Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Samstag, 15. November 2025

In honor of Old Cow-Thomas


Naligen or Thomas, as he would be called after his baptism, was an Aborigine of the Nyulnyul people in Northwestern Australia. It seems he was born sometime in the 1860s near Beagle Bay. As a young man, Naligen was blackbirded on a guano ship off the Australian coast, getting to know white people in the worst possible way as he and his fellow natives were basically treated as slaves by the European crew.

Upon returning home after some months, he heard of other Europeans who settled in Beagle Bay. At first, he wanted to avoid them at any cost, but a friend told him they were laib wamba, good men who let the blacks live in freedom, treated them well and instructed them. They were the French Trappists of Beagle Bay. At first he did not have any desire for the white man's religion, but the example of the monks won him over, especially as he was told that God loved the Aborigines just as much as the Europeans. After his baptism, Thomas received the sacraments faithfully, despite still spending much time away from the mission hunting in the bush or scavenging the beaches. The Trappists had to leave in 1901 as their lifestyle wasn't compatible with the mission, but the employment Thomas had found on the mission as a handyman continued under the Pallottine Fathers from Germany. He took care of their cattle, for which he was affectionately nicknamed "Old Cow-Thomas".
Thomas died a victim of the Spanish Flu that arrived in remote Beagle Bay in December of 1919, making him one of many Aborigines who fell victim to the disease. Thomas welcomed death serenely, fortified by the holy sacraments, as he went to his Creator who loves the Aborigines just as much as the whites.

Donnerstag, 14. April 2022

Das allerheiligste Altarssakrament, Kraftquelle der Missionare

Missionsbenediktiner im Gebet vor dem Allerheiligsten

Für die Missionare […] ist die Gegenwart Jesu im heiligsten Sakramente die Quelle ihrer Kraft, der Treue und des Trostes. An ihrem Meister, der in der heiligen Hostie das arme Missionsleben mit ihnen teilt, haben sie stets das ergreifendste Vorbild des höchsten Seeleneifers vor sich. Seine Gnade macht sie stark, seine Nähe gibt Zuversicht und Mut, sein Segen ist ihr Trost, seine Liebe ihr Lohn. Nur der einsame Missionar, der inmitten hundertfacher Entbehrungen als einzigen Freund und Schatz den Heiland im Tabernakel besitzt, kennt das tiefe, heilige, vollkommene Glück der wahren Gegenwart Jesu im heiligsten Sakramente.

(Aus: Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht, P. Hermann Fischer SVD)

Samstag, 9. Juni 2018

Wie hoch die Missionäre eine Menschenseele schätzen



Der selige Karl Spinola S.J. wirkte achtzehn Jahre als Missionar in Japan und wurde nach vierjähriger qualvoller Kerkerhaft im Jahr 1618 mit einundfünfzig Genossen zu Nagasaki lebendig verbrannt.

In einem Briefe erzählt er, wie er eines Tages dazu kam, als ein Kind im Sterben lag. Rasch tauchte der Priester sein Taschentuch ins nächste Wasser, drängte sich durch die umherstehende Menge, träufelte dem Kind das Wasser auf die Stirn und sprach die Taufworte. Die Heiden meinten, er wende eine Medizin an. Der Pater versicherte in seinem Schreiben: „Wenn der liebe Gott mir für alle meine Leiden und Mühen, die ich bisher ertragen habe oder noch ertragen werde, keinen anderen Lohn erteilen wird, so halte ich sie dadurch allein für überreich bezahlt, dass er mir vergönnt hat, diese eine Seele für den Himmel zu retten.“

(Aus: Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht, P. Hermann Fischer SVD)

Donnerstag, 15. Juni 2017

Gewaltiges Fronleichnamsfest im kongolesischen Dschungel


Abend des Fronleichnamsfests! Die Sonne verschwindet hinter den Urwaldbäumen. Nun ist es wieder möglich, ohne Tropenhelm in der Wundernatur zu wallen. Die Prozession zieht aus der Kirche, glanzvoll und licht, in den stillen Abend hinaus unter frommem Sakramentsgesang.

Voran die Kinder weiß gekleidet, Blumen streuend, Palmen schwingend, Hosanna singend. Dann umringt von 32 Messdienern mit Rauchfässern, Schellen, Leuchtern, der Traghimmel, und unter ihm die Missionare mit dem Allerheiligsten. Es folgen 6000 Kerzenträger, Männer und Frauen. Der Zug geht durch die Palmenalleen zu dem Riesenaltar hin, der dort am Urwaldrand aufgebaut ist und im Glanz von 300 Ölfackeln strahlt. Nieder kniet im Lichtmeer die Menge, des Segens harrend, während aus der Dunkelheit drüben die Heidenaugen aufleuchten und sich fragen: „Was soll das bedeuten? Etwas Göttliches muss das sein!“

Woher haben alle diese Leute ihre Kerzen hier in Afrika?

Sie hatten mit einem portugiesischen Handelsmann einen Kontrakt geschlossen: „So und so viel Palmenkerne, Kopal und Elfenbein verschaffen wir dir, wenn du uns für Fronleichnam europäische Kerzen besorgst.“

Außer einem prächtigen Fest brachte mir das noch einen Vorteil: sie nahmen die Kerzenreste nicht mit nach Hause, sondern legten sie zusammen zu Füßen des Altares, um den Gottesdienst weiterhin zu verherrlichen.


