stellungnahme den neugeschaffenen Verhältnissen anzupassen, und so hielt er es für besser, selbst freiwillig auf den Bischofsstuhl von Bombay zu verzichten. 
Zur Anerkennung seiner Verdienste erhob ihn der Heilige Stuhl zum Titularerzbischof von Nisibi und übertrug ihm einen neuen wichtigen Vertrauensposten, indem er ihn im November 1887 auf den durch die Resignation Msgr. Scarisbricks erledigten Bischofsstuhl von Port Louis auf der Insel Mauritius erhob. 

Auch hier waren es schwierige Verhältnisse, die Meurin vorfand. Die britische Regierung zeigte den Katholiken, die, abgesehen von der ausländischen Arbeiterbevölkerung – meist indische und chinesische Kulis -, bei weitem die Mehrzahl bildeten (etwa 108.000 gegen 8.000 Protestanten), nicht die gewohnte Billigkeit. Namentlich galt dies in der Schulfrage. 
1886 kamen von den Staatszuschüssen für die katholischen Kinder bloß 0,73, für die protestantischen dagegen 5.78 auf den Kopf. Außerdem sollten die Schulen, obschon ¾ der Kinder katholisch waren, gewaltsam konfessionslos gestaltet werden. Meurin nahm den Kampf mit der ihm eigenen Energie auf, und was die Katholiken seither erreicht, ist größtenteils sein Verdienst. 

Ein anderer wunder Punkt, wo er mit unerbittlicher Strenge einsetzte, waren die (religiösen) Mischehen, die durch den Ehrgeiz oder die religiöse Gleichgültigkeit der Eltern in erschreckendem Maß zunahmen. 
Durch Förderung des Vereinswesens, der katholischen Presse, durch sein feuriges Wort und seine herrlichen Hirtenschreiben suchte er die Katholiken fester zu einen und gegenüber den gefährlichen liberalen Strömungen zu kräftigen. Seine imponierende, furchtlose Persönlichkeit, seine Gelehrsamkeit und Schlagfertigkeit gewannen ihm rasch ein ungewöhnliches Ansehen, beschworen aber auch den grimmigen Hass der Loge (d.h. der Freimaurer) gegen ihn auf.

„Sein ritterlicher Degen“, sagt sein Leichenredner schön von ihm, „hat in all dieser Zeit die Scheide kaum kennen gelernt.“ (was natürlich rein figurativ zu verstehen ist) (…)


(Aus: die katholischen Missionen, 1896)

Dienstag, 22. Oktober 2013

Klage der Missionäre gegen freimaurerische Kolonialbeamte


Seit Jahr und Tag sind die katholischen Missionäre in Belgisch-Kongo den gemeinsten Verdächtigungen und niederträchtigen Quälereien der meist freimaurerischen Beamten ausgesetzt. 

Gegen Schluss des vergangenen Jahres richtete der Apostol. Vikar V. Roelens von Ober-Kongo eine ausführliche Beschwerde an den Kolonialminister Renkin, erhielt jedoch eine Antwort, die von einem geradezu verhängnisvollen Optimismus zeugte und darin gipfelte, doch ja die Beschwerden nicht unter das große Publikum zu bringen. 

Nunmehr erfolgte am 1. März dieses Jahres eine Erklärung an den Kolonialminister, die von allen Missionsoberen in Belgisch-Kongo, die Benediktiner von Katanga ausgenommen, unterzeichnet ist. Darin verwahren sie sich vorerst gegen die Unterstellung, als ob sie persönlich gegen den Minister selber vorgehen wollten, weisen aber entschieden dessen Ansicht zurück, als drehten sich die Klagen der Missionäre über die Beamten nur um Kleinigkeiten. Dann geben sie folgende Erklärung ab:

    1. Die Unterzeichneten stehen solidarisch verbunden zusammen. Die Klagen des einen sind die Klagen des anderen.

    2. Diese Solidarität soll umso kräftiger betont werden, als die Missionen sich einem fest gefügten Freimaurerbunde, dem hohe Beamte angehören, gegenübergestellt sehen. Gegen diesen Bund verlangen sie Schutz.

    3. Die Unterzeichneten enthüllen das Ziel ihrer Feinde, die Bevölkerung den Missionären abspenstig zu machen. Dieses suchen die Freimaurer zu erreichen, indem sie die Ehre der Missionäre planmäßig in den Kot ziehen.

    4. Sie erheben Protest gegen die Art und Weise, wie die Untersuchungen angestellt werden und verlangen unparteiische Richter.

Ob diese Erklärung etwas nützen wird? Der Obere der belgischen Jesuiten hat bereits im Ernst daran gedacht, seine Leute zurückzuziehen und auf ein ergiebigeres Arbeitsfeld zu schicken. Im Ausland versteht man schon lange nicht mehr, wie ein katholischer Minister die Kolonialverwaltung hauptsächlich in die Hand von Freimaurern, den geschworenen Feinden der katholischen Missionäre, legen konnte. 

Beginnt man, ernsten Zweifel an seiner wahren inneren Gesinnung zu hegen, so hat Herr Renkin sich das selber zuzuschreiben. Das System des Schweigens und Duldens können die Missionäre nicht länger weiterführen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1913)