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Sonntag, 17. Dezember 2023

Der heilige Daniel Comboni über den Islam


 Der heilige Daniel Comboni erfuhr in seiner jahrzehntelangen Tätigkeit im Sudan aus direkter Anschauung, welches Hindernis der Islam für die katholische Mission und sogar selbst für eine humane Gesellschaftsordnung darstellte:

„Sehr viel wird die europäische Zivilisation erreicht haben, wenn sie sagen kann, dass sie in den Muslimen den Sinn geweckt hat, eine Veränderung der auf dem Koran basierten Prinzipien anzustreben, denn der Koran verbietet jede Neuerung und höhere Ausbildung und gewährt dagegen jede Befriedigung der bösen Lüste und der tierischen Leidenschaften und gestattet seinen Anhängern die Anwendung äußerster Gewalt gegen Andersgläubige. Die menschliche Gesellschaft, wie wir sie uns im wahren Sinn des Wortes denken, verträgt sich nicht mit dem Koran, der wahre Fortschritt und die wahre Zivilisation und der Koran können nicht zusammen existieren. Das eine vernichtet das andere. Keine menschliche Kraft vermag also den Koran zu besiegen (...)“

An einer anderen Stelle schreibt er:

„Eine Wunderkraft, ein souveränes Licht, der Beistand der göttlichen Gnade sind unbedingt notwendig, um den Geist und die vom Islam entwürdigten Herzen zu gewinnen. Die menschlichen Mittel allein genügen nicht. Dieser Triumph wäre der katholischen Religion allein vorbehalten. Der Herr, der mit seiner Stimme die Zedern des Libanon fällt und die Säulen des Firmaments zum Erzittern bringt, könnte aus Liebe zu seiner Religion jenen Menschen das Licht bringen.“

(Quelle: Band II der Schriften des hl. Daniel Comboni)

Freitag, 6. Oktober 2023

St. Daniel Comboni: „Der wahre Apostel weicht nie den trotzigsten Hindernissen“


Ende der 1870er Jahre kam es im Missionsgebiet des heiligen Daniel Comboni im heutigen Sudan innerhalb eines Jahres zu einer verheerenden Dürre mit Hungersnot, die ganze Landstriche entvölkerte, sowie zu einer Epidemie, die noch schlimmere Folgen hatte. In diesem Kontext schreibt der Heilige:

„Soll bei so schrecklichen Schlägen das Herz des apostolischen Missionärs sich außer Fassung bringen lassen und unter der Wucht solchen Unglücks erliegen? … Nimmermehr. Das Kreuz ist der königliche Weg, der zum Triumphe führt. Das hl. Herz Jesu schlug auch für die armen Schwarzen. Der wahre Apostel weicht nie den trotzigsten Hindernissen, den heftigsten Widersprüchen und bietet festen Fußes die Stirne dem Schwalle der Bedrängnis und dem Anprall der wütendsten Stürme; er schreitet auf dem Wege des Martyriums zum Triumphe. Ähnlich unseren Missionskollegen in China, die sich im Angesichte des Todes und der grausamsten Qualen nicht erschüttern lassen, werden wir furchtlos ungeheure Mühen, gefährliche Reisen, peinliche [schmerzvolle] Entbehrungen, das langsame Martyrium eines glühenden Klimas und sogar den Tod erdulden, um die barbarischen Völker Zentralafrikas dem Glauben zu gewinnen und sie alle unter dem friedlichen Schatten des einen Schafstalles Christi zu sammeln.“

(Aus: Daniel Comboni. Bischof von Claudiopolis und Apostolischer Vikar, 1882)

Freitag, 11. Oktober 2019

„Hätte ich fünfzig solcher Väter, alle fünfzig wollte ich hingeben um Afrika“ – zum Fest des hl. Daniele Comboni



Heute ist das Fest des hl. Daniele Comboni, Missionsbischofs im Sudan und Gründers einer Missionsgesellschaft, die heute als Comboni-Missionare bekannt sind.

In einem Artikel aus die katholischen Missionen im Jahr 1887 berichtet der heilige Steyler-Missionar Josef Freinademetz* eine Begebenheit aus dem Leben des späteren Bischofs, die dessen Eifer für die Missionen veranschaulicht:

„Der Vater des großen Comboni begleitete seinen Sohn, der nach Afrika abreiste, zum Bahnhof. ‚Daniel,‘ sagte der weinende Vater, ‚liebst du denn mich nicht, dass du mich verlässt?‘ ‚Vater,‘ erwiderte der scheidende Sohn, ‚du weißt, wie ich dich liebe; aber hätte ich fünfzig solcher Väter, alle fünfzig wollte ich hingeben um Afrika.‘“

*Der heilige Josef Freinademetz wurde zusammen mit Daniele Comboni und dem Steyler Ordensgründer Arnold Janssen heiliggesprochen.

