Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Posts mit dem Label Türkei werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Türkei werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 22. November 2025

Great articles on the missions at Unam Sanctam Catholicam

My friend Boniface over at Unam Sanctam Catholicam has a number of excellent articles on the missions on his Blog and website, all of them shedding light on lesser known episodes of missionary history. Here are some of my favorites:

Thanks for the homily, Father — about a rare homily on the missions by a missionary priest

The Manila Synod of 1582 — about the issues that an early synod in a missionary territory had to deal with

Archbishop Poblete’s Missionary Journey to Cavite — about the attempts of the Archbishop of Manila to end local slavery

The 1775 Burning of San Diego de Alcalá — about wayward converts attacking a mission founded by St. Junipero

Segregated Catholic Schools in New Orleans — about Black Catholic schools

The Martyrdom of Salvatore Lilli — about the martyrdom of Blessed Salvatore Lilli, O.F.M. at the hand of the Turks

Sung Catechism in the Jesuit missions  — about the catechetical use of song among the Indians

There's Always a Priest Shortage in Missionary Areas — on viri probati not being a solution to an age-old problem in the missions


Dienstag, 19. Dezember 2017

Aktuell: Junge Konvertiten aus dem Islam organisieren Rorate-Messe in Izmir

Eine schöne Nachricht aus der Türkei bei Rorate Caeli: Eine Gruppe junger türkischer Katholiken, die alle aus dem Islam konvertiert sind, haben es nach dreijährigem Gebet und wiederholten Anfragen erreicht, dass wenigstens freitags in der Erzdiözese Izmir eine Messe nach dem Missale von 1962 zelebriert wird. Am letzten Freitag konnten sie ihre erste Rorate-Messe feiern.

Hier der ganze Artikel.

Zufälligerweise bin ich gestern mit einem der Konvertiten in Kontakt getreten, ohne zu ahnen, dass seine Gruppe heute auf einem der größten katholischen Blogs erwähnt werden würde.

Beten wir beharrlich für die Bekehrung der Moslems – Gott will es!

Sonntag, 29. Januar 2017

Die heilige Maria Magdalena von Pazzi wollte Missionärin werden



Bereits früher haben wir gesehen, dass berühmte Heilige gerne Missionäre sein wollten. Ich gehe fast davon aus, dass man bei genauerer Forschung herausfinden würde, dass so gut wie jeder Heilige dieses Verlangen in gewisser Weise hatte. Die heilige Maria Magdalena von Pazzi, die ohnehin von einem außergewöhnlichen Seeleneifer brannte, war hier keine Ausnahme. Sie betete einmal:

„Oh Herr, wenn ich nur nach Indien oder in die Türkei gehen könnte, würde ich all die lieben kleinen Kinder nehmen und ihnen mit solcher Liebe und Zuneigung alles über unsere Religion lehren, dass jede Trübsal oder jedes Unglück mir ein großer Trost sein würde.“

Es wäre interessant zu wissen, wann es die ersten wirklichen Missionsschwestern gegeben hat. Leider habe ich bislang nie einen Artikel über die frühen Missionsschwestern gelesen. In den mir bekannten Missionsberichten des 16. oder 17. Jahrhunderts (die Heilige starb 1607) kommen Ordensschwestern nie vor. Sie sind wohl erst im 19. Jahrhundert erstmals in die Missionen gegangen. So scheint die heilige Maria Magdalena mit diesem Wunsch ihrer Zeit vorausgewesen zu sein.


(Übersetzung des Zitats aus The Workers are Few von Fr. Joseph McGlinchey, Seite 203)

Samstag, 23. Juli 2016

Der Mann, der in Bulgarien die Kirchenglocken wieder zu Ehren brachte

Msgr. Francesco Domenico Reynaudi O.F.M. Cap., Apostolischer Vikar von Sofia und Plovdiv


Die sklavische Furcht der Einwohner [Bulgariens] vor der osmanischen Regierung hemmte wie eine Kette die Entwicklung des kirchlichen Lebens. Die Kirchen glichen ärmlichen, strohbedeckten Hütten, die Wohnungen der ersten Missionäre einer Spelunke. Erst als nach dem Krimkrieg der Vertrag von Paris (30. März 1856) die Gleichstellung der Christen in der Türkei mit den Anhängern des Islam ausgesprochen, fielen die lästigen Fesseln wenigstens einigermaßen.

Mit Hilfe der Almosen von Europa wurde nun sofort mit dem Bau von Kirchen, Missionshäusern und Schulen begonnen. Aber an das Geläute christlicher Glocken hatte sich das türkische Ohr noch nicht gewöhnen wollen; es war strenge verpönt. 

P. Francesco [der spätere Msgr. Reynaudi O.F.M. Cap.] wusste Rat. Mit einer Ministrantenschelle ging er durch die Straßen der Stadt in das Viertel der Katholiken und rief so zum Gottesdienst. Als die Sache ungeahndet ablief, wurde er mutiger und schaffte eine größere Schelle an. Wieder blieb alles ruhig. Nun hing man ein Glöcklein an die Kirchenmauer, und als auch dieses unerhörte Wagnis trotz aller Warnungen ängstlicher Freunde glücklich ablief, wurde das Glöcklein zur Glocke, und schließlich erhielt dieselbe auch einen Turm.


(Aus: die katholischen Missionen, 1894)

Donnerstag, 9. Juni 2016

Nationalkonzil der armenischen Martyrerkirche in Rom (Teil 1)

Das Nationalkonzil in Rom 1911. Viele der Bischöfe starben im Völkermord an den Armeniern (siehe unten). Gott wird es sicherlich dem vergelten, der diese Märtyrer auf dem Bild identifizieren kann. Für Kommentare bin ich dankbar.


Die Konferenz der armenischen Bischöfe in Rom, Mai 1928.

