Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Sonntag, 9. Oktober 2016

Ein Märtyrer in Tibet

P. André Soulié M.E.P. (erste Reihe, zweiter von rechts) neben Bischof Felix Biet

Aus einem Brief des Apostolischen Vikars von Tibet, Msgr. Giraudeau.

„Am 3. April 1905 kam eine Schar Lamas von Bathang mit etwa sechzig Kriegern, welche sie in drei Dörfern gewaltsam rekrutiert hatten, etwas vor Sonnenuntergang in Yaregong an. Pater Soulié war durch die roten Lamas von Yaregong zum Voraus hiervon in Kenntnis gesetzt worden und hatte damals eben alles zur Abreise bereit gemacht und seine Sachen ins Depot gebracht.

Da er die Vorgänge in Bathang zum Teil nicht kannte, glaubte er, nichts Weiteres als eine Plünderung fürchten zu müssen. Als er nun aber sein Haus durch die Lamas und ihre Krieger umringt sah, hielt er es für gut, sich auszuliefern; übrigens hatte er auch kein Mittel zu entkommen. Er trat daher zur Tür heraus mit den Worten: „Da bin ich, ihr könnt mit mir machen, was ihr wollt, selbst mich töten.“ Da niemand Hand an ihn zu legen wagte, befahl der Führer der Lamas einem sehr verrufenen Menschen, sich des Missionärs zu bemächtigen, indem er ihm eine gute Belohnung versprach.
Der Tibetaner gehorchte sofort und umfasste den Pater mit den Armen. Er wurde an den Füßen gefesselt; man ließ ihm aber die Hände frei. Während man ihm die Fesseln an die Füße legte, erhielt er einen Säbelhieb auf den Kopf, der ihn aber kaum verwundete, und an der Seite wurde er von einem Stein getroffen, an welchem er bis zum letzten Augenblick zu leiden hatte. Die Lamas von Bathang warfen ihm nur das eine vor, dass er eine andere Lehre als die Lamaserei [buddhistisches Kloster] predige.

Hierauf drang der Anführer der Lamas in die Zimmer des Paters und entdeckte dort ein Verzeichnis, in dem alle Habseligkeiten des Priesters auf tibetanisch aufgeschrieben waren. Dieses Verzeichnis diente ihm nun dazu, auf alles Hand zu legen. Als dann alle Gegenstände und Vorräte der Mission, wie auch die der Christen genommen waren, befahl der gleiche Anführer sechzehn seiner Leute, den Pater zu töten.

Diese führten ihn an ein wenig aus dem Dorf hinaus und banden ihn an einen Baum. Sofort traf ihn eine Kugel am Hinterkopf und ging bei der Stirn hinaus. Ein zweiter Schuss traf ihn gerade ins Herz. Die Mörder banden den Leichnam los und bedeckten ihn zur Hälfte mit Steinen und Baumzweigen. Es war am 14. April, dem Feste der Schmerzen Mariä, gegen zehn Uhr morgens, als unser Martyrer sein Opfer vollendete.

Herr Soulié, aus dem Bistum Rodez, war seit 1885 Missionär in Tibet.


(Aus: Annalen der Verbreitung des Glaubens, 1906)

Pater Soulié war auch ein bedeutender Botanist, darum habe ich ihn in diese Liste aufgenommen (letzter Eintrag).

Sonntag, 18. September 2016

Mehr Blutvergießen in der „Blutmission“

(Quelle: Tom Lemmens)

Wir hatten schon häufiger Artikel über das Apostolische Vikariat Südwest-Hupé (heute Diözese Yichang) in China, das wegen der vielen Verfolgungen auch den Beinamen „Blutmission“ erhielt. Das Vikariat befand sich unter Leitung der belgischen Franziskanerprovinz.

Seit dem vorigen Jahr [1921] ist das Gebiet von Li-Tschuen in Südwest-Hupé in heftiger Erregung. Einige Buddhas hetzen das unwissende und abergläubische Volk auf. Im Laufe des vorigen Jahres wurden mehrere Christen ermordet, weil sie sich weigerten, vor diesen Betrügern auf die Knie zu sinken und ihnen Weihrauch zu opfern.