Samstag, 11. Februar 2017

Wie sich ein Seminarist den Missionsberuf vorstellt

Der ehemalige Seminarist: Bischof Franz Xaver Geyer, Apostolischer Vikar von Karthum

In meinen Studienjahren im Seminar zu Passau las ich gerne Missionsschriften, besonders auch die „Katholischen Missionen“. Das begeisterte mich für den Missionsberuf. Damals stellte ich mir vor, dass der Missionär zu einem Stamm hingehe, die Leute nach Tausenden um sich sammle, dieser Menge auf einer Anhöhe oder von einem Baume herab predige, sie gleich auf einmal alle taufe und dann weiterziehe.

Jugendliche Phantasie! Die Bekehrung der Seelen muss in geduldiger Arbeit vorbereitet und von Gott im Gebete erfleht werden. Dass unsere Arbeiten unter den Heiden tatsächliche Erfolge versprechen und schon die ersten Früchte gezeitigt haben, sehen wir in allen unseren bisher bestehenden Stationen im Heidenland.


(Aus: die katholischen Missionen, 1909)

Mehr über das Wirken von Bischof Geyer hier.

Samstag, 8. Oktober 2016

Leute mit fünf Fingern hat man immer vor Augen...

„Palast“ des Königs der Schilluk

Eine lustige Geschichte aus der Mission unter den Schilluk im Südsudan:

Man darf nicht meinen, diese Leute seien wenig begabt. Im Gegenteil, sie haben einen guten, natürlichen Verstand und sind schlau. Hierfür ein Beispiel.

Pater Meroni hatte bei einem Besuch des Schilluk-Königs eine an die Hüttenwand gemalte menschliche Figur mit sechs Fingern an der Hand bemerkt und sagte zum König: „In unseren Ländern spricht man viel von deiner Weisheit. Ich will dir eine Frage vorlegen. Höre! Die Schilluk haben an jeder Hand fünf Finger, nicht wahr? Warum malt ihr Menschen mit sechs Fingern?“ Der König beriet sich mit einem Vertrauten und sagte: „Kommt es nie vor, dass bei euch Kinder mit sechs Fingern geboren werden?“ „Ja“, sagte der Pater. „Gut“, fuhr der König fort, „wir wollten hier einen solchen Menschen malen, denn Leute mit fünf Fingern braucht man nicht erst zu malen, da man sie immer vor Augen hat.“

(Aus: Annalen der Verbreitung des Glaubens, 1906)

Montag, 17. Juni 2013

Kardinal Lavigerie über den islamischen Sklavenhandel in Afrika

„Für das Joch bestimmt
Die Tagesblätter haben bereits über die Vorträge berichtet, welche Se. Eminenz Kardinal Lavigerie in der Kirche St. Sulpice zu Paris, in der St. James-Hall zu London und in St. Gudula in Brüssel heilt. Der greise, um die afrikanische Mission hochverdiente Kirchenfürst forderte in begeisterten Worten auf, dem greulichen Sklavenhandel, dem zur Schande der Menschheit jährlich immer noch etwa eine halbe Million Neger zum Opfer fallen, durch energische Schritte bei den beteiligten mohammedanischen Fürsten und durch die Ausrüstung einer kleinen bewaffneten Macht endlich entschieden den Krieg zu erklären. 

Die Sklavenjäger sind durchweg Mohammedaner. „Während unsere Blicke auf andere Länder sich richteten,“ führte der Kardinal aus, „hat der Islam seit fünfzig Jahren ungehindert, ohne Lärm und mit unermüdlicher Hartnäckigkeit halb Afrika erobert. In gewissen Gegenden, die uns am nächsten liegen, gründete er Reiche; andere Gebiete benützte er zur Sklavenjagd. 

