Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Samstag, 21. September 2024

Ein altes Gebet für die Bekehrung der Juden und Türken (d. h. Moslems)

 Dieses Gebet aus der Regierungszeit Leos XIII. ist nicht nur weiter höchst relevant, es enthält auch die interessante Bitte nach der Erscheinung der Mutter Gottes unter den Juden und Moslems. In den letzten Jahren kam es wiederholt zu Berichten von Muslimen, die sich bekehrten, da ihnen nach ihrer Aussage der Heiland oder die allerseligste Jungfrau war.

O geliebtes und liebevollstes Herz Jesu, wir bitten Dich mit Inbrunst, gieße doch über die Kirche und die ganze Welt jene Ströme lebendigen Wassers aus, die von Dir wie von einer unerschöpflichen Quelle ausgehen und hingeleiten zum ewigen Leben. O Jesus, Sohn Davids und des lebendigen Gottes, habe Erbarmen mit uns, jenen Kindern, für die Dein Herz durchbohrt wurde. Nimm doch nicht hinweg von uns das Geschenk des hochheiligen Glaubens, wie wir es wegen unserer Sündenschuld und Undankbarkeit verdienen. Verbirg Dich nicht vor unseren Augen, der Du ja das wahre Licht und unsere einzige Hoffnung bist.

Da die Finsternisse und Irrtümer immer undurchdringlicher werden, bleibe bei uns, o Herr, und erfülle uns mit jener Liebesglut, die Du auf die Erde zu bringen gekommen bist, und von der Du willst, dass sie in allen Menschenherzen entzündet werde.

O Jesus, auf dem Altare des Kreuzes für uns geopfert, ziehe uns hin zu Dir und mit uns auch die Juden und Türken, für die Du auch Dein Blut bis auf den letzten Tropfen vergossen hast. Ach, möge dieses Blut, das einstens von den Juden zum Fluch herabgerufen worden ist, in Segensströmen auf ihr Haupt herabkommen und sie retten. Dieses Blut, das von den Türken verachtet und verunehrt worden ist, möge für sie einen Ruf um Erbarmen emporsenden und sie reinigen. Komm zu Hilfe, o Herr, wir beschwören Dich, komm zu Hilfe den armen Kindern Israels und Ismaels, für die Du das schmerzvollste Leiden erdulden wolltest. Mögen die heiligen Wundmale an Deinen Händen, Füßen und an Deiner Seite, die Du als Preis der allumfassenden Erlösung noch lebendfrisch und geöffnet an Dir trägst, mögen sie zu ihren Gunsten reden. Mit ihren mächtigen Gnadenrufen mögen sich vereinigen jene, die da ausgehen vom herzen Deiner süßesten Mutter. Dieses Herz, das mit dem Schmerzensschwert durchbohrt und mit dem Deinigen am Fuße des Kreuzes gemartert wurde, opfern wir Dir auf für das Heil so vieler unglücklicher Seelen.

O süßes Herz Mariä, sage du Jesus, was wir weder wissen noch sagen können, und er wird dich erhören. Denn wenn ein Wunder nötig ist, um den Widerstand jener zu brechen, für die wir Dich anflehen, so bitten wir dich, o unbefleckte Jungfrau, darum bei jener Liebe, die du zu Jesus trägst. Ach ja, würdige dich, den Juden und Türken zu erscheinen, wie du auch dem Ratisbonne erschienen bist, und auf einen Wink deiner machtvollen Rechten werden auch sie, wie jener, sich plötzlich bekehren. Möchte doch bald der Tag kommen, an dem die hochheilige Dreifaltigkeit durch dich in allen Herzen herrsche, und alle im Geiste und in der Wahrheit lieben und anbeten Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes, der mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

(100 Tage Ablass einmal täglich, Leo XIII. 18. Dez. 1899 – Quelle: Hilf Seelen retten! von Pater Hermann Fischer SVD)


Montag, 28. März 2016

Sind alle Religionen gleich gut?

Tempel aller Religionen, Kazan, Russland (Quelle: Maarten)


Aus der Glaubenslehre der Katholischen Handpostille* zum heutigen Ostermontag:

Frage: Was ist es also mit dem Gerede einiger, jede Religion und jeder Glaube sei gleich gut, es sei einerlei, ob man Christ oder Heid‘ oder Jud‘, katholisch oder protestantisch sei?