P. Peregrinus Thenissen wurde verhaftet und grausam geschlagen; sein Leben verdankte er nur dem tatkräftigen Eintreten eines Dorfobern. P. Trudon Jans wurde mit etwa 60 Waisenkindern in der Residenz belagert und nur durch das Eingreifen regulärer Truppen gerettet.

P. Julian Adons, wie die beiden vorhin genannten ein belgischer Franziskaner, lebte monatelang inmitten der größten Gefahren. Trotzdem wollte er seine Gemeinde nicht verlassen, um nicht seine teuren Christen zu entmutigen. Er versammelte sie täglich im Kirchlein und ermunterte sie, ihr ganzes Vertrauen auf den göttlichen Heiland zu setzen. Zu seinem Trost wuchs der Glaubenseifer der Christen mächtig unter dem Druck der ständigen Gefahren.

Am 14. Januar abends drangen etwa 20 Bewaffnete unversehens in die Wohnung des Missionars ein und quälten ihn durch Lanzen- und Messerstiche zu Tode. Drei Tage später fand ein herbeigeeilter Mitbruder die Leiche in schrecklich zugerichtetem Zustand. Ein Lanzenstich hatte den Schädel von einer Schläfe zur anderen gespalten, das Hinterhaupt zeigte eine klaffende Wunde, die Kehle war ebenfalls durchstoßen.

Der gute Hirt, der in der Stunde der Gefahr seine Christen nicht verlassen wollte, hat sein Leben für seine Schafe dahingegeben.

Die Lage der Christen in diesen Gegenden ist noch immer sehr gefährdet. Bischof Modestus [Everaerts] schreibt darüber unter dem 27. Januar 1922: „In Itschang ist das Volk in Erregung und selbst die Truppen flößen wenig Vertrauen ein. Jeden Tag errichtet man Barrikaden auf den Straßen. Es werden viele Drohungen gegen die Europäer ausgesprochen und gegen Abend darf man darum das Haus gar nicht mehr verlassen. Wir wissen gar nicht, was unser noch wartet, sed in manu Domini sumus. In der Ebene, wo der Aufstand nicht herrscht, wütet infolge der Überschwemmungen die Hungersnot, das wird bis zum Monat Oktober weiterdauern.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1922)


Laut Franciscan Herald Vol. 10, 1922 waren drei Brüder von P. Julian Adons ebenfalls Franziskanermissionäre in Südwest-Hupé, eine Cousine namens Schwester Maria Amanda von den Franziskanerinnen Missionärinnen Mariens war einige Jahre zuvor als Märtyrerin gestorben. Ihr Seligsprechungsprozess war zu dem Zeitpunkt bereits eingeleitet.

Samstag, 2. April 2016

P. Robert Streit über den Buddhismus

Tibetanischer Götze 


Für das Buch, in dem diese Zeilen stehen, erhielt P. Robert Streit O.M.I. von Papst Pius XI. die goldene Jahresmedaille.

„Der Buddhismus, Ostasiens vielgepriesene Religion, steht im grellsten Gegensatz zur katholischen Religion. Die katholische Religion hat auf ihrer Missionswanderung durch die Länder die Völker zu sich emporgehoben, hat deren religiöse und sittliche Anschauungen veredelt und deren völkische Eigenart verchristlicht.  Der Buddhismus dagegen ist auf seiner Missionsfahrt durch Ostasien zu den tiefer stehenden Völkern hinabgesunken, hat sich überall den vorgefundenen Volksreligionen angepasst, hat aus ihnen minderwertige animistische Bestandteile in sich aufgenommen, ist mehr und mehr heidnisch geworden. So beherrscht in Ceylon, der Hochburg des Buddhismus, wilde Dämonenverehrung die breiten buddhistischen Volksmassen. In Hinterindien verehrt die buddhistische Bevölkerung Naturerscheinungen, Berge und Flüsse, Wälder und Bäume, ebenso wie sie verehrt die Schutzgeister der einzelnen Menschen, Stämme, Orte und die Seelen der Verstorbenen; sie verehrt dieses Heer von Göttern mit abstoßenden Zeremonien, Beschwörungen, Opferfesten und Maskenzügen. Auf dieser angeblichen Zaubermacht des Buddhismus über die Verstorbenen und über die Naturereignisse beruht seine Lebenskraft auch in China, wo er sich mit einer Menge von Göttern, Zaubergestalten und Aberglauben aus dem Taoismus bereichert hat. In gleicher Weise vermischte er sich mit der vorherrschenden Dämonenverehrung in Tibet und mit den schintoistischen Orts- und Nationalgöttern in Japan.“


(Aus: P. Robert Streit O.M.I.: Die Weltmission der katholischen Kirche. Zahlen und Zeichen auf Grund der Vatikan. Missionsaausstellung 1925, Verlag der Oblaten, Hünfeld, 1928)

Montag, 28. März 2016

Sind alle Religionen gleich gut?

