Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Mittwoch, 5. November 2014

Große Missionsbischöfe: auf der Missionsreise ermordet – Cassian Spiß O.S.B., Apostolischer Vikar von Süd-Sansibar

Cassian Spiß O.S.B. am Tag seiner Bischofsweihe (dritter von links)
Der Aufstand der Eingebornen-Stämme in Deutsch-Ostafrika steht noch in frischer Erinnerung und scheint jetzt noch nicht ganz verglimmt. Er brachte für die St. Benediktus-Missionsgesellschaft eine Erneuerung der Tage von Pugu, die 1888 die deutsche Missionsgründung so blutig eingeleitet hatten. An der Spitze seiner kleinen Missionskarawane sank hier am 14. August der Apostol. Vikar von Süd-Sansibar, Bischof Cassian Spiß O.S.B., von der Lanze eines wilden Häuptlings getroffen, zum Tode nieder. Wir haben die Einzelheiten des schmerzlichen Vorfalls bereits früher berichtet und bieten hier nur einen schlichten Kranz der Erinnerung. 

Geboren zu St. Jakob am Arlberg, am 12. Juli 1866 als Sohn einfacher Landleute, absolvierte Franz, das war sein Taufname, am fürstbischöflichen Gymnasium zu Brixen „mit Auszeichnung“ seine Studien und wirkte nach seiner Priesterweihe mehrere Jahre als Kooperator zu Sellrain, Umhausen und Längefeld im Ötztal. Aber den Sohn der Berge zog ein höheres Heimweh nach den Heidenländern, wohin so mancher wackere Tiroler ihm vorausgewandert. Im Missionshaus von St. Ottilien fand der tüchtige, auch wissenschaftlich befähigte Priester freudige Aufnahme. 1892 legte P. Cassian, wie er jetzt hieß, seine Gelübde ab, und im Herbst 1893 sah er die Küsten Afrikas, das Land seiner Sehnsucht, vor sich auftauchen. Wie er in St. Ottilien das Muster eines regeltreuen Ordensmanns gewesen, so war er hier auf den Stationen Dar es Salam und Kurasini das Vorbild eines eifrigen, anspruchslosen Missionärs, wie ihn zumal eine noch in der Entwicklung begriffene Mission fordert. 

Bereits als Gymnasiast hatte Spiß ein ungewöhnliches Sprachtalent bekundet. Es kam ihm hier vortrefflich zu statten, und sein Kihehe-Wörterbuch, zu dem er in unermüdlichem Fleiß die Bausteine sammelte, und das 1900 in den Mitteilungen des Seminars für orientalische Sprachen zu Berlin erschien, brachte der Mission und der Sprachwissenschaft zugleich einen wertvollen Gewinn. Auch später als Bischof noch blieb er auf diesem Gebiet tätig. 

1898 wurde P. Cassian mit der Gründung der neuen Missionsstation Peramiho im Inneren beauftrag und löste die schwierige Aufgabe mit ebenso viel Geschick als Ausdauer. 1902 begleitete er den Apostol. Präfekten zum Generalkapitel seiner Genossenschaft in Europa. Er benutzte die Gelegenheit, um in der frischen Luft der heimatlichen Berge seine angegriffene Gesundheit zu stärken. Hier erreichte ihn die Nachricht seiner Ernennung zum ersten Bischof des neu errichteten Apostol. Vikariats Süd-Sansibar. Am 18. August 1902 sah das Mutterhaus die Bischofsweihe; Spiß war der erste Bischof der Genossenschaft. Seine dreijährige Wirksamkeit in dem jungen Missionssprengel war eine sehr gesegnete. Rastlos, die Strapazen der mühsamen Wanderungen nicht achtend, besuchte er die weit entlegenen Stationen, um den Neubekehrten zum ersten Mal die Kraft des Heiligen Geistes zu bringen und überall ratend, helfend, ermunternd, tröstend den Aufbau und Ausbau der kräftig aufblühenden Mission zu fördern. 

Mitten auf einer dieser apostolischen Wanderungen ereilte ihn der allzu frühe Tod. Die auf mehrere Monate berechnete Rundreise sollte die im Süden gelegenen Missionsstationen berühren, wohin der Aufstand noch nicht gedrungen schien. In Kilwa erhielt er von der dortigen Bezirksbehörde die erste Warnung. Wenn er trotzdem, vertrauend auf seinen priesterlichen Charakter und unter dem Schutz von ca. 60 Trägern, welche das Bezirksamt mit zwölf Gewehren und 300 Patronen ausgerüstet hatte, den Weitermarsch wagte, so war das sein volles Recht und kann ihm nicht zum Vorwurf gereichen. Tatsächlich kam der Überfall auch den Behörden völlig unerwartet, war also keineswegs vorhergesehen. Sieben volle Tagemärsche war man ungefährdet vorgedrungen, als am 12. August die Schreckenskunde von dem Überfall der Militärstation Liwale die Karawane erreichte. Sämtliche Träger machten sich während der Nacht aus dem Staub, und so fand sich der Bischof mit seinen Begleitern, 2 Brüdern, 2 Schwestern und 2 schwarzen Boys schutzlos der Gefahr einer Begegnung mit den Aufständischen ausgesetzt. Gestärkt durch den Empfang der heiligen Sakramente zog die kleine Schar ihrem Geschick entgegen, das sie am Morgen des 14. August in einsamer Wildnis ereilte. Es war der Tod eines Soldaten auf dem Schlachtfeld, ein Tod, wie ihn P. Cassian bereits in seinen ersten Ordensjahren als höchstes Ziel seiner Wünsche sich ersehnt hatte.


