Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Samstag, 7. September 2024

Missionsgründer im Nigerdelta – P. Carlo Zappa S.M.A., Apostolischer Präfekt von West-Nigeria

 

(Quelle: https://www.missioniafricane.it/carlo-zappa-1861-1917/)

Wie Lechaptois[1], so ist auch der am 30. Januar [1917] verstorbene Apostol. Präfekt von West-Nigeria, Karl Zappa aus dem Lyoner Seminar, zu den Missionsgründern zu rechnen. Als er im Jahre 1895 zur Leitung der damaligen Apostolischen Präfektur des Oberniger ernannt wurde, hatte er einen Missionsstab von fünf oder sechs Arbeitern und 200–300 Christen auf nur zwei Niederlassungen. Aber der noch junge Mann warf sich mit Feuereifer in seine Arbeit und brachte Leben in den afrikanischen Urwald. Er entwarf einen Feldzugsplan gegen die Mächte des Heidentums und sorgte für ein geordnetes und einheitliches Vorgehen. Während er die Arbeiten der anderen überwachte und leitete, übernahm er die schwierigsten Aufgaben selber. Sein Sprengel galt bald in der Gesellschaft [Lyoner Seminar] als Mustermission. Es lag ihm weniger an der Menge als an der gründlichen Erziehung seiner Gläubigen. Und trotzdem hatte er, als er starb, eine Herde von über 5000 Christen um sich gesammelt, die sich auf 12 Haupt- und 60 Nebenposten verteilten, und das, obwohl ein Teil seines Sprengels 1911 als Präfektur Ost-Nigeria abgezweigt worden war.

Neben seiner apostolischen Tätigkeit fand er noch genügend freie Zeit zu wissenschaftlichen Arbeiten. Er besaß bedeutende Kenntnisse in der Stern-, Erd- und Völkerkunde, und mehreren französischen Gesellschaften war er ein erwünschter Berichterstatter. Er verfasste außerdem ein Wörterbuch der Ibo-Sprache.

Als er sich dem Tode nahe fühlte, ließ er sich in den Hauptort der Mission Assaba bringen, wo er sterbend ankam. Er verschied in Gegenwart und wurde von seinem treuen Freund, dem Nachbarpräfekten P. Shanahan, bestattet.

(Aus: die katholischen Missionen, 1918)


[1] Msgr. Adolphe Lechaptois M.Afr., Apostolischer Vikar von Tanganjika

Sonntag, 9. Mai 2021

Apostel im Feuerbart – Msgr. Joseph Ignatius Shanahan CSSp, Apostolischer Vikar von Südnigeria

Der Diener Gottes Joseph Ignatius Shanahan. Sein Seligsprechungsprozess wurde 1997 eröffnet. Bild quelle spiritanroma.org


Wegen seines ungesunden Klimas hieß Nigerien in der Kolonialzeit nur „des weißen Mannes Grab“. Kein anderer Weißer hat aber dort ein so ehrenvolles Grab erhalten wie der irische Missionsbischof Shanahan CSSp. Vom fernen Nairobi in Ostafrika, wo er 1943 im Rufe der Heiligkeit starb, holten voriges Jahr seine treuen Ibos die sterblichen Überreste ihres Apostels in die Heimat seines Herzens.


Zuerst als einfacher Missionar und dann als Bischof hat er 30 Jahre unter seinen Schwarzen gewirkt. Landauf, landab waren sein flatterndes weißes Gewand und sein flammend-roter Bart bekannt. Als er im Jahre 1920 Bischof wurde, hatte er schon 721 Schulen und Kapellen gegründet, an die 1000 Lehrer herangebildet für 40 000 Kinder. Feuer im Sturm waren sein Missionseifer und sein kühnes Bahnbrechen, wenn er sich neuen Missionsmethoden zuwandte. Er brach mit der Überlieferung der Stationen an den Flussläufen, wo der Missionar nur Sklaven loskaufte und für Kranke und Verlassene sorgte. Er zog in die Wildnis von Stamm zu Stamm, wo man noch keine Weißen gesehen hatte. Er suchte und fand das Gute in diesen einfachen Menschen. Nie griff er direkt ihre Religion, ihre heidnischen Bräuche und Riten an. Er fürchtete, er werde ihnen dadurch den tiefreligiösen Sinn entreißen. Er suchte aufzubauen auf ihrem Eigentum: dem Glauben an die andere Welt, an den Großen Geist im Himmel und den tiefen Sinn jedes Opfers. Als er 1932 krank das Land verlassen musste, konnte er auf 110 000 Getaufte und über 1000 Kirchlein zurückschauen. Es ist wohl seinem Geiste hauptsächlich zu danken, wenn heute die Kirche unter den Ibos so fest verwurzelt ist.