Schrecklich war das Blutbad, das die Söhne Mohammeds in den Kriegsjahren 1915 bis 1919 unter den christlichen Armeniern angerichtet haben. Es war der Vernichtungskampf gegen ein Volk. 1.300.000 Armenier fielen unter dem Messer der Türken; ihre Dörfer und Stadtviertel wurden in Brand gesteckt und dem Erdboden gleichgemacht. Dasselbe Schicksal ereilte auch die katholischen Gemeinden. Von den 16 katholischen Armenierdiözesen bleiben nur drei unversehrt, Alexandria in Ägypten, Aleppo in Syrien und Konstantinopel. Die anderen – alle in Kleinasien gelegen – wurden gänzlich vernichtet. Der katholisch-armenische Klerus, der vor dem Krieg über 250 Priester verfügte, ist heute auf die Hälfte zusammengeschmolzen, denn genau 126 Priester erlitten des heiligen Glaubens wegen den Martertod, und von 175 Schwestern brachten 47 ihr Blut zum Opferaltar. Neun Bekennerbischöfe konnte die armenische Kirche in ihr Heldenalbum eintragen. Ihre Namen sind [die Schreibweise weicht evtl. von der heutigen stark ab]:

Msgr. Levon Kecegian, Erzbischof von Sebaste, vermisst;

Ignatius Maloian, Erzbischof von Mardin, ermordet [auf dem Bild wahrscheinlich 5. von links];

Garabed Kciurian, Erzbischof von Erzerum, gestorben in der Verbannung;

Michael Kaciadurian, Bischof von Malatia, auf grausame Weise niedergemacht;

Andreas Celebian, Bischof von Diabekir, lebendig begraben;

Stephan Isrälian, Bischof von Karpouth, auf dem Weg in die Verbannung meuchlings ermordet;

Joseph Melchise-Dekian, Bischof von Erzerum, gestorben an den Folgen der Verbannung;

Jakob Topusian, Bischof von Mouch, lebendig verbrannt.

Ihnen gesellten sich in der Folgezeit noch fünf andere Bischöfe bei, denen der Tod die harte Kreuzeslast abnahm. Sechs volle Jahre dauerte das blutige Morden. Die Überlebenden mussten ihr Vaterland verlassen und ziehen heute noch arm und elend in der weiten Welt herum.

Wird dieses arme Volk nicht Jubel und Freude erfüllt haben, als im Februar dieses Jahres der Vater der Christenheit alle noch lebenden armenischen Bischöfe nach Rom, der katholischen Weltstadt, rief, um da in gemeinsamer Arbeit beim Grab des ersten Papstes geeignete Mittel und Wege für den Wiederaufbau des christlichen Glaubenslebens ihrer Nation zu finden? Die überlebenden Bischöfe! Beim letzten Nationalkonzil im Jahr 1911 waren es 25 (19 nahmen am Konzil teil), und nur neun füllen heute ihre Reihen.


(Aus: Seraphisches Weltapostolat des heiligen Franziskus von Assisi, 1928)

Fortsetzung hier

Samstag, 7. November 2015

Männer wie Löwen – das Lob der Kurden für die Missionare

Krankenpflege im osmanischen Reich


Aus der Jesuitenmission in der östlichen Türkei:

„Es wäre“, meint P. Testanier S.J., „auch aus diesem so übel beleumundeten Volk [den Kurden] noch etwas zu machen, falls es gelänge, die Schranken des Misstrauens zu durchbrechen, die sie von dem Verkünder des wahren Glaubens trennen. Dies geschieht durch Ausübung der christlichen Liebe, zumal der Krankenpflege. Wir haben schon früher auf den Eindruck hingewiesen, den der Samaritanerdienst der Missionäre auf diese rauen Völker der Berge ausübt. Er erstreckt sich seit Jahren auch auf die Kurden, und im näheren Umgang mit ihnen lernt man sie besser und auch von ihrer guten Seite kennen.“

Lassen wir P. Testanier einen solchen Ritt auf die Hochebene schildern: „Die dampfenden, vom Aufstieg müden Rosse haben schon die Nähe einer Quelle gewittert und setzen sich in Galopp über die weiche Grasfläche hin. Da zeichnen sich auch schon auf der Höhe zwischen Büschen halb verborgen die Umrisse der schwarzen Zelte ab.

Unsere Ankunft wird durch die treuen Lagerwächter angemeldet. Es sind riesige Hunde, die fletschend und kläffend auf uns losfahren. Die Kurden treten aus ihren Zelten heraus, erkennen uns und rufen die grimmigen Köter zurück, die knurrend von uns ablassen. Rasch hat sich die Kunde von der Ankunft der christlichen Hakkims (Ärzte) im Lager verbreitet. Der Häuptling tritt uns entgegen, hilft den Patres vom Pferd und heißt sie willkommen. ‚Allah‘, sagt er, ‚hat euch gesandt; denn wir haben viele Kranke.‘

Im Zelte des Häuptlings wird ein großer bunter Teppich ausgebreitet, man nimmt Platz. Bald hat der ganze Stamm sich um uns versammelt, die Männer, wetterharte Gestalten mit bronzenen Gesichtern und wilden Blicken, die Frauen stämmige, untersetzte Matronen in buntfarbigen Röcken. Dazwischen drängt sich eine Schar dürftig gekleideter Kinder mit struppigem Haar. Alle Augen sind auf den Hakkim gerichtet. Er gilt diesem ungebildeten Volk als eine Art höheres, gottgesandtes Wesen; alles an ihm erregt Bewunderung.

Die ärztliche Untersuchung beginnt. Jede Art von Elend und Siechtum ist vertreten. Man stellt Fragen, teilt Arzneien aus, verbindet Wunden. Ein sieben- bis achtstündiger Ritt liegt hinter einem; aber man hat keine Zeit zum Ausruhen und begibt sich gleich an die Arbeit. Das imponiert den Leuten. ‚Hah, das sind Männer‘, hört man sie bewundernd sagen, ‚sie sind wie Löwen; sie kennen keine Müdigkeit.‘ – Und dann immer wieder die Frage: ‚Warum kommen sie hierher aus einem weiten fernen Lande? Warum tun sie und geben sie uns alles umsonst?‘ Darauf der Häuptling: ‚Ihr Hunde, wisst ihr denn nicht, dass sie das alles für Gott tun? Es sind Männer Gottes; sie kommen von ihm gesandt, um unsere Schmerzen zu lindern und unsere Krankheiten zu heilen.‘

Ist man fertig, so rüstet man gleich zur Weiterreise. Andere Kranke in anderen Lagern warten gleichfalls auf den Hakkim. Während er zu Pferde steigt, umringen ihn die Leute und nehmen Abschied. ‚Gott möge dich geleiten; Allah möge dich tausendmal segnen!“

Gewiss, die Früchte dieser Tätigkeit reifen langsam; aber sie bringt diesen Völkern das Christentum nach seiner schönsten, gewinnendsten Seite nahe und bereitet die Wege.