Ein solches Gerede ist Gotteslästerung und vernunftwidriges Geschwätz. Wenn’s gleich ist, was man glaubt, wozu hätte dann Gott uns eine Offenbarung gegeben? wozu hätte Jesus Christus seine Lehre mit dem blutigen Tode besiegelt? Hat er nicht ausdrücklich gesagt: wer nicht an den Sohn glaubt, der wird das Leben nicht sehen? – Und dann sind die verschiedenen Religionen miteinander in offenem Widerspruch; was die eine glaubt, verwirft die andere als Irrtum. Aber es ist unvernünftig zu sagen, es sei gleich, ob man die Wahrheit oder den Irrtum glaube; es sei zum Beispiel gleich zu glauben, es gebe eine Hölle, oder es gebe keine; mit dem Tode sei alles aus, oder nach dem Tode gebe es erst noch eine Ewigkeit, in die der Mensch kommt; Mohammed sei ein göttlicher Prophet, oder ein Betrüger gewesen, und dergleichen. Wahrheit gibt es nur eine; und was ihr widerspricht, ist Irrtum. Aber dem Irrtume absichtlich anhängen, widerspricht der gesunden Vernunft, welche für die Wahrheit geschaffen ist.


*(besser bekannt als Goffine, überarbeitet von P. Franz Hattler S.J.) 

Sonntag, 27. Dezember 2015

Der Patriarch von Jerusalem gegen jüdische Schmähungen

Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Luigi Barlassina

Am 20. Juli [1924] trat zu Rom Hans Herzl, der Sohn des berühmten Gründers des Zionismus, Theodor Herzl, zur katholischen Kirche über [er fiel später wahrscheinlich wieder ab und beging 1930 Selbstmord]. Daraufhin brachte die jüdische Zeitung „Dôr Hajôm“ in ihrem humoristischen Teil eine spöttische Erzählung, in der Christus und seine Mutter in zynischer Weise verhöhnt wurden. Der lateinische Patriarch erhob in seinem Blatt „Rakib Zion“ sofort energischen Einspruch gegen die Gotteslästerung und ordnete in allen Kirchen und Kapellen Sühneandachten an.

Was sagen die Christen Englands dazu? Muss man sich von den Zionisten alles gefallen lassen? Wie weit sie ihre Frechheit treiben dürfen, zeigt eine andere Begebenheit vor einigen Monaten. Bei Gelegenheit der jüdischen Feier Simeon Ezzadik [wohl eine Feier zur Verehrung des Hohepriesters „Simeon des Gerechten“] kreuzigte man unter Hohn und Spott eine Strohpuppe und verbrannte sie zuletzt. 

Mehrere Araber sagten mir: Was seid ihr Christen doch für komische Leute! Hätte das Judenblatt derartiges gegen Mohammed gebracht, so stände heute vom jüdischen Redaktionsgebäude kein Stein mehr auf dem anderen [die Muslime haben natürlich nicht verstanden, dass Christen bei solchen Schmähungen nicht mit Gewalt reagieren dürfen] – Das jüdische Blatt spottet ruhig weiter. Es muss sich ziemlich sicher fühlen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1925)

Wie sicher sich jüdische Christenhasser wie Ben-Zion Gopstein heute in Israel fühlen, kann man an dessen jüngsten Äußerungen über Christen als „blutsaugende Vampire“ sehen. Dass er dafür von den israelischen Behörden zur Rechenschaft gezogen wird, ist doch hoch fragwürdig. 


Sonntag, 13. Dezember 2015

Konzilsväter für Judenmission – Papst Benedikt liest Messen zur Bekehrung der Juden



erstes Vatikanisches Konzil

Gegen Ende des Jahres 1869 unternahmen die zwei Abbés Lemann, Judenkonvertiten, beim [ersten] Vatikanischen Konzil einen, wie es Kardinal Coullie 1912 im Vorwort ihres Buches formulierte, scheinbar kühnen, aber unendlich rührenden und hochherzigen Versuch: „Sie wollten eine feierliche Liebeskundgebung von Seiten der Heiligen Kirche Jesu Christi gegen die Trümmer Israels hervorrufen und überall Gebete für ihre Rückkehr zur Fülle der Wahrheit erbitten.“ Von Pius IX. gütigst ermutigt, verfassten sie ein Postulatum pro Hebraeis, das, nachdem es den Konzilsvätern vorgelegt worden war, 510 bischöfliche Unterschriften erzielte. „Alle Konzilsväter“, fügt Msgr. Elias Blanc hinzu, „hätten ohne Ausnahme unterzeichnet, wenn nicht die zwei Brüder, einer rührenden Regung der Ehrfurcht gehorsam, die Ehre der größten Unterschriftenzahl dem Postulatum pro Infallibilitate überlassen wollten, welches 533 Unterschriften vereinigt hatte.“ Nur die Unterbrechung des Konzils infolge des italienischen Einmarsches in den Kirchenstaat verhinderte die Behandlung des Postulatums und seine Besprechung durch den Papst.