Ich will aber durchaus nicht die Menschen an sich dafür anklagen. Ich lebe ja selbst inmitten von Mohammedanern, und wenn sie in mir auch ihren Vater nicht sehen, so betrachte ich sie doch als meine Kinder. Der Islam trägt die Schuld. Er lehrt, dass die Welt in zwei Rassen geschieden ist: die eine, die der Gläubigen, ist berufen, zu herrschen, die andere, die der Verfluchten, bestimmt zu dienen. 
Unter den letzteren werden wieder die Neger als am tiefsten stehend betrachtet. In den Augen jener sind sie nichts Besseres als Vieh, für das Joch bestimmt.“

Zu den von den mohammedanischen Sklavenjägern besuchten Märkten gehören zunächst sämtliche Städte im Innern von Marokko, wohin jährlich große Karawanen aus den Gegenden des Niger und des Tschad-Sees zu kommen pflegen. 
Die Sklaven werden daselbst öffentlich verkauft und gekauft. Ganz dasselbe geschieht in den südlich von den französischen Besitzungen, von Tunis und von Tripolis gelegenen Oasen, wo Käufer und Verkäufer ebenfalls meist Mohammedaner sind. Außerdem bildet noch Timbuktu den großen Zentralmarkt und gemeinsamen Versorgungspunkt für den Sklavenhandel des nördlichen Afrika und der Provinzen im Süden und Westen vom Senegal. 
Auch in Ägypten, am Roten Meer von Suakin bis Aden und Perim wird lebhafter Menschenhandel getrieben. Dorthin kommen die Sklavenkarawanen aus dem Sudan, von Wadai, Darfur, Kordofan, und vom Osten und Norden des Nyanza (Viktoriasee). 

Arabische Barken holen sie heimlich des Nachts vom Ufer ab, um sie unter dem Schutze der Dunkelheit und unbemerkt von den wenigen hier kreuzenden französischen und englischen Schiffen nach der arabischen Küste zu bringen, von wo aus man sie dann durch das ganze islamitische Asien versendet. 

Seit den mit der Türkei abgeschlossenen internationalen Verträgen werden diese Unglücklichen nicht mehr öffentlich, sondern insgeheim in bestimmten, den Käufern wie den Verkäufern besonders bezeichneten und genau bekannten Häusern verkauft. Starker Sklavenhandel findet sodann noch statt auf einer großen Menge von Märkten zwischen den großen Seen und der Küste von Sansibar, vom Ibo und Lindi im Sudan bis zu den Flüssen Juba und Mukdischu an der Ostküste. 
Von da aus werden die Sklaven auf arabischen Barken am Ufer des Roten Meeres entlang nach Asien geschafft. In den Gegenden östlich von der atlantischen Küste und auf der Grenze von Benguela herrscht in den Tälern des Liba und Kassai ebenfalls noch öffentlicher Sklavenhandel; seit Portugal die an den Ufern des Sambesi bestehenden Sklavenmärkte verboten hat, wurden dieselben nach dem Zululand verlegt.


(Aus: die katholischen Missionen, 1888)

Sonntag, 16. Juni 2013

Wem ein katholisches Herz in der Brust schlägt – Einige Gedanken zur Mission vom hl. Josef Freinademetz


St. Josef Freinademetz SVD

(…) „Wem ein katholisches Herz in der Brust schlägt, dem wird’s warm, er fühlt sich gehoben, so oft er das Wort hört: katholische Mission. 

‚Ich bin Bischof von Trient, so sagte der hochselige Bischof Tschiderer einem Priester, der in die Heidenmission abgehen wollte, ‚und als Bischof von Trient kann ich Sie nicht ziehen lassen; ich bin aber auch Bischof der katholischen Kirche, und als solcher muss und will ich Sie ziehen lassen.‘ 

Der Vater des großen Comboni begleitete seinen Sohn, der nach Afrika abreiste, zum Bahnhof. ‚Daniel,‘ sagte der weinende Vater, ‚liebst du denn mich nicht, dass du mich verlässt?‘ ‚Vater,‘ erwiderte der scheidende Sohn, ‚du weißt, wie ich dich liebe; aber hätte ich fünfzig solcher Väter, alle fünfzig wollte ich hingeben um Afrika.‘“

(aus: die katholischen Missionen, 1887)

Sonntag, 30. September 2012

Bilder: Missionäre in ungewöhnlichem „Habit“ und ein Kapuzinerkardinal

Kardinal Guillermo Massaia OFM Cap, Apostolischer Vikar der Gallasländer. Er hat den heiligen Justin de Jacobis zum Bischof geweiht (+1889) 
Pater Luigi Bonomi in arabischer Tracht (vermutlich wegen der Verfolgung) während der Mahdi-Herrschaft

Zwei Dominikanermissionäre in Indochina (1885)

(Quelle: die katholischen Missionen)

Sonntag, 2. September 2012

AKTUELL: "Meine Diözese versinkt in Krieg und Mord"




