Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Sonntag, 8. Februar 2026

Video: Solemn Pontifical Mass of Cardinal Agagianian in Korea

 


Caeremoniale Romane recently uploaded this video of the Servant of God Cardinal Gregorio Pietro Agagianian celebrating a Pontifical Mass at the cathedral of Seoul during his visit to Korea in 1959. Cardinal Agagianian was not only the Armenian Catholic Patriarch of Cilicia, but also the Prefect of the Congregation for the Propagation of the Faith and as such inspected Korea's Catholic missions during this weeklong trip. Agagianian was bi-ritual, celebrating both his native Armenian rite and the Roman rite, using the latter during his visits to mission countries as Prefect.


Here is a contemporary news article on his visit:

HONOR GUARD, 19-GUN SALUTE 3ID 3/15/59 " FAREWELL TO CARDINAL AGAGIANIAN AT END OF 6-DAY VISIT TO KOREA SEOUL, Korea, March 13 (Radio, NC)— Korean Army and Air Force personnel stood rigidly at attention while a 19-gun salute boomed out in farewell to His Eminence Gregorio Pietro XV Cardinal Agagianian at the conclusion of his week-long visit to this country. Thousands of Catholics joined Korea's Vice President John M. Chang, Church dignitaries and government officials in a final tribute to the Pro-Prefect of the Sacred Congregation for the Propagation of the Faith, who flew to Japan on the final leg of his extensive tour of the Far East. In a brief ceremony at Seoul's airport Bishop Harold Henry, S.S.C., Vicar Apostolic of Kwangju, gave the Cardinal a spiritual bouquet of Masses and Communions to be presented to His Holiness Pope John XXIII on behalf of Korean Catholics in answer to the Pontiff's request for prayers for the Church of Silence. Before boarding the plane to Japan Cardinal Agagianian thanked government authorities for the facilities placed at his disposal during his visits to various mission centers. He also thanked United Nations and U.S. military authorities for their cooperation in supplying him with a plane for his tour of Korea. Official receptions, religious ceremonies and public functions highlighted the Cardinal's eight-day visit. In Seoul the prelate offered a Pontifical Mass in the city's cathedral and dedicated the new Church of the Immaculate Heart of Mary. Included In the Cardinal's itinerary vías a visit to Chinhae, on the southern coast of the country, for a meeting with President Syngman Rhee of Korea and Mrs. Rhee. The Cardinal presented the Korean chief of state with a gold medal commemorating the first year of Pope John's pontificate. Traveling by rail and road whenever weather conditions did not permit him to fly. Cardinal Agagianian stopped over at Chun Chon where he visited the graves of three Columban priests killed by North Korean Reds in 1950.



Dienstag, 14. Juni 2016

Nationalkonzil der armenischen Martyrerkirche in Rom (Teil 2)



Fortsetzung von hier

Nach dem Wunsche des Heiligen Vaters sollte die Bischofskonferenz am Feste des heiligen Kreuzes ihren Anfang nehmen. Wohl schon lange nicht mehr sah die altehrwürdige Kirche des heiligen Nikolaus von Tolentino in Rom eine solche Menschenmenge, wie an jenem Morgen des 6. Mai. Die feierliche Pontifikalmesse hielt Mons. Paulus Petrus XIII., Patriarch von Cilizien. Ihm assistierte als Diakon der Kapuziner P. Cyrill von Erzerum, ein geborener Armenier, der das ganze Unglück seines Volkes miterlebt hat, der 30 seiner Verwandten auf grausame Weise hinsterben sah und selbst in wunderbarer Weise zweimal dem Türkenbeile entrann. Die anderen bischöflichen Konferenzteilnehmer hatten ihren Platz im Presbyterium. 

Unvergesslich werden jedem Zuschauer diese altehrwürdigen, hohenpriesterlichen Gestalten bleiben. Gewaltigen Eindruck machte es, als der von der Last der Jahre, Kummer und Sorge gebrochene Erzbischof Petrus Cojunian zum Altare hinaufstieg, um da den brüderlichen Friedenskuss seines Patriarchen zu empfangen. Auf der Evangelienseite des Querschiffes wohnten auf einer Tribüne fünf Purpurträger der heiligen Kirche der Feierlichkeit bei, an ihrer Spitze Kardinal Sincero, Sekretär der Kongregation für die orientalische Kirche. Mächtig wirkte auf alle der erhebende, feierlich schöne Ritus und der einfach schlichte, fast wehmütig stimmende Messgesang der armenischen Seminaristen. 