(Aus: die katholischen Missionen, 1906)

Freitag, 17. Oktober 2014

Wer ist für die Sioux der „Groß-Angreifer“?

Das Schloss des „Groß-Angreifers“ (Quelle)

Kein geringerer als Franz Xaver, der diesen Namen wohl verdient. Da die Sioux anscheinend alles Fremde irgendwie in ihre Sprache zu übersetzen pflegten, erhielt der größte Missionar der Neuzeit den Namen „Watekpeya Tanka“ (der „Groß-Angreifer“). So war auch die Sioux-Ausgabe eines Bildbands überschrieben, der 1922 in vielen verschiedenen Sprachen erschien. 
Schön erklärte mit dessen Hilfe der Katechist Alex einigen jungen Männern den Seeleneifer des hl. Franz Xaver: „Schaut auf Xavers Schloss; großmächtig, reich – und das hat Watekpeya Tanka (der Groß-Angreifer) alles dran gegeben, um in die große Welt zu gehen und Seelen zu retten. Seht, er sucht Seelen, lehrt sie die Lehren des Heilandes und baut seine Kirche auf!“…


(Quelle: die katholischen Missionen, 1925)

Donnerstag, 11. September 2014

Der Katechismus des hl. Robert Bellarmin: noch zu seinen Lebzeiten ins Ilocano übersetzt



P. Michael Hergesheimer S.V.D. schreibt uns aus Lagangilang, Abra (Philippinen): 

„Als Leser der geschätzten ‚Kath. Missionen‘ rechne ich es mir zur Ehre an, Ihnen das Folgende mitzuteilen. In Heft 12, 1920/21, las ich den Artikel: Der ehrw. Kardinal Bellarmin, ein edler Missionsfreund. Ich dachte, es werde sie wohl interessieren, von Kardinal Bellarmins Katechismus zu hören, der hier auf den Philippinen in die einheimischen Sprachen übersetzt worden ist. 

Vor mir liegt die Ausgabe in Ilocano, der Sprache im Nordwesten der großen Insel Luzon. Die Übersetzung hat der sprachkundige Augustiner Fray Francisco López hergestellt. Auf dem Umschlag liest man: Bellarmino, Doctrina cristiana. Auf dem ersten Titelblatt heißt es: Libro á naisuratan amin ti doctrina cristiana nga naisurat iti libro ti Cardenal Agnagan Belarmino, quet ináon ti Fr. Francisco López, Padre á San Agustin iti Sinasantoy. Tercera edición. Gedruckt in Malabón, 1895. Dann kommt Motu proprio unseres Heiligen Vaters Klemens VIII., gegeben zu Ferrara am 15. Juli 1598. Es folgt ein Dokument des D. Alonso Fajardo de Tenza, Gobernador de estas Islas. Diese Approbation der hohen weltlichen Regierung wurde gegeben in Manila am 26. September 1620. Die Licencia des Erzbischofs von Manila ward erteilt am 3. September desselben Jahres. Darauf folgt die Erlaubnis der Zensorenkommission, woran sich die Licencia del Prelado, des Augustiner-Provinzials, anschließt. Auf der folgenden Seite (XXIV) liest man: Epígramma, Rev. admodum Patris Garsiz Garzes é Societate Jesu Epigramma ad librum ejusque Autorem, enthaltend neun Distycha [sic].

Der Prólogo y Dedicatoria…des Herrn Übersetzers umfasst 5 1/2 Seiten. Zunächst folgen die Definiciones der vom Spanischen herübergenommenen Ausdrücke: Libro, Caridad, Virtudes usw., 12 Seiten umfassend. Ein schöner Kupferstich der allerseligsten Jungfrau leitet über zum Gebet an die Mutter Gottes: Carárag quen Santa Maria, 21 vierzeilige Strophen, wohl der allererste Versuch eines Europäers in der Dichtkunst dieser Sprache. Die Seiten LI bis LXIV bringen Advertencias über Orthographie und Schreibweise in der alten einheimischen Schrift. Diese selbst ist dann zu sehen in ihren wunderlichen Haken und Schleifen mit Punktuation über und unter den Lettern.