Die Zwillingsbrüder Lemann. Die Geschichte ihrer Konversion und ihrer Verfolgung durch ihre jüdischen Verwandten hier auf Französisch.

Auch der 1918 von London ausgegebene Gedanke der Messnovenen für die Bekehrung Israels ist überraschend aufgeblüht. In Frankreich sind 1920 bereits 510 Messen mit dieser Intention gelesen worden. 1925 waren es weltweit mehr als 5700 heilige Messen. Am 27. Februar 1920 erhielt diese Übung die Billigung Se. Heiligkeit Benedikts XV., der selbst die Messnovene vor dem Herz-Jesu-Fest hielt. 1925 feierte Se. Heiligkeit Pius XI. am Herz-Jesu-Fest die Messe in gleicher Meinung. Zahlreiche Kardinälen und Ordensprälaten, Bischöfe und Ordensgemeinschaften nahmen daran teil. Schließlich enthält die Nr. 13 der Acta Apostolicae Sedis vom 5. November 1925 einen Brief des Präfekten der heiligen Ritenkongregation, Kardinal Vico, der auf Geheiß des Heiligen Vaters Pius XI. allen Ordinariaten aufträgt, ab 31. Dezember in der Weiheformel des Menschengeschlechts an das göttliche Herz bestimmte Veränderungen vorzunehmen und folgende Worte einzufügen: „Blicke endlich voll Erbarmen auf die Kinder des Volkes, das ehedem das auserwählte war. Möge das Blut, das einst auf sie herabgerufen wurde, als Bad der Erlösung und des Lebens auch über sie fließen.“ So betet die Kirche nicht mehr nur am Karfreitag, sondern von nun an gewohnheitsmäßig für die Juden. Man kann die Bedeutung dieses Gebets an das Heiligste Herz Jesu Christi, des Königs der ganzen Menschheit, nicht stark genug betonen.


(Quelle: Schönere Zukunft, Nr. 26, 4. April 1926)


Die Judenmission darf laut dem neuesten nicht-lehramtlichen Dokument aus dem Vatikan nicht sein. Dass die Kirche entgegen der Behauptung in diesem Dokument eben schon die institutionelle Judenmission kennt, kann man auch hier lesen.

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Was nicht mehr sein darf

Pater Marie-Alphonse Ratisbonne
In Italien nahmen sich außer den Päpsten bedeutende Ordensleute, so [St.] Albert v. Trapani, [sel.] Bernhardin v. Feltre, [St.] Johannes v. Capestrano, [St.] Laurentius v. Brindisi, der Judenmission an. (…) 1534 errichtete [St.] Ignatius v. Loyola  ein noch bestehendes Heim für jüdische Konvertiten, 1549 Paul III. ein Institut für Judenmission. [St.] Pius V taufte selbst zahlreiche J. [St.] Karl Borromäus nahm sich auf der Mailänder Diözesansynode eifrig der Judenmission an.
Aus dem Lexikon für Theologie und Kirche (Band V., 1933), Eintrag „Judenmission“.

Im Gegensatz dazu hat heute hat die Päpstlichen Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum ein nicht-lehramtliches Dokument zur Beziehung zu den Juden mit besonderem Hinweis auf die Judenmission veröffentlicht. In dem Dokument heißt es unter Punkt 6.:

Es ist leicht zu verstehen, dass die so genannte ‚Judenmission‘ für Juden eine sehr heikle und sensible Frage darstellt, weil sie in ihren Augen die Existenz des jüdischen Volkes selbst betrifft. Diese Frage erweist sich auch für die Christen als heikel, weil für sie die universale Heilsbedeutung Jesu Christi und folglich die universale Sendung der Kirche von grundlegender Bedeutung sind. Die Kirche ist daher verpflichtet, den Evangelisierungsauftrag gegenüber Juden, die an den einen und einzigen Gott glauben, in einer anderen Weise als gegenüber Menschen mit anderen Religionen und weltanschaulichen Überzeugungen zu sehen. Dies bedeutet konkret, dass die Katholische Kirche keine spezifische institutionelle Missionsarbeit, die auf Juden gerichtet ist, kennt und unterstützt. Obwohl es eine prinzipielle Ablehnung einer institutionellen Judenmission gibt, sind Christen dennoch  aufgerufen,  auch  Juden  gegenüber  Zeugnis  von  ihrem  Glauben  an  Jesus  Christus abzulegen. Das aber sollten sie in einer demütigen und sensiblen Weise tun, und zwar in Anerkennung dessen, dass die Juden Träger des Wortes Gottes sind, und besonders in Anbetracht der grossen Tragik der Schoa.