(Aus: die katholischen Missionen, 1908)


Montag, 30. März 2015

Große Missionsbischöfe: Eine dornenvolle Aufgabe – Msgr. Michael Petkoff, Apostol. Vikar der unierten Bulgaren in Thrazien



Michael Petkoff, Titularbischof von Hebron und Apostol. Vikar von Thrazien für die unierten Bulgaren, war 1850 in Adrianopel [Edirne] als Sohn eines Hirten geboren. Bei polnischen Ordensleuten in der Schule zeichnete er sich durch seine Begabung und seine edlen Neigungen aus und wurde deshalb ins Kolleg der Propaganda in Rom geschickt. 1873 zum Priester geweiht, empfing er schon mit 31 Jahren als Nachfolger des Bischofs Popoff in Konstantinopel die Bischofsweihe.

Unsäglich dornenvoll war seine Aufgabe, die weithin über das Land zerstreuten Katholiken vor den Angriffen der Schismatiker zu bewahren. Schon allein die Tatsache, dass er einst auf offener Straße von einem fanatischen Mohammedaner zu Boden geworfen und mit einem Stock misshandelt wurde, zeigt die Eigenart der Verhältnisse, unter denen er wirkte. Tiefe Trauer lagerte über seinen letzten Lebensjahren ob der Niederlage des bulgarischen Volkes. Seine Christen waren zerstreut, die Dörfer verbrannt, seine Priester ohne Kirchen und ohne Heim. Er selbst musste unter Griechen, den Verfolgern seiner Herde, in der Verbannung sterben. Am 27. Mai erlöste ihn der Tod von diesen großen seelischen Leiden.


(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Samstag, 17. Januar 2015

Die georgische „Dreiritenkongregation“ – Diener der Unbefleckten Empfängnis



Eine interessante Ordensgemeinschaft wurde 1864 von dem georgischen Priester Peter Carisciarian (siehe Bild; der Name wird bei Wikicommons in verschiedene orientalische Sprachen übersetzt) in Konstantinopel gegründet und am 29. Mai 1875 von Pius IX. bestätigt: die Diener der Unbefleckten Empfängnis. Sie widmete sich der Seelsorge der georgischen Katholiken und zelebrierte die Messe in drei verschiedenen Riten: dem lateinischen, dem armenischen und dem georgischen, wobei die ersten beiden in der Seelsorge angewendet wurden, da sich die katholischen Georgier zu einem der beiden Riten bekannten, während der griechisch-georgische Ritus im Kloster der Kongregation in Konstantinopel zelebriert wurde, um ihn zu erhalten und zu pflegen. Die Genossenschaft versah in Konstantinopel drei Pfarreien, ein Schwesternzweig unterhielt zwei Volksschulen. Die Priesteramtskandidaten wurden vom Bischof von Saratow (Russland), der die Jurisdiktion über Georgien hatte, geweiht und von ihm auf einige Zeit als Weltpriester angestellt. Nach ihrer Entlassung gingen sie auf den Posten, den ihnen die Kongregation zuwies.

Ob diese Kongregation heute noch besteht, konnte ich leider nicht herausfinden. Für Kommentare diesbezüglich bin ich dankbar. 

Update: Laut Wikipedia existiert die Kongregation nicht mehr, einige Mitglieder waren in den 1950er Jahren aber noch am Leben. Nachfolgend noch ein Bild ihrer Kirche, Notre Dame de Lourdes.




(Quelle: Dr. Max Heimbucher: Die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche. Band III. Verlag Ferdinand Schöningh, 1908)

Dienstag, 1. Juli 2014

Griechisch-schismatischer Bischof zu Schulkindern: Katholiken anspucken und Steine werfen!


Über die Lage in Peramos schreibt uns P. Theophistos. Bis zum 6. Juli (Datum des Briefes) hatte sich an der schmerzlichen Lage der dortigen Katholiken nichts Wesentliches geändert. Sie wurden von der aufgehetzten schismatischen Bevölkerung verfolgt, misshandelt, boykottiert und in jeder Weise gequält. Der griechisch-schismatische Bischof forderte sogar bei einem Besuch die Schulkinder auf, die Katholiken auf offener Straße anzuspucken und mit Steinen zu werfen. 

Trotzdem scheint die Mehrzahl der Katholiken treu geblieben zu sein. Einzelne kamen heimlich nach Konstantinopel, um dort ihre religiösen Pflichten zu erfüllen. Inzwischen haben die Assumptionisten und kirchlichen Behörden bei der türkischen Regierung Schritt getan, um sie zu bewegen, den unerträglichen Verhältnissen ein Ende zu machen, wie es scheint, mit Erfolg. Wie P. Theophistos schreibt, soll der katholische Priester im Namen der Regierung und unter Militärbegleitung in Peramos eingeführt und die amtlich anerkannte katholische Gemeinde wirksam beschützt werden. 

P. Isaias Papadopulos rüstet sich zur Abfahrt; P. Theophistos will bald darauf folgen. Worauf es zunächst ankommt, ist, durch käuflichen Erwerb von Grundbesitz sich das Bürgerrecht in Peramos und den Platz für die zu errichtenden Missionsbauten zu sichern. Für diesen Ankauf braucht die Mission etwa 1000 Franken, und P. Theophistos bittet dringend, ihm diese Summe aufbringen zu helfen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1910)


Sonntag, 29. Juni 2014

Die brutale Verfolgung von katholischen Priestern und Laien durch griechische Schismatiker

Für Christus und die wahre Kirche verfolgt: P. Isaias Papadopulos


Vielleicht wissen die Leser schon aus der der Tagespresse, wie sich das Drama von Peramos, dessen einzelne Akte wir ihnen vorgeführt haben, weiter entwickelt hat. Doch geht der folgende, uns von P. Theophistos selbst übermittelte Bericht weit über die kurzen Pressenotizen hinaus. 
(die Erlebnisse von P. Theophistos auf Peramos werden oft durch seine eigenen Tagebucheinträge in den „katholischen Missionen“ geschildert, sie haben aber einige Längen und eignen sich daher nicht so gut für Posts. Es soll hier reichen, zu sagen, dass P. Theophistos in heroischer Selbstverleugnung und unter größten Opfern mehr als ein Jahrzehnt für die Vereinigung der griechischen Schismatiker in Peramos, dem heutigen Karşıyaka in der Türkei, gekämpft hat. Dabei stoß er von Seiten des schismatischen Klerus und einiger fanatischer schismatischer Laien auf heftigsten Widerstand.)