Auf 12 Seiten wird da ein Abdruck gebracht von dem alten Catecismo de Belarmino, in altilokanischen Schriftzeichen. Auf drei folgenden Seiten ist ein Druckfehlerverzeichnis. Ein schönes Bild des Gekreuzigten leitet dann den eigentlichen Katechismus ein. Er ist in der heute nur mehr gebrauchten spanischen Schrift gedruckt und enthält 342 Textseiten. Der Katechismus ist in Fragen und Antworten verfasst. Doch ist viel von der damaligen Sprache heute nicht mehr gebräuchlich oder manche Wörter haben anderen Sinn oder dieselben Stammwörter werden heute mit anderen Präfixen und Suffixen versehen. Aber im großen Ganzen wird ihn jeder Ilokaner, der lesen kann, leicht in der alten Fassung verstehen.

Dieser Katechismus war also hier auf den Philippinen schon übersetzt und gedruckt und mit allen möglichen Erlaubnissen versehen und verbreitet, als der ehrw. Kardinal Bellarmin noch lebte und seine Schreiben nach Indien gingen bezüglich der Angelegenheit des P. de Nobili. Wie rasch auch das Gute sich verbreitet! Der Katechismus und die hiesige Übersetzung wird eine leuchtende Perle bilden in der himmlischen Krone des ehrwürdigen Dieners Gottes.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Samstag, 18. Januar 2014

Wenn das Wetter der schlimmste Feind der Missionäre ist...

Nome, Alaska

„Nome“, so schreibt P. Joseph Bernard S.J., „liegt dem Polarkreise nahe an der Beringstraße.  Unsere Mission, Kirche, Schule und Wohnhaus umfassend, findet sich am Meeresgestade. 
Hinter uns ragen die nadelspitzen Zacken eines großen Gebirges empor; nirgends ein Baum oder Strauch, ein recht ödes Landschaftsbild. Es heißt, unsere Mission sei die entfernteste von Rom. Jedenfalls ist unsere Verbindung mit dem Mittelpunkt der Christenheit eine sehr schwierige.

Tropisches hat Nome nichts an sich. Selbst im Sommer braucht man nur 1 m tief zu graben, um auf Eis zu stoßen. Darüber liegt goldhaltige Erde, was aber nicht hindert, dass wir sehr ärmlich leben.
Der Winter dauert hier acht Monate. Das ist die Zeit der langen Polarnächte. Erst gegen 10 Uhr hebt Phöbus (die Sonne) soeben seine Nasenspitze über das Eis der Beringsee empor; es scheint ihm aber gar nicht zu gefallen, denn bereits gegen 2 Uhr legt er sich wieder schlafen. 
Dafür tut Frau Luna (der Mond) ihr Bestes, um das Benehmen ihres kurz angebundenen Gemahles wieder gut zu machen. Sie wendet uns ihr lachend volles Antlitz zu, strahlend wie ein glühender Pfannenboden. Aber trotz alledem sinkt die Kälte bis auf 50° unter Null herab.
Das Meer hüllt sich Ende Oktober in seinen Eispanzer, der vor Mitte Juni nicht wieder auftaut.

Von Oktober bis Februar gibt’s keine Post hier oben, und wir sind von der zivilisierten Welt völlig abgeschlossen, begraben unter einer dichten Decke von Eis und Schnee. Von Februar bis März geht die Hundepost, die schon einen großen Fortschritt bedeutet. Hunde gibt es hier zu Lande endlos viele; sie vertreten im Winter die Stelle der Pferde.

Diese Hundepost ist folgendermaßen eingerichtet. Die Briefe werden durch Dampfer bis Juneau in Süd-Alaska gebracht. Von dort geht’s dann per Schlitten nordwärts. Die braven Köter haben nicht weniger als 1.000 km weit durch unabsehbare Schneewüste zu laufen, ehe sie Nome erreichen. Die Fahrt dauert zwei Monate. Natürlich geht es auf diesen Postfahrten ohne Unglück nicht ab, und manche Briefe gehen verloren, Gott weiß oft wie. April bis Mitte Juni ist wieder postlose Zeit. 
Wenn dann endlich das Meer wieder auftaut, erscheinen die Dampfer und bringen uns Vorräte, Briefe und Pakete. Nun ist auch die Zeit, den Lieben in Europa oder Amerika ein Lebenszeichen zu geben.
Das ist die materielle Seite unseres Lebens hier oben; man gewöhnt sich schließlich daran.

Nun noch ein Wort über unsere Eskimos, derentwegen wir eigentlich hierher gekommen. Die Mission von Nome ist erst vier bis fünf Jahre alt und in erster Linie für die Eskimos dieser Striche gegründet. 

Man findet sie längs der ganzen Küste und auch in Sibirien, das uns gegenüber nur 100 km weit entfernt liegt.
Die hiesigen Eskimos gehören dem besten Stamm Alaskas an; friedlich, von Haus aus unverdorben, geweckt und von heiterer Gemütsart, geben sie uns alle Beweise eines wirklichen guten Willens.