Nachfolgend noch der Eintrag zu den Priestern U.L.F. von Sion (unter  „Sion“, Band IX), einem Orden zur Judenmission, die von den berühmten jüdischen Konvertiten und Priestern Marie-Alphonse und Marie-Theodore Ratisbonne gegründet wurden:


Beten auch wir immer für die Bekehrung der Juden, damit auch sie den wahren Messias, Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, anerkennen und in die katholische Kirche eintreten, außerhalb derer es kein Heil gibt!



Sonntag, 18. Januar 2015

Die Gebetswoche für die Einheit der Christen


Heute beginnt die Gebetswoche für die Einheit der Christen. Leider scheint dieses heilige Anliegen, das von dem ehemaligen Anglikaner Fr. Paul James Wattson ins Leben gerufen und 1910 den ausdrücklichen Segen des hl. Papst Pius X. erhalten hat, wie so vieles vom falschen Ökumenismus vergiftet worden zu sein. Um sich eine Vorstellung von der ursprünglichen Meinung zu machen, in der diese Woche für die katholische Kirche als öffentliche Andachtsübung eingeführt wurde (sie war nie bindend), hier die alten Intentionen:

18. Januar: Die Rückkehr aller „anderen Schafe“ zur Herde des hl. Petrus, des einen Hirten.

19. Januar: Die Rückkehr aller orientalischen Schismatiker zur Kommunion mit dem Apostolischen Stuhl.

20. Januar: Die Unterwerfung der Anglikaner unter die Autorität des Statthalters Christi.

21. Januar: Dass die Lutheraner und alle anderen Protestanten auf dem europäischen Festland zurück zur Heiligen Kirche finden.

22. Januar: Dass die Christen in Amerika in Kommunion mit dem Stuhl Petri treten.

23. Januar: Die Rückkehr der abgefallenen Katholiken zu den Sakramenten.

24. Januar: Die Bekehrung der Juden.

25. Januar: Die missionarische Eroberung der Welt für Christus.


(Der Text von ICC Omaha schien mir der Originaltext zu sein, es gibt ihn auch etwas „entschärft“)

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Ein Blindenheim in Bagdad


In den europäischen Ländern ist dank der vereinigten Bemühungen von Staat und Kirche für die Blinden gut gesorgt. Und doch ist hier die Blindheit verhältnismäßig nicht so häufig. Nach statistischen Erhebungen kommt in Frankreich, England, Russland und Deutschland durchschnittlich 1 Blinder auf 1100 Personen. Dagegen ist im Orient die angeborene oder durch schlimme Augenkrankheiten herbeigeführte Blindheit außerordentlich stark verbreitet. Nach dem Karmelitermissionär P. Leo Michael vom Heiligen Kreuz finden sich z. B. in Bagdad auf 145.000 Einwohner 4.000, und zwar kommt je ein Blinder auf 35 Moslemin, auf 111 Israeliten und auf 133 Christen. Und doch gibt es im türkischen Reich, soweit P. Leo erfahren konnte, nur drei Blindenschulen, in Konstantinopel, Jerusalem und Bagdad. 

In dieser Stadt unternahmen es die Karmeliter-Patres, den Unglücklichen die Wohltat einer Schulbildung zu verschaffen. 
P. Peter von der Mutter Gottes brachte aus Frankreich das Blindenalphabet mit erhöhter Schrift, System Braille, und Schreibbretter mit. P. Johann, heute Erzbischof von Bagdad und Apostol. Delegat für Mesopotamien, übertrug das Alphabet ins Arabische und lehrte zunächst einige christliche Blinde lesen, schreiben, rechnen und etwas Musik. Damit war die Blindenschule eröffnet. Die ersten Schüler wurden Lehrer und unterrichteten ihre Leidensgenossen. Das Werk zog die öffentliche Aufmerksamkeit und Teilnahme auf sich. Um die Anstalt noch besser in stand zu setzen, reiste P. Peter nach Frankreich und lernte die ganze Einrichtung eines Blindeninstituts dort kennen. Nun konnte auch in Bagdad das Programm erweitert und Handwerkskurse für Weberei, Wollkämmerei, Mattenflechterei, Korbflechterei mit Weiden und Stroh eröffnet werden. So lernen die Blinden ihr tägliches Brot gewinnen und zugleich einen nützlichen Beruf üben. 