Tempel aller Religionen, Kazan, Russland (Quelle: Maarten)


Aus der Glaubenslehre der Katholischen Handpostille* zum heutigen Ostermontag:

Frage: Was ist es also mit dem Gerede einiger, jede Religion und jeder Glaube sei gleich gut, es sei einerlei, ob man Christ oder Heid‘ oder Jud‘, katholisch oder protestantisch sei?

Ein solches Gerede ist Gotteslästerung und vernunftwidriges Geschwätz. Wenn’s gleich ist, was man glaubt, wozu hätte dann Gott uns eine Offenbarung gegeben? wozu hätte Jesus Christus seine Lehre mit dem blutigen Tode besiegelt? Hat er nicht ausdrücklich gesagt: wer nicht an den Sohn glaubt, der wird das Leben nicht sehen? – Und dann sind die verschiedenen Religionen miteinander in offenem Widerspruch; was die eine glaubt, verwirft die andere als Irrtum. Aber es ist unvernünftig zu sagen, es sei gleich, ob man die Wahrheit oder den Irrtum glaube; es sei zum Beispiel gleich zu glauben, es gebe eine Hölle, oder es gebe keine; mit dem Tode sei alles aus, oder nach dem Tode gebe es erst noch eine Ewigkeit, in die der Mensch kommt; Mohammed sei ein göttlicher Prophet, oder ein Betrüger gewesen, und dergleichen. Wahrheit gibt es nur eine; und was ihr widerspricht, ist Irrtum. Aber dem Irrtume absichtlich anhängen, widerspricht der gesunden Vernunft, welche für die Wahrheit geschaffen ist.


*(besser bekannt als Goffine, überarbeitet von P. Franz Hattler S.J.) 

Samstag, 27. Dezember 2014

Wie die Birmanen über den Buddhismus denken

Msgr. Usse M.E.P., Apostolischer Vikar von Nord-Birmanien:

„Der heutige Birmane sieht mit seinem geraden, offenen Geist sehr gut den Unsinn des buddhistischen Aberglaubens ein. Manche von ihnen bekennen offen, dass sie seit langen Jahren keine Pagode mehr von innen gesehen haben. Das macht sie bereit und willig, ihr Ohr den fremden Priestern zu leihen, die von weitem hergekommen sind, allein um sie den Weg zum wahren Glück zu weisen. Wir zählten letztes Jahr (1896) 435 Taufen Erwachsener, und doch ist bloß eine kleine Handvoll Missionäre hier; freilich eine auserwählte Schar trefflicher Männer, wahre Mustermissionäre. Die Stimmung der Birmanen ist also recht günstig. Ihr offenes, gefälliges, höfliches und überaus gastfreundliches Wesen macht es ihnen verhältnismäßig leicht, die Schranken niederzureißen, die uns als Fremde und Ausländer von ihnen trennen. Wir haben hier gegenwärtig über 600 Katechumenen; aber es fehlt die nötige Zahl Missionäre, um sie zu unterrichten. Unsere Birmanen dürsten nach der Wahrheit und Gerechtigkeit. Wir müssen daher notwendig daran denken, uns zur Heranbildung eines einheimischen Klerus Hilfstruppen zu schaffen. Das ist ja auch der erste Zweck unserer Genossenschaft [Pariser Missionsseminar] und entspricht den ausdrücklichen Weisungen des Heiligen Vaters.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1897)

Dienstag, 18. Februar 2014

Protestantische Prediger und andere Europäer fördern den Buddhismus in Sri Lanka



Die Bekehrung der Buddhisten, so schreibt P. Cooreman S.J. aus Galle, wird immer schwieriger. Schuld daran tragen die theosophischen Schwarmgeister und andere Europäer, die nicht genug für den Buddhismus Stimmung machen können. 