Wir zählen unter ihnen jetzt 150 Katholiken. Bitte, machen Sie nur kein schiefes Gesicht; denn so wenig dies scheint, es ist nach Maßgabe der hiesigen Verhältnisse ein sehr schöner Erfolg.
Bedenken Sie, dass unser jetziger Oberer P. La Fortune aus der kanadischen Provinz zwei volle Jahre sich hart plagen musste, um die schwierige Sprache zu erlernen[1].
Erst wenn man sie flüssig spricht, kann das eigentliche Missionswerk beginnen. Seit Ostern hatten wir 40 Taufen zu verzeichnen. Keiner wird getauft, ehe er die Gebete und den Katechismus gut weiß. 
Da die Leute aber noch nicht lesen können und Bücher in dieser Sprache erste geschaffen werden müssen, so kostet ihnen dieses Lernen tüchtige Arbeit. 
Allabendlich halten wir Christenlehre, wobei uns die Bilder der ‚guten Presse‘ vortreffliche Dienst leisten. Bis jetzt spricht erst ein Pater die Sprache geläufig; ich hoffe, bald der zweite zu sein.


(Aus: die katholischen Missionen, 1907)

[1] Als Probe möge das Ave Maria hier folgen: „Koyèsugin, Mary, ummatin imékaktok nakosuamik, angayutikut illipni ittok; nakosutin arnénin illoknaéni; katunraragin Jesus. – Holy Mary angayutim Arnak, wagut atchiukupta angayuti, karrumaptiut pakmané tchuli tokulrata rupta. Amen.“

Montag, 9. Dezember 2013

Eine Missionsdruckerei am Kongo

Kathedrale des Erzbistums Lubumbashi, DR Kongo (Quelle: Nick Hobgood)

Bereits früher einmal haben wir über die typographischen Bestrebungen der Jesuitenmissionäre am Kongo berichtet. Heute geht uns über die Ignatius-Druckerei in Ki-Santu eine ausführlichere Meldung zu. „Ich beschränke mich“, schreibt unser Gewährsmann, „auf die einfache Aufzählung der von unseren Missionären publizierten Werke.“

Zunächst veröffentlichtet P. van Henxthoven gleich anfangs einen kleinen Katechismus, der lange Zeit beim Unterricht als grundlegendes Textbuch diente. P. Butaye gab unter andrem ein umfangreicheres und vollständigeres katechetisches Werk unter dem Titel Malongi ma Nzambi (…) heraus. 
Dieser folgte seine Malongi mantete, eine Elementarlehre, welche die jungen Kongolesen in die Geheimnisse des Schreibens und Lesens einführte; sodann Ekanga diampa, das Neue Testament, eine Prachtausgabe für höhere Klassen; endlich Bisambu bia bana ba Nzambi, oder Gebetsbuch für Gotteskinder, eine hübsche Sammlung der anmutendsten Gebete. 
Das Hauptwerk des P. Butaye, die Frucht mehrjähriger Arbeit, erschien aber im verflossenen Jahre. Es ist dies eine kongolesische Grammatik mit dem Anhang eines französisch-siotschen und siotschen-französischen Wörterbuchs, nicht weniger als 650 Druckseiten umfassend.

Alle vorgenannten Werke wurden in Belgien gedruckt, was infolge der Hin- und Hersendung der Korrekturbögen manche Schwierigkeiten mit sich brachte, so dass die Drucklegung eines Buchs oft mehr als ein Jahr in Anspruch nahm. 
Diesem Übelstand wurde abgeholfen durch das wahrhaft großmütige Geschenk des Herrn Joh. Hugghe, Redakteur der „Nieuws van den dag“ und des „Vlaming“. Es war dies eine Presse im Wert von mehreren Tausend Franken. Als Erstlingswerk ging aus dieser neuerrichteten Druckerei eine umfangreiche Liedersammlung hervor. 

Bald erschien die erste Nummer des Ntetembo eto, der bereits früher erwähnten kongolesischen Zeitschrift, die gegenwärtig 400 Abonnenten zählt. Zurzeit ist ein Neues Testament, Ekangu dinkulu, sowie ein Katechismus mit Erläuterungen unter der Presse. Diesen Werken soll eine Predigtsammlung des P. van Henxthoven folgen, ebenfalls in kongolesischer Sprache abgefasst. Auch der unermüdliche P. Butaye bereitet eine Kirchengeschichte vor. 

– Unser Berichterstatter schließt seine Notiz mit den Worten: „Der Nutzen einer einheimischen Presse für die Evangelisation der Neger ist zweifellos. Wenn die japanischen Christen trotz der dreihundertjährigen Absonderung von der ganzen katholischen Welt ihren Glauben unversehrt bewahrten, so verdankten sie dieses namentlich den Büchern, die ihnen die Missionäre des 16. und 17. Jahrhunderts hinterlassen hatten.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1902)

Freitag, 15. November 2013

Will die katholische Kirche die Menschen dumm halten? (Teil 1) – die Missionare und die Sprachforschung


Wenn Sie vielleicht mal, was heutzutage sehr oft passieren kann, im Gespräch oder in einer Uni-Vorlesung zu hören bekommen, dass die katholische Kirche die Leute dumm halten wollte (in diesem Wortlaut habe ich das bereits auf einer höheren Bildungsanstalt gehört) oder etwa, wie uns der öffentliche Rundfunk, den wir, ob wir wollen oder nicht, mit unserem Geld unterstützen, erzählen möchte, dass Missionare fiese Kerle sind, die die Sprachen der Einheimischen verbieten, ist es gut zu wissen, dass, wie in vielen anderen wissenschaftlichen Gebieten, die katholische Kirche einen unschätzbaren Beitrag zur Sprachforschung, besonders im Fall der exotischen Sprachen, geleistet hat.

