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Mittwoch, 17. April 2013

Die „Schatzkammer des armen Heilandes in Bosnien“


Messe im Freien in Bosnien (1901)
Die bosnische Kirche ist eine der ärmsten, die es gibt, und die apostolische Armut der bosnischen Weltgeistlichen in ihren abgelegenen Bergdörfern dürfte größer sein als die der meisten Heidenmissionäre. 
Um wenigstens der Armut in den schlichten Dorfkirchlein einigermaßen abzuhelfen, wurde in Sarajevo die „Schatzkammer des armen Heilandes in Bosnien“ eingerichtet, nämlich eine Sammelstelle für die Paramente, Kirchenwäsche und andere Gaben, die von Vereinen, Kongregationen und einzelnen Wohltätern geschenkt werden. 
„In Bosnien und Herzegowina wird es nur wenige Kirchen geben, welche aus dieser Schatzkammer nicht beschenkt worden wären.“ Während des Krieges wurden auch die Truppen bzw. die Feldgeistlichen nach Möglichkeit bedacht. 

Nunmehr soll sich die Sammelstelle zu einer „Schatzkammer des armen Heilandes auf dem Balkan“ erweitern, und wir machen unsere deutschen Paramentenvereine aufmerksam, dass ihre Gaben hier vielleicht dringender benötigt sind als in manchen Heidenmissionen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1918)

Sonntag, 12. August 2012

Ein Pfarrer in großer Not

Über die Lage der Kirche in Bosnien und spezielle die große Armut des dortigen Weltklerus, der sich mit den schlechtesten Pfarreien begnügen muss, sind unsere Leser wiederholt informiert worden.
Dringenden Notrufen Folge gebend, empfehlen wir unseren Lesern noch einmal recht herzlich die armen bosnischen Pfarrer.
Welches ihre Lage ist und wie ihr abgeholfen werden kann, sagt am besten folgende, der kleinen Zeitschrift „Stimmen aus Bosnien“ entnommene Schilderung.

„Nach Vollendung meiner theologischen Studien“, so erzählt der hochwürdige Herr Don Nicola Juric, Pfarrer in Drežnica (Herzegowina), „bekam ich sogleich eine Pfarrei. Diese war verwaist und wartete schon drei Monate auf mich. Es war schwer. Die Kirche ist in einem Zustand, dass ich in derselben des Nachts die Sterne am Himmel hätte zählen können. Das wenige, was an Paramenten da war, hatten die Mäuse zernagt. Einen Tabernakel gab es nicht; das Allerheiligste wurde in einem kleinen Kästchen aufbewahrt.
Im Pfarrhof gab es mehr Mäuse als Steine in den Wänden. Einen Ofen hatte ich nur in der Kanzlei, und trotz aller Mühe konnte ich die Wärme nur auf 6 °R (Rankine?) bringen. Diese Kanzlei diente zugleich als Küche und Wohnzimmer für mich, meinen Bruder und noch einen Burschen.
Diese zwei Burschen bildeten mein ganzes Hausgesinde. Im Schlafzimmer musste ich morgens das Eis durchschlagen, wenn ich mich waschen wollte. Und die Nahrung! Aß ich zu Mittag, so war am Abend oft nichts da. Hatte ich Suppe, fehlte es gewiss an Brot und umgekehrt.
Die Pfarrei hat eine Länge von sieben Stunden. Da ich kein Pferd mein eigen nannte, musste ich den Weg immer zu Fuß machen, auch bei argem Wetter. Das ist für einen gesunden Mann anstrengend.
Auch ich war anfangs gesund; ich war begeistert für die Seelsorge. Aber die häufigen langen Wege, die schwache Nahrung, die empfindliche Kälte überwältigten mich; mein Mut begann zu sinken.

Aber jener, Der alles weiß und sieht, erbarmte sich auch meiner; er schickte mir einen Engel vom Himmel. Es fand sich nämlich eine gute, edle Seele, dies sich meiner Pfarrei annahm.
Allmählich wuchsen mir wieder die Flügel. Ich ging wieder mutig ans Werk, und siehe, innerhalb von zwei, drei Jahren hatte sich meine ganze Lage verändert.
Meine Kirche hat einen schönen Tabernakel, noch schönere Paramente und eine prachtvolle Fahne mit unseren Patronen. Früher ohne irgendeine Sakristei, haben wir jetzt eine hübsche, kleine Sakristei. Das Pfarrhäuschen ist nett hergerichtet und mit allem Nötigen versehen.
Was mich aber am meisten freut, ist dieses: Vier Stunden von der Pfarrkirche, tief im Gebirge, habe ich dreißig bis vierzig Häuser zu pastorisieren.
Wenn ich dorthin versehen ging, konnte ich nicht mehr am selben Tag heimkehren, aber auch nirgends übernachten. Ging ich dorthin, war es mir oft, als ginge ich dem Tod entgegen.
Und jetzt? Jetzt steht dort eine schöne Kapelle, ein Filialkirchlein, mit einem Zimmer für den Priester. Die Leute haben gute Gelegenheit, der heiligen Messe beizuwohnen und die Sakramente zu empfangen.