Im Januar 1910 trat ein protestantischer Prediger, Rev. Medhurst, von der Baptistensekte, öffentlich zum Buddhismus über und wurde von den Theosophen an die Spitze des buddhistischen Kollegs in Colombo gestellt. 
Vom 13. bis 20. Februar hielt ein anglikanischer Geistlicher, Rev. Moncrieff Scott, in Colombo Konferenzen über den Buddhismus, deren praktische Lehre war: Bleibt bei eurem Buddhismus. Der Herr forderte die Mitglieder auf, sie sollten Bonzen (buddhistische "Mönche") werden und das Volk in seinem buddhistischen Glauben stärken. Welchen Eindruck müssen solche Vorkommnisse auf die heidnische Bevölkerung machen!


(Aus: die katholischen Missionen, 1910)


Siehe auch:

Europäer als buddhistische „Missionäre“

Dienstag, 7. Januar 2014

Erhebender Missionseifer



Nebst der Gnade Gottes verdanken wir vor allem den eifrigen Missionaren die vielen Erfolge auf dem Missionsfeld. Manche opfern sich als wahre Helden ganz selbstlos ihrem Beruf.

Msgr. Marcou, der Apostolische Vikar von Phat-diem, der 35 Jahre lang das Missionsgebiet verwaltet hatte, verzichtete kürzlich zugunsten seines einheimischen Hilfsbischofs, Msgr. Tong, auf seinen Posten. 

Zur Erbauung aller erbat er sich vom Oberhirten von Than-hoa, der bis zur Abtrennung dieses Gebiets von Phat-diem im Jahre 1932 sein Hilfsbischof gewesen war, den vielleicht undankbarsten Posten von Thanh-hoa zur Betreuung. 

Es gibt dort eine Gemeinde, die seit 200 Jahren christlich ist und sogar einen Märtyrer hervorgebracht hat. Aber schon seit langer Zeit verlieren die Männer mit ganz wenigen Ausnahmen schon in jungen Jahren ihren Glauben und weihen sich dem Dienst einer berühmten Pagode.

Die Frauen hingegen halten am katholischen Glauben fest. Msgr. Marcou hatte oft seine Hirtenbesuche in der Gemeinde auf mehrere Wochen ausgedehnt, doch ohne Erfolg. Jetzt, da er von seiner bischöflichen Verwaltung entbunden ist, will er seine letzten Kräfte zur Bekehrung der dortigen Männerwelt einsetzen.

Ein ähnliches Beispiel bietet uns P. Héraud aus dem Apostolischen Vikariat Rangoon. Er hatte seine 38 Missionsjahre fast ganz auf dem Posten Thinganaing verbracht. 
Die Christengemeinde wurde von ihm gegründet und mit Kirche und eigener Schule ausgestattet. Heute ist sie gut ausgebaut und kann sich selbst erhalten. Da geht der Missionar wieder auf Wanderschaft und überlässt den guten Posten einem einheimischen Priester. 

Er lässt sich in einem weltverlorenen Winkel nieder und wohnt, nicht der verdienten Ruhe gedenkend, in einer Barracke, die nicht den Namen eines Hauses verdient. Da sammelt er die ersten gutwilligen Leute um sich, um ihnen die Wahrheit des christlichen Glaubens zu künden.

(Aus: die katholischen Missionen, 1937)

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Papst Pius XI. und eine politisch inkorrekte Gebetsmeinung



Für Februar 1936 hat Papst Pius XI. die folgende Missions-Gebetsmeinung (zu unterscheiden von der allgemeinen) herausgegeben:

„Die Verteidigung der Völker gegen das Werben des Islams“.


Auch interessant sind die Missions-Gebetsmeinungen für das Jahr 1937:


Januar: Die Christen in mohammedanischer Umwelt.

Februar: Die Jugend Indiens und Ceylons.

März: Die Bekehrung der Indianer Amerikas.

April: Die Aufdeckung und rechtzeitige Verhinderung der Gottlosenpropaganda in den Missionen.                              

Mai: Die missionarisch unerschlossenen Gebiete.

Juni: Die Offenbarung der christlichen Wahrheit an die Mohammedaner durch Liebeswerke und Schulen.                                          

Juli: Die Vermehrung und Verbesserung der Schulen in Afrika. 

August: Die Gewinnung der Heiden durch den Glanz der gottesdienstlichen Bräuche.              