Nachfolgend eine Liste von Ordensleuten, die sich auf diesem Gebiet hervorgetan haben. Bei den Missionaren, bei denen nicht klar war, wo genau sie gewirkt haben, ist das Verbreitungsgebiet der Sprache in Klammern angegeben.

Es handelt sich dabei nur um eine sehr kleine Auswahl.

Dominikaner:

Bischof Ignaz Ibañez O.P. Bischof in Taiwan, 19. Jhd. (?) : chinesisches Wörterbuch und kleinere Werke zur Amoi-Sprache

Domingo de S. Thoma O.P., Missionar in Peru im 16. Jhd.: Grammatik und Vokabular des Quechua

Bernardo Lugo O.P., 17. Jhd.: Grammatik des Chibcha (Zentral- und Südamerika)

Raymund Berton O.P., 17. Jhd.: Werke über das Karaibische (Südamerika)

Luis Cancer O.P. und Domingo de Bico O.P. (16. Jhd.).: Schriften in der Quiché-Sprache (Guatemala)

Francisco de San José O.P., Missionar auf den Philippinen im 16/17. Jhd.: Tagalog-Grammatik, führte 1590 den Buchdruck auf den Philippinen ein

P. Maxime Le Clerq O.F.M., Missionar in Kanada im 17. Jhd.: erfand Schriftzeichen für die Sprache der Mikmak-Indianer

Franziskaner:

P. Franz Pareja O.F.M. Missionar in Florida im 16. Jhd.: Katechismus in der Sprache der Tumucua-Indianer sowie Grammatik und Wörterbuch in derselben

Ildefonso Flores O.F.M.: Professor des Cakchiquel an der Universität in Guatemala (19. Jhd.?)

Basilius Rollo von Gemona O.F.M., Apostolischer Vikar von Schansi-Schensi, China (+1703): Verfasser des Dictionarium Sinico-latinum, das zumindest noch im frühen 20. Jhd. als Hauptwerk für das Chinesische galt

Markus von Lisboa O.F.M., Missionar im 17. Jhd. auf den Philippinen: Katechismus und Wörterbuch des Bicol-Dialekts

Darüber hinaus haben sich zahlreiche Franziskaner der Erforschung der mexikanischen Sprachen (Aztekisch etc.) gewidmet


Hl. Franz Xaver S.J. mit Mitbrüdern: Übersetzung eines Katechismus in das Malabarische

P. Enrique Henriquez S.J., Gefährte des hl. Franz Xaver an der Fischerküste in Indien: Grammatik und Wörterbuch des Tamil

P. Roberto de Nobili S.J., Missionar in Indien (+1656): apologetische und asketische Schriften im Sanskrit

Juan Fernandez S.J., Laienbruder in Japan (1567): Erste japanische Grammatik mit Lexikon

Lorenzo Hervás y Panduro S.J. (+1809): Einer der Vorreiter der vergleichenden Sprachwissenschaften, sammelte Proben von 307 Sprachen und Grammatiken von 40 Sprachen und erforschte mit großem Eifer die malaiischen Sprachen.

Picpus-Gesellschaft:

Florentin „Tepano“ (Stephan) Jaussen SS.CC., apostolischer Vikar von Tahiti (+1891): Übersetzung des Neuen Testaments in die Gilbert-Sprache (Kiribati)

Missionare vom heiligsten Herzen:

P. Erdland M.S.C.: Grammatik der Marshall-Sprache

Weiße Väter:

Msgr. Léon Livinhac M.Afr. Apostolischer Vikar von Viktoria-Nyanza, später Generaloberer: Grammatik der Ugandasprache

Msgr. August Hacquard M.Afr., Apostolischer Vikar der Sahara und des französischen Sudans: Grammatik der Bambara-Sprache


(Quelle: Orden und Kongregationen der katholischen Kirche, Dr. Max Heimbucher, Verlag Ferdinand Schöningh, 1907)

Hier erfahren Sie mehr über die Missionare und die Naturwissenschaften

Montag, 28. Oktober 2013

Ein Sanatorium für Missionäre

Bethanien heute (Quelle: Chong Fat)

Das Missionsgebiet des weltbekannten Pariser Missionsseminars umfasst nicht weniger als 30 über Vorder- und Hinterindien, China, Korea und Japan zerstreute Diözesen und Apostol. Vikariate. Ungefähr im Mittelpunkt dieses riesigen Wirkungskreises und von allen Seiten am leichtesten zugänglich liegt Hongkong, die dürre, bloß 76 qkm große Felseninsel, aus welchem England seit der Besetzung 1842 ein kleines Paradies gemacht hat. 