Seit der Abspaltung des Südsudan vom muslimischen Norden hat sich die Situation der schwarzafrikanischen Christen im Norden dramatisch verschlechtert, besonders im Staat Süd-Kordofan und der zwischen Norden und Süden umstrittenen Region Abyei.
Der Bischof von El Obeid (Süd-Kordofan), Macram Gassis, beklagt 
in einem Interview mit EWTN (siehe oben) das Schweigen der internationalen Gemeinschaft und der Medien, während die Regierung von Omar al-Bashir seine Diözesanen mit russischen Antonov-Bombern ermordet. 
Hier ein Zitat von Bischof Macram Gassis aus der neuesten Ausgabe von Catholic:

„Sudan ist ein Pariah-Staat, und wir können nicht erlauben, dass sie weiter die Menschen aushungern, vergewaltigen und ermorden und die Kirche schweigt dazu, nach dem Motto: "Lasst uns um des Friedens Willen nichts sagen". Der Bischof ist ein Hirte.
Durch seinen Beruf ist es seine Pflicht, seine Herde zu verteidigen, selbst wenn er die Konsequenzen dafür tragen muss. Das ist bei mir der Fall.
(...) Wenn ich meine Herde nicht verteidigen kann, bin ich nicht geeignet (...) Ich bin Bischof eines Gebiets, das mit Krieg, Hungersnot, Sklaverei und Vergewaltigung überzogen wird (...) Wir möchten, dass die Menschen beten (...)
Ich spreche mit Vertretern der katholischen Presse. Ich bitte sie, die Katholiken in diesem Land (Großbritannien) dazu zu bewegen, sich nicht nur zu informieren, sondern auch um Gottes Schutz für diese Menschen zu beten.
Wir sollten darüber sprechen, denn die Regierung in Khartum hat schreckliche Angst, dass ihr Ruf beschädigt wird. Die Medien sind die einzige Hoffnung, dieses schmutzige Spiel zu beenden, andernfalls wird eine gesamte Ethnie ausgelöscht.“


Man darf sich tatsächlich fragen, wieso man von den Verbrechen Ghaddafis, Mubaraks und al-Assad ständig hört und die westliche Welt sehr schnell eingreift bzw. im Fall von Syrien ständig mit dem Säbel rasselt und die sogenannten "Rebellen" unterstützt, die sich wohl zu einem  Teil aus Al-Qaeda-Mitgliedern und anderen Jihadis rekrutieren, während der Präsident des Sudan, Omar al-Bashir, seit Jahren Christen und nicht-arabische Moslems verfolgt und in keinster Weise zur Rechenschaft gezogen wird. Dass er ein international gesuchter Kriegsverbrecher ist, merkt man auf jeden Fall am Verhalten der westlichen Mächte nicht.


Hier die von Bischof Gassis gegründete Hilfsorganisation: 

http://bishopgassis.org/index.php


Bitte, liebe Leser, beten und opfern Sie für die verfolgten Katholiken im Sudan!


Heilige Josephine Bakhita, Patronin des Sudan, bitte für uns!
Heiliger Daniel Comboni, Apostel des Sudan, bitte für uns!


Sonntag, 29. Januar 2012

Der tolle Mullah von Somalia (Teil 1)


Reiterstatue von Mohammed Abdallah Hassan in Mogadischu





Nicht erst seit der Al-Shabaab-Miliz gibt es fanatische Mohammedaner in Somalia. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts machte Mohammed Abdallah Hassan, ein Derwisch aus dem Somaliland, mit seinen Banden das Land unsicher. Die Briten gaben ihm den Namen "Mad Mullah", der verrückte Mullah. Diese Figur ähnelt sehr dem Mahdi des Sudan, Mohammed Ahmed, der sich als Oberhaupt eines zukünftigen weltweiten islamischen Staates verstand.
Der nachfolgende Bericht eines Kapuzinermissionars schildert den Werdegang Hassans und seine ersten Feldzüge.