Und das alles haben wir dieser edlen, hochherzigen Seele, unserer ‚guten Mutter‘, wie ich sie in meinen Briefen immer nannte, zu verdanken.
Brächte ich mich und unsere ganze Pfarrei für sie zum Opfer, wir könnten ihr nicht gebührend danken. In meiner früheren traurigen Lage sah mich einst ein Priester, der mir später gestand: ‚Ich dachte damals, dass du nichts mehr brauchtest als die heiligen Sterbesakramente.‘ Auch ich und meine ganze Pfarrei dachten so.
Und ich wäre wohl nicht mehr am Leben, wenn meine liebe ‚Mutter‘ nicht gewesen wäre.
Jetzt obliege ich fast mit der früheren Kraft meiner erhabenen Berufsarbeiten. Gott sei gepriesen, der uns seinen Engel gesandt: meine beste, liebste ‚Mutter‘. Mein erstes Memento gilt täglich ihr, und mein ganze Pfarrei betet ohne Unterlass: ‚Gott vergelte es ihr mit ewigen Gütern.‘

Wenn nur recht viele Pfarrer in Bosnien und der Herzegowina eine so „gute Mutter“ fänden, wie Pfarrer Juric sie in einer edlen ungarischen Dame gefunden hat.


(Aus: die katholischen Missionen, 1912)

Auch Sie, liebe Leser, können heute Priestern in Geldnöten helfen. Mir fallen da die Benediktiner des Silverstream Priory in Irland ein. Dies ist eine neue Gründung, deren Charisma es ist, besonders den Heiland in der Eucharistie zu verehren und für die Heiligung der Priester zu beten. Wer einen Paypal-Account hat, möge doch eine Spende, sei sie auch noch so klein, an dieses vielversprechende Werk überweisen. Der Prior, Dom Mark Daniel Kirby, bittet um Ihr Gebet. Vergelt's Gott!

Auf der Seite des Klosters finden sich in der Mitte der rechten Sidebar ein "Donate Online"-Button, mit dem über Paypal Spenden getätigt werden können:



Sonntag, 3. Juni 2012

„Gehet hin und lehret alle Völker“

Giovanni de Montecorvino OFM, erster Erzbischof von Peking


Auf dem dritten internationalen geographischen Kongress, welcher in Venedig tagte, gedachte Herr Lesseps in der Eröffnungsrede der berühmten italienischen Entdeckungsreisenden seit dem Mittelalter bis auf die neueste Zeit, und vergaß dabei keineswegs die Missionäre.
Unter diesen wurde besonders der Franziskaner Ordovico de Pordenone (1285-1331) hervorgehoben, der die entferntesten Gebiete Asiens durchzogen und über seine Erlebnisse einen verdienstvollen Bericht hinterlassen hat.
1314 zog er von Venedig aus, begab sich zunächst nach Konstantinopel; predigte dann in Bosnien, in der Herzegowina, in Ungarn und Polen das Evangelium, darauf verweilte er in Armenien und Persien und drang bis in die Tartarei vor. Nun ging er nach Rasan und Jezdo, von wo er nach Bagdad herunterzog, überall das Wort Gottes verkündend.1322 finden wir ihn in Indien, nahe bei Bombay, woselbst er von den Götzendienern viel zu leiden hatte.
Von da gelangte er zu Schiff an die malabarische Küste, nach Madras, Ceylon und Sumatra, weiter ging es dann nach Java und Paten. Nach langwieriger Fahrt trat er dann in Zapa auf, dem Ciamba Marco Polos, einer Provinz Süd-Cochinchinas (Anmerk.: heute Südvietnam und östliches Kambodscha).
Der unermüdliche Apostel wendete sich nun direkt nach Norden, besuchte China und hielt sich drei Jahre in Peking auf, woselbst er den greisen 80-jährigen Bischof Giovanni de Montecorvino (siehe Bild) noch antraf.
Er kehrte nach Europa zurück, um apostolische Arbeiter anzuwerben, und durchzog jetzt ganz Asien, indem er seinen Weg nach Tibet nahm. Glücklich traf er endlich wieder in Italien ein, starb aber dann bald nach seiner Ankunft in seinem Konvent von Udine fromm in Herrn im Alter von nur 46 Jahren.


(Aus: die katholischen Missionen,1882)