Hierher hat das Pariser Seminar in kluger Auswahl das Sanatorium für seine kranken oder erholungsbedürftigen Missionäre verlegt. Die Niederlassung umfasst zwei Anstalten, hübsche, in der Nähe der Stadt Victoria gelegene Landhäuser. 

Das eine, Bethania genannt, ist das eigentliche Krankenheim. An seiner Spitze steht ein Superior, ein Assistent mit einem Laiengehilfen. Es bietet gleichzeitig Raum für etwa 20-30 Kranke und bot während des Jahres 1899 52 kranken Mitbrüdern Obdach und Pflege. Die andere Anstalt, Nazareth genannt, mit einem Superior und 5 Patres an ihrer Spitze, dient zur zeitwilligen Aufnahme älterer oder aus ihrer Mission vertriebener Missionäre. Sie liegt auf einem kleinen Hügel am Meeresstrand in prachtvoller Lage. 

Das Klima ist wärmer als das Frankreichs, aber gemäßigter als das in den eigentlichen Tropen. Zudem bringt die ständig wehende Seebrise angenehme  Kühle. Das Haus dient zugleich als Exerzitienhaus für die Missionäre. 

Hier ist auch die große, schöne Missionsdruckerei der Genossenschaft, welche fast alle Typen und Matrizen für die in den Missionen üblichen Sprachen besitzt und dieselben mit dem nötigen Bedarf an Büchern versieht. 
Der neueste Katalog zählt 218 Nummern auf. 90 kommen auf meist lateinische abgefasste theologische, kanonistische, asketische, philosophische Handbücher, 80 auf chinesische Werke: Übersetzungen, neue Auflagen und Bearbeitungen älterer und neuerer Werke (ca. 20 Nummern tragen das bekannte S.J.), Lehr- und Schulbücher, literarische Sammelwerke u. dgl., 50 Nummern endlich auf annamitische, malayische, koreanische, japanische, kambodschanische, tibetanische u.a. Werke und Schriften; der Rest umfasst die notwendigen kirchlichen Ritualbücher, Formularien u.dgl. – Auf Hongkong ist endlich auch seit 1847 die Generalprokur der Genossenschaft mit zwei Filialen in Singapur (seit 1857) und in Schanghai (seit 1864).


(Aus: die katholischen Missionen, 1901)

Sonntag, 27. Oktober 2013

Tod des „hervorragendsten Priesters des amerikanischen Westens“

P. Albert Lacombe O.M.I. (1827-1916)

Am 18. Dezember 1916 starb in dem von ihm gegründeten Greisenheim von Midnapore (Bistum Calgary) P. Albert Lacombe O.MI. im Alter von 87 Jahren, der Apostel der Kris und Schwarzfußindianer, Verfasser mehrerer wertvoller Werke in der Kri- und Sauteuxsprache (z.B. Krigrammatik, Wörterbuch und Neues Testament), einer der bedeutendsten Bahnbrecher für die Kolonisation des so rasch aufblühenden Westkanada, „sicherlich der hervorragendste Priester des amerikanischen Westens“, wie Erzbischof Ireland ihn nannte. 

In St. Albert, wo P. Lacombe 1861 auf der stillen Prärie sein einsames hölzernes Missionskirchlein für seine noch frei umherschweifenden Rothäute und 1862 die erste Brücke und Schule des kanadischen Westens baute, fand der große Tote unter größter Anteilnahme aller Klassen der kirchlich und völkisch so bunt gemischten Bevölkerung seine letzte Ruhestätte. Auf einem Extrazug hatte die Bahnverwaltung die Leiche von Midnapore dahin überführt.


(Aus: die katholischen Missionen, 1919)

Statue von P. Lacombe in St. Albert (Quelle: WinterforceE229)

Sonntag, 6. Oktober 2013

Te Bibira Moa — Bibelübersetzung ins Tahitianische


P. Tourvieille aus der Picpusgesellschaft berichtet, dass die Katholiken von Tahiti bald eine vollständige Übersetzung der Heiligen Schrift in der Hand haben werden. Seit etwa einem Vierteljahrhundert haben die Missionäre gearbeitet, um das Werk fertigzustellen, und P. Tourvieille weilt bereits über ein Jahr in Belgien, um den Druck zu überwachen. Der Band wird etwa 36.000 Verse auf 1600 Seiten enthalten.

(Aus: die katholischen Missionen, 1915)


Ein weiteres Argument gegen das angebliche Sprachverbot auf den Marquesas.

Samstag, 5. Januar 2013

Die katholischen Missionäre und die Sprachen der Einheimischen


Es sind viele Sprachen auf der Welt, und keine davon ist ohne vernehmbare Laute. Wenn ich nun die Bedeutung der Worte nicht kenne, so bin ich dem Sprechenden ein Fremdling, und der Sprechende ist mir ein Fremdling“ (1 Kor. 14, 10 f).

