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Sonntag, 8. Februar 2026

Video: Solemn Pontifical Mass of Cardinal Agagianian in Korea

 


Caeremoniale Romane recently uploaded this video of the Servant of God Cardinal Gregorio Pietro Agagianian celebrating a Pontifical Mass at the cathedral of Seoul during his visit to Korea in 1959. Cardinal Agagianian was not only the Armenian Catholic Patriarch of Cilicia, but also the Prefect of the Congregation for the Propagation of the Faith and as such inspected Korea's Catholic missions during this weeklong trip. Agagianian was bi-ritual, celebrating both his native Armenian rite and the Roman rite, using the latter during his visits to mission countries as Prefect.


Here is a contemporary news article on his visit:

HONOR GUARD, 19-GUN SALUTE 3ID 3/15/59 " FAREWELL TO CARDINAL AGAGIANIAN AT END OF 6-DAY VISIT TO KOREA SEOUL, Korea, March 13 (Radio, NC)— Korean Army and Air Force personnel stood rigidly at attention while a 19-gun salute boomed out in farewell to His Eminence Gregorio Pietro XV Cardinal Agagianian at the conclusion of his week-long visit to this country. Thousands of Catholics joined Korea's Vice President John M. Chang, Church dignitaries and government officials in a final tribute to the Pro-Prefect of the Sacred Congregation for the Propagation of the Faith, who flew to Japan on the final leg of his extensive tour of the Far East. In a brief ceremony at Seoul's airport Bishop Harold Henry, S.S.C., Vicar Apostolic of Kwangju, gave the Cardinal a spiritual bouquet of Masses and Communions to be presented to His Holiness Pope John XXIII on behalf of Korean Catholics in answer to the Pontiff's request for prayers for the Church of Silence. Before boarding the plane to Japan Cardinal Agagianian thanked government authorities for the facilities placed at his disposal during his visits to various mission centers. He also thanked United Nations and U.S. military authorities for their cooperation in supplying him with a plane for his tour of Korea. Official receptions, religious ceremonies and public functions highlighted the Cardinal's eight-day visit. In Seoul the prelate offered a Pontifical Mass in the city's cathedral and dedicated the new Church of the Immaculate Heart of Mary. Included In the Cardinal's itinerary vías a visit to Chinhae, on the southern coast of the country, for a meeting with President Syngman Rhee of Korea and Mrs. Rhee. The Cardinal presented the Korean chief of state with a gold medal commemorating the first year of Pope John's pontificate. Traveling by rail and road whenever weather conditions did not permit him to fly. Cardinal Agagianian stopped over at Chun Chon where he visited the graves of three Columban priests killed by North Korean Reds in 1950.



Sonntag, 2. Juni 2019

Wie schön der Kampf gegen den Teufel ist – Msgr. Félix Ridel M.E.P.

Msgr. Ridel, Missionsbischof in Korea (gestorben 1884; Quelle: Koreanische Bischofskonferenz)





Nach zweijähriger Arbeitszeit in der koreanischen Mission schrieb der spätere Bischof Ridel: 

„Der Feldzug wird lang und schwer sein, um so besser! Ist der Soldat nicht am liebsten im Gefecht? Ich ergreife meine Waffen, mein Panzerhemd, meinen Stahlhelm. Nun soll der Teufel kommen! Mein Herz jubelt und kann die Freude nicht fassen. Wenn sie alle die Reize, all das Entzücken kännten, das man in diesem Kampf gegen die Hölle findet, in diesem Fischzug der Seelen, wie viele Priester würden sich dem Werke der Missionen weihen!“

Samstag, 17. Juni 2017

Besuch in der Erzabtei St. Ottilien

Portal der Abteikirche, leider ohne den imposanten Turm


Heute war ich seit langer Zeit mal wieder in der Erzabtei St. Ottilien, dem Sitz der Missionsbenediktiner, die den Lesern dieses Blogs bestimmt nicht unbekannt sind. Bei früheren Besuchen in der Dublettenkammer von Bruder Norbert O.S.B. (R.I.P.) habe ich den Großteil meiner Ausgaben von „die katholischen Missionen“ ergattert. Diesmal haben wir uns besonders das umgebaute Missionsmuseum angesehen – nachfolgend einige Eindrücke aus St. Ottilien, die ich gerne mit meinen Lesern teilen möchte.