Nach Schluss der heiligen Handlung bestieg der frühere Apostolische Palastprediger Mons. Pasetto aus dem Kapuzinerorden das Rednerpult. Schon zu Beginn seines Vortrages, als er die ehrwürdigen Priestergreise begrüßte und in ihnen auch all den anderen Bischöfen und Priestern, Schwestern und Laien, die in der letzten Verfolgung um des heiligen Glaubens willen ihr Leben gelassen, den Gruß der heiligen Kirche bieten wollte, standen wohl vielen die Tränen in den Augen. Dann wünschte er der hohen Versammlung Glück und Gottes Segen für ein gedeihliches Arbeiten im Dienste des Herrn „Und Gottes Segen“, sprach er weiter, „wird sicher nicht fehlen, da zum Feste gerade der Maimonat, der Monat unserer lieben Frau, genommen worden. Maria, die hehre Gottesmutter, der der heilige Gregor einst sein erstes Kirchlein in Armenien geweiht, wird sicher ihre Hilfe nicht versagen, die Königin Armeniens, an der Seite ihres Königs, Christus. Das Blut, das um Christi willen Ihre Heimat rot gefärbt hat, wird Unterpfand sein und bleiben für den kommenden Triumph Ihrer Nation. Auch Christus musste sterben am Kreuze, damit das Kreuz durch ihn verherrlicht werde.“


(Aus: Seraphisches Weltapostolat des heiligen Franziskus von Assisi, 1928)

Donnerstag, 9. Juni 2016

Nationalkonzil der armenischen Martyrerkirche in Rom (Teil 1)

Das Nationalkonzil in Rom 1911. Viele der Bischöfe starben im Völkermord an den Armeniern (siehe unten). Gott wird es sicherlich dem vergelten, der diese Märtyrer auf dem Bild identifizieren kann. Für Kommentare bin ich dankbar.


Die Konferenz der armenischen Bischöfe in Rom, Mai 1928.

Schrecklich war das Blutbad, das die Söhne Mohammeds in den Kriegsjahren 1915 bis 1919 unter den christlichen Armeniern angerichtet haben. Es war der Vernichtungskampf gegen ein Volk. 1.300.000 Armenier fielen unter dem Messer der Türken; ihre Dörfer und Stadtviertel wurden in Brand gesteckt und dem Erdboden gleichgemacht. Dasselbe Schicksal ereilte auch die katholischen Gemeinden. Von den 16 katholischen Armenierdiözesen bleiben nur drei unversehrt, Alexandria in Ägypten, Aleppo in Syrien und Konstantinopel. Die anderen – alle in Kleinasien gelegen – wurden gänzlich vernichtet. Der katholisch-armenische Klerus, der vor dem Krieg über 250 Priester verfügte, ist heute auf die Hälfte zusammengeschmolzen, denn genau 126 Priester erlitten des heiligen Glaubens wegen den Martertod, und von 175 Schwestern brachten 47 ihr Blut zum Opferaltar. Neun Bekennerbischöfe konnte die armenische Kirche in ihr Heldenalbum eintragen. Ihre Namen sind [die Schreibweise weicht evtl. von der heutigen stark ab]:

Msgr. Levon Kecegian, Erzbischof von Sebaste, vermisst;

Ignatius Maloian, Erzbischof von Mardin, ermordet [auf dem Bild wahrscheinlich 5. von links];

Garabed Kciurian, Erzbischof von Erzerum, gestorben in der Verbannung;

Michael Kaciadurian, Bischof von Malatia, auf grausame Weise niedergemacht;

Andreas Celebian, Bischof von Diabekir, lebendig begraben;

Stephan Isrälian, Bischof von Karpouth, auf dem Weg in die Verbannung meuchlings ermordet;

Joseph Melchise-Dekian, Bischof von Erzerum, gestorben an den Folgen der Verbannung;

Jakob Topusian, Bischof von Mouch, lebendig verbrannt.

Ihnen gesellten sich in der Folgezeit noch fünf andere Bischöfe bei, denen der Tod die harte Kreuzeslast abnahm. Sechs volle Jahre dauerte das blutige Morden. Die Überlebenden mussten ihr Vaterland verlassen und ziehen heute noch arm und elend in der weiten Welt herum.