Wie man sich erinnern wird, hatte P. Theophistos am 2. August 1908, dem Zwang der Verhältnisse weichend, Peramos zeitweise verlassen und wartete nach seiner Europareise in Konstantinopel den günstigen Augenblick ab, um auf seinen Posten wieder zurückzukehren. Aber alle Bemühungen scheiterten.

„Nun meinte der Apostol. Delegat, es sei vielleicht ratsam, für die so heikle und schwierige Aufgabe einen Priester auszuwählen, der Untertan des osmanischen Reichs wäre und als solcher den türkischen Beamten und den schismatischen Griechen in Peramos gegenüber einen günstigeren Standpunkt hätte.

Die Wahl fiel auf P. Isaias Papadopulos. Nach langen Bemühungen gelang es ihm auch wirklich, von den türkischen Behörden die Erlaubnis zur Einschiffung zu erhalten. Se. Exzellenz Hilmi Pascha, damals Großwesir, stellte ein Schriftstück aus, das dem katholischen Priester P. Isaias Papadopulos ausdrücklich das Recht, sich in Peramos niederzulassen, gewährte. Ich sollte ihm, so war ausgemacht, bald nachher folgen, sobald die ersten Schwierigkeiten in Peramos überwunden wären. Was geschah, erfahren Sie aus folgendem Bericht, den ich eigens für Ihre Leser zusammengestellt habe…

Am Ostertag 1909 reiste P. Papadopulos nach Brussa und von dort nach Panderma ab, um dem dortigen Wali und Kaimakam (Regierungspräsident oder Landrat) die Erklärung des Großwesirs mitzuteilen. Neue Drohungen der Schismatiker waren die Antwort. Der Pater hielt es für geraten, um eine militärische Begleitung zu bitten. Sie wurde verweigert, und P. Papadopulos kehrte nach Konstantinopel zurück.

Nach längeren Verhandlungen mit dem neuen Großwesir Bakki Pascha wurde auf Grund der dringenden Bittgesuche, die von den Katholiken in Peramos eintrafen, beschlossen, dass der Pater diesmal geradeswegs dorthin gehe. Die Abreise erfolgte am 19. Februar abends 6 Uhr. Am folgenden Tag abends um 9 Uhr langte P. Papadopulos in Peramos in Begleitung eines mutigen Katholiken an, bei dem er zunächst absteigen wollte.

Kaum waren die beiden vom Pferd gestiegen und ins Haus getreten, als Flintenschüsse knatterten und die Glocken der Kirche ein Alarmzeichen gaben. Sofort sammelte sich eine Bande fanatischer und durch Trinken aufgeregter Schismatiker und nahte heran, um das Haus zu umstellen und gewaltsam zu erstürmen. Ein Katholik, der heranlief, wurde ergriffen, und der Bektschi (Nachtwächter), ein gewalttätiger, schon mehrmals vorbestrafter Mensch, schlug ihm mit einem Ochsenziemer quer übers Gesicht. Trotzdem gelang es dem Katholiken, ins Haus einzudringen. Die Türe wurde rasch verrammelt und widerstand allen Versuchen der Angreifer, sie gewaltsam zu erbrechen.

In ihrer Wut rafften sie Steine auf und warfen die Fenster ein. 60 Scheiben gingen in Stücke. Ein Regen von Scherben flog in die Zimmer und schreckte die kleinen Kinder des Hausherrn aus dem Schlaf auf. Während die einen so die Fenster bombardierten, holten andere einige Kannen Petroleum herbei, um die Haustüre in Brand zu stecken.

P. Papadopulos sandte seinen Gastherrn hinab, um der Rotte mitzuteilen, er (der Pater) wünsche, vor den Mudir (Bürgermeister) geführt zu werden. Kaum war aber die Türe geöffnet, als der Hausherr ergriffen, auf den Boden geworfen und misshandelt wurde. In diesem Augenblick erschien der Mudir, entschlossen, den Hausfriedensbruch zu verhindern. Er und seine beiden Schutzleute, die einzige Macht, über die er verfügte, wurde zurückgestoßen unter dem Ruf: ‚Macht, dass ihr fortkommt; ihr habt hier nichts verloren; hier sind wir Meister.‘

Der Mudir zog unverrichteter Dinge ab. Inzwischen stießen einige der Rasenden den armen Hausherrn unter Stößen und Schlägen vor sich her und brachten ihn ins Gefängnis, ein schmutziges Loch, das dem Pferd des Mudirs nebenher als Stall diente. Die übrigen drangen mittlerweile ins Haus. Der Pater, der im ersten Stockwerk sich befand, forderte den Katholiken, der ihn begleitet hatte, auf, mit ihm niederzuknien und zu beten. Brüllend und schreckliche Flüche ausstoßend, stürzten sich die Einbrecher auf ihre Opfer, warfen sie zu Boden und bearbeiteten sie mit den Füßen und den Steinen, die sie als Waffe mitgebracht. Einer wollte den Katholiken in den Hals beißen. Als dieser abwehrend seine Hand emporhob, biss ihm sein Bedränger das Ende eines Fingers ab. Darauf wurde auch er ins Gefängnis abgeführt.

Die ganze Wut der wilden Rotte richtete sich jetzt gegen den Pater, der mit Steinen beworfen wurde und in den Rücken, auf die Schultern und die Brust heftige Schläge erhielt. Von seiner Kopfwunde strömte das Blut auf seine Kleider herab. An den Haaren (die griechischen Priester tragen sehr langes Lockenhaar) und am Barte wurde er über die Treppe geschleift. Man fand nachher auf dem Wege ganze Büschel liegen. So schleppte man den wehrlosen Priester bis zur Landungsstelle am Meer, etwa 150-200 m weit. Auf diesem Leidensweg betete der Pater mit seinem göttlichen Meister für seine Peiniger.

Frauen und Kinder, die von den Haustüren aus dem traurigen Schauspiel zusahen, vergossen Tränen des Mitleids. Am Meer angelangt, machten die rohen Menschen Miene, den Priester zu ertränken. Er merkte ihre Absicht und sagte bloß: ‚Tut, was ihr wollt.‘ Einige anwesende anständigere Leute verhinderten das Verbrechen. So wurde das Opfer in eine Barke geworfen. Ein Schutzmann nahm darin Platz und man fuhr nach Panderma hinüber, das am Festlandufer des Golfes, 1 1/2 Stunden von Peramos entfernt, liegt.