Noch fehlte ein eigenes Heim für Frauen. Man wandte sich an die Öffentlichkeit, und Christen, Juden und Moslemin steuerten dazu bei. Die Mission selbst spendete trotz ihrer Schuldenlast 100 türkische Pfd. (etwa 1900 M.). So konnte ein eigenes Frauenheim mit Schlaf- und Arbeitssaal errichtet werden. Leider war es bisher noch nicht möglich, für dasselbe geschulte Schwestern zu bekommen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1911)

Sonntag, 31. August 2014

Türken, Juden und Schismatiker beeindruckt vom Heldenmut der Barmherzigen Schwestern


Bei der während der Herbstmonate vorigen Jahres in Damaskus herrschenden Cholera haben neben den Missionären auch die Barmherzigen Schwestern wieder ihren gewohnten Mut und heroischen Opfergeist bewiesen. Wie Engel des Erbarmens durcheilten sie die Stadt bis in die letzten schmutzigen Winkel, um die unglücklichen Opfer der furchtbaren Seuche aufzusuchen. Türken, Juden und Schismatiker sahen mit ehrfurchtsvoller Bewunderung dieses Schauspiel unbegreiflicher, selbstloser Liebe, die in umso helleres Licht trat, da die meisten Ärzte aus Furcht ihren Posten verlassen hatten und die Schwestern auch hierin für sie eintraten. Soweit uns bekannt, sind die Schwestern selbst von der Seuche unberührt geblieben.


„Die Türken namentlich“, so schreibt Schwester Gelasia, die Oberin in Beirut, „wissen nicht Worte des Dankes genug zu finden. Sie haben an ihre Landsleute hierher geschrieben, und dieselben werden eine Deputation an mich schicken, um zu danken. Unsere Schwestern sind sehr mutig, wie immer. Möge der liebe Gott sie gesund erhalten, wie auch die Missionäre, die von einem Sterbebett zum anderen eilen…Auch hier in Beirut wird die Cholera erwartet. Sollte Gott diese Prüfung über uns verhängen, so werden wir versuchen, das Beispiel unserer Mitschwestern in Damaskus in der Pflege dieser Unglücklichen nachzuahmen.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1892)

Sonntag, 13. April 2014

Große Missionsbischöfe: der heiligmäßige Patriarch – Msgr. Vincenzo Bracco, lateinischer Patriarch von Jerusalem


Ein schmerzlicher Verlust traf die Kirche des heiligen Landes durch den Tod ihres heiligmäßigen, hochverehrten Patriarchen, Msgr. Vincenzo Bracco, der am heiligen Fronleichnamsfest in Jerusalem nach kurzem Krankenlager seine Reise zum himmlischen Jerusalem antrat.

 Geboren am 15. September 1835 zu Torazzo in der Diözese Albenga am Meerbusen von Genua, machte Vincenzo seine Studien in dem von den Lazaristen geleiteten Kolleg der auswärtigen Missionen zu Genua, wurde 1859 Priester und begab sich bereits im folgenden Jahre in die Mission des heiligen Landes. Msgr. Valerga, Der tatkräftige Patriarch von Jerusalem, lernte als scharfblickender Menschenkenner sehr bald die gründliche wissenschaftliche Bildung und die Tugend des stillen, bescheidenen Priesters schätzen, berief ihn zunächst als Professor der Theologie an sein Seminar zu Beitschale bei Betlehem und ernannte ihn zwei Jahre später zum Regens des Seminars und zum Kanonikus an der Kirche des heiligen Grabes.

Da der Patriarch in seiner Eigenschaft als Apostolischer Delegat des hohen Libanons oft längere Zeit von Jerusalem entfernt sein musste, erbat er sich von der Propaganda einen Weihbischof und schlug als solchen seinen erprobten Seminarregens Don Vincenzo vor, der dann auch am 13. Mai 1866 als Titularbischof von Magida in der heiligen Grabkirche die Bischofsweihe empfing. Seit Jahrhunderten hatte die heilige Stadt keine solche Feier mehr gesehen.

Tatkräftig nahm der neue Weihbischof an den vielen Unternehmungen des energischen Patriarchen seinen Anteil. So ist die endliche Vollendung der schönen, dem Namen Jesu geweihten Kathedrale (11. Februar 1872) zum guten Teil auch sein Verdienst; desgleichen der Triumph, den die Kirche Jerusalems im selben Jahr feierte, indem seit undenklichen Zeiten zum ersten Mal wieder einmal das heiligste Sakrament in feierlicher Fronleichnamsprozession durch die Straßen getragen wurde, die Christus der Herr einst so oft durchwandelte.