September: Die Verbreitung der geistlichen Übungen des hl. Ignatius in den Missionsländern.

Oktober: Die Förderung der Missionskenntnis und -liebe bei allen Christen.            

November: Die Annahme des Glaubens durch die Buddhisten in China. 

Dezember: Die Anerkennung der makellosen Schönheit der geoffenbarten Wahrheit durch die Bürger des japanischen Reiches.       

(Aus: die katholischen Missionen, 1936) 

Montag, 30. September 2013

Europäer als buddhistische „Missionäre“


Buddhistischer "Exorzismus"

Vor etwa zwei Jahren wurde in diesen Blättern auf die bedauerliche Tatsache hingewiesen, dass der Buddhismus schon im Herzen Europas, zu Lausanne in der Schweiz, seinen Sitz durch Gründung eines Buddhistenklosters aufgeschlagen habe. Wie nun der Oblatenmissionär E. Groussault aus Jaffna uns unter dem 21. April dieses Jahres mitteilt, sind wieder drei Deutsche auf Ceylon gelandet, um in die Lehren und Riten des Buddhismus eingeweiht zu werden. Sie ließen sich vom Oberbonzen zum Bonzen weihen und besuchten dann die Hauptpagoden des Landes, wo sie reiche Geschenke darbrachten. 

Ungefähr um dieselbe Zeit predigten ein Engländer und eine Belgierin der armen buddhistischen Bevölkerung von Jaffna, sie möchten doch bei ihrer angestammten Religion bleiben, diese allein sei die richtige. So werden die Neuheiden Europas zu gefährlichen Widersachern der Missionäre in den heidnischen Ländern und zu noch größeren Verwüstern des Gottesackers in den christlichen Ländern des alten Kontinents.


(aus: die katholischen Missionen, 1915)

Sonntag, 7. April 2013

Ein buddhistischer Lama, der Trappist wurde


Unsere Leser kennen das Trappistenkloster U. L. Frau vom Troste in Yan-Kia-pin. Unter seinen chinesischen Mönchen findet sich auch ein ehemaliger Lama namens Örepara.
Er stammt aus dem Grenzgebiet der Mongolei und Mandschurei, fühlte sich seit früher Jugend zum Mönchsleben berufen, trat als Schabi (Novize) in die Lamaserei Regem Sumet, fand aber hier nicht, was er erwartet.
Auf der Suche nach dem berühmten Kloster Hutä-Schan, von dem ihm sein Vater wunderbare Dinge erzählt hatte, das weit weit hinten in Schensi liegt, wurde er irrtümlich nach dem Trappistenkloster von Yan-kia-pin gewiesen und fand hier, was er bei den Lamas umsonst gesucht haben würde: den wahren Glauben und das Glück des christlichen Ordenslebens. Gewiss eine seltsame Fügung der göttlichen Vorsehung.



(Aus: die katholischen Missionen, 1912)


Freitag, 8. Juni 2012

Tibet: Auftragsmord durch buddhistische "Mönche"


Wie wir bereits berichtet haben, wurde der hochw. Herr Brieux, Missionär von Tibet, am 8. September von einer Schar Eingeborener überfallen und ermordet. Schon bei unserer ersten Mitteilung bemerkten wir, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht um einen einfachen Raubmord handle.
Neue Nachrichten scheinen außer Zweifel zu stellen, dass der junge Apostel als ein Opfer seines heiligen Glaubens gefallen ist, und dass die Mörder nur die bezahlten Werkzeuge der Lamas (götzendienerische Priester) waren.
Zugleich mit einem Brief des Apostol. Vikar von Tibet, Msgr. Biots, vom 7. Oktober 1881 können wir heute das Porträt des ermordeten Missionärs geben:
„Heute bin ich in der Lage, Ihnen näheres über den Tod unseres lieben Herrn Brieux mitteilen zu können. In meinem letzten Brief sprach ich bereits die Vermutung aus, dass der Vorfall wahrscheinlich mit den früheren Drohungen der Lamas zusammenhänge; heute ist dieser Zusammenhang außer Zweifel gestellt.
Es ist mir ganz klar, dass unser teurer Mitbruder nur dem Glaubenshasse der Lamas zu Opfer gefallen und demnach um seines Glaubens willen gestorben ist. Die Lamas haben uns den Untergang geschworen, nicht etwa weil wir Fremde sind, sondern weil wir eine andere Religion als die ihre predigen.
Letztes Jahr wurden bereits mehrere Verordnungen gegen uns erlassen. Herrn Brieuxs Tod ist eine Folge derselben. Ich will Ihnen kurz die Gründe meiner Behauptung aufzählen:


1. Jedes Jahr versenden wir von Ta-tsie-lu aus auf Maultieren die nötigen Vorräte nach den verschiedenen Posten des Vikariates. Gewöhnlich geschah das Ende August. Vierzehn Tage vor der letzten Sendung sagte nun ein Wegaufseher zu Herrn Giraudeau: „Das nächste Mal wollen wir dann sehen, wie die Räuber mit euch fertig werden.“
2. Herr Brieux wurde an einer Stelle getötet, wo die Tibetaner von San-ngay sich wegen der Nähe von Bathang nie zeigten.
3. Unser Missionär hatte sein Zelt an einem ganz verdeckten und verborgenen Ort aufgeschlagen; auch geschah der Angriff nicht am Abend, sondern mitten in der Nacht – und doch stürzten sich die Räuber sofort ohne alle Unsicherheit auf ihn.
Es musste also ein Verräter von Bathang aus dem Zuge gefolgt sein, Herr Brieux und den Ort seines Zeltes ausgespäht und den Räubern die nötigen Weisungen gegeben haben.
4. Auch kennen wir hinlänglich die Gewohnheiten der Räuber von Sang-ngay. Gewöhnlich begnügen sie sich mit der Beute; sehr selten töten sie die Beraubten.
Und doch haben sie sich diesmal ganz gegen ihre Gewohnheit sofort über Herrn Brieux hergemacht, während sie die beiden Tibetaner ganz in Ruhe ließen, dem chinesischen Begleiter nur den Haarzopf abschnitten.
Herr Brieux wurde mitten im Schlaf überrascht. Ein ganzer Hagel von Steinwürfen schreckte ihn auf; dann hieben die Unholde mit ihren Säbeln so lange auf ihn ein, bis er seinen Geist aufgab. Offenbar hatten sie den gemessenen Befehl, den Missionär umzubringen.
5. Doch den Hauptbeweis, der keinen Zweifel mehr aufkommen lässt, haben wir noch gar nicht angeführt. 

Sonst pflegen die Räuber nach einem ähnlichen Raubzug sofort die Flucht zu ergreifen. So schnell als möglich versuchen sie aus der Nähe von Bathang zu kommen und setzen deshalb, um den Verfolgungen der Mandarine zu entgehen, gleich über den Fluss. 
Diesmal kamen mehrere der Mörder ganz sorglos wieder nach Bathang, zogen sich in die Lamaserei zurück, um von da aus den Maßnahmen der chinesischen Mandarine ruhig entgegenzusehen, ja selbst ihre Helfershelfer davon in Kenntnis zu setzen. Man benachrichtigte hiervon sofort den uns stets wohlgesinnten Mandarin von Ky-the-uen.
Der war auch bald mit seinen Soldaten an Ort und Stelle. Die Lamas, von denen er die Auslieferung der Schuldigen verlangt, antworteten ihm mit einem Steinregen. Der Mandarin zog nun aus einer chinesischen Garnison Verstärkung an sich und wollte die Lamaserei mit Gewalt stürmen.
Doch nun wurde er mit Flintenschüssen empfangen. Drei seiner Soldaten wurden verwundet. Er zog sich daher zurück und berichtete das Vorgefallene an den Vizekönig von Su-tschuen; er bat um weitere Verstärkung und zugleich um die nötigen Vollmachten, um energisch gegen die Aufständischen vorgehen zu können.
Weiter habe ich noch keine Nachrichten; aber aus dem Gesagten geht klar hervor, dass der Mord auf Anstiften der Lamas erfolgt ist.