Gegen Mitternacht langte man dort an. Hier wurde dem armen Pater im Pfarrhaus des armenisch-katholischen Priesters Muradian die Pflege zuteil, die sein bejammernswerter Zustand erforderte. Im Augenblick, da ich dies schreibe, liegt er noch immer mit starken inneren Schmerzen danieder (Einige Tage später konnte jedoch der Pater wieder selbst schreiben).

Am Tag nach den erzählten Vorgängen sandte der Kaimakam von Panderma einen von mehreren Schutzleuten begleiteten Offizier nach Peramos zur Untersuchung. Man konstatierte die angerichtete Verwüstung und setzte die beiden Katholiken nach einem kurzen Verhör in Freiheit. 
Fünf der schuldigsten Radaubrüder wurden nach Panderma geschafft und drei Tage später bis zur Aufnahme des eigentlichen Gerichtsverfahrens nach Peramos zurückgeschickt.

Der Fanatismus ist keineswegs erloschen. Die Katholiken sind ernstlich in Gefahr, ausgehungert zu werden. Man hat ein Verbot erlassen, mit ihnen zu sprechen, ihnen Arbeit zu geben, ihnen irgendetwas zu verkaufen oder eine Barke zu leihen, alles dies unter Androhung von Geldstrafen und Exkommunikation im Übertretungsfall.

„Hier haben Sie ein Beispiel, fügt P. Theophistos hinzu, „mit welch fanatischen Gegnern der katholische Priester und das Unionswerk es hier zu tun hat. Wir hoffen, dass die Regierung uns Gerechtigkeit verschaffen und es uns trotz aller Gegnerschaft der Schismatiker ermöglichen wird, unser angefangenes Werk in Peramos siegreich zu Ende zu führen.“

Mann kann gespannt sein, wie sich die Dinge nun weiterentwickeln werden. Jedenfalls verdienen die Katholiken von Peramos, die bisher, wie es scheint, so treu standgehalten, unsere aufrichtige und tätige Teilnahme.


(Aus: die katholischen Missionen, 1910)

Donnerstag, 6. Juni 2013

Die Geschichte der Union der Bulgaren im 19. Jhd. - Freud und Leid in raschem Wechsel (Teil 2)

Fortsetzung von hier

Das waren freudige Tage voll Sonnenschein und froher Hoffnung. Siegesgewiss verkündeten damals bereits viele Stimmen den Übertritt von ganz Bulgarien. 
Msgr. Sokolski hatte in Rom häufig dieselbe Hoffnung kundgegeben, ja den Papst schon um Errichtung eines eigenen bulgarischen Patriarchats gebeten. 

Was würde er wohl gesagt haben, hätte er in jenem Augenblick in die Zukunft schauen und die frohen Hoffnung fast alle zerronnen, sich selbst in den Gefängnismauern eines russischen Klosters erblicken können!

Die Union hatte eben gewaltige Feinde; namentlich machte Russland verzweifelte Anstrengungen, um sie zu erdrücken. Seit langen Jahren hatte es gearbeitet, weder Geld noch Mühe gespart, um die religiöse Bewegung in Fluss zu bringen, und jetzt hätte es die Früchte seiner Anstrengungen widerstandslos der gehassten römischen Kirche überlassen sollen? 
Daran war nicht zu denken. Dazu kamen dann noch die Schwierigkeiten von Seiten der nicht übergetretenen Geistlichen, die als weltliche Beamte ihrer Nation so mächtig waren und so oft bewiesen hatten, dass sie zu allen Schlechtigkeiten fähig seien. 

Also Feinde ringsum! Und die Freunde? Sympathie fand die Union freilich bei den Katholiken von ganz Europa, aber nirgends fand sich ein mächtiger Staat, der seinen Einfluss und seine Hilfsmittel für sie in die Waagschale geworfen. Und doch wäre eine tatkräftige Unterstützung so notwendig gewesen. Fast überall waren nämlich die Unierten in der Minderzahl, verloren also mit dem Übertritt alle Kirchen. 
Ferner fehlte es an Schulen, um die Jugend zu unterrichten, an Zeitungen, um den Verleumdungen der gegnerischen Presse entgegenzutreten, und endlich, was am meisten zu beklagen war, es mangelte an bulgarisch redenden Priestern. 

Viele Dörfer, welche die Union und einen Missionär verlangten, konnten mit einem solchen nicht versehen werden. In den Augen vieler der Übergetretenen selbst war zudem die Union nur ein Werk der Politik, ein Schachzug, um zugleich den Griechen und den Russen zu entgehen und die eigene Nation zu Ehren zu bringen; sie wurden kalt gegen Rom, als sich ihre nationalen Hoffnungen nicht erfüllten. 
Kein Wunder also, wenn die Union, statt fortzuschreiten, zurückging. Verwirrung, Misstrauen, Missstimmung griffen allmählich um sich, als plötzlich das Ereignis eintrat, das wie der Todesstoß für das so hoffnungsvoll begrüßte Werk schien.


Am 5. Juli 1861 erhielt die Propaganda in Rom ein Telegramm des Inhalts: „Der vor Kurzem geweihte Erzbischof Sokolski, der Führer der bulgarischen Union, ist spurlos verschwunden.“

Wo war er? Was bewog ihn zur Flucht? Wohin hatte er sich gewendet? Und wenn er wirklich, wie man gleich vermutete und wie es sich bestätigte, nach Russland gegangen war, ging er freiwillig oder gezwungen dorthin? War er der Union treu geblieben oder hatte er seine Überzeugung verkauft? 
Letzteres schien den Meisten unglaublich; denn vor seiner Weihe hatte man ihm vergebens ungeheure Summen für den Abfall geboten. Einige meinten, man habe den Erzbischof unter dem Vorgeben, ihm Geld zu leihen, auf ein Schiff gelockt und dann nach Russland in die Verbannung geschleppt. 
Kurz vor seinem Verschwinden hatte man ihn nämlich aus dem Palast des russischen Gesandten treten und bald darauf das Dampfboot nach Odessa besteigen sehen. 

Andere vermuteten Schlimmeres, und zwar deshalb, weil der Erzbischof schon seit längerer Zeit mit russischen Agenten verkehrt hatte, weil er samt seinen Insignien und den päpstlichen Bullen verschwunden und sein Pope Theodor ihm nach Russland vorausgeeilt war. Wie man behauptete, lebte er später als Gefangener in einem orthodoxen Kloster des Gouvernements Cherson, wo niemand ihn besuchen und sprechen durfte. 