Am 21. März 1873 bestieg Msgr. Bracco den verwaisten Patriarchenstuhl von Jerusalem und setzte nun volle 16 Jahre hindurch das Werk seines großen Vorgängers mit ebenso viel Festigkeit als herzgewinnender Milde fort. Eine Reihe neuer Missionsstationen wurde durch ihn ins Leben gerufen und namentlich auch das Ostjordanland, mehr als bisher geschehen war, in den Kreis der Missionstätigkeit hineingezogen. Bei dem großen Interesse, das die deutschen Katholiken dem Werk im Heiligen Land und den ausschließlich ihm dienenden Zeitschriften entgegenbringen, ist es kaum nötig, die Geschichte der letzten Jahre, die mit der Wirksamkeit des letzten Patriarchen zusammenfällt, hier ausführlicher zu wiederholen.

Msgr. Bracco wurde nicht bloß von seinem Klerus und Volk und von den zahlreichen Fremden, die jährlich in den Mauern der heiligen Stadt zusammenströmen, sondern selbst von den Schismatikern und Ungläubigen wie ein Heiliger verehrt. Dies beweist auch die innige Teilnahme, die sich von allen Seiten zu erkennen gab, als die unerwartete Trauerkunde von seiner schweren Erkrankung sich verbreitete. Schon seit längerer Zeit fühlte Msgr. Bracco seine Kräfte schwinden.

Als er am 6. Juni der sakramentalen Segensandacht in der Pfingstnovene beiwohnte, bekam er heftige Seitenschmerzen und musste sich fieberkrank zu Bett legen. Die Krankheit, eine schwere Lungenentzündung, die bereits am 14. von vier Ärzten als hoffnungslos bezeichnet wurde, machte rasche Fortschritte. Am 13. Juni wurden dreitägige öffentliche Gebete in der heiligen Stadt und in den benachbarten Pfarreien angeordnet. Man setzte den Patriarchen von seinem Zustand in Kenntnis; sofort verlangte er nach der heiligen Wegzehrung und der letzten Ölung, die er mit inniger Andacht und voller Hingebung in Gottes Willen empfing, zu außerordentlicher Erbauung der Anwesenden, die in Tränen zerflossen. 
Gleichzeitig telegraphierte man nach Rom, um den Segen des Heiligen Vaters für den Sterbenden zu erbitten. 

Als in Jerusalem und den umliegenden Dörfern der Zustand des Patriarchen bekannt wurde, war die Trauer eine allgemeine, nicht bloß bei den Katholiken, sondern auch bei den Schismatikern. Alles betete inbrünstig zu Gott um Erhaltung seines Lebens. Viele Personen machten Gelübde, um von Gott die Verlängerung dieses teuren Lebens zu erflehen; einige boten Gott sogar ihr eigenes Leben zum Ersatz an. Ein griechisch-schismatischer Christ sagte: „Mein ganzes Vermögen besteht aus nur 400 Fr., mit denen ich mich und meine Familie unterhalte; aber gerne würde ich alles für das Leben des lateinischen Patriarchen drangeben.“ Doch Gott dem Herr gefiel es nicht, diese Bitte zu erhören.

Gegen Abend des 18., als die Vorzeichen der baldigen Auflösung sich einstellten, berief der Patriarch seinen Generalvikar Msgr. Pasquale Appodia, und sagte ihm, dass er aus ganzem Herzen seinen Klerus und seine Herde segne. Darauf wünschte er, die Missionäre und Priester, die sich im Patriarchalgebäude befanden, noch einmal zu sehen. „Monsignore“, rief der Generalvikar tief ergriffen, als alle um das Sterbelager knieten, „hier sind ihre Priester; es sind nicht alle hier, aber bitte, segnen Sie alle, auch die abwesenden, segnen Sie die ganze Diözese.“ Er erwiderte, indem er mit der Hand ein Zeichen gab: „Kommen Sie näher zu meinem Bette. – Vor allem…will ich Ihnen…etwas sagen. Ich muss Sie…um Verzeihung bitten für meine Fehler…in Worten und Werken.“ Unter Tränen versetzte der Generalvikar: „Nein, Monsignore, wir müssen um Verzeihung bitten. Sie waren uns immer ein Vater.“ – „Nein,“ fuhr der Patriarch fort, „lassen Sie mich…sprechen…ich habe bemerkt, dass ich mehr Fehler habe, als die anderen…ich bitte Sie um Verzeihung.“ Dann erhob er seine Hand und segnete uns, und wir weinten und schluchzten und küssten seine Hände. Darauf kamen die Seminaristen. „Monsignore,“ sprach der Regens, „hier sind die Seminaristen und bitten um Ihren letzten Segen.“ Er war tieferschüttert und sagte: „Gute…Kinder“, und segnete sie zu wiederholten Malen, und sie kamen einzeln heran und küssten schluchzend seine Hand. Auch eine Deputation katholischer Männer aus Jerusalem erschien, um noch einmal die Hand zu küssen, die so viel Segen gespendet; schließlich die Dienerschaft, ganz aufgelöst in Schmerz und Trauer.

Die entscheidende Stunde kam näher. Gegen 3.45 Uhr rief der Sterbende mit großer Aufregung: „Betet, ich werde versucht.“ Alle Anwesenden fielen auf die Knie. Gleich wurde der Kranke wieder ruhig und gab, während die ihn umgebenden Priester das Profiscere beteten, sanft und friedlich seinen Geist auf. Es war am hochheiligen Fronleichnamsfest, zu dessen würdiger Feier in der heiligen Stadt er so vieles beigetragen.

Die Kunde von seinem Hinscheiden rief in der heiligen Stadt und Umgebung eine tiefe Bewegung und Teilnahme in allen Schichten der Bevölkerung hervor. Der Zudrang zu der im Patriarchalpalast ausgestellten Leiche und zu dem feierlichen Pontifikalrequiem war ein außerordentlicher. 

Es zeigte sich hier so recht, welch unwiderstehliche Macht das Beispiel seines heiligen Priesterlebens, seine alle gleichmäßig umfassende Hirtentreue und seine väterliche Güte auf die Herzen selbst der ungläubigen Moslems ausgeübt. Katholiken und Schismatiker aller Riten, Protestanten, Mohammedaner und Juden, alles strömte den ganzen Tag bis zum Abend herbei, küsste die Hand des Dahingeschiedenen, nannte ihn einen Heiligen. Rosenkränze wurden an seinem Haupt angerührt. 
Ein griechisch-schismatischer Mönch legte sogar Weihrauch zu den Füßen der Leiche nieder. Es war ein gemeinsamer Trauertag für ganz Jerusalem. Währen der Nacht wurde die sterbliche Hülle Msgr. Vincenzo Braccos in der Kapelle des hl. Joseph, dem Grab Msgr. Valergas gegenüber, beigesetzt. R.I.P.


(Aus: die katholischen Missionen, 1890)

Montag, 18. November 2013

Wie Pater Ratisbonne seine Mitjuden zur Taufe auffordert

Die allerseligste Jungfrau erscheint dem ungläubigen Juden Alphonse Ratisbonne

(…) So gelangten wir zur Ecce-Homo-Kirche. Es ist bereits früher in diesen Blättern von diesem ehrwürdigen Heiligtum die Rede gewesen. als man mit dem Bau der Fundamente beschäftigt war, stieß man auf eine reiche Quelle, welche ihren Lauf von Norden nach Süden, vom Palast des Pilatus zum Turm Antonia und zum salomonischen Tempel nimmt: sie fließt in einem prächtigen, gewölbten Aquädukt von 7 Meter Breite und 7 Meter Höhe. 

Man hat sonst kein fließendes Wasser in Jerusalem, und im Talmud steht geschrieben, dass, wenn einmal die drei innerhalb der Mauern dieser Stadt vorhandenen Quellen zu Tage kommen, die Ankunft des Messias bevorstehe.

Pater Marie-Alphonse Ratisbonne

Die Juden begrüßten darum die Auffindung dieser Quelle als ein heilverkündendes Vorzeichen und kamen mit ihren Geschirren herbei, um sich von diesem heiligen Wasser zu erbitten. Aber P. Ratisbonne antwortete ihnen:

‚Ich weiß sehr gut, warum ihr von diesem Wasser haben wollt: ihr betrachtet es als ein Unterfand der bevorstehenden Ankunft eures Messias. Nun, euer Messias ist bereits gekommen und ihr wartet vergeblich auf einen anderen. 
Er hat es gefügt, dass ein Israelit, der sein Jünger geworden, an der Stelle, wo eure Vorfahren seinen Tod verlangt haben, dieses Wasser auffand, damit es zu eurer Taufe diene. Wollt ihr darum euch taufen lassen, so sollt ihr davon haben, so viel euch beliebt.‘

Sprach’s, sie aber verschwanden mit ihren Geschirren (…)


(Aus: die katholischen Missionen, 1876)

Beten Sie für die Bekehrung der Juden!