Seit Monaten brachte die Tagespresse Nachrichten über den Krieg zwischen den Engländern und dem „tollen Mullah“. Es dürfte daher unsere Leser interessieren, über diese Kämpfe und ihre Ursache von einem Missionär, der selbst an Ort und Stelle weilt, nähere Auskunft zu erlangen. Wir entnehmen das Folgende einem ausführlichen Bericht des P. Evangelista O. Cap., dem Gründer und Leiter der Mission von Berbera. Seit 1891 wurde nämlich der unter britischer Schutzherrschaft stehende Teil des Somalilandes zur Kapuzinermission von Arabien geschlagen und 1892 durch Errichtung einer Station in Berbera, dem Hauptort des Landes, begründet.
Auch hier war es namentlich die Ausübung der Werke christlicher Nächstenliebe, Krankendienst und Armenpflege, durch die sich die Mission erst Boden schaffen und die Unduldsamkeit der Moslemin wie die Vorurteile und Kälte der Eingeborenen überwinden musste. Gerade in dieser Hinsicht leisteten die Franziskanerinnen von Calais vorzüglich Dienste. 1901 wurden in vier Schulen über 100 Kinder unterrichtet. Kurz, die noch junge Missionsstation von Berbera versprach ein wichtiger Stützpunkt für die Evangelisierung der Somalistämme zu werden.
Umso bedauerlicher ist die Störung, welche auch die Missionsarbeiten durch den Aufstand des „tollen Mullah“ erfahren haben. Derselbe bildet im Kleinen eine Wiederholung des Mahdiaufstandes im Sudan.
Der „Mullah“, Mohammed Abdileh, wurde in der Provinz Ogaden von armen Eltern geboren.
Als Jüngling kam er zu dem durch seine Zauberer und Verschwörer bekannten Stamm der Dankali und wurde in deren Geheimlehren eingeführt. Nachdem er in der Schule der Wadad (arabische Bettelmönche) die arabische Schrift und den Koran kennen gelernt, machte er wiederholt die Pilgerfahrt nach Mekka und erwarb sich so den Ehrentitel eines Hadschi (Pilgers).
Doch brachte er es in Berbera, wo er sich zunächst niederließ, nicht über den Stand eines armen Wadad hinaus. Er wandte sich daher zu dem mächtigen Stamme der Dulbakanteh, im Tale des Nogal, südöstlich von Berbera, nahm hier den Titel eines Mullah (Priester und Gesandten Allahs), ja sogar eines Mahdi (Propheten) an.
Durch den Schein großer Strenge und die sichere und gewandte Art, wie er seine vorgeblichen Offenbarungen vortrug, wusste er sich bei dem unwissenden und abergläubischen Volk immer mehr in Ansehen zu setzen und galt bald als ein außerordentlich begnadetes Wesen, das mit Gott und Teufel im engsten Verkehr stand. Um seine Huld und Fürbitte zu erlangen, flossen reichliche Geschenke an Kamelen, Pferden, Herden von Hornvieh und Schafen, so dass der arme Wadad von Berbera bald der reichste Mann des mächtigsten Stammes wurde und wie ein Fürst auftrat.
Mit seinem Ansehen wuchs sein Stolz und sein maßloser Ehrgeiz. Er ließ sämtliche Koranexemplare der anderen Wadads im Tale des Nogal verbrennen unter dem Vorgeben, er selbst sei der lebendige Koran, ein neuer Gesandter Gottes, dem alle Gehorsam und Gefolgschaft schuldeten. Wer sich nicht fügte, wurde gewaltsam aus dem Weg geschafft. Sobald er sich hinlänglich Stark glaubte, trat er als Eroberer auf.
Seit Mai 1899 begannen seine zügellosen Banden Mord und Raub in die benachbarten Gebiete zu tragen, alles weithin in Schrecken setzend. Auch in Berbera verursachte die Kunde von seiner Annäherung eine allgemeine Panik, da man auf einen Widerstand völlig unvorbereitet war und der britische Kommissär nur eine Handvoll Truppen zur Verfügung hatte.
Glücklicherweise langten von Aden zwei Kriegsschiffe an. Die Stadt war gerettet. Unverrichteter Dinge zog der Mullah unter Raub und Plünderungen langsam nach dem Hinterland Ogaden zurück, das Menelik, der Negus von Abessinien, als Teil seines weiten Gebietes beansprucht, und wo der Prophet daher vor der Verfolgung durch die Engländer sich sicher wusste.
Hier, im fruchtbarsten Teil des Somalilandes, gelang es dem Mullah, die Bevölkerung in Masse unter seine Fahnen zu ziehen und zu einem Feldzug gegen die Abessinier, den angestammten Erbfeind, zu begeistern. Während einzelne Streifbanden fortwährend das englische Schutzgebiet beunruhigten, rückte das Hauptheer im Laufe des Jahres 1900 auf Harar, die Hauptstadt des abessinischen Somalilandes, zu.