Nach zehn Jahren sei er wieder einmal in Chelm aufgetaucht, wo er unierten Klerikern die Priesterweihe erteilte, übrigens aber nach der Feier gleich wieder verschwunden sei, ohne mit jemandem ein Wort gewechselt zu haben.

(Aus: die katholischen Missionen, 1885)


Dienstag, 4. Juni 2013

Die Geschichte der Union der Bulgaren im 19. Jhd. - Freud und Leid in raschem Wechsel (Teil 1)

Msgr. Sokolski, Erzbischof der unierten Bulgaren

Dies ist die Hintergrundgeschichte zu diesem Post

(...) Eine Unionsakte mit der klaren Anerkennung des Primates Petri wurde aufgesetzt, welche bald 2.000 Unterschriften fand, und am 30. Dezember 1860 zogen 200 Abgeordnete der bulgarischen Nation im in feierlichem Aufzug aus der Kirche der unierten Armenier zum apostolischen Delegaten, Erzbischof Brunoni, um von ihm die Aufnahme in den Schoß der katholischen Kirche zu erbitten. 
Zugleich überreichten sie ein Schreiben an den Papst, welches den Glauben der katholischen Kirche in allen Punkten annimmt und für die bulgarische Kirche nur die Beibehaltung ihres Ritus und Wiederherstellung der slawischen Liturgie erbittet. Eine Gesandtschaft von vier bulgarischen Klerikern wurde erwählt, um die Unionsakte dem Papst zu überreichen.

In Rom herrschte natürlich über diese Vorgänge große Freude. Pius IX. umarmte in väterlicher Liebe die bulgarischen Gesandten und nahm in einem Breve vom 21. Januar 1861 die Bittsteller zur Einheit der Kirche auf, indem er ihre Liturgie ihnen bestätigte. 

Nach Verlauf von drei Monaten gab er der neuen Kirche auch einen Hirten in der Person des bulgarischen Archimandriten Sokolski. Der Papst in eigener Person wollte dem Erwählten die bischöfliche Weihe erteilen, und am 14. März fand die erhebende Feier statt. Seit den Unionen von Florenz und Brest, so meinte später ein Augenzeuge, habe die Kirche kaum einen feierlicheren und rührenderen Tag gesehen. 

Selbst die Zufälligkeiten des Ortes und der Zeit schienen wie absichtlich herbeigeführt, um die Feier noch zu erhöhen. So traf nach Rechnung einiger im Jahre 1861 gerade das tausendjährige Jubiläum der ersten Bekehrung und Union Bulgariens ein, und schon der Ort der Zeremonie, die Sixtinische Kapelle mit ihrem großen Bild des jüngsten Gerichts, erinnerte an dieses große Ereignis, das herbeigeführt wurde durch den Eindruck, den ebenfalls eine Darstellung des jüngsten Gerichts auf König Bogoris (Boris) gemacht hatte. 
Wie ausgesucht schienen auch die beiden Evangelien des Tages, als man in ihnen die Worte vernahm: „Du bist Petrus, d.h. der Fels, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen“; „es wird Ein Schafstall und Eine Herde werden.“

Der selige Papst Pius IX.

Pius IX. war außerordentlich bewegt und seine herzliche Ansprache machte auf Alle einen tiefen Eindruck. Besonders ergreifend war der Augenblick, als er von seinem Thron sich erhob und, die Arme zum Dankgebet erhebend, in die Worte ausbrach: „Dir sei Ehre, Dir sei Ruhm, Dir Danksagung, Jesus Christus, Quell der Barmherzigkeit und allen Trostes, der Du auch in unseren Tagen Deine Wunder erzeigst, damit Alle Deine wunderbaren Werke verkünden möchten.“
Msgr. Sokolski weinte laut vor Rührung. Ein ehrwürdiger Greis mit langem, schneeweißem Bart und schon ein wenig vom Alter gebeugt, kniete er am Fuß des päpstlichen Thrones, neben sich auf der einen Seite den jungen bulgarischen Diakon Raphael Popoff, auf der anderen P. Eugen Boré, den Obern der Patres Lazaristen von Konstantinopel, einen unermüdlichen Missionär, der sich um die Union die größten Verdienste erworben hatte. Alles, was Msgr. Sokolski während der Weihe zu sagen hatte, drückte er in bulgarischer Sprache aus, während P. Boré jedes seiner Worte ins lateinische übersetzte. Zum ersten Mal vielleicht hallten an den Gewölben der Sixtinischen Kapelle damals die Klänge der slawischen Sprache wieder.

Nach der Weihe ließ sich der neue Erzbischof auf einem Thron vor dem Altar nieder, auf dem Haupt die orientalische Mitra in Gestalt einer Kaiserkrone, in der Hand den griechischen Hirtenstab. Dann stimmte der Papst das Te Deum an, und während die Sänger den Hymnus fortsetzten, schritt der Neugewählte in feierlicher Prozession durch die Kapelle. Zum Schluss erteilte er vom Altar aus Allen in bulgarischer Sprache den bischöflichen Segen.

Msgr. Sokolski machte auf Alle den besten Eindruck. Die strengen Fasten, die er beobachtete, seine langen und heißen Gebete und besonders seine einnehmende Freundlichkeit ließen in ihm den Mann von tiefer innerlicher Heiligkeit vermuten. Ganz entzückt war er von der Person Pius IX. „Das ist ein Engel, das ist ein Heiliger“, wiederholte er fortwährend. Was aber am meisten allen anwesenden Bulgaren auffiel und sie für Rom gewann, war nach ihrem eigenen Geständnis der Gegensatz zwischen dem Stolz der griechischen Patriarchen und der herablassenden Milde des Papstes. Gewöhnt an das hochfahrende Wesen ihrer bisherigen Oberen, konnten sie gar nicht begreifen, wie der Papst, das Oberhaupt von 200 Millionen und zudem weltlicher Monarch, mit ihnen allen so väterlich freundlich umgehe.