Mittwoch, 13. März 2013

Ein Denkmal für Papst Benedikt XV. in Istanbul

Statue von Papst Benedikt XV. in Istanbul

In der Kathedralbasilika des Heiligen Geistes zu Konstantinopel soll dem Papst ein Denkmal errichtet werden, um ihm für alles, was er zur Linderung der Leiden des Krieges unternommen hat, den Dank der Völker des Orients zu bezeugen. Es hat sich deshalb ein Ausschuss gebildet, der zur Sammlung von freiwilligen Gaben auffordert.
Als Zweck der Sammlung wird im Aufruf angegeben „die Errichtung eines Denkmals zu Ehren des großen Papstes in der tragischen Stunde der Welt, Benedikts XV., des Wohltäters der Völker ohne Unterschied der Rasse und Religion.“
Der Plan wurde mit allgemeinem Beifall aufgenommen und von der Presse wärmstens empfohlen.
In der Liste derer, die Beiträge zeichneten, erscheint als erster der Sultan. Es folgen der Thronfolger, der Khedive von Ägypten, der Präsident der armenischen Republik, der schismatisch-armenische Patriarch, der Vertreter des georgischen Patriarchen, der Groß-Rabbiner, Mitglieder der türkischen Kammer, türkische Banken, Eisenbahn- und Handelsgesellschaften und viele Privatleute. Es verdient erwähnt zu werden, dass alle Gaben von Nichtkatholiken gezeichnet sind.
So ehren Mohammedaner, Juden und Schismatiker den Statthalter Christi als Wohltäter der Menschheit in der dunkelsten Stunde ihrer Geschichte. Wann werden seine Grundsätze, auf denen allein sich ein dauerhafter Friede aufbauen lässt, endlich durchdringen?


(Aus: die katholischen Missionen, 1919)

Mittwoch, 13. Februar 2013

Ecce ascendimus Ierosolymam



Eccehomo-Kloster in Jerusalem, gegründet vom berühmten jüdischen Konvertiten und Priester Alfons Ratisbonne 

Alfons Ratisbonne
Der Eccehomo-Bogen, unter dem Pilates Unsern Herrn Jesus Christus nach der Geißelung der Menge mit den Worten "Ecce Homo" zeigte (im Internet wird zum Teil angegeben, dass der Bogen erst im Jahr 70 nach Christi Geburt gebaut wurde)



Der in der Kirche gelegene Teil des Bogens, unter der Nische steht die Selbstverwünschung der Juden "SANGUIS EIUS SUPER NOS ET SUPER FILIOS NOSTROS" , "Sein Blut komme über uns und unsere Kinder" (Mt. 27, 24-25)

Montag, 19. November 2012

Gebet vom heiligen Arnold Janssen

St. Arnold Janssen SVD (1837-1909)

Aufopferung des leidenden Heilands an die allerheiligste Dreifaltigkeit

Herr, höchster Gott, Sohn unseres himmlischen Vaters, Du bist unser einzig wahres Leben. Wir beten an die Glorie und Würde Deiner ewigen Sohnschaft. Möchten alle Menschen durch Demut und durch Gehorsam gegen alle Deine göttlichen Gebote und den eifrigen Gebrauch der Gnadenmittel Deiner heiligen Kirche von ihren Sünden gereinigt und in Abbilder Deiner Herrlichkeit umgestaltet werden. Dafür opfern wir der heiligste Dreifaltigkeit Deinen heiligen, von der Sünde misshandelten Opferleib durch die Hände Deiner heiligen Mutter:

1. Die Entblößung und Annagelung Deines heiligen Leibes für die Heiden, die Dich in Deiner göttlichen Würde noch nicht kennen und lieben.

2. Die blutige Entstellung Deines heiligen Leibes durch die Geißelung und Kreuztragung für die Irrgläubigen, die durch ihre Trennung den Leib der Kirche zerrissen halten.

3. Dein heiliges, mit Dornen gekröntes Haupt für die getrennten Griechen und Morgenländer, die sich dem Haupte der Kirche nicht unterwerfen wollen.

4. Dein verhöhntes, mit Blut überronnenes Antlitz für die Juden und Türken, die Dich von sich gewiesen haben.

5. Deinen heiligen, vor Durst verschmachtenden Mund für die lauen Katholiken, die Deinem Durste nach ihrer Liebe so wenig entsprechend.


Ehre sei dem Vater.

IMPRIMATUR

Steyl, die 23. m. Maii 1936

Hermann Feldmann, de mandato Rmi Ordinarii Ruraemundensis libr. Cens.