(Aus: die katholischen Missionen, 1903)

Freitag, 2. Dezember 2011

Die Kopten (II)

Fortsetzung von hier
Der wirksamste Damm nun gegen diese mohammedanische Überflutung wäre nach P. Nourrit die Bekehrung der Kopten in Ägypten und der Abessinier. Sie sind geborene Afrikaner und fürs Klima geschaffen. Die Ägypter sprechen das Arabische, das über den ganzen Sudan hin mehr oder weniger verstanden wird, als ihre Muttersprache. Beide Völker wohnen an der Eingangspforte zu diesem gewaltigen Missionsgebiet. Ihr Erscheinen würde bei jenen Völkern weniger Argwohn und Abneigung wecken, als das von Europäern. Die Besorgnis, den Fanatismus der Mohammedaner zu erregen, war ja auch die Ursache, dass die englischen Behörden den europäischen Missionären in Karthum und den zunächstliegenden Provinzen jede religiöse Propaganda untersagt haben. Jeder Europäer, der in den Sudan eindringen will, bedarf einer besonderen Erlaubnis, und diese wird, zumal den Franzosen, nur spärlich erteilt. All diese Schwierigkeiten fallen dagegen bei den ägyptischen Kopten und den Abessiniern fort. Man sucht sie im Gegenteil ins Land zu ziehen. Wären also die Kopten und Abessinier katholisch, so wäre die Evangelisierung des Sudan sehr erleichtert.


Das waren ganz fromme Zukunftswünsche und -betrachtungen! Leider wurden sie nicht so erfüllt, wie sich das die Priester damals erhofft hatten. Die koptisch-orthodoxe Kirche mit ca. 9 Millionen Seelen ist immer noch schismatisch. Es gibt nur etwa 200.000 katholische Kopten.
Den Kopten geht es im heutigen Ägypten, das gerade die ganz „rechtgläubigen“ Moslems (Moslembruderschaft und Salafisten) durch Wahlen an die Macht bringt, zunehmend schlechter, werden sie doch von den Moslems als "Ungläubige" angesehen.
Ende November griffen Tausende Moslems in elGhorayzat, einer mehrheitlich christlichen Kleinstadt mit 80.0000 Einwohnern, die Kopten an, töten zwei Kopten, die ihr Geschäft verteidigen wollen, verwundeten mehrere und zündeten koptische Häuser und Geschäfte an, meldete die assyrische Nachrichtenagentur.

Bezüglich des Sudan schätzt man, dass allein seit 1984 mehr als 1,5 Millionen Christen im durch die Janjaweed, arabische moslemische Kampftruppen, getötet worden sind (und ungezählte versklavt).
Noch heute gibt es islamische Sklavenhaltung von Christen im Sudan, da Sklaverei im Islam seit eh und je erlaubt ist. Die Lehre des Islam betrachtet die Sklaven als legitime Kriegsbeute. Während es früher katholische Orden waren, die die christlichen Sklaven von den Moslems losgekauft haben, z.B. die Trinitarier, so sind des heute unseres Wissens nur noch die Protestanten!
Seit dem Konzilsdokument "Nostra aetate"sind die Katholiken bezüglich des Islam, seiner Lehre und deren weltweiten Auswirkungen immer noch mit rosaroter Brille bekleidet.

Heiliger Daniel Comboni, Apostel des Sudan, bitte für uns!


Donnerstag, 1. Dezember 2011

Die Kopten (I)

Ägypten: Die Wichtigkeit des Bekehrungswerkes unter den Kopten

Die Wiederherstellung des alten katholisch-koptischen Patriarchats als Mittel zur Wiedervereinigung dieses Volkes und Ritus mit der wahren Kirche war eine der Lieblingsschöpfungen des verstorbenen Papstes*. Deswegen haben auch diese Blätter die koptische Mission so oft ihren Lesern empfohlen. Schon an und für sich wäre die Wiederrückgewinnung einer Kirche, deren Geschichte bis in die apostolische Zeit zurückgeht, deren Patriarchen einst einen so ehrenvollen Platz im Orient einnahmen, und die heute noch eine Million Christen unter einem (schismatischen) Patriarchen und  18 Bischöfen umfasst, ein außerordentlich wertvoller Gewinn.
Aber gewisse andere Erwägungen lassen die Wichtigkeit der koptischen Mission in ganz neuem Lichte erscheinen.„Der ganze Teil Afrikas zwischen dem Äquator und Tripolis“, so schreibt P. Nourrit S.J., „hat, abgesehen von den Christen in Abessinien und Ägypten (und Nord-Nyanza), eine entweder heidnische oder vorwiegend muselmannische Bevölkerung.
Die Eroberungen, die der Islam in diesen Länderstecken zwischen den großen Seen und dem Mittelmeere macht, sind geradezu erschreckend. Der ganze Ost- und Zentralsudan mit den Königreichen Bagirmi, Wadai, Sokoto, Bornu scheint ihm verfallen zu sein. Die mit heldenmütigen Opfern begründetet Mission der Väter vom Sudan (Söhne des heiligen Herzens) mit ihren wenigen vereinzelten Posten wird diese Gefahr nicht bannen können. Und so besteht die Befürchtung, dass dieser ganze afrikanische Nordwesten eines Tages mohammedanisch erwache. An dem Tage aber wäre der christlichen Evangelisation in diesen unermesslichen Länderstrecken das Tor hoffnungslos verschlossen.“