Die Ausstellung beginnt mit einer Büste von Erzabt Norbert Weber O.S.B., dessen recht turbulente Regierungszeit die größte Ausdehnung der Missionbenediktiner sah. 



Weiter geht es mit afrikanischen Alltagsgegenständen ... und jeder Menge ausgestopfter Tiere!





Auch eine schöne Monstranz aus der Mission in Deutsch-Ostafrika wurde ausgestellt (im Hintergrund ein Foto mit dem damaligen P. Cassian Spiß, auf den wir noch zu sprechen kommen werden):



Ein Freikaufschein für einen Sklaven. Der Sklavenfreikauf war bekanntlich eine wichtige Tätigkeit der Missionare, vor allem in Ostafrika, wo die arabischen Sklavenjäger ihr Unwesen trieben und ganze Landstriche fast entvölkerten:



Tafel zu Bischof Cassian Spiß, der bei einem Aufstand ums Leben kam. Mehr über ihn hier.




Hier einige Gegenstände, man kann wohl sagen Reliquien, dieses großen Missionsbischofs und seiner Ordensleute, die mit ihm zusammen umkamen:



Bischof Cassians Kelch hatte eine ganz eigene Geschichte, wie man auf der Tafel lesen kann:



Auch der Märtyrer von Tokwon wurde gedacht, die in Nordkorea von den Kommunisten entweder hingerichtet wurden oder, wie Abtbischof Bonifaz Sauer, den Strapazen der Lagerhaft erlagen.



Hier die Messutensilien, die zwei Brüder mit in die Lagerhaft bringen konnten:



Auch die Fortbewegungsmittel der Missionare konnte man begutachten, wie dieses bayerische Erzeugnis:


Die Waffenkammer:




Danach ging es in die Abteikirche. Dieser Seitenaltar wurde u. a. von den Lesern der Missionszeitschrift „das Heidenkind“ gestiftet. „Lies, merks u. gedenks“ mahnt die Tafel auf der Epistelseite.



Dann noch zu den Gräbern einiger Erzäbte (Erzabt Weber starb in Bagamoyo in Tansania) und Abtbischöfe in den Missionen:



Ein schöner Besuch, der auch an all die Missionsbenediktiner erinnert, die der „Menschensorge für Gottesreich“ (Buchtitel von Erzabt Weber) nachgingen und gemäß dem Ordensmotto das „Lumen Caecis“, das „Licht der Blinden“ den Heiden predigten.


Deo gratias!

Sonntag, 22. Januar 2017

Kein Weg zu weit

Auf der Insel Tchutja [wohl eine Insel vor der Südküste Koreas] war es, wo in den Verfolgungen der 1860er Jahre Antonius Kim in der Verbannung lebte und fern von Priester und Missionär jahrelang die heiligen Sakramente nicht empfangen konnte.

Da hörte er eines Tages, dass in Nagasaki ein Priester wohne, und todesmutig nahm der eifrige Christ die Gelegenheit wahr und durchfuhr auf einem kleinem Fischerboot, nur von einigen getreuen Christen begleitet, auf mehrmonatiger Fahrt das gefährliche Meer, um die heiligen Sakramente empfangen zu können.

Ähnliche Züge kann die koreanische Kirchengeschichte manche erzählen, ein Zeichen, wie tief der christliche Glaube und die katholische Überzeugung in den Herzen der Koreaner Wurzel fassen können.


(Aus: die katholischen Missionen, 1914)

Donnerstag, 19. Januar 2017

Aktuell: Alte Messe in Singapur

Der heilige Laurent Joseph Imbert aus dem Pariser Missionsseminar, der im Jahr 1839 als Märtyrer in Korea starb, war vermutlich der erste Priester, der in Singapur die heilige Messe zelebriert hat. Es befinden sich einige Reliquien des heiligen Missionsbischofs in der Kathedrale von Singapur.