(Aus: die katholischen Missionen, 1957)

Sonntag, 9. November 2014

Ein ehemaliger Feind der „Römlinge“ als katholischer König in Nigeria


In einem Brief an den Präfekten der Propaganda, Se. Eminenz Kardinal Ledochowski, macht der Apostol. Präfekt, R. P. Lejeune aus der Genossenschaft der Väter vom Heiligen Geist, die erfreuliche Mitteilung, dass die Bevölkerung von Onitscha als König oder wohl richtiger Oberhäuptling einstimmig den katholischen Katechisten von Aguleri, Samuel Oksi Okolo, erwählt hat. „Samy“ ist früher sieben Jahre lang protestantischer „Evangelist“ und als solcher ein ausgesprochener Feind der „Römlinge“ gewesen. Allein das Wirken der katholischen Missionäre und Schwestern, vorab ihre Werke und Anstalten der Barmherzigkeit: Spitäler, Asyle, Kleinkinderbewahranstalten, Aussätzigenheime, die christlichen Dörfer befreiter Negersklaven usw., machte auf ihn großen Eindruck, öffnete ihm die Augen und führte ihn schließlich zum Übertritt. 

Gleichzeitig mit ihm wurden der protestantische Diakon Ephrem und die „Evangelisten“ Jakob, Karl und ein anderer Samuel katholisch. Seit der Zeit leistete „Samy“ als Katechist in Nsubi und Aguleri der katholischen Mission treffliche Dienste. Als nun vor einiger Zeit in Onitscha eine neue Königswahl stattfand, wurde „Samy“ von seinen Mitbürgern als Kandidat aufgestellt, trotz der protestantischen Gegenbemühungen zum König gewählt und als solcher auch von der britischen Behörde bestätigt. 

Sein erster Regierungsakt bestand darin, dass er dem P. Vogler, seinem Beichtvater, das königliche Kronidol auslieferte, ein Holzstück, dessen die früheren Könige sich bei ihren Todesurteilen und vielfach barbarischen Rechtsprechungen bedient hatten. De zweite Akt war, dass er über seinem Thron ein schönes, vom Apostol. Präfekten ihm geschenktes Kruzifix anbringen ließ, damit, wie er sagte, Heiden, Protestanten und Katholiken gleicherweise sich vor dem Zeichen der Erlösung niederwürfen. Sein dritter Regierungsakt war die Schenkung eines auf seinem Besitz liegenden Grundstücks an die Mission zum Bau einer Kapelle und Schule, der bereits begonnen ist. Bis zur Vollendung wird für 60–80 Kinder und junge Leute, Freie und Sklaven, Christenlehre und Schule in seiner eigenen Wohnung und unter seiner Aufsicht gehalten.

Der Heilige Vater hatte ob dieser guten Nachricht solche Freude, dass er für den katholischen Negerkönig sofort ein Geschenk in Gestalt eines schönen, prächtig eingerahmten Madonnenbildes bestimmte, während der Präfekt der Propaganda der Mission die stattliche Summe von 20.000 Lire überwies.


(Aus: die katholischen Missionen, 1901)

Freitag, 29. November 2013

Einheimische Priester und Islam als Gefahr

Der selige Cyprian Tansi, ein nigerianischer Priester

Der neue Apostol. Vikar, Msgr. Pellet, welcher in der englischen Kolonie Lagos residiert, beschäftigt sich mit dem Plan der Heranbildung eines einheimischen Klerus für Westafrika. 

In Topo soll ein Seminar errichtet, und unter den jungen Eingeborenen, welche sich vielfach zum Priestertum melden, sollen die tauglichsten ausgewählt und erzogen werden. Der Bischof ist der Ansicht, dass die Gefahren des für Europäer wahrhaft mörderischen Klimas notwendig einheimische Priester verlangen, wenn je das Land in größerem Maßstab missioniert werden soll. Dazu kommt, dass die Kenntnis der Landesgebräuche und der Sprache für den eingeborenen Priester einen großen Vorteil bedeutet und sich derselbe so natürlicherweise leichter das Vertrauen seiner Landsleute erwerben kann als ein Fremder. 