Wird dieses arme Volk nicht Jubel und Freude erfüllt haben, als im Februar dieses Jahres der Vater der Christenheit alle noch lebenden armenischen Bischöfe nach Rom, der katholischen Weltstadt, rief, um da in gemeinsamer Arbeit beim Grab des ersten Papstes geeignete Mittel und Wege für den Wiederaufbau des christlichen Glaubenslebens ihrer Nation zu finden? Die überlebenden Bischöfe! Beim letzten Nationalkonzil im Jahr 1911 waren es 25 (19 nahmen am Konzil teil), und nur neun füllen heute ihre Reihen.


(Aus: Seraphisches Weltapostolat des heiligen Franziskus von Assisi, 1928)

Fortsetzung hier

Montag, 17. März 2014

Bilder und Video: Ostkirche


Die nachfolgenden Bilder zeigen ausschließlich katholischen Klerus!

Bischöfe der armenisch-katholischen Kirche, in Rom zum Nationalkonzil versammelt (1911), in der Mitte Patriarch Terzian



der Diener Gottes, Andrej Scheptyzkyj, Großerzbischof von Lemberg, auf Besuch in Philadelphia 
(1910)


Sylwester Kardinal Sembratowicz, Vorgänger von Scheptyzkyj als Großerzbischof von Lemberg

Syro-malabarische Bischöfe, auf dem Stuhl mit hoher Lehne das erste Oberhaupt der syro-malabarischen katholischen Kirche nach Wiedererrichtung der Hierarchie, Mar Augustine Kandathil
Messe im syrisch-antiochenischen Ritus der syro-malankarischen katholischen Kirche (Indien) (Bildquelle: Simon Cheakkanal)
Für liturgisch Interessierte: Video der syro-malankarischen Liturgie, zelebriert von Benedict Mar Gregorios, Nachfolger von Mar Ivanios von 1955-1994 (Bildquelle:Simon Cheakkanal)





Samstag, 1. Juni 2013

Mit Rom immer und ewig - Nachruf auf den ersten armenischen Kardinal

Andoun Bedros Kardinal Hassoun 

Der höchste an Rang und der bedeutendste an Einfluss unter den 1883 und 1884 heimgegangenen Kirchenfürsten der Propaganda-Gebiete ist Anton Hassun, früher armenisch-katholischer Patriarch von Konstantinopel und Cilicien, zuletzt als erster armenischer Kardinal mit dem römischen Purpur bekleidet. 

Sein Name wurde in den kirchlichen Wirren des Orients in den letzten Jahrzehnten oft genannt, sein ganzes Leben ist ein mächtiges Stück Kirchengeschichte. 
Aber eben weil sein Name so vielgenannt ist und so hochberühmt, kann man das so vielbewegte Leben des Kardinals nicht in ein paar Zeilen zusammenfassen.

Die Inschrift auf dem Markusstuhl: „In aeternum juxta Romam“, „mit Rom immer und ewig“, war sein ganzes Lebensprogramm; kein Wunder: ist er doch als Schüler der Propaganda aufgewachsen, „im Schatten der Peterskirche“, wie Pius IX. einst sagte. I
n der Kirchengeschichte trat Anton Hassun auf, als er 1838 zum Erzbischof von Anazarbe i.p. und zum Koadjutor des Primas von Konstantinopel, Msgr. Maruschi, ernannt wurde; er erhielt zugleich das Recht der Nachfolge. 

Sein Vorgänger starb 1846. Im Jahr 1850 errichtete Primas Hassun, von Pius IX. ermächtigt, sechs Bistümer. Durch den Beschluss der Bischofsversammlung von Bsommar am Mariä-Himmelfahrts-Fest 1866, oder richtiger durch die darauffolgende päpstliche Bestätigung, wurde der Primas von Konstantinopel zugleich Patriarch von Cilicien. 

Nach dem vatikanischen Konzil erhob sich wider ihn Schisma und Cäsarismus. Es war eine für unsere Zeitläufe recht bezeichnende Episode, als der verbannte Patriarch am 27. Juli 1872 im Vatikan den Papst im Gefängnis besuchte. 
Pius hatte wie immer Worte des Trostes und der Zuversicht. Er schenkte dem Exilierten ein wertvolles Brustkreuz und sagte dabei: „Das Kreuz, das Gott dir auferlegt, mein Sohn, ist unendlich kostbarer, als jedes, dass ich dir geben kann.“

Zwar durfte er nach einigen Jahren auf seinen Primatialsitz zurückkehren, sollte aber sein Leben dort beschließen, wo in allen Stürmen seine Grundsätze fest verankert blieben: in Rom.