*Papst Leo XIII.

(Aus: Die katholischen Missionen, 10/1903)

Diese Vorhersage ist ja schon lange eingetroffen, bedingt durch die Gleichgültigkeit der Europäer gegenüber der Religion ihrer Väter. Mittlerweile werden wir selbst von den zig Millionen Moslems in Europa durch Da`Wa missioniert, bei gleichzeitigem Schweigen unserer Bischöfe dazu. Das hätten sich die Missionare damals wohl nicht träumen lassen.
Was den großteils immer noch schismatischen Kopten in einem Ägypten blühen wird, dass wie es aussieht, demnächst von Moslembruderschaft und Salafisten, die beide leichter unter der Bezeichnung „echte Moslems“ zusammenzufassen sind, reigiert wird, das wird sich recht bald zeigen. Wer die knapp 1400 Jahre islamischer Geschichte in Nordafrika kennt, hat diesbezüglich keine Hoffnungen.

Samstag, 26. November 2011

Frühling in Khartum

Die Schlacht von Omdurman

Hier ein weiterer Beitrag zum Thema „arabischer Frühling“. Die unheilvollen Ergebnisse von Volksaufständen in arabischen (sprich: islamischen) Ländern kann jeder leicht herausfinden, wenn er sich etwas mit der Geschichte beschäftigt. Dieser Bericht von Dom Luigi Bonomi, der im Sudan drei Jahre lang Gefangener von Muhammed Ahmed, dem selbsternannten „Mahdi“, war, ist vor allem angesichts seiner Aktualität in Bezug auf die weltweite Christenverfolgung besonders lesenswert.


Wir waren unser sieben (2 Priester: Dom Luigi Bonomi und Dom Joseph Ohrwalder, 2 Laienbrüder: Joseph Regnotto und Gabriel Mariani, und 3 Schwestern: Amalia Andreis, Eulalia Pesavento und Marietta Caprini) und wurden vor den Mahdi geführt. Er sagte uns, es sei notwendig, dass wir augenblicklich zum Islam überträten. Wir entgegneten fest: „Wir können diesem Befehle nicht entsprechen, noch unsere heilige Religion verlassen. Gott verbietet es, und selbst wenn wir der Kleidung und dem Äußern nach Moslems würden, so bleibe doch unser Herz unverändert.“ Diese kühne Antwort reizte Muhammed Ahmed sehr.
Er rief: „Höret, verfluchte Ungläubige! Morgen ist Freitag. Ich gebe euch Bedenkzeit. Wenn ihr beim Aufgange der Morgensonne nicht zum Islam übergetreten seid, so sollt ihr zum Tode geführt und hingerichtet werden zur Strafe für euren hartnäckigen Ungehorsam. Sehet also zu und bereut, solange es Zeit ist! Ich haben gesprochen.“
Im Laufe des Tages wurden wir von verschiedenen Derwischen besucht, welche uns beschwuren, den Islam anzunehmen. Wir antworteten ihnen: „Wir geben euch, o Derwische, denselben Bescheid, wie eurem Meister: Das ist uns nicht erlaubt!“ Sie waren wütend, spien uns an und zückten ihre langen Schwerter gegen uns. Allein wir vertrauten auf Gott.

Am nächsten Morgen wurden wir aus der Hütte, in welche man uns eingesperrt hatte, hervorgeführt. Die Araber standen in Schlachtordnung; hinter dem Fußvolk hielt eine starke Abteilung Reiterei. Tausende von Speeren und blanken Schwertern blitzten und funkelten in den Strahlen der Morgensonne.
Wir sahen sie aufsteigen und die Wipfel der wenigen Mimosen und die Felskanten vergolden, welche hier und dort aus der weiten, gelben Sandfläche aufragen — wir sahen sie aufsteigen und dachten, es sei das letzte Mal.
Nie mehr würden wir einen Sonnenaufgang schauen, unsere Bahn wäre durchlaufen und wir würden, wie Tausende vor uns, des Martertodes sterben für den Glauben an unseren Herrn — so dachten wir.