Nach kaum drei Wochen, in den ersten Tagen des Mai, erhielt dann die Propaganda Kunde von der glücklichen Ankunft des Erzbischofs von Konstantinopel. Ohne Unfall war er mit seiner Begleitung in der Morgenstunde und früher eingetroffen, als man erwartete. 
Die Unierten konnten ihm also nicht, wie es beabsichtigt war, in Prozession an den Hafen entgegenziehen. Erst als der Erzbischof schon die heilige Messe begonnen hatte, erfuhr man von seiner Ankunft, und da dauerte es auch nicht mehr lange, bis die Kirche sich mit Andächtigen überfüllte. 
Nach dem heiligen Opfer wandte Msgr. Sokolski sich an die Anwesenden und erzählte ihnen mit begeisterten Worten von dem Empfang, der ihm in Rom zu Teil geworden, von den Gnaden, die ihm der Heilige Vater erwiesen. „Rom ist ganz Liebe,“ war der Ausdruck, den er immer und immer wiederholte. 

Abends brachte man dem Prälaten eine feierliche Ovation. Die Feierlichkeiten, welche am Morgen beim Empfang nicht stattfinden konnten, wurden nachgeholt, als der neue Erzbischof sich zum apostolischen Delegaten, Msgr. Brunoni und zum Primas der Armenier begab. 
Msgr. Sokolski ritt im Zug auf einem kostbaren, reich gezäumten Pferde, das ein armenischer Adeliger ihm zum Geschenk gemacht hatte. Es folgten ihm der Archimandrit mit der Geistlichkeit und den Reisebegleitern, und zu beiden Seiten ritten die Ältesten der bulgarischen Nation auf stolzen Rossen in Nationaltracht und mit langen Lanzen in der Hand. 
Den Zug schloss eine von der hohen Pforte gesandte Ehrenwache, und überall auf dem Weg empfing der Erzbischof die militärischen Ehrenbezeugungen seitens der türkischen Soldaten. 

Dieses Zeugnis für die günstige Stimmung der Pforte verfehlte natürlich nicht seinen Eindruck. In der Tat kam der Regierung die Union ganz erwünscht; sie fand in ihr ein Mittel, die bulgarische Frage zu lösen, ohne in die Schlingen Russlands zu geraten.

(Die katholischen Missionen, 1885)

Samstag, 11. Mai 2013

Die verheerenden Auswirkungen des ersten Weltkriegs auf die Missionen

Fähnrich in Deutsch-Ostafrika
(Quelle: Bundesarchiv, Bild 105-DOA6369 / Walther Dobbertin / CC-BY-SA)

Der gegenwärtige Krieg ist durch England und Frankreich, welche Senegalesen und Spahis, Japaner und Inder, Kanadier und Südafrikaner mit in den Kampf rissen, zum furchtbaren Völkerringen geworden, das über die ganze Welt seine unheilvollen Einflüsse geltend macht.

Alle jene Einzelerscheinungen nun im heimatlichen Missionsbetrieb und auf dem weiten Missionsfelde, die mit dem gewaltigen Völkerkrieg im Zusammenhang stehen, gedenken wir nach und nach in diesen Blättern zusammenzustellen, um so unsern Lesern einen Einblick in die Lage und die Nöte der Missionen bieten zu können.

In erster Linie scheint das Missionspersonal durch den Krieg schwer betroffen zu sein. Viele Missionäre und Schwestern, die bereits zur Abreise gerüstet waren, mussten die Abfahrt auf ruhigere Zeiten verschieben. 
Von den Steyler Missionären und Schwestern allein konnten 40 Patres, 20 Brüder und wohl ebenso viele Schwestern den Weg zu ihrem Bestimmungsort nicht antreten, darunter der neugeweihte Apostolische Vikar von Togo, Bischof Wolf. Das gleiche Geschick traf eine Reihe von Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria, und die ersten Missionäre aus der Picpusgenossenschaft, die eben nach Deutsch-Neuguinea abreisen sollten. 
Vier deutsche Jesuiten, die sich auf dem Weg nach Brasilien befanden, wurden auf Madeira angehalten; zwei sahen sich gezwungen, in Funchal zu bleiben, die beiden andern befinden sich als Kriegsgefangene in England. Zwei Jesuiten, die aus Chile nach Deutschland zurückkehren wollten, mussten auf spanischem Boden verbleiben. Dem deutschen Jesuitenbsichof Heinrich Doering von Puna und seinen Begleitern ist die Rückkehr nach Indien einstweilen unmöglich gemacht. 
Ähnliche Fälle werden wohl die meisten Missionsgenossenschaften aller Länder zu berichten haben.

Aber dieser Ausfall an neuem Missionspersonal bedeutet nur einen schwachen Teil des Verlustes, den die auswärtigen Missionen erlitten. Weite Gebiete sind der Missionäre beraubt, und mancherorts unterliegt die Tätigkeit der Glaubensboten einer hemmenden Kontrolle. 
So wurden aus Ceylon die deutsche Oblaten, wie Bruder Grouffault uns aus Jaffna schreibt, für Kriegsgefangene erklärt. Sie müssen sich täglich des Morgens und Abends dem englischen Agenten stellen, dürfen aber 5 Meilen in der Runde von ihrer Residenz aus ungehindert ihre apostolische Tätigkeit entfalten. Ähnlich erging es den deutschen Jesuiten in Bombay und Puna. Die jüngeren Ordensleute sollen sogar interniert sein.

Aus Korea meldet Abt Bonifaz Sauer OSB, dass die japanische Regierung die deutschen Mönche bisher in ihrer Wirksamkeit nicht behindert habe und einstweilen kein Grund zur Besorgnis vorliege.

Besonders hart ist das Schicksal der von französischen Glaubensboten geleiteten Missionen. 
In ihrem Hasse gegen die Kirche kennt die französische Regierung keinen Unterschied zwischen Priestern und Laien, und so hat sie aus allen Weltteilen Missionäre nach Frankreich abberufen und an die Front kommandiert. 
Aus Korea zog beinahe die Hälfte der Missionäre fort, aus Japan und China eine stattliche Zahl, aus Indien Ende August über 15 Patres aus dem Pariser Seminar. Von Konstantinopel aus landeten bis Anfang September in Frankreich 70 Ordensleute: Assumptionisten, Lazaristen, Salesianer und Schulbrüder. In der gleichen Zeit kamen auf zwei Schiffen in Marseille 63 Ordensleute aus Ägypten und 24 aus Smyrna an. 

Sogar drei Bischöfe mussten ihre Herden verlassen, Bischof Florian Demange von Taiku in Korea, Bischof Joseph Perros, Apostolischer Vikar in Siam und Bischof Moury, Apostol. Vikar der Elfenbeinküste. Dieser musste mit seinen Missionären nach Senegal in den Kolonialkrieg; das Apostol. Vikariat ist kirchlich ohne Hirten. 
Die empörende Behandlung der Missionäre durch die französische Regierung bedeutet einen furchtbaren Schlag für weite und zahlreiche Missionsgebiete.