(Aus: Joseph Fräßle, Meiner Urwaldneger Denken und Handeln, leicht angepasst)

Donnerstag, 13. April 2017

Die Eucharistie – Stärke der Missionäre


Alles können unsere Missionspriester, Missionsbrüder, Missionsschwestern entbehren: Heimat, Familie und die tausend Annehmlichkeiten unserer zivilisierten Verhältnisse. Sie können jungfräulich, einsam, jahrelang in fremdem, wilden Lande stehen, entsagen, arbeiten, opfern und leiden, ohne zu ermatten. Würde man ihnen aber die Eucharistie nehmen, so würden sie unfehlbar kraftlos zusammenbrechen. Die heilige Hostie ist der nie versiegende Brunnquell für den Mut und die überragende Leistungsfähigkeit unserer Glaubensboten. Hier ist das Geheimnis, warum sie unerreicht dastehen trotz ihrer Armut an materiellen Mitteln.


(Aus: Jesu letzter Wille, P. Hermann Fischer SVD)

Sonntag, 22. Januar 2017

Kein Weg zu weit

Auf der Insel Tchutja [wohl eine Insel vor der Südküste Koreas] war es, wo in den Verfolgungen der 1860er Jahre Antonius Kim in der Verbannung lebte und fern von Priester und Missionär jahrelang die heiligen Sakramente nicht empfangen konnte.

Da hörte er eines Tages, dass in Nagasaki ein Priester wohne, und todesmutig nahm der eifrige Christ die Gelegenheit wahr und durchfuhr auf einem kleinem Fischerboot, nur von einigen getreuen Christen begleitet, auf mehrmonatiger Fahrt das gefährliche Meer, um die heiligen Sakramente empfangen zu können.

Ähnliche Züge kann die koreanische Kirchengeschichte manche erzählen, ein Zeichen, wie tief der christliche Glaube und die katholische Überzeugung in den Herzen der Koreaner Wurzel fassen können.


(Aus: die katholischen Missionen, 1914)

Montag, 29. August 2016

Die Stärke eines „Sitzengelassenen“



Hier ein Bericht aus der Mission unter dem Volksstamm der Kols in Westbengalen, der in den Zeiten von „wiederverheirateten Geschiedenen“ als leuchtendes Beispiel dienen kann, wie es richtig geht:

„[…] Und erst das Opferleben des jungen Sukra, von dem P. Canoy berichtet! Der arme Mann war durch die Bemühungen des Zemindars seines Dorfes zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. 
Auf ein falsches Gerücht hin von dem Tode Sukras war seine Frau eine neue Ehe, und zwar mit einem Heiden, eingegangen. Sukra gab sich alle Mühe, die Frau zur Pflicht zurückzuführen; aber vergebens. 
Da sagte er sich: „Weil ich nun einmal wie die Patres leben muss [enthaltsam], will ich auch wie sie für Gott allein arbeiten, und die häufige heilige Kommunion soll mein Trost und meine Stärke sein.“ 

Seit jenem Tage ist er die Stütze der Patres in allen Schwierigkeiten, und muss er auch in der Nacht fünf oder sechs Stunden zurücklegen, um der heiligen Kommunion nicht beraubt zu werden, er scheut die Anstrengung nicht.


(Aus: die katholischen Missionen, 1908)

Mittwoch, 11. Mai 2016

Die Entbehrungen und Freuden des Afrikamissionars



„Große Opfer“, berichtet der Missionär [P. Joseph Fräßle S.C.J.] weiter, „verlangt das Apostolat in Zentralafrika. Schon das Klima setzt dem Europäer heftig zu. In den 20 Jahren der Missionstätigkeit am Kongoflusse haben Malaria, Schwarzwasserfieber und Dysenterie über 200 jugendliche Apostel jäh ins Grab gestürzt. Die Wohnungen bieten für gewöhnlich nicht den nötigen Schutz, und die Nahrung, die meistens aus Maniokwurzeln, Fischen und Bananen besteht, vermag den raschen Kräfteverfall durch das Tropenklima nicht zu hemmen.  Dazu bereitet die große Armut der Evangelisation viele Hindernisse. Hätten wir Mittel zum Reisen, fünfmal mehr Erfolge könnten wir erzielen.