Die größte aller Gefahren an der Westküste ist das überraschend schnelle Anwachsen des Mohammedanismus. Vor 50 Jahren war in Lagos noch kein einziger Mohammedaner, heute sind 7.000-9.0000 dort, welchen nur 6.000 Katholiken gegenüberstehen. Noch bemerkenswerter ist dieser Fortschritt im Lande Yoruba. Ganze Städte, wie z.B. Ilorin, sind mohammedanisch. 
Es ist somit dringend nötig, Missionäre zu haben, und zwar so bald als möglich und so viele als möglich. Das geplante Seminar soll allen Missionen der Westküste, besonders denen am Niger, in Dahomey, an der Gold- und Elfenbeinküste, zu Hilfe kommen.
Msgr. Pellet empfiehlt sein wichtiges Unternehmen dringend der christlichen Mildtätigkeit.


(Aus: die katholischen Missionen, 1896)

Montag, 25. November 2013

Ein Missionsbischof redet den Kolonialmächten ins Gewissen

Erzbischof Alexandre Le Roy C.SS.P.


Auf dem internationalen Antisklaverei-Kongress in Paris hielt Msgr. Le Roy, Generaloberer der Väter vom Heiligen Geist, einen bemerkenswerten Vortrag, in welchem er den Kolonialmächten eindringlich ins Gewissen redete und Vorschläge zur Besserung der afrikanischen Kolonialgesetzgebung machte. Wir möchten in freier Anlehnung an die Rede des erfahrenen Missionsbischofs wenigstens kurz die Hauptgedanken hervorheben.

Sämtliche Mächte, die in Afrika kolonisierend auftreten, sprechen große Worte über ihre zivilisatorische Aufgabe unter den Schwarzen. Allein die Tatsachen stimmen oft wenig mit den Worten [überein], und die koloniale Gesetzgebung ist dringend der Reformen bedürftig. Auf der einen Seite geht man vielfach mit unvernünftiger Strenge vor. Die zahlreichen Beispiele von unmenschlicher Grausamkeit und von gewissenlosen Missbrauch der Gewalt, wie sie in den letzten Jahren sich häufen, sind nicht dazu angetan, die Zivilisation der Weißen zu empfehlen. 
Auf der anderen Seite wird durch übergroße Schonung gewisser einheimischer Unsitten und barbarischer Zustände gefehlt, welche der Zivilisation der betreffenden Völker direkt im Weg stehen. Hierher gehören:


1. Menschenfresserei und Menschenopfer. 

Ohne Zweifel ist man dieser kannibalischen Unsitte vielerorts (wie z.B. im britischen Nigergebiet) energisch zu Leibe gegangen. Die schlimmsten Vorkommnisse dieser Art, jene grausamen Massenabschlachtungen, wie sie z.B. in Dahomey üblich waren, sind ja beseitigt worden. 
Es wäre aber ein Irrtum, zu glauben, dass der Kannibalismus in den afrikanischen Kolonien aufgehört habe.
Noch immer kommen zahlreichen Menschenschlächtereien vor, nicht bloß im Dunkel der Wälder, sondern auch in den Stationen und Posten der Kolonie. Werden doch unter den Augen der Beamten Menschenviertel vorübergetragen und verteilt. 
Auch die Menschenopfer beim Tode von Häuptlingen, als Sühn- und Bittopfer zur Abwendung von Seuchen, Krieg u.dgl. sind noch viel häufiger als man denkt. Wenn irgendwo, dann wäre diesem grauenhaften Unfuge gegenüber unerbittliche Strenge am Platz.


2. Kindsmord. 

Derselbe ist unter den afrikanischen Stämmen sehr verbreitet und ein wahrer Krebsschaden. „Man berechnet, dass (vielerorts) von zehn Kindern, die zur Welt kommen, acht verschwinden. Fällt ihre Geburt auf einen Unglückstag, fängt das Kind früh zu zahnen an, kommen Zwillinge zur Welt oder tritt sonst ein ungünstiges Vorzeichen ein usw., so genügt dies, um den Kleinen das Todesurteil zu sprechen. 
Die Werkzeuge dieser unmenschlichen Sitte sind in der Regel alte Zauberinnen. Es würde genügen, an der einen oder andren dieser Hexen ein ordentliches Exempel zu statuieren, um der ganzen Sippe ein für alle Mal das saubere Handwerk zu legen. Es geschieht aber nicht.

3. Die Giftprobe 

ist fast über ganz Afrika verbreitet und fordert Tausende von Menschenleben. Tritt ein ungewöhnlich rascher Todesfall ein, wird ein Diebstahl oder sonst eine Untat begangen, so greift man, oft selbst bei lächerlichen Kleinigkeiten, zur Giftprobe, um den Täter zu ermitteln. Wer nicht giftfest ist, und das sind die wenigsten, muss, schuldig oder unschuldig, unter schrecklichen Qualen sterben.
Diese Giftprobe wird als furchtbares Werkzeug namentlich von den zahlreichen afrikanischen Geheimbünden gehandhabt, deren Femgerichte Tausende zum Opfer fallen. 