Von Leo XIII. Anfang Dezember 1880 dahin berufen, empfing er am 14. d. M. das rote Birett und das „Verargon“, ein violettes armenisches Überkleid, das er nach einer eigens dafür erlassenen Bestimmung der Ritenkongregation als Kirchenfürst des armenischen Ritus tragen sollte. 

In der Ansprache Leo XIII. wurde er auf den großen Kardinal Bessarion als Vorbild hingewiesen. Ist dieser auch der erste Kardinal des Orients gewesen, so war Hassun doch der erste Armenier, der den Purpur trug. 
Nun arbeitete er trotz seiner 80 Jahre mit rüstiger Kraft in den Kongregationen, bis er am 28. Februar 1884 seiner Tätigkeit durch den Tod entrissen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1884)

Montag, 24. Dezember 2012

Weihnachten bei den katholischen Armeniern

Armenisch-katholische Bischöfe und Klerus in Jerusalem (wohl 1893 zum eucharistischen Kongress, Patriarch in der Mitte mit römischem Pallium)

Da die Armenier in ihrer altehrwürdigen Liturgie — sie reicht mindestens bis ins fünfte Jahrhundert hinauf — noch dem Julianischen Kalender folgen, so fällt gegenwärtig ihr Weihnachtsfest mit unserem 6. Januar, dem Feste der heiligen drei Könige, zusammen.
Am Abend des 24. Dezember armenischer Zeitrechnung wird um 11 Uhr die festlich geschmückte Kirche für die Gläubigen geöffnet. In jeder armenischen Kirche stehen im Heiligtum vor dem Altar zwei Paare durch einen halbkreisförmigen Eisenstab verbundener Säulen.
An jedem der beiden Eisenstäbe ist ein Vorhang, der nach einer Seite aufgeht, befestigt. Ist der untere Teil aufgezogen, so ist der äußere Vorhang am vorderen Säulenpaar rot, der innere ist weiß und von sehr leichtem Stoff.
Diese Vorhänge kommen übrigens nur beim feierlichen Hochamt zur Verwendung. Das ganze Heiligtum ist mit einem großen türkischen Teppich belegt. Eine Anzahl Lampen hängen von den Gewölben herab; sie dienen aber nicht zur Beleuchtung der Kirche, sondern bloß zum Schmuck und zur Förderung der Andacht.
Indes ist es vor allem der Hochaltar, welcher die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Auf den zahlreichen Stufen, die zum Tabernakel emporführen, brennen viele Lichter, und auf der obersten Stufe liegt mitten in reichem Blumenschmuck das Bild des Jesuskindes, und bleibt daselbst bis Mariä Reinigung.
Der Gottesdienst beginnt genau nachts 12 Uhr mit Absingen der Matutin und Laudes. Während der Matutin, die bis etwa 2 Uhr dauert, ist der Klerus schwarz gekleidet.
Vor Beginn der Laudes zieht die Geistlichkeit die von der im Abendland üblichen ziemlich verschiedene Chorkleidung an. Sie besteht nämlich in einem aus dickem Stoff gefertigten, meist roten Chorhemd, worüber noch ein dem Chorkragen (Mozetta) der Lateiner ähnliches Kleidungsstück getragen wird.
 Dieses ist an Farbe vom Chorhemd stets verschieden; wie am römischen Messgewand ist auf der Rückenseite ein Kreuz hineingewirkt, ebenso sind zwei kleine Kreuze vorne zu beiden Seiten der Brust. Die assistierenden Priester tragen Messgewänder von der Form der abendländischen Rauchmantel.
Nun beginnen die Laudes; gegen Ende derselben verlassen alle auf ein gegebenes Zeichen das Heiligtum und kommen unter Vorantragung des Kreuzes in Prozession ins Mittelschiff. Hier hält der Zug, und alle ordnen sich in einen großen Kreis.
Nachdem der Diakon den Zelebranten, welcher in der Regel der Bischof selbst ist, dreimal inzensiert hat, stimmt er einen Hymnus an, der Segenswünsche für die vier Weltgegenden ausspricht. Hierauf wendet er sich nach den vier Himmelsrichtungen und liest vier Evangelienabschnitte, welche über die Geburt des Heilands und die verschiedenen Umstände bei derselben berichten, worauf jedes Mal ein auf das betreffende Geheimnis sich beziehender Lobgesang folgt.
Den Gesang begleitet aber keine Orgel, sondern es erschallen in einem fort Zymbeln und andere aus Bronze oder Messing gefertigte Instrumente, die man Zniska heißt; es sind dies zwei hohle Halbkugeln, mit eisernem Handgriff verbunden, welche aneinandergestoßen oder auch mit eisernen Stäbchen geschlagen werden.
Der nach allen vier Weltgegenden erteilte Segen beschließt die Laudes. Inzwischen ist es etwa 3 Uhr geworden, und das Hochamt beginnt.
Das Privileg, am heiligen Weihnachtstag drei Messen zu lesen, hat man im Orient nicht. Die heutige Messe unterscheidet sich nicht von den Messen anderer Tage nach armenischem Ritus; der Hauptunterschied zwischen dieser und der Messe des römischen Messbuchs liegt in folgendem: Das Credo wird vom Diakon allein gesungen, das Offertorium und das Paternoster dagegen vom ganzen Chor. Nach dem Paternoster geht der Zelebrant herum und zeigt dem Volke den hochheiligen Leib und das kostbare Blut des Herrn im Kelche zur Anbetung und erteilt hernach damit vom Altar aus den sakramentalen Segen.
Die armenische Messe enthält mehr Gesänge als die lateinische, sie werden alle auswendig nach altüberlieferten Melodien vorgetragen. — Der oben erwähnte rote Vorhang ist vom Ende des Introitus bis zur Epistel, der innere weiße während der Kommunion des Priesters geschlossen; letzterer ist übrigens von so feinem Zeug, dass der Zelebrant doch sichtbar bleibt. Nachmittags hält man Vesper und Segen wie in Europa.
Das ist die Christtagsfeier der armenischen Kirche. Auch die schismatischen Armenier beobachten ganz dieselben.