Ich leide aktuell an einer Zivilisationskrankheit im rechten Unterarm und möchte darum nicht über das beruflich notwendig Maß tippen (habe mir auch schon eine ergonomische Maus gekauft). Darum wollte ich nur kurz auf einen Artikel von New Liturgical Movement über die alte Messe in Singapur und die Bedeutung der lateinischen Sprache für die Liturgie in einer mehrsprachigen Nation hinweisen:

Latin and the Latin Mass in Singapore



Samstag, 16. August 2014

So war der erste Weltkrieg in den Missionen: Auswirkungen auf das Pariser Missionsseminar


Das Pariser Missionsseminar, das in Vorderindien, Hinterindien, China, Japan und Korea zahlreiche Diözesen und Apostol. Vikariate verwaltete, zählte zu Beginn dieses Jahres über 200 Missionäre dieser Länder und 103 Aspiranten unter den Waffen. 9 Mitglieder sind bereits auf dem Schlachtfeld gefallen, 18 sind schwer verwundet und 8 befinden sich als Gefangene in Deutschland, darunter der hochw. Herr Guiraud, der Direktor des Seminars. 

Zu den heiligen Weihen, die am 19. Dezember 1914 in der Kirche St. Sulpice erteilt wurden, fanden sich nur 8 Aspiranten ein, darunter 5, die die heilige Priesterweihe empfingen; 3, die im Feld standen, hatten acht Tage Urlaub zur Vorbereitung und zum Empfang der Weihe erhalten.


(Aus: die katholischen Missionen, 1915)

Mittwoch, 23. April 2014

Andreas Kim, der erste koreanische Priester und heiliger Märtyrer

St. Andreas Kim-Statue in Jeoldu-san (Bildquelle: Hijin6908)

(…) Umsonst versuchte Msgr. Ferréol, Imberts Nachfolger, in den folgenden Jahren mit zwei Missionären und den beiden koreanischen Seminaristen Andreas Kim und Thomas Ts’oi in Korea einzudringen. Erfolglos warteten sie an der mandschurischen Grenze auf eine günstige Gelegenheit. Sie kam nicht. 

Erst im Jahr 1845 gelang es dank einem unerhört kühnen Wagnis des inzwischen zum Diakon geweihten Andreas Kim. Unter abenteuerlichen Erlebnissen hatte dieser sich über die peinlich bewachte Grenze geschlichen und in Seoul heimlich ein Haus für den künftigen Bischof gekauft. 
Dann wagte er mit elf Christen in einer bloß 25 Fuß langen Fischerbarke die weite Fahrt nach Schanghai. Ein furchtbarer Sturm, der drei Tage und Nächte anhielt, überfiel die mutigen Schiffer. Der Mast musste gekappt und mit dem größten Teil der Vorräte über Bord geworfen werden. Eine Woge zerschlug das Steuer. Mast- und steuerlos trieb die Barke auf den unbekannten Gewässern. 

Trotz der verzweifelten Lage verlor Kim sein Vertrauen nicht und richtete auch den Mut seiner verzagten Gefährten auf. Aus einigen Holzstücken wurden Notsteuer und Notruder gefertigt, und nach unglaublichen Mühen und Gefahren erreichte die Barke wirklich die Reede von Wusung. Da die Landung koreanischer Schiffe durch chinesisches Gesetz strengstens verboten war, steuerte Kim sein Fahrzeug mitten unter die vor Anker liegenden englischen Schiffe und rief die erstaunte zusehende Bemannung in französischer Sprache um Schutz und Hilfe an. Sein Bericht und das kühne Wagnis erregten bei den britischen Seeleuten das größte Erstaunen und lebhaftes Interesse.

Zunächst fanden Kim und seine halb zu Tode erschöpften Leidensgefährten liebevolle Aufnahme bei den Jesuiten. Bald traf auch Bischof Ferréol ein und wurde von seinen braven Koreanern mit inniger Freude begrüßt. Am 17. August 1845 empfing Kim als erster koreanischer Priester zu Kin-ka-kam bei Schanghai die heilige Priesterweihe und las am 24. August die erste heilige Messe. Acht Tage später trat die Barke mit dem Bischof und einem jungen französischen Missionär an Bord unter Führung Kims die Rückfahrt nach Korea an, das man nach abenteuerlichen Kreuz- und Querfahrten wirklich erreichte.