Besonders häufig richten sich diese Todesurteile gegen die im Dienst von Weißen stehenden Neger, die durch ihren Wohlstand, ihre Bildung, ihren Fortschritt die Eifersucht der Häuptlinge erregen. So sind auch eine Reihe von schwarzen Katechisten und Lehrern aus der Welt geschafft worden, ohne dass die bei den Behörden eingebrachten Klagen berücksichtigt worden sind.

4. Die Sklaverei

ist jene Unsitte, welche am meisten die öffentliche Meinung in Europa erregt und die Mächte zum entschiedenen Einschreiten veranlasst hat. Vieles ist zur Abschaffung derselben geschehen, aber lange nicht genug. 
Noch wuchert das Übel unter allen möglichen Formen und Vorwänden fort und weiß sich zu halten. (Leider behandeln so viele Weiße ihre Diener schlimmer als Sklaven und wird auch von europäischen Gesellschaften selbst oft ein wahrer Sklavenhandel getrieben).

5. Der Alkohol. 

Wie die rote Rasse durch das „Feuerwasser“, so wird seit einem halben Jahrhundert nun auch die schwarze Rasse durch Schnaps und Fusel vergiftet und zu Grunde gerichtet. 
Ungeheure Massen dieses schmachvollen „Kulturmittels“ werden jährlich nach Afrika verschifft und seit Jahren auch an Ort und Stelle fabriziert. Hier wären nicht bloß strenge Maßregeln, sondern vor allem eine scharfe Kontrolle über die Ausführung am Platze.

6. Duldung unsittlicher Gebräuche. 

Gewiss ist den einheimischen Sitten und Überlieferung gegenüber eine vernünftige Schonung am Platze. Das gilt sicher aber nicht von Aufführungen, Tänzen, Orgien, Zusammenkünften, Zeremonien, die aller Sittlichkeit hohnsprechen. Manche, auch europäische, Posten sind berüchtigt als wahre Lasterhöhlen und Ansteckungsherde sittlicher Verderbnis.

7. Die schmachvolle Behandlung und Lage der afrikanischen Frau. 

Die Enthüllungen, die ein Mitbruder Msgr. Le Roys hierüber gemacht, haben wir im letzten Jahrgang gebracht. Das Weib wird von ihrer Kindheit her einfach als Sache behandelt und in der willkürlichsten Weise verschachert und preisgegeben. 
Diese Zustände haben die schlimmsten Folgen für die sittlichen und bürgerlichen Verhältnisse, machen ein geordnetes Familienleben unmöglich, verschulden den teilweisen Rückgang der Bevölkerungszahl und hindern das segensreiche Wirken der Mission.
Was hilft es, die Mädchen in den Anstalten der Schwestern gut zu erziehen, wenn die Willkür und Habgier der Eltern und Verwandten die armen Kinder gegen ihren Willen vor der Zeit gewaltsam entführt und einem schmachvollen Los überantwortet? Die vorhandenen Missstände schreien förmlich nach einer strengen Gesetzgebung zur Regelung der afrikanischen Frauenfrage. Msgr. Le Roy schlägt diesbezüglich besonders drei Punkte vor.

Erstens darf kein Mädchen vor den Jahren der Reife und ohne ihre Einwilligung verheiratet werden.
Zweitens darf, nachdem die übliche Mitgift einmal bezahlt ist, das Mädchen bzw. die Frau unter keinem Vorwand mehr zurückgenommen werden.
Drittens muss in den Kolonien ein genaues Trauregister geführt werden, um es den Behörden zu ermöglichen, das Gesetz wirksam aufrecht zu erhalten und die Übertreter zur Rechenschaft ziehen.


Die Einführung solcher und ähnlicher Gesetze würden nach Msgr. Le Roys Überzeugung bei den Schwarzen selbst nicht auf wesentliche Schwierigkeiten stoßen, da deren heilsamer Einfluss sich bald fühlbar machte. 
Freilich mit Zirkularen und Dekreten der Kolonialämter ist es nicht getan. Ihre Ausführung muss entschieden urgiert und überwacht werden. 
Sie würden dann eine wichtige Stütze auch für die Mission sein und die schönen Worte von der „zivilisatorischen Aufgabe“ Europas in Afrika der Wahrheit näher bringen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1901)

Freitag, 6. September 2013

Es gibt sie noch, die echten Missionäre: Die Franziskaner der Immakulata in Nigeria

Quelle: Dennis Jarvis
(...) Die nigerianische Mission, wie jeder wissen muss, der von diesem Institut (den Franziskanern der Immakulata) spricht, birgt das tägliche Risiko des Martyriums. Dort gibt es Söhne und Töchter von Padre Manelli (dem Gründer) die täglich ihr Leben für Jesus Christus aufs Spiel setzen. 