Die Leiche von Herrn Brieux blieb zwei Tage lang ausgestellt; auch am dritten bemerkte man keinerlei üblen Geruch, überhaupt nicht das geringste Anzeichen von Verwesung, und, was den Heiden ganz besonders auffiel, die Glieder blieben biegsam und gelenkig. Die große Wunde auf der linke Wange hatte den Toten keineswegs entstellt, es schien, als ob er noch lebe.“
Ein früherer Brief teilte bereits einiges über Herrn Brieux mit.
„Sein Tod,“ so schrieb Msgr. Biot, „ist ein schwerer Schlag für unsere arme Mission, die schon sonst so vielen harten Prüfungen unterworfen ist. Wenngleich erst drei Jahre in unserer Mitte Missionär doch manche Probe einer großen Vollkommenheit abgelegt.
Am 7. September, dem Vorabende seines Todes und dem Tage seiner Abreise, empfing er noch das heilige Sakrament der Buße und am Morgen seines Todestages selbst las er noch die heilige Messe. 

Es war am Feste Mariä Geburt, wo er sein Leben für Gott und unser liebes armes Tibet opferte. Seine sterblichen Überreste ruhen nunmehr in der Nähe des Missionshauses von Bathang, also in der Erde, die er mit seinem Blute gerötet hat. Möge sein kostbares Blut die Stunde göttlicher Erbarmung über Tibet beschleunigen und uns dessen volle Bekehrung erflehen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1882)

Mittwoch, 11. Januar 2012

Das Heidentum, wie es ist


Während eine gewisse Art von Gelehrten dem Christentum nur blinden Hass und auf krasser Unwissenheit beruhende Vorurteile entgegenbringt, schwärmen sie für das Heidentum und wissen nicht genug die „reinen und erhabenen“ Ideen der indischen Religionsphilosophie zu preisen.
Diese „Milch- und Wasser-Ansicht“ des Heidentums hat vor einiger Zeit in der englischen Reisenden Mrs. Isabella Bird Bishop eine scharfe Kritik erfahren. In einem Vortrag über die Religionen Asiens machte sie für jene unrichtigen Ideen auch die aus jenen Ländern heimgekehrten protestantischen Missionäre verantwortlich, die aus einem verkehrten Zartgefühl sich scheuten, die Dinge unverblümt so zu schildern, wie sie dieselben gefunden.
„Während meiner Reisen durch Asien“, so führte sie u.a. aus, „kam es mir wiederholt zum Bewusstsein, wie wenig wir gehört und wie wenig wir die Tatsache kennen, bis zu welchem Grad in diesen Ländern die Sünde auf den Thron erhoben, vergöttlicht und angebetet wird. Überall macht sich die Sünde in schmachvoller Frechheit breit.
 „Der Mohammedanismus ist korrupt bis ins Mark hinein. Die Sitten der mohammedanischen Länder sind verrottet und die sittlichen Vorstellungen niederträchtig. Und wie korrupt der Buddhismus und die Buddhisten sind!
Lassen sie mich nur auf die eine Wirkung dieser falschen Religionen hinweisen.
Sie erniedrigen die Frau zu einer unendlichen Erniedrigung. Ich habe das alltägliche Leben der eingeschlossenen Frauen mit angesehen und kann aus bitterer Erfahrung sprechen, welcher Art dieses Leben ist.
Ihr Geist bleibt zwerghaft verkrüppelt, so dass die Frau von 20-30 Jahren intellektuell mehr einem Kinde von acht Jahren gleicht, dagegen werden die schlimmsten Leidenschaften der menschlichen Natur in ihnen gezüchtet und zu einem schrecklichen Grade entwickelt: Eifersucht, Neid, mörderischer Hass, so glühend und unnatürlich, dass ich in einigen Ländern kaum je ein Frauenhaus betrat oder in die Nähe eines Frauenzeltes kam, ohne um Gift und schädliche Geheimmittel gebeten zu werden. Wohl an die 200 Male wurde mir dieses Ansinnen gestellt.
Der ganze asiatische Kontinent ist korrupt, eine Szene voll von barbarischen Sitten, Torturen, brutaler Gewalttätigkeit und Unterdrückung.“
Offenbar sind es mehr die höheren Kreise der Gesellschaft, welche die berühmte Reisende schildert. Glücklicherweise sind auch hier ehrenvolle Ausnahmen nicht so selten.
Im Ganzen aber ist das überzivilisierte alte und neue Heidentum so, wie schon der Völkerapostel es mit kurzen aber scharfen Zügen gezeichnet (Röm. 1,24 ff.) und alles Bemänteln der atheistischen Gelehrten vermag daran nichts zu ändern.

 (Aus: die katholischen Missionen, 1895)