Leider wurde Bischof Ferréol der vortrefflichen Stütze, die er an dem mutigen, tatkräftigen koreanischen Erstlingspriester hatte, schon bald wieder beraubt. 
Um eine bessere und sicherere Verbindung mit China zu schaffen, sollte Kim mit der chinesischen Fischerflotte, die im Frühjahr an der Westküste Koreas sich einzufinden pflegt, heimlich Verbindung anknüpfen. Bei dieser Gelegenheit fiel der junge Priester den überall aufgestellten koreanischen Häschern in die Hände und wurde vor Gericht gestellt. 

Unerschrocken bekannte er hier seinen Glauben und verkündigte, mit dem schweren Kang (ein schweres Holzbrett, das als Fessel am Hals befestigt wird) beladen, der neugierig zuströmenden Menge die christliche Lehre. Ins Gefängnis nach Seoul abgeführt, richtete er hier noch ein herrliches Abschiedsschreiben an die koreanischen Christen. 

„Auch die Verfolgung“, so schließt er, „ist Gottes Zulassung. Tragt sie in Geduld für Gott, aber bittet ihn unter Tränen, dass er seiner Kirche den Frieden schenke. Mein Tod wird für euch ein harter Schlag sein und euch betrüben. Aber bald wird Gott euch bessere Hirten geben, als ich euch sein könnte. Betrübet euch nicht zu sehr und bemühet euch, Gott so zu lieben und ihm zu dienen, wie er es verdient. Bleiben wir vereint in der Liebe, und der Tod wird uns vereinen in der Ewigkeit, wo wir bei Gott ewig glücklich sein werden. Das hoffe ich tausend-, ja zehntausendmal.“

Am. 16 September 1846 wurde der mutige Bekenner Christi hingerichtet. 
„Ich stehe vor meinem Hinscheiden“, so redete er die Umstehenden vor seinem Tod noch an, „hört, was ich euch sage. Wenn ich mit Ausländern verkehrt habe, so geschah dies meiner Religion und Gottes wegen; ihretwegen gehe ich in den Tod. Ein ewiges Leben beginnt jetzt für mich. Wollt auch ihr nach diesem Leben glücklich sein und nicht den ewigen Strafen verfallen, die Gott denen bestimmt hat, die nichts von ihm wissen wollen, so werdet Christen.“

So starb der erste koreanische Priester, erst 25 Jahre alt. Er hatte selbst seinen Richtern eine solche Hochachtung abgenötigt, dass sie gegen den sonstigen Gebrauch bei Hingerichteten ihn ehrenvoll bestatten ließen.

(Aus: Der einheimische Klerus in den Missionsländern, von Anton Huonder S.J., 1909, mit Imprimatur)

Heiliger Andreas Kim, bitte für uns und für Korea!

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Protestantischer Missionär: ob die Reformation nicht zu weit ging?


Rev. Mr. Knox, ein Presbyterianer-Missionär in Korea und Japan, hat, wie wir dem Tablet entnehmen, in einem protestantischen Blatt zwei sehr bemerkenswerte Artikel über das katholische Missionswerk in diesen beiden Ländern veröffentlicht. Er erzählt mit Bewunderung von der alten Jesuitenmission in Japan und dem Heldenmut, mit dem die Missionäre und zahllose Christen, Männer, Frauen und Kinder den Tod für ihren christlichen Glauben erlitten. Dann fährt er fort: 

„Es ist nicht zu verwundern, dass die heldenmütigen Missionäre der römischen Kirche den lauten Beifall beobachtender Männer gewinnen, denen das behagliche Familienleben des protestantischen Missionärs im Kreise seiner Frau und Kinder und umgeben von überflüssigem Lebenskomfort wenig imponiert. 
Und soweit wir von Sympathie mit den Dogmen der römischen Kirche entfernt sein mögen: die Armut, Ausdauer, Geduld und der Opfermut ihrer Missionäre bewegt uns alle zur Bewunderung. Jeder denkende Missionär muss notgedrungen sich die Frage stellen, ob die Reformation nicht zu weit gegangen, und ob diese priesterlichen, klösterlichen, militärischen Typen schließlich nicht doch mehr im Einklang stehen mit der Idee eines wahren Missionärs.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1895)