Jahrzehnte wird es vielleicht bedürfen, bis der angerichtete Schaden bei dem schwachen Nachschub von Missionspersonal aus Frankreich wieder gut gemacht ist, es müsste denn sein, dass Gott in anderen Ländern zahlreiche Berufe erwecke.


(Aus: die katholischen Missionen, 1915)

Sonntag, 7. April 2013

Der erste Bischof der unierten Griechen


Während die anderen unierten orientalischen Riten längst ihre Hierarchie besaßen, stand das kleine Häuflein der griechischen Katholiken (Ritus Graecus purus) von Konstantinopel und Umgebung bisher bloß unter einem Archimandriten (Anm.: in etwa ein ostkirchlicher Abt).
Die kleine Kirche hat nun in der Person des hochwürdigsten Herrn Isaias Papadopulos (Zeichnung hier) den ersten bischöflichen Oberhirten erhalten.
Er stammt aus einer angesehenen Familie, trat noch jung zur katholischen Kirche über, wurde 1882 zum Priester geweiht und hat sich um den mühseligen Aufbau der griechisch-unierten Kirche außerordentliche Verdienste erworben.
Er ist das Muster eines seeleneifrigen, opferwilligen Priesters und genießt allgemein die größte Hochachtung. Elf Priester, darunter zwei neugeweihte, stehen dem Bischof zur Verfügung. 

Der Apostol. Delegat von Konstantinopel, Msgr. Sardi, dem wir diese Mitteilung verdanken, bittet uns dringend, die arme, kleine griechische Mission unsern Lesern wieder ans Herz zu legen, deren Almosen es ermöglichten, die Station Dandeli mit einer Kirche und Malgara mit einer Schule zu versehen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1912)

Mittwoch, 13. März 2013

Ein Denkmal für Papst Benedikt XV. in Istanbul

Statue von Papst Benedikt XV. in Istanbul

In der Kathedralbasilika des Heiligen Geistes zu Konstantinopel soll dem Papst ein Denkmal errichtet werden, um ihm für alles, was er zur Linderung der Leiden des Krieges unternommen hat, den Dank der Völker des Orients zu bezeugen. Es hat sich deshalb ein Ausschuss gebildet, der zur Sammlung von freiwilligen Gaben auffordert.
Als Zweck der Sammlung wird im Aufruf angegeben „die Errichtung eines Denkmals zu Ehren des großen Papstes in der tragischen Stunde der Welt, Benedikts XV., des Wohltäters der Völker ohne Unterschied der Rasse und Religion.“
Der Plan wurde mit allgemeinem Beifall aufgenommen und von der Presse wärmstens empfohlen.
In der Liste derer, die Beiträge zeichneten, erscheint als erster der Sultan. Es folgen der Thronfolger, der Khedive von Ägypten, der Präsident der armenischen Republik, der schismatisch-armenische Patriarch, der Vertreter des georgischen Patriarchen, der Groß-Rabbiner, Mitglieder der türkischen Kammer, türkische Banken, Eisenbahn- und Handelsgesellschaften und viele Privatleute. Es verdient erwähnt zu werden, dass alle Gaben von Nichtkatholiken gezeichnet sind.
So ehren Mohammedaner, Juden und Schismatiker den Statthalter Christi als Wohltäter der Menschheit in der dunkelsten Stunde ihrer Geschichte. Wann werden seine Grundsätze, auf denen allein sich ein dauerhafter Friede aufbauen lässt, endlich durchdringen?


(Aus: die katholischen Missionen, 1919)

Mittwoch, 20. Juni 2012

Wallfahrt zum Haus der Muttergottes in Ephesus


Das Haus der Muttergottes bei Ephesus


Auf den Bergen südlich von Ephesus in Kleinasien, gegenüber der Insel Samos, ist seit sechs Jahren ein altes Heiligtum der lieben Mutter Gottes wiedergefunden worden. Es ist das kleine Häuslein von Panagia-Kapuli, d.h. die Pforte Unserer Lieben Frau. Wie schon der Name anzeigt, wird es als die ehemalige Wohnung der hehren Gottesmutter betrachtet, die mit dem heiligen Apostel Johannes nach der Himmelfahrt des Herrn sich in diese einsamen anmutigen Berge zurückzog und dort ihr Leben in Betrachtung der Geheimnisse des Leidens ihres Sohnes und der Liebe seines göttlichen Herzens verbrachte.
Die erste Veranlassung zu der bedeutsamen Entdeckung gab die Beschreibung von dem Hause und der Gegend, welche in dem „Leben Mariä nach den Gesichten der gottseligen Anna Katharina Emmerich“ gegeben wird.
Seither ist nun schon wiederholt ein sehr zahlreicher Pilgerzug unter Führung des hochw. Herrn Erzbischofs Andreas Polykarp Timoni von Smyrna (heute Izmir) nach jenem alten Heiligtum gewallfahrtet. Das erste Mal waren für die Pilger etwa 600 Plätze in der Eisenbahn belegt worden, mit welcher sie bis Ephesus fahren mussten.
Als man aber am Morgen des bestimmten Tages sich versammelte, da waren nicht bloß 600, sondern die dreifache Zahl, 1800 Pilger, erschienen. Mit einiger Mühe gelang es, auch für diese große Schar Platz zu schaffen.
Am letzten Pilgerzug im vergangenen Mai nahmen mindestens 2000 Wallfahrer teil. Von Ephesus ging es zu Fuß auf dem neu angelegten Pfad zu dem armen Häuslein auf dem Bulbul-Dagh oder Nachtigallenberg. Der hochwürdigste Oberhirte war wie früher an der Spitze des frommen Zuges. Voll Andacht wohnten alle der heiligen Messe bei, die in der kleinen unscheinbaren Wohnung gefeiert wurde; nur wenige konnten innerhalb der vier engen, dachlosen Mauern selbst Platz finden.

Zu diesen wenigen gehörte aber einer, für den dieser Wallfahrtstag der glücklichste seines Lebens werden sollte. Es war ein hochgestellter Herr aus der nahen Stadt, der schon 30 Jahre nicht mehr die heiligen Sakramente empfangen hatte und nur seiner Frau zu lieb und von Neugier getrieben mitgegangen war.
Beim Eintritt in das armselige Häuslein traf ein