(Aus: die katholischen Missionen, 1890)

Allen Lesern wünsche ich gesegnete Weihnachten!

Montag, 30. Juli 2012

Der hl. Papst Pius X. exkommuniziert aufsässige Armenier

St. Pius X.
Wie vorauszusehen, gaben sich die rebellischen Armenier mit der Vertreibung des Patriarchen Terzian aus dem bischöflichen Palais nicht zufrieden, sondern setzten einen Verwaltungsrat für das Patriarchat ein.
Am 1. Juni nun erfolgte durch ein Schreiben Papst. Pius X. die Exkommunikation der aufrührerischen Laien. Einleitend erwähnt der Papst die Vergehen, deren sich eine Schar übelgesinnter Armenier schuldig gemacht hat, weist sodann auf die väterlichen Mahnungen von Seiten des Heiligen Stuhles hin und fährt hierauf fort: 


„Es widerstrebt Uns, gegen die eigenen Kinder Strenge anzuwenden, aber man zwingt Uns dazu. Uns liegt die Pflicht ob, darüber zu wachen, dass die Autorität der Bischöfe keinen Schaden leide, dass die Rechte der Kirche unberührt und die Einheit bewahrt bleibe.
Wir verwerfen daher mit apostolischer Entschiedenheit alles, was in dieser Auflehnung gegen die Bestimmungen des Apostolischen Stuhles und das kanonische Recht geschehen ist; Wir erklären es für null und nichtig.
Ferner erklären Wir den Administrationsrat für illegitim und schismatisch und sprechen feierlich die Exkommunikation aus über jedes einzelne Mitglied desselben sowie über alle katholischen Armenier, die sich rebellisch gegen die kirchliche Autorität zeigen.
Die andern aber bitten und beschwören Wir im Herrn, auf der Hut zu sein, damit sie sich nicht durch den Irrtum fortreißen lassen und in ihrer guten Gesinnung wankend werden.
Sie mögen ihre Gebete mit den Unsrigen vereinen, damit die verirrten Brüder zu heilsamer Reue gelangen und zu besserer Gesinnung zurückkehren.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1912)