Genau aus diesem Grund ist das Apostolat eines der blühendsten des Instituts: es gibt 40 Aspiranten und 30 Aspirantinnen in einem mehrheitlich muslimischen Land, wo die protestantischen Sekten alles Mögliche tun, um das zu zerstören, was die Katholiken aufbauen (…), wo die Heiden ihre Menschenopfer nicht weit vom Kloster verzehren und deren Reste zu Ehren ihrer Dämonen auf der Straße liegen lassen und die Frauen an den Tagen, an denen die Kannibalenriten vollzogen werden, das Haus nur unter Todesgefahr verlassen können. (…)

Die Schwestern können nie alleine das Kloster verlassen und riskieren zum Teil ihr Leben, wenn sie sich nur zeigen. Trotzdem bringen sie, genauso wie die Mönche, Christus dorthin, wo er noch nicht ist und zu denen, die Ihn noch nicht kennen. Gemeinsam mit den Mönchen spenden sie Taufen, helfen bei der Spendung der weiteren Sakramente und der Feier der Heiligen Messe. Sie entreißen dem Teufel buchstäblich Seelen und Leiber. Nach jeder neuen Konversion kehren sie häufig zu den Neuchristen zurück, damit diese nicht im Glauben erkalten und erneut Opfer der falschen Religionen und somit der Verzweiflung werden.
Clara war gerade aus dem Flugzeug gestiegen, als sie bereits zum Heim für Leprakranke gebracht wurde, um am Bett einer sterbenden Frau kniend den Rosenkranz zu beten, denn man kümmert sich dort vor allem um die Seelen und gibt sich nicht damit zufrieden, Bäuche zu füllen.
Das Gebet war der rote Faden, der sich in diesem einen Monat durch das Leben meiner Tochter zog. Es bestimmt auch schon seit Jahren das Leben der Mission, denn dadurch zeichnen sich die Franziskaner der Immakulata aus.(…)

„Nachts“, so sagte mir (dem Vater des Mädchens) Clara, „war mir oft zum Weinen zu Mute, nachdem was ich tagsüber gesehen hatte. Ich habe die Hölle gesehen während ich mich selbst wie im Himmel fühlte. Es ist weder die Armut noch das Elend, die einen weinen lassen, sondern die Verzweiflung einer Welt, die ohne Christus lebt. Tagsüber höre ich die Rufe des Muezzins, nachts die Tam-Tams der heidnischen Riten, und ich konnte buchstäblich fühlen, dass der Teufel existiert, und an mir selbst merkte ich, dass es nur eine wahre Religion gibt, und zwar die unsere, dass der mächtigste Schutz gegen den Teufel aus dem gregorianische Gesang der Schwestern und Mönche, dem ständigen Gebet des Rosenkranzes, den Wachen und den Messen, die zur Ehre Gottes gelesen werden, besteht.“

„Clara, wenn wir möchten, dass unsere Mission noch mehr wächst, dann muss eine von uns sterben und ihr Leben aufopfern, denn es gibt nichts fruchtbares, als das Blut, das für Jesus aufgeopfert wird. Mönche sind schon gestorben, jetzt sind wir an der Reihe.“ Das sagte eine der Schwestern zu meiner Tochter, bevor sie abreiste.

Dies sind kleine Werken, kleine Früchte, die in den Tiefen Afrikas gesät werden, und trotzdem zeigen sie uns, welch starke Wurzeln der Baum hat, den Pater Manelli 1970 in der guten Erde des katholischen Glaubens gepflanzt hat.


(Quelle: Übersetzung aus dem Spanischen, mit freundlicher Genehmigung von Flavio Infante)

Sonntag, 17. Februar 2013

Kardinal Arinze über seine Priesterberufung: er wollte wie sein seliger Pfarrer sein



In dem Video oben erzählen einige Kardinäle ihre Berufungsgeschichte, darunter auch Kardinal Francis Arinze (bei Minute 0:30 und 3:11). Kardinal Arinze wurde mit neun Jahren vom seligen Pater Cyprian Michael Iwene Tansi getauft, der zunächst in seiner nigerianischen Heimat als seeleneifriger Pfarrer wirkte und später Trappist in England war. Er wurde 1998 von Papst Johannes Paul II seliggesprochen.
Kardinal Arinze und die anderen Jungs wollten sein wie ihr Pfarrer. Weshalb, können Sie hier (englischsprachiger Link) erfahren.