Und wie steht’s nun mit meiner Missionsstation? Monatelang fuhr ich in meiner Piroge stromauf, stromab, um die Dörfer zu gewinnen. Oder es ging auf den engen Pfaden der Wilden, gebückt und in Schweiß gebadet, durch den Urwald, über Baumwurzeln und gefallene Waldriesen, über Termitenhügel und durch Ameisenprozessionen, durch Sümpfe bis unter den Arm, durch Bäche bis an den Kopf, sieben, acht, neun Stunden lang. Da winkt denn bald ein knurrender Gorilla mit dem Knüttel, oder eine Elefantenherde versperrte den Weg. Die Neger aber drohten anfangs in den Dörfern beim Absteigen mit Lanzen oder warfen brennende Holzscheite auf mein Fahrzeug oder liefen davon. Wo ich Zutritt erhielt, war erst eine Hütte der Wilden meine Wohnung. Im Freien fand Unterricht und Gebet statt, bis ich mit eigenen Händen einen Schuppen aus Pfählen und Blättern errichtet hatte. Verstand und Herz öffneten sich allmählich, als die Leute die Werke sahen, die die neue Lehre gebietet: Nächstenliebe und Barmherzigkeit. So mancher, der unter dem harten Joch von Häuptlingen oder Arabern gelitten hatte, schloss sich dem Missionär an. Sie wurden mit den aus der Sklaverei losgekauften Knaben erzogen und bildeten den Kern, aus dem die erste christliche Gemeinde immer mehr emporwuchs. Die vor fünf Jahren gegründete Mission zählt heute 1.800 Christen und 3.000 Katechumenen, in 32 Ortschaften zerstreut, wo wir sie alle 2–3 Monate besuchen und unterrichten, die heiligen Sakramente spenden und die Prüfungen über Wissen und Leben jener anstellen, die um die heilige Taufe bitten. Für die Erprobten beginnt die nähere Vorbereitung auf das Sakrament der Wiedergeburt. Und fließt dann das Wasser auf die Stirn der leiblich und geistlich aus Sklavenketten befreiten Armen, so vermischen sich oft die Freudentränen des Missionärs mit denen seiner glücklichen Kinder. In solchen Augenblicken sind alle Mühen vergessen, ist der Lohn überreich, und der Missionär wäre bereit, noch zehnmal größere Opfer zu bringen.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1912)


Sonntag, 3. April 2016

„Selig, die nicht sehen und doch glauben“



„Selig, die nicht sehen, und doch glauben.“ Andächtige Christen! Als der göttliche Heiland diese Worte sprach, da dachte er nicht an seine Apostel und Jünger, die ihn mit ihren leiblichen Augen erblickten, da dachte er an uns und an alle kommenden Menschengeschlechter. Sein göttliches Auge war in die Zukunft gerichtet, und sein Erlöserherz ruhte auch über der Heidenwelt. Gewiss, selig waren jene zu nennen, die um ihn versammelt standen. Aber eine Seligkeit gleich der ihrigen sollte uns allen zu teil werden. Im Glauben umfassen und schauen wir Christus. Im Glauben berühren auch wir seine Hände und seine heilige Seite. Noch mehr, im Glauben an das heilige Sakrament des Altars legen wir Christus wahrhaft und wirklich mit Leib und Seele, mit Gottheit und Menschheit in unser eigenes Herz hinein. Und diese Seligkeit des Glaubens, die einst in der Anschauung Gottes vollendet wird, sollen die Apostel in alle Welt hinaus verkündigen und in eines jeden Menschen Herz hinein verbergen. „Zum Frohlocken der ganzen Erde ist gegründet der Berg Sion“ (Ps. 47, 3). Das Missionswerk unserer heiligen Kirche ist die Beseligung aller Völker durch den Glauben an Christus. „Selig, die nicht sehen und doch glauben.“


(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)

Sonntag, 31. Januar 2016

Zum Sonntag Sexagesima: „Der Same ist das Wort Gottes“




„Der Same ist das Wort Gottes.“ Wird es zur Aussaat nicht hinausgetragen, dann bleibt der große Acker der Heidenwelt tot und unfruchtbar für die Ewigkeit. Der traurige Zustand der Heidenwelt zeigt uns zur Genüge, wie notwendig die Aussaat des göttlichen Samens ist. Aus sich selbst vermag der Mensch nicht die übernatürlichen Wahrheiten zu erfassen und zur Kenntnis der Geheimnisse des heiligen Glaubens zu gelangen. Gott muss sie uns offenbaren. Wenn es daher Glaubensgeheimnisse gibt, deren Kenntnis dem Menschen zu seinem Heil notwendig sind, so schließen wir mit Recht auf die Notwendigkeit der Mission. Die göttliche Offenbarung, die für alle Menschen gegeben wurde, darf keiner einzigen Menschenseele vorenthalten bleiben. Der Same des Wortes Gottes muss  ausgesät werden über die Völker, dann wird zur Wahrheit werden das Wort des Propheten Isaias: „Die Erde ist voll der Erkenntnis des Herrn, wie Gewässer den Meeresgrund decken“ (Is. 11, 9).

„Der Same ist das Wort Gottes.“ Wie der Mensch durch eigene Verstandeskraft die hohen Glaubenswahrheiten nicht erfassen kann, so kann er auch nicht durch eigene Willenskraft der erkannten Wahrheiten nachstreben. Gottes Gnade muss ihm zu Hilfe kommen. Je mehr wir, andächtige Christen, von der Notwendigkeit der göttlichen Gnade für den Menschen überzeugt sind, desto mehr wird sich uns auch die Überzeugung aufdrängen, wie notwendig die Missionstätigkeit und wie groß die Pflicht ist, sie auch auszuüben. Gott hat die vorzüglichsten Gnaden unseres übernatürlichen Lebens an die Heilsmittel, die heiligen Sakramente, gebunden. Ihre Verwaltung und Ausspendung hat er der Kirche anvertraut. Das Hirtenamt der Kirche hat daher die Pflicht, die ihr anvertrauten Heilsmittel allen Menschen zugänglich zu machen. Wie allen Menschen das Wort Gottes gepredigt werden soll,  so sollen alle durch den Geist der göttlichen Wahrheit gestärkt und befestigt werden, soll allen das lebendige Brot des Lebens gereicht werden.  „Wenn jemand nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste, kann er nicht eingehen in das Reich Gottes“ (Jo. 3, 5), und: „So jemand isst von diesem Brote, wird er leben in Ewigkeit; und das Brot, welches ich geben werde, mein Fleisch ist es für das Leben der Welt“ (Jo. 6, 52).