Sonntag, 3. Juni 2012

„Gehet hin und lehret alle Völker“

Giovanni de Montecorvino OFM, erster Erzbischof von Peking


Auf dem dritten internationalen geographischen Kongress, welcher in Venedig tagte, gedachte Herr Lesseps in der Eröffnungsrede der berühmten italienischen Entdeckungsreisenden seit dem Mittelalter bis auf die neueste Zeit, und vergaß dabei keineswegs die Missionäre.
Unter diesen wurde besonders der Franziskaner Ordovico de Pordenone (1285-1331) hervorgehoben, der die entferntesten Gebiete Asiens durchzogen und über seine Erlebnisse einen verdienstvollen Bericht hinterlassen hat.
1314 zog er von Venedig aus, begab sich zunächst nach Konstantinopel; predigte dann in Bosnien, in der Herzegowina, in Ungarn und Polen das Evangelium, darauf verweilte er in Armenien und Persien und drang bis in die Tartarei vor. Nun ging er nach Rasan und Jezdo, von wo er nach Bagdad herunterzog, überall das Wort Gottes verkündend.1322 finden wir ihn in Indien, nahe bei Bombay, woselbst er von den Götzendienern viel zu leiden hatte.
Von da gelangte er zu Schiff an die malabarische Küste, nach Madras, Ceylon und Sumatra, weiter ging es dann nach Java und Paten. Nach langwieriger Fahrt trat er dann in Zapa auf, dem Ciamba Marco Polos, einer Provinz Süd-Cochinchinas (Anmerk.: heute Südvietnam und östliches Kambodscha).
Der unermüdliche Apostel wendete sich nun direkt nach Norden, besuchte China und hielt sich drei Jahre in Peking auf, woselbst er den greisen 80-jährigen Bischof Giovanni de Montecorvino (siehe Bild) noch antraf.
Er kehrte nach Europa zurück, um apostolische Arbeiter anzuwerben, und durchzog jetzt ganz Asien, indem er seinen Weg nach Tibet nahm. Glücklich traf er endlich wieder in Italien ein, starb aber dann bald nach seiner Ankunft in seinem Konvent von Udine fromm in Herrn im Alter von nur 46 Jahren.


(Aus: die katholischen Missionen,1882)

Montag, 9. Januar 2012

Asiatische Türkei — Die Greuel in Armenien


Armenier auf der Flucht
Hier ein Bericht über die Verfolgung der Armenier im osmanischen Reich, es handelt sich nicht etwa um den Völkermord an den Armeniern in den Jahren 1914-1917, dessen Leugnung Frankreich kürzlich gesetzlich unter Strafe gestellt hat und dafür vom türkischen Ministerpräsidenten Erdogan mit Sanktionen bedroht wurde, sondern um eine der zahlreichen Verfolgungen davor, die in den Jahren 1894-1896 statt fand.

Das Bild, das wir früher von den blutigen Christenmorden auf Grund zuverlässiger Berichte entworfen, war gewiss schrecklich genug. Dass dasselbe aber noch weit hinter der Wirklichkeit zurückblieb, beweist der nunmehr veröffentlichte authentische Bericht der armenisch-katholischen Behörde (vgl. die Zeitschrift „Das heilige Land“ 1896, Heft 3, S. 112 ff.).
Die hier zusammengestellten Tatsachen sind geradezu haarsträubend. Wir heben daraus in Kürze wenigstens einiges heraus, was zur Ergänzung unserer früheren Berichte dient.

Kurzes Verzeichnis über die Entweihungen, die gewaltsamen Bekehrungen zum Islam und die Priestermorde:

1.    Provinz Trapezunt (Trabzon). Die Metzeleien in der Hauptstadt wiederholten sich in den meisten umliegenden Dörfern. In 13 derselben die Kirchen geplündert und zerstört. 6 Priester ermordet. 4 Dörfer gewaltsam zum Islam bekehrt. Zahlreiche Frauen geschändet.

2.    Provinz Erzerum. 41 Kirchen sind ausdrücklich namhaft gemacht, die teils geplündert und zerstört, teils in Moscheen verwandelt wurden. Dazu kommen zahlreiche ungenannte und etwa 15 armenische Klöster. Die christlichen Gotteshäuser wurden vor der Zerstörung in teuflischer Weise geschändet, beschmutzt, die Bilder, Altäre, Kruzifixe, Gewänder, Evangelienbücher schmachvoll der Verunehrung preisgegeben und dann vernichtet.
Etwa 13 Weltpriester und 8 Mönche wurden ermordet, andere eingekerkert. Ganze Dörfer sind gewaltsam zur Annahme des Islam und zur Beschneidung gezwungen worden. Die Gräueltaten an Hunderten von christlichen Frauen und Mädchen sind über alle Beschreibung empörend. In einigen Distrikten hat der Kultus des Kreuzes völlig aufgehört.