Diese Sätze des Völkerapostels richten sich auch an die Glaubensboten bei fremden Völkern. Die Kenntnis ihrer Sprache ist die notwendige Voraussetzung, um als Lehrer der Völker, als Herold der frohen Botschaft zu wirken. Und je vollkommener er sie besitzt, desto leichter wird er den Zugang zu den Herzen der Eingeborenen finden und in lebendige Fühlung mit ihrem Sinnen und Denken treten.
Daher wurde die Pflicht der Sprachenlernung in den die Missionen betreffenden Verordnungen der Päpste, der Missionssynoden und der Propaganda immer wieder betont. Aber längst vor Entstehung der Propaganda hatten die Orden selbst in ihrer Gesetzgebung diesen wichtigen Punkt gebührend unterstrichen. Das war beispielsweise in der Gesellschaft Jesu der Fall. Schon der Stifter des Ordens hatte die Bedeutung des Sprachenstudiums vollauf erkannt und in seinen Satzungen diesbezügliche Anordnungen getroffen (Constitutiones S.J.P. IV, c. 12, n. 2 B).
Die theologische Wissenschaft, so führt er aus, könne heutzutage der Kenntnis des Griechischen und Hebräischen nicht entraten. Daher sollten in den Ordensschulen entsprechende Professuren eingesetzt werden. „Aber auch für andere Sprachen“, so fährt er fort, „wie für die chaldäische, arabische und die indische, sollen, wo immer sie als notwendig und nützlich zum vorgesteckten Ziele erscheinen und die betreffende Landesverhältnisse zu ihrer Erlernung drängen, entsprechend Lehrer eingestellt werden.“
Das Sprachstudium soll zumal in jenen Kollegien und Universitäten eifrig betrieben werden, in welchen die zukünftigen Missionäre jener Länder ihre Ausbildung erhalten.


Wiederholt kommen die Generalkongregationen, der gesetzgebende Körper des Ordens, auf die Frage zurück. „Da die Kenntnis der Eingeborenensprachen“, so bestimmt z.B. 1593/94 die fünfte Kongregation, Dekret 67, „denen, welche in den indischen (überseeischen) Provinzen wirken, so notwendig ist, um das Heil der Inder zu wirken, und dies das einzige oder vorzüglichste Ziel ist, um dessentwillen sie von der Gesellschaft in jenen Weinberg des Herrn gesandt werden, so hat die Kongregation einstimmig beschlossen, sämtliche Obern und alle übrigen Patres und Fratres jener Gebiete angelegentlich zu ermahnen, sie möchten die von den Generälen wiederholt schon erlassenen Weisungen betreffend die Erlernung und Übung der einheimischen Sprachen, treulich befolgen.
Insbesondere aber sollen die Obern mit aller Sorge und allem Fleiße und, soweit die Verhältnisse es gestatten, auch durch ihr eigenes Beispiel das in den Augen Gottes so wohlgefällige Sprachestudium ehren und fördern.
Dem hochwürdigsten Pater General aber wird nahegelegt, über die praktische Handhabung dieses Sprachstudiums eine eigene Instruktion auszuarbeiten und solche Richtlinien anzugeben, wie er sie je nach der Natur und Eigenart der betreffenden Völker für die zweckdienlichste hält.“
(…) Entsprechend der ihnen von den Kongregationen gegebenen Weisung versäumten es die Ordensgeneräle nicht, die Pflicht und Bedeutung der Sprachenlernung nach Bedarf und Gelegenheit von Zeit zu Zeit wieder einzuschärfen. Hier seien aus vielen beispielsweise die bezüglichen Stellen aus der Instruktion des P. Aquaviva (1603) an die Mission von Paraguay angeführt.

„4. Wir haben schon wiederholt eingeschärft, dass keiner der Unsrigen zum Priester geweiht werden darf, der nicht zuvor gut die Sprache (des Landes) kennt, und dass, um die Erlernung zu erleichtern, während des dritten Probejahrs eine bestimmte Zeit dafür angewiesen werden soll. Sollte es vorkommen, dass man, um die günstige Gelegenheit zur Weihe nicht zu verpassen, einen weihen lässt, ehe er die Sprache kann, so soll man ihn nicht in die Seelsorge lassen, bevor er sie gelernt hat.(...)“


(aus: die katholischen Missionen, 1918)

Mittwoch, 2. Januar 2013

Doku auf 3sat - haben die Missionäre den Einheimischen ihre Sprachen verboten?


Gestern habe ich auf 3sat kurz „Reisen in ferne Welten: die Marquesas“ geschaut. Zunächst glaubte ich, einen interessanten Film über Gottes schöne Südsee zu sehen, bis mir eine kleine missionsgeschichtliche "Lehrstunde" erteilt wurde, die mir die Laune ziemlich verdorben hat. 