(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)

Freitag, 25. Dezember 2015

Weihnachtsfreuden eines Chinamissionars



von P. Peregrin Klingler, O.F.M. Cap.

(…) Eine stattliche Anzahl ging heute zur heiligen Beichte. Ach, du weißt, o Kind in der Krippe, dass sie alle guten Willens sind. Lass sie verkosten deine himmlische Weihnachtsfreude. – Noch bin ich der Sprache zu wenig mächtig, um ihnen in anschaulicher Art die Wunder der Christnacht zu schildern. Ich überlasse es daher meinem Lieben Gast und Mitbruder (P. Adalar). Da pocht es wieder. Siehe da, mein kleiner Altardiener tritt herein. „Ja, bist du schon wieder gesund? Warst doch heute krank im Bett.“ „O“, rief er aus, „heute Nacht darf man nicht krank sein, wenn kommt der Herr Jesus Kilisitu, d. h. der Herr Jesus klein.“ „Ja, freue dich nur, kleiner Dominikus. Aber sage mir, warum hast du denn diese Novene gehalten, neun Tage hintereinander die heiligen Sakramente empfangen? Wolltest wohl nur dem Pater eine Freude machen oder ihm damit ein bisschen schön tun?“ Da trat er fast befremdet einen Schritt zurück, ein überirdischer Schimmer überflog ihn. „Mein Vater, wenn der ‚Herr Jesus klein‘ kommt, muss man sein Herz klar haben.“ Also wirklich, du glückliches Menschenkind! Mit Staunen und Bewunderung betrachtete ich den kleinen Eiferer. So komm denn und schau dir einmal den „Herrn Jesus klein“ an. Ich führe ihn zur Krippe. Da wurden seine Augen groß. Die Schäflein, die Hirten, die Höhle, ja alles ist da, wie er es von Bethlehem gehört. Da sieht er endlich das wunderliebe Kind in der Krippe. O, wie hüpft er da auf vor Freude und klatscht in die Hände: „O Herr Jesus schön, Herr Jesus schön.“ Ich nehme die Wachsfigur sachte heraus. In zartester Holdseligkeit erstrahlt sein Antlitz im Lichtglanz. Dominikus ist wie verzückt. Dann nimmt er es mit heiliger Ehrfurcht an sich, drückt es innig an die Brust und hört nicht mehr auf, es zu herzen und zu küssen. Ich sage ihm, er gehöre jetzt ganz dem „Herrn Jesus klein“ und ihn habe das Kindlein besonders lieb. Da durchzuckt es ihn plötzlich. „Ach, ich muss es auch den anderen sagen, wie der Herr Jesus gut“, spricht’s und stürmt wonnetrunken hinaus. Da hätte ich niederfallen mögen vor Freude und Dank gegen Gott. O jetzt hatte ich die Heimat nicht umsonst verlassen. Jetzt ist es auch hier Bethlehem geworden. O Glück über alles Glück, den Menschen Weihnachtsfriedensbringer zu sein.


(Aus: Seraphisches Weltapostolat des hl. Franz von Assisi, 1927)

Allen Lesern gesegnete Weihnachten!

Sonntag, 13. Dezember 2015

Zum Sonntag Gaudete

 
(Quelle)

„Ich mache dich zum Lichte der Heiden, dass du mein Heil bis an der Erden Grenzen dringest“ (Is 49,6)

Licht brachte uns Christus, aber auch Kraft, um der erkannten Wahrheit zu folgen, Kraft, um den geschwächten Willen zu stärken im Kampf mit den Leidenschaften, Kraft, um den guten Kampf bis zu Ende zu kämpfen. Diese göttliche Kraft im Christentum hat im Laufe der Jahrhunderte die Scharen der heiligen Märtyrer, Bekenner und Jungfrauen beseelt, hat die christliche Familie hervorgebracht und die christliche Welt geschaffen; diese göttliche Kraft, andächtige Christen, soll auch heute noch dieselben Wunder der Gnade in der heidnischen Welt hervorbringen. Deshalb setzte Christus die Gnadenmittel [die Sakramente] ein und vertraute sie zur Ausspende an alle Völker seiner Kirche an. „Gottes Gerechtigkeit aber durch den Glauben an Jesus Christus an alle und über alle, welche glauben an ihn; denn nicht ist ein Unterschied“ (Röm 3, 22). „So wie geherrscht hat die Sünde in dem Tode, so auch herrsche die Gnade durch Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesus Christus, unsern Herrn“ (Röm 5, 21).

Andächtige Christen! Durch eine unverdiente Gnade haben wir das Licht des wahren Glaubens erhalten, durch einen unverdienten Gnadenvorzug empfangen wir, und o wie oft, in den heiligen Sakramente der Kirche Kraft und Trost für unsere Kämpfe und Nöte. Tausenden und Millionen von Heiden ist dieses nicht gegeben. Haben wir an diesen Gnadenvorzug schon gedacht? Wie viel Untreue, Lauheit und Nachlässigkeit ließen wir uns gerade beim Gebrauch der Gnadenmittel zu Schulden kommen? Drängt sich da nicht von selbst das Johanneswort aus dem heutigen Evangelium uns auf die Lippen: „Nicht würdig bin ich, seine Schuhriemen aufzulösen“ (Jo 1, 27)? Und er, der gute Heiland, überhäuft uns mit seinen Gnaden und Wohltaten. O lernen wir diese Wohltaten Gottes schätzen, lernen wir Gott in Treue und Liebe verehren. Durch unseren Missionseifer wollen wir „den Füßen des Herrn“ – und das sind die Missionäre – dienen. Unsere Missionstat soll ein Johannesruf für die Heidenwelt sein, eine „Stimme des Rufenden“.

(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)


Sonntag, 6. Dezember 2015

Erster Priester aus der Mission des Instituts Christut König

Bild von Serge-Patrick Mabickassa

Am 26. November, dem Fest des heiligen Abts Sylvester, wurde Diakon Pierre Bivouli aus Gabun von Kardinal Burke in Florenz zum Priester geweiht. Er ist der erste Priester aus der Mission des Instituts Christus König und Hohepriester in Gabun.

Alle Fotos der Weihe und der Primizmesse gibt es nun auf der Seite des Instituts (einfach auf die Beispielfotos klicken).

Samstag, 10. Oktober 2015

Eine treue Rosenkranzbeterin

(Quelle)

Jedes katholische Herz hat als ersten und schönsten Ausdruck seiner Liebe zu Maria den „ewigen Gruß“ und fügt denselben zusammen zum Rosenkranz. Darum ist auch das Rosenkranzgebet so beliebt und geübt in den Missionen und ist das Lieblingsgebet der Neubekehrten. In jeder Anstalt, in jeder Schule, vor jedem Gottesdienst, oft mehrmals des Tages wird der Rosenkranz gebetet; ein Rosenkranz ist das wertvolle Geschenk an den Neugetauften, und da seine primitive Kleidung keine Taschen hat, wird er um den Hals getragen. An allen Anstalten ist die Marianische Kongregation eingeführt; hinter Glas und Rahmen sind an der Wand der Missionskirche die Namen der „Marienkinder“ aufbewahrt, und mit berechtigtem Stolz weisen sie noch nach Jahren hin auf diese Ehre.

Ich wurde einmal benachrichtigt, dass ein Mädchen, welches vor Jahren in der Anstalt der Schwestern (in der Kapuzinermission unter den Mapuche in Chile) war, zum Tode krank darniederliege und nach mir verlange. Der Weg war weit und beschwerlich, und ich zweifelte, ob ich das heilige Sakrament mitnehmen könne. Aber es reitet sich doch so gut mit dem Heiland auf dem Herzen. Wir hatten einen tiefen Fluss zu durchreiten, und das Wasser reichte bis zum Sattel. Nach sechs Stunden kamen wir am Ziel an. In der armseligen Strohhütte lag das Mädchen auf einem Schaffell am Boden, im Fieber brannten die Wangen, aber die todmüden Augen leuchteten freudig auf, und die erste Frage war: „Hast du den lieben Heiland mit?“

Ehe ich aber die heilige Beichte begann, wollte ich mich noch vergewissern, ob die Kranke in ihrer heidnischen Umgebung doch treu geblieben ihren christlichen Vorsätzen, und so stellte ich einige Fragen. Erstaunt, fast verstimmt gab sie zur Antwort: „Ja, was meinst du denn? Ich bin ja ein ‚Marienkind‘. Ich habe alle Tage meinen Rosenkranz gebetet vor meinem Altar.“ Fast musste ich lächeln; nur zu gut wusste ich, dass in einer solchen Indianerhütte kein Tisch, keine Wand ist, wo ein Altar anzubringen wäre. Auf ihren Wink ging eine der drei Frauen ihres Vaters in einen Winkel der Hütte und brachte ein Stück Brett, auf welchem die Heiligenbildchen aufgeklebt waren, die sie in der Schule für ihren Fleiß erhalten hatte, und in der Mitte derselben ihr Andenken an die erste heilige Kommunion. Dann nestelte sie vom Hals ein Schnürchen los, an dem anderthalb Gesätzchen des Rosenkranzes hingen. „Beim Arbeiten ist halt der Rosenkranz zerrissen, und ich habe nur mehr so viel davon; dieses habe ich alle Tage fünfmal gebetet. Meinst du, dass es gegolten hat?“ Gerührt versicherte ich ihr, dass es sicher Gott und unserer himmlischen Mutter gefallen habe. Jetzt begriff ich auch, wie es ihr möglich war, in einer noch ganz heidnischen Umgebung den Glauben treu und das Herz rein zu bewahren – sie war ein treues Marienkind geblieben.

Sie wusste, dass sie sterben würde, die Lungenentzündung war zu weit vorgeschritten; beim Fischen im kalten Meere hat sie sich dieselbe zugezogen; und sie starb gerne. Nur einen Wunsch brachte sie vor: In geweihter Erde wollte sie begraben sein, und ein Kreuz sollte ihren Grabhügel schmücken. Ich konnte ihr diesen Wunsch erfüllen, und auf dem Kreuz steht: „Sie starb, wie sie gelebt hat, eine treue ‚hija de María‘ eine Tochter Mariens.“


(Aus: das seraphische Weltapostolat, 1925)

Donnerstag, 4. Juni 2015

Eine ergreifende Fronleichnamsprozession


Aussätzigenheim der Salesianer, Agua de Dios, Kolumbien:

Das schönste Fest im ganzen Jahr ist der Fronleichnamstag. Mit ihren letzten Kräften mühen die Armen sich ab, ihre Hütten und Häuser so prächtig als möglich zu schmücken. Das Beste, was sie haben, muss zur Zierde dienen: bunte Tücher, Blumen und Palmzweige. Aber auch der innere Schmuck wird nicht vergessen. Stets gehen am Fronleichnamstag gegen 800 Bewohner der Kolonie zur heiligen Kommunion. Da die Prozession wegen der tropischen Hitze tagsüber nicht gehalten werden kann, wartet man damit bis abends fünf Uhr. Nachdem die Vesper gesungen ist, verlässt die Prozession die Kirche.

Voran schreiten die Knaben des Aloysiusvereins mit Fahne an der Spitze. Es ist aber keine frohe Jugend, die an uns vorüberzieht; mühsam auf Stöcken und Krücken schleppen die meisten sich vorwärts. Viele haben bereits große Eiterbeulen an den Füßen, anderen fehlen die Hände, wieder anderen ist das Gesicht bis auf die Knochen zerfressen. Den Knaben folgen die Hijas de Maria (Jungfrauenverein), dieselben Jammergestalten. Alle sind weiß gekleidet und tragen die Medaille der Unbefleckten am blauen Band. Barmherzige Schwestern begleiten ihren Zug. Ihnen schließen sich die Mädchen des Asyls an – alles Kranke. Jetzt kommen die Hermanos und Hermanas de San José (St. Josephsbruderschaft). Sie haben sich unter den Schutz des Patrons vom guten Tod gestellt. Der Tod steht auch fast allen im Antlitz geschrieben. Mehr als einer droht vor Ermüdung schon hier zusammenzubrechen, und mancher Schmerzensseufzer unterbricht ihre Gebete, aber sie wollten unter keinen Umständen darauf verzichten, dem Heiland den Ehrendienst zu leisten. Ihnen schließt sich die Sakramentsbruderschaft an; alle Mitglieder tragen brennende Kerzen. Nun kommt der Sängerchor, gebildet aus aussätzigen Knaben, und dann naht das Allerheiligste, getragen von einem Aussätzigen, dem Salesianerpriester Santinelli. Das Gesicht des Kranken ist schon von der Seuche entstellt, nur aus seinen Augen blitzt noch ungebrochene Tatkraft. Ihn begleiten zwei andere, ebenfalls aussätzige Priester und einige Ordensleute im Chorrock. Eine Musikkapelle, die sich aus aussätzigen Knaben und Männern zusammensetzt, bringt dem Erlöser ihre Jubelweise dar. Hinter den Musikern schreiten die Hijas de los Sagrados Corazones, die Töchter der heiligsten Herzen, eine kleine Ordensgemeinschaft, die mit Ausnahme von zwei Schwestern aus Aussätzigen besteht. Ihres eigenen Zustandes vergessend, widmen diese großmütigen Frauen sich ganz dem Dienste ihre Leidensgefährten. Ihnen folgt das Volk, das keiner Bruderschaft angehört. Den Abschluss der Dulderprozession bildet eine Anzahl Wägelchen, in denen Kranke liegen, die nicht mehr imstande sind sich vorwärts zu bewegen. Gesunde oder weniger Kranke fahren sie dem Zuge nach. Aber nicht alle besitzen ein Wägelchen. Damit sie nicht ganz beim Ehrenfeste des göttlichen Heilands fehlen, lassen sie sich vor die Hütte tragen und erwarten dort auf Matten liegend den Vorbeizug des Herrn.

Fünfviertel Stunden braucht die Prozession, um ihren Weg zurückzulegen. Ergreifend und entsetzlich zugleich ist der Anblick, wenn an einer der vier Stationen der Segen gegeben wird. Da liegen vor dem Altar gegen 2.000 dieser Ausgestoßenen. Schrecklich ist das Elend. Oft sind die Augen das einzige Gesunde an dem ganzen Menschen, und diese sind dazu noch mit großen Schutzbrillen verdeckt. Der Geruch der eiternden Wunden und faulenden Glieder ist so furchtbar, dass man Rauchwerk anzünden muss. Und doch hört man kein Wort der Ungeduld und des Haders. Es ist ein großes Dulden und Ertragen. Wer gibt den Armen die Kraft? Ist es nicht der Freund der Aussätzigen im Sakrament?


(Aus: die katholischen Missionen, 1914)

Montag, 13. April 2015

„Deine eigenen Söhne, Indien, sollen dir Vermittler des Heiles sein“ – Priesterweihe von Father Jean Marie FSSR in Neuseeland

„Deine eigenen Söhne, Indien, sollen dir Vermittler des Heiles sein“ – Papst Leo XIII. in der Enzyklika zur Gründung des indischen päpstlichen Generalseminars in Kandy.


Herzliche Glückwünsche an den Neupriester Fr. Jean Marie FSSR, der am Ostersamstag in Christchurch, Neuseeland, nach dem überlieferten Ritus zum Priester geweiht wurde. Tu es sacerdos in aeternum! Möge sein priesterliches Wirken auch große Gnaden für seine indische Heimat bringen.

Viele schöne Fotos von der Weihe sind hier zu finden.

AKTUALISIERT:

Hier die Fotos von der Primiz



Sonntag, 29. März 2015

Alte Messe in China früher in Landessprache? (Teil 3)


Fortsetzung von hier

Nach Ansicht P. Couplets, die er in seiner Korrespondenz mit den Bollandisten offen ausspricht, war es ein Fehler gewesen, dass man nach dem günstigen Entscheid Pauls V. die Sache überhaupt noch einmal zur Begutachtung vorlegte. Da jenes Breve von 1615 nie ausdrücklich widerrufen war, hätte man ohne Bedenken danach vorgehen können und sollen. In diesem Sinne sprach sich auch Innozenz XI. selber aus. „Er fragte mich“, schreibt P. Couplet, „weshalb wir denn jenes Breve nicht ausgeführt hätten.“

Noch einmal fassten die Missionäre 1695 in einer umfangreichen Denkschrift alle früher geltend gemachten Gründe zusammen und machten einen letzten Versuch bei Innozenz XII., eine Erneuerung der Privilegien Pauls V. herbeizuführen. Er blieb erfolglos wie die früheren und wurde von jetzt an nicht wiederholt.

Ehe wir auf die Ursache näher eingehen, welche die Stellungnahme in dieser Frage erklären, seien kurz und übersichtlich die hauptsächlichsten Gründe zusammengestellt, welche die Missionäre in ihren verschiedenen Denkschriften und Abhandlungen ins Feld führten. Ihre Darlegung bewegen sich um drei Punkte [da die anderen Punkte nicht für diese Serie relevant sind, nur folgender in den wichtigsten Auszügen]: (…) b) die in China einzuführende Kirchensprache (…)


b) Der Einwand endlich, dass die Übertragung der heiligen Texte in die chinesische Sprache die Ehrfurcht vor den heiligen Geheimnissen schwächen könnte, wird durch den Hinweis auf das Dekret Pauls V. entkräftet, das ja ausdrücklich an Stelle der gemeinen Volkssprache die davon ganz verschiedene Sprache der feinen Literatur gesetzt wissen wolle. Diese sei aber ähnlich wie das Lateinische in Europa nur den Gebildeten geläufig. Ausdrücklich wird schließlich von den Missionären hervorgehoben, dass nur die Sprache verschieden sein sollte, während im Übrigen die chinesische Kirche im Gegensatz zu den Kirchen des Orients treu dem römischen Ritus folgen würde, abgesehen von einigen kleinen Einräumungen, die man den Landessitten machen müsse, wie das Tragen des Tsin-kin [siehe vorheriger Post] bei der heiligen Messe und die Unterlassung der Fußsalbung bei der Spendung der letzten Ölung an Frauen.


Samstag, 28. März 2015

Alte Messe in China früher in Landessprache? (Teil 2)


Fortsetzung von hier

Dasselbe Dekret gestattete den Missionären, bei der heiligen Messe das Tsin-kin [auch oft Jijin], eine Kopfbedeckung nach Art des alten chinesischen Gelehrtenbiretts, zu tragen, da nach chinesischer Auffassung feierliche Handlungen nicht unbedeckten Hauptes vollzogen werden dürfen[1]. (Vgl. dazu Bild oben.)

Verschiedene Ursachen hinderten vorläufig die Durchführung dieser weitreichenden Zugeständnisse Pauls V. Als dann 1661 die Jesuiten in China bei der inzwischen 1622 gegründeten Propaganda um die Erneuerung der von Paul V. gemachten Zugeständnisse einkamen, wurde das Gesuch abgeschlagen. Eine 1667 nach Rom gesandte Denkschrift des Belgiers P. François de Rougemont blieb gleichfalls ohne Erfolg. Inzwischen hatte der tüchtigste Sinologe der Mission, P. Luigi Buglio, eine sorgfältige Übersetzung des römischen Missale mit dem Titel Mi sa King tien (gedruckt 1670 zu Peking), des römischen Breviers: Se to ko tien (gedruckt zu Peking 1674), des römischen Rituale: Tsi scheng sche li tien (Peking 1675) angefertigt. Bereits früher waren die ganze Summa des heiligen Thomas (Tschao sing hio iao) in 30 Bänden (Peking 1654 ff) und ein Lehrbuch der Moraltheologie (Se totien iao) in chinesischer Sprache erschienen. Diese umfassenden Arbeiten hatten den Zweck, die nötige theologische Literatur für die auf chinesischer Grundlage beruhende Ausbildung einheimischer Priester zu schaffen. Sie beweisen, wie fest entschlossen man war, den von Paul V. gebilligten neuen Weg zu betreten.

1678 ließ der Belgier P. Ferdinand Verbiest, neben Ricci und Schall wohl der größte Missionär Chinas aus jener Zeit, dem Papst Innozenz XI. ein schön gebundenes Exemplar des chinesischen Missale und Rituale zugleich mit astronomischen Tafeln u. dgl. überreichen und bat gleichzeitig um Erneuerung des von Paul V. erteilten Privilegs. In einem huldreichen Schreiben vom 3. Dezember 1681 lobte der Papst den Eifer und das Geschick der Patres, das Reich Gottes in China durch den Glanz der europäischen Wissenschaften auszubreiten. Die erhoffte päpstliche Bestätigung blieb jedoch aus.

Nun sandte P. Verbiest um 1683 den Belgier P. Philipp Couplet nach Rom, um dort die Sache persönlich zu betreiben. Allein der Zeitpunkt war nicht günstig. Der Türkenkrieg nahm damals die Aufmerksamkeit des Heiligen Stuhls vollauf in Anspruch. Einen anderen Grund, weshalb die wiederholten Eingaben der Jesuiten kein Gehör mehr fanden, deutet Le Brun an, wenn er schreibt, „es seien aus China gewisse Nachrichten eingelaufen, welche den Papst Innozenz XI. gegen die Missionen einnahmen und den abschlägigen Bescheid der Propaganda bedingten.“ Es war der unselige Ritenstreit, der seine dunklen Schatten zugleich auf die an sich ganz verschiedene Frage des einheimischen Klerus warf und eine Einigung der Parteien auch in dieser Hinsicht unmöglich machte. Doch hoffte P. Couplet durch eine nochmalige eingehende Darlegung der ganzen Frage einen günstigen Umschlag zu bewirken. So entstand die interessante Abhandlung, welche der Freund Ordensbruder Couplets, der berühmte Bollandist P. Papebroek, später in das Riesenwerk der Acta Sanctorum aufnahm und mit gewohntem Feuereifer vertrat.

Fortsetzung hier




[1] Diese Erlaubnis, bedeckten Hauptes zu zelebrieren, wurde später mehrmals erneuert und der Gebrauch fast in der ganzen Mission eingeführt. Vgl. Ius pontif. de Prop. Fide I (1888) 428; Collect. S. C. de Prop. Fide 799 809 812 820 823.

Donnerstag, 5. März 2015

Die letzte Kommunion des kleinen Joseph

Von Pater Siegfried O.F.M. Cap. in Chile:

Auf den Namen Joseph hatten wir den achtjährigen kränklichen Knaben getauft, und nur vier Monate war er in unserer Anstalt. Aber es gelang uns doch, ihn auf seine erste heilige Kommunion vorzubereiten. Dann aber mussten wir ihn zu seinen Eltern heimgeben.

Es vergingen einige Monate; da kam eines Tages sein Vater, ein Heide, und sagte: „Mein kleiner Joseph lässt dich grüßen und bittet, du möchtest ihn besuchen und mit ihm plaudern und ihm den ‚Herrn‘ bringen.“ „Dein Kleiner will beichten und die Kommunion empfangen!“ „Mag sein, das verstehe ich nicht!“ „Geh nun heim und sage dem Kleinen, dass ich gleich nachkomme, und dass er alles haben soll.“

Ich kam zur Hütte, die auf einer kleinen Lichtung des dichten Urwalds stand. Als ich die Hütte betrat, blieb ich einen Augenblick sprachlos stehen: im Winkel der Hütte lag der zum Skelett abgemagerte Joseph, weiß gekleidet, mit einer Kerze in der Hand, die mit Blumen umwunden war, so wie am Tag seiner ersten heiligen Kommunion. Dann beichtete er und betete die Gebete, die er bei seinem kurzen Aufenthalt in der Anstalt gelernt hatte.
Gerade als ich ihm die heilige Kommunion reichte, flog eine ganze Schar Singvögel aus dem Wald herbei und ließe sich auf der Lichtung nieder. Ihr munterer Gesang drang fröhlich herein zu uns. Freudig leuchteten die Augen des Kranken auf, und ich sagte zu ihm: „Da schau her, es ist gerade, als ob die Vöglein Engel wären, die der Heiland schickt, damit sie jetzt singen, wo er selber zu dir kommt; freue dich recht, bald darfst du im Himmel auch mitsingen mit den Engeln beim lieben Gott!“

Alle Anwesenden weinten, nur der Kleine behielt sein verklärtes Leuchten in Blick und Antlitz bis zum Abend, wo seine unschuldige Seele aus dem Körper enteilte, hin, wo die Scharen der Engel sie erwarteten.

(Quelle: das Seraphische Weltapostolat des heiligen Franziskus von Assisi , Altötting, 1931)