Furcht hatten wir keine; ja wir freuten uns im Gedanken, des Todes für Ihn würdig befunden zu sein.
Als wir die lange Front hinabgeführt wurden, gingen wir festen Schrittes und erhobenen Hauptes einher; die Araber zückten ihre langen, zweischneidigen Schwerter gegen uns und verfluchten uns, während wir vorüberschritten.
Jetzt erreichten wir den Platz, wo Muhammed Ahmed, der sogenannte „Mahdi“, hielt. Er saß auf einem prächtigen Dromedar. Laut rief er uns zu: „O Christen, seid ihr bereit, den Islam anzunehmen, oder wollt ihr euch die Köpfe von den Schultern schlagen lassen?“ — Auf Gott vertrauend gaben wir die Antwort: „ O Sheikh Muhammed Ahmed! Du hast große Gewalt; du befehligst diese große Schar von Kriegern, welche sich so weit erstreckt, wie das Auge reicht. Du kannst ihnen gebieten, was in deinen Augen gut scheint, und dein Befehl wird vollzogen. Auch über uns hast du Macht, dass du uns erschlagen kannst; denn Gott hat in seinem weisen Ratschluss uns in deine Hand gegeben. Aber du hast keine Macht, o Sheikh, uns zum Islam zu zwingen. Wir ziehen den Tod diesem Entschluss vor.“
Wir alle gaben diese Erklärung ab. Die finsteren Reihen schwiegen; Derwische mit langen Schwertern standen gewärtig, den Wink ihres Herrn zu erfüllen und unsere Köpfe abzuschlagen.

Aber Muhammed Ahmed schaute eine Zeit lang aufwärts und gen Osten und schwieg. Dann richtete er sein Adlerauge durchdringend auf uns, und da er bemerkte, dass wir im Glauben nicht wankten, rief er mit lauter Stimme: „ O Nazarener, möge Allah, der allgütige und barmherzige, eure Herzen recht machen und euch zur Wahrheit führen!“
Nachdem er dies gesagt hatte, rief er abermals laut: „Ihr alle, Sheikhs und Derwische und wer immer Waffen trägt unter euch: steckt euer Schwert in die Scheide! Denn dieses ist der Befehl, den ich gebe: Lasset diese Nazarener ungekränkt in meine Hütte führen — ich habe es gesagt!“ So wurden wir hinweggeführt, und wir dankten Gott, dass er das Herz dieses fürchterlichen Mannes zur Schonung gegen uns bewogen hatte.
Wir wurden in eine Strohhütte geführt; er hieß uns niedersitzen und mit ihm speisen. Dabei unterhielt er sich zwanglos mit uns und fragte nach unserer Meinung in verschiedenen Sachen. „Seid meines Schutzes versichert“, sagte er. „Kein Haar eures Hauptes soll gekrümmt werden. Ich übergebe euch nun der Obsorge eines Syrers namens Georg Stambuli. Dieser Mann, sah, Allah sei Dank, den Irrtum seiner Wege ein und hat den Islam angenommen. Gewiss werdet auch ihr euren Irrtum bald einsehen; Stambuli wird euch in jeder nützlichen Kenntnis unterrichten!“

(Aus: die katholischen Missionen, 1885)

Wie in vielem irrte Muhammed Ahmed auch hier. Die Missionäre blieben standhaft, eine Schwester und ein Bruder wurden von Gott in die Ewigkeit abberufen, Dom Luigi gelangte die Flucht noch im selben Jahr, Pater Ohrwalder erst 1891.

Mittwoch, 23. November 2011

Statistiken eines früheren "arabischen Frühlings"

Muhammed Ahmad, der "Mahdi"


Wir geben nun die Bevölkerungszahl des Sudan, wie sie neulich von der Times veröffentlicht wurde und deren Schätzung nach P. Ohrwalder annähernd richtig ist. Vor dem Hereinbruch der Mahdia (1885) betrug die Bevölkerung
8 525 000 Seelen; während der Mahdiherrschaft erlagen an Krankheit 3 451 000; weitere 3 203 500 gingen in den Kämpfen unter. Mithin bleibt eine gegenwärtige Bevölkerungsziffer von 1 870 500 Seelen.


(Aus: Die katholischen Missionen, 1904)