3.    Provinz Van. Hier wurden in den verschiedenen Distrikten 58 Kirchen und 29 Klöster, außerdem sämtliche Kirchen und Klöster der Distrikte Akhpag und Barguerd geplündert und zerstört und eine größere Anzahl Priester und Mönche, zum Teil unter schrecklichen Qualen, getötet; 26 Dörfer, die ausdrücklich genannt werden, sowie sämtliche Ortschaften der Distrikte Chadkh und Hokhiatz u.a.m. wurden gewaltsam zum Abfall gezwungen.
An mehreren Orten legten die Kurden die priesterlichen Gewänder, welche sie aus den Kirchen geraubt, an und führten mit dem Kreuze, dem Evangelium und dem heiligen Kelche in der Hand sowohl in ihren eigenen wie in den armenischen Dörfern schamlose Tänze auf, um die Religion und die Kirche der Christen lächerlich zu machen.

4.    Provinz Bitlis. Hier wurden 28 Kirchen und 13 Klöster ausdrücklich genannt außer zahlreichen anderen, die geplündert und teils zerstört, teils in Moscheen verwandelt, teils geschlossen. Die Zahl der ermordeten Priester und Mönche ist nicht festgestellt, aber ziemlich bedeutend. Außer den gewöhnlichen, wahrhaft bestialischen Schandtaten und Entweihungen, die sich allenthalben wiederholten, ist noch einiges besonders hervorzuheben.
Manche der schismatischen Geistlichen wurden gezwungen, den Turban aufzusetzen, zahlreiche christliche Frauen und Mädchen zwangsweise an Mullahs verheiratet, viele Christen zur Annahme mehrerer Frauen nach den Gebräuchen des Islam veranlasst, um so ihren Abfall vollständig zu machen, über 100 Dörfer zum Abfall und zur Beschneidung gezwungen, ganze Scharen von Kindern entführt, um sie zum Islam zu erziehen etc. Auch hier ist das Christentum stellenweise ganz ausgerottet.

(es folgen im Bericht noch die Provinzen Siwas und Mamuret-ül-Aziz, in der ähnliche, z.T. noch schlimmere Grausamkeiten verübt wurden)

Dieselben Greuel wiederholten sich in den Provinzen Diarbekir, Adana, Aleppo und im Sandschak Ismidt. Die Einzelheiten sind oft grauenerregend und zeigen den mohammedanischen Würger von seiner brutalsten Seite.
So viel ist gewiss, diese letzten Vorgänge der Türkei bilden eine der blutigsten und entsetzlichsten Seiten in der Geschichte dieses Jahrhunderts, das doch der Gräuel so viel gesehen. (…)
Tröstlich ist die herzliche Teilnahme, welche die christlich-gläubige Welt den armen Glaubensbrüdern im Osten entgegengebracht. Überall in Amerika, England, Frankreich, Österreich sind erfolgreiche Aufrufe zur Unterstützung der schwer heimgesuchten Mission ergangen. Auch Deutschland hat z.B. durch seinen „Verein des heiligen Landes“ und seine verschiedenen Presseorgane tatkräftige Unterstützung teils schon geleistet, teils zugesagt. Die Not ist außerordentlich groß und dringend.
Gewiss werden auch die Leser unserer Blätter bereitwillig fortfahren, ihr Scherflein zu spenden. Bereits ging uns von dem Obern der Kapuzinermission, P. Eugen de Modica, von Trapezunt aus ein inniges Dankschreiben zu für eine vorläufige Gabe.
„Tausende und aber Tausende vor kurzem noch blühender Existenzen“, so schreibt der hochwürdige Missionär, „sind an den Bettelstab gebracht, ihrer Ernährer beraubt und sogar mit herzloser Grausamkeit aus ihren Heimatsorten vertrieben worden. Die armen Witwen haben sich mit ihren hilflosen Würmchen, das nackte Leben rettend, hierher geflüchtet, mit der einzigen Hoffnung im Herzen, dass der allmächtige Gott sie in seiner unbegrenzten Barmherzigkeit nicht verlassen werde.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1896)