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Eine Zeitschrift für den koreanischen Klerus


St. Andreas Kim Taegon, Koreas erster Priester (Märtyrer)


P. Guinand aus dem Pariser Missionsseminar schreibt aus Ryong-San bei Seoul:

„Vor einem Jahr haben wir eine Zeitschrift für unseren einheimischen Klerus gegründet. Sie erscheint jeden Monat und hat folgende Rubriken:

1. Nachrichten aus Rom
2. Religiöse Nachrichten über die gesamte Weltkirche
3. Nachrichte über die zwei Apostol. Vikariate Koreas
4. Nachrichten aus dem koreanischen Priesterseminar vom heiligsten Herzen zu Seoul
5. Vier oder fünf Predigtskizzen
6. Geschichte und Widerlegung der hauptsächlichsten Häresien
7. Nachrichten über wissenschaftliche Entdeckungen und andere Ereignisse, die für den koreanischen Klerus von besonderem Interesse sind
8. Antworten auf die von den Lesern eingesandten Fragen über die verschiedensten Fächer
9. Eine monatliche Preisausgabe.“

Leider müssen die Blätter durch einen gewöhnlichen Vervielfältigungsapparat hergestellt werden. Wer hilft zur Anschaffung einer kleinen Druckmaschine, um die überaus wichtige Monatsschrift den eifrigen koreanischen Priestern angenehm und anregend zu gestalten?


(Aus: die katholischen Missionen, 1915)

Sonntag, 26. Mai 2013

Wo ist dieser Missionsbischof?

Francis Hong Yong-ho (1906-?), offiziell amtierender Bischof von Pjöngjang, Nordkorea

Bischof Francis Hong Yong-ho wurde 1944 von Abtbischof Bonifaz Sauer OSB, dessen Seligsprechungsverfahren als Märtyrer eingeleitet ist, zum Bischof geweiht, um die Funktion eines Apostolischen Vikars von Pjöngjang (später Bischof) einzunehmen.  Er wurde 1949 von den Kommunisten inhaftiert. Bis heute fehlt jede Spur von ihm, wahrscheinlich ist er vor Jahrzehnten gestorben.
Der Vatikan führt in weiterhin offiziell als Bischof von Pjöngjang, um auf die Situation der Katholiken in Nordkorea hinzuweisen.

Samstag, 11. Mai 2013

Die verheerenden Auswirkungen des ersten Weltkriegs auf die Missionen

Fähnrich in Deutsch-Ostafrika
(Quelle: Bundesarchiv, Bild 105-DOA6369 / Walther Dobbertin / CC-BY-SA)

Der gegenwärtige Krieg ist durch England und Frankreich, welche Senegalesen und Spahis, Japaner und Inder, Kanadier und Südafrikaner mit in den Kampf rissen, zum furchtbaren Völkerringen geworden, das über die ganze Welt seine unheilvollen Einflüsse geltend macht.

Alle jene Einzelerscheinungen nun im heimatlichen Missionsbetrieb und auf dem weiten Missionsfelde, die mit dem gewaltigen Völkerkrieg im Zusammenhang stehen, gedenken wir nach und nach in diesen Blättern zusammenzustellen, um so unsern Lesern einen Einblick in die Lage und die Nöte der Missionen bieten zu können.

In erster Linie scheint das Missionspersonal durch den Krieg schwer betroffen zu sein. Viele Missionäre und Schwestern, die bereits zur Abreise gerüstet waren, mussten die Abfahrt auf ruhigere Zeiten verschieben. 
Von den Steyler Missionären und Schwestern allein konnten 40 Patres, 20 Brüder und wohl ebenso viele Schwestern den Weg zu ihrem Bestimmungsort nicht antreten, darunter der neugeweihte Apostolische Vikar von Togo, Bischof Wolf. Das gleiche Geschick traf eine Reihe von Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria, und die ersten Missionäre aus der Picpusgenossenschaft, die eben nach Deutsch-Neuguinea abreisen sollten. 
Vier deutsche Jesuiten, die sich auf dem Weg nach Brasilien befanden, wurden auf Madeira angehalten; zwei sahen sich gezwungen, in Funchal zu bleiben, die beiden andern befinden sich als Kriegsgefangene in England. Zwei Jesuiten, die aus Chile nach Deutschland zurückkehren wollten, mussten auf spanischem Boden verbleiben. Dem deutschen Jesuitenbsichof Heinrich Doering von Puna und seinen Begleitern ist die Rückkehr nach Indien einstweilen unmöglich gemacht. 
Ähnliche Fälle werden wohl die meisten Missionsgenossenschaften aller Länder zu berichten haben.