Es wurde die Behauptung aufgestellt, die französischen Kolonialherren (glaube ich gerne, gibt es auch Anhaltspunkte im Netz) und allen voran die katholische Kirche (wie man auf S. 91 von Jahrgang 1904 der katholischen Missionen erfährt, kamen Beamte und Missionare wegen des Antikatholizismus der ersteren wohl nicht so gut miteinander aus) 
hätten den Einheimischen verboten, Ihre eigene Sprache zu sprechen und gewisse Bräuche wie Tätowierungen zu pflegen.
Die Behauptung, dass Missionäre den Einheimischen ihre eigene Sprache verboten hätten, ist so ungeheuerlich, dass sie hier eine längere Gegendarstellung verdient.
 Wie viele Menschen glauben so etwas einfach, weil es im Fernsehen auf einem „Intellektuellensender“ wie 3sat kommt? Vor unserer Konversion hätte wohl jeder in meiner Familie so etwas ohne weiteres auch geschluckt. 


Nun zur Widerlegung:

Unter den Aussätzigen auf Molokai war die Umgangssprache laut diesem Artikel „kanakisch“, d.h. hawaiianisch.
Wieso sollten die Missionäre der Kongregation der Heiligsten Herzen, die sowohl auf Hawaii als auch auf den Marquesas gewirkt hat, bei den mit den Hawaiianern verwandten Marquesanern eine so von der global üblichen Missionsstrategie völlig abweichende Methode angewandt haben?
Bereits früher wurde auf diesem Blog hervorgehoben, dass die katholischen Missionare in Bezug auf die exotischen (und exotischsten) Sprachen ungemeine Verdienste erworben haben. 


Und auch auf den Marquesas wurde die Sprache der Einheimischen von den Missionären erlernt. Hier einige Beispiele aus der "verpönten" Marquesas-Sprache (die katholischen Missionen, Jahrgang 1887, S.196):

"(...)P. Simon Delmas (...) wurde Anfangs Sommer [sic] vorigen Jahres als Neopresbyter nach den Marquesas-Inseln geschickt und blieb mehrere Monate in Taiohae bei dem Apostolischen Vikar, um sich mit der Sprache und der Lebensweise der Eingeborenen vertraut zu machen.(...)"

Es wird nun eine kirchliche Feier geschildert:

"(...) Die Fenster füllten sich mit Neugierigen, und alle stimmten in 'mea kanahau!' — 'o, wie ist das schön!' überein. Zuerst war gemeinsames Gebet, hierauf folgte ein Lied in der Sprache der Eingeborenen (...) Freude strahlte auf aller Antlitz.(...)"


"'mea kanahau!' — " wie war das doch schön!", musste ich von jedem hören; und einer erzählte dem anderen zum hundertsten Male, was ihm am meisten gefallen (...)"



Bei der Überquerung eines Flusses gibt ein Eingeborener dem Missionar einen lebensrettenden Rat. Welcher ehemalige Kannibale würde sich wohl dafür interessieren, ob sein Unterdrücker, der ihm eine unerwünschte Religion aufgezwängt hat und ihm seine eigene Sprache und Kultur verbietet, im Fluss ertrinkt? Oder ist er doch eher ein frommer Katholik geworden?

"(...) als ich einen Eingeborenen hinter mir rufen hörte: 'Da nicht, da nicht!' Er kam näher und sagte mir: 'Sie wären unrettbar verloren, wenn Sie sich da ins Wasser hineinwagten.(...) 'Mea oko te vai' 'das Wasser ist sehr stark' (...) '"

Auf der französischen Wikipedia-Seite zum ersten Apost. Vikar der Marquesas, Msgr. Joseph Baudichon, steht folgendes:

Er lernte die Sprache des Landes, stellte ein Wörterbuch und eine Grammatik sowie einen Katechismus in der Sprache der Eingeborenen zusammen. Diese Kenntnis der polynesischen Sprache sowie der örtlichen Bräuche lies die Kanaken sagen: "Du bist ein Wilder wie wir." 


Hier noch  ein Verweis von der Seite des Saarländischen Rundfunks, aus dessen Produktion die Dokumentation wohl stammt.

auf die Sprache wurde ja schon genug eingegangen, zu den anderen Vorwürfen auf dieser Seite und im Film bezüglich des Verbots bestimmter Bräuche wie die Herstellung von "Tikis": Tikis sind Götzen, genau wie die Götzen, von deren Verehrung der heilige Bonifatius und seine Mitbrüder unsere Vorfahren in Deutschland abgebracht hat. Gott sei ewig Dank dafür! 


Wie viele Marquesaner sind wohl in den Himmel gekommen, weil ihnen von den Missionären gezeigt wurde, dass der wahre dreifaltige Gott sie liebt und nichts mehr wünscht als ihre Rettung, dass hingegen ihre Ahnengötter nichts sind als Dämonen?
Tätowierungen und Tänze waren auf anderen Südsee-Inseln erlaubt, sofern sie nicht unsittlich waren. 


Ob sie tatsächlich auf den Marquesas erst wieder in den 80er Jahren erlaubt wurden und welche kirchliche Autorität dieses Verbot erlassen und welche es wieder aufgehoben hat, dafür muss wohl 3sat/SR die Beweise liefern.