Aber dieser Ausfall an neuem Missionspersonal bedeutet nur einen schwachen Teil des Verlustes, den die auswärtigen Missionen erlitten. Weite Gebiete sind der Missionäre beraubt, und mancherorts unterliegt die Tätigkeit der Glaubensboten einer hemmenden Kontrolle. 
So wurden aus Ceylon die deutsche Oblaten, wie Bruder Grouffault uns aus Jaffna schreibt, für Kriegsgefangene erklärt. Sie müssen sich täglich des Morgens und Abends dem englischen Agenten stellen, dürfen aber 5 Meilen in der Runde von ihrer Residenz aus ungehindert ihre apostolische Tätigkeit entfalten. Ähnlich erging es den deutschen Jesuiten in Bombay und Puna. Die jüngeren Ordensleute sollen sogar interniert sein.

Aus Korea meldet Abt Bonifaz Sauer OSB, dass die japanische Regierung die deutschen Mönche bisher in ihrer Wirksamkeit nicht behindert habe und einstweilen kein Grund zur Besorgnis vorliege.

Besonders hart ist das Schicksal der von französischen Glaubensboten geleiteten Missionen. 
In ihrem Hasse gegen die Kirche kennt die französische Regierung keinen Unterschied zwischen Priestern und Laien, und so hat sie aus allen Weltteilen Missionäre nach Frankreich abberufen und an die Front kommandiert. 
Aus Korea zog beinahe die Hälfte der Missionäre fort, aus Japan und China eine stattliche Zahl, aus Indien Ende August über 15 Patres aus dem Pariser Seminar. Von Konstantinopel aus landeten bis Anfang September in Frankreich 70 Ordensleute: Assumptionisten, Lazaristen, Salesianer und Schulbrüder. In der gleichen Zeit kamen auf zwei Schiffen in Marseille 63 Ordensleute aus Ägypten und 24 aus Smyrna an. 

Sogar drei Bischöfe mussten ihre Herden verlassen, Bischof Florian Demange von Taiku in Korea, Bischof Joseph Perros, Apostolischer Vikar in Siam und Bischof Moury, Apostol. Vikar der Elfenbeinküste. Dieser musste mit seinen Missionären nach Senegal in den Kolonialkrieg; das Apostol. Vikariat ist kirchlich ohne Hirten. 
Die empörende Behandlung der Missionäre durch die französische Regierung bedeutet einen furchtbaren Schlag für weite und zahlreiche Missionsgebiete.

Jahrzehnte wird es vielleicht bedürfen, bis der angerichtete Schaden bei dem schwachen Nachschub von Missionspersonal aus Frankreich wieder gut gemacht ist, es müsste denn sein, dass Gott in anderen Ländern zahlreiche Berufe erwecke.


(Aus: die katholischen Missionen, 1915)

Samstag, 20. Oktober 2012

Empfehlenswerter Artikel über das Pariser Missionsseminar

Jedem, der Englisch spricht, kann man diesen Wikipedia-Artikel über das Pariser Missionsseminar nur wärmstens ans Herz legen, denn er schildert ziemlich kompakt die Geschichte dieser ehrwürdigen Institution, die über 20 kanonisierte Märtyrer hervorgebracht hat, und ist dazu noch mit interessanten Fotos aufgelockert:



Ihr Heiligen des Pariser Missionsseminars, bittet für uns!

Montag, 28. November 2011

Seouls Skyline - Gestern und Heute

Früher (vor genau hundert Jahren) war die Kathedrale das höchste Gebäude in Seoul....



CC: Patriotmissle

...das ist sie wohl schon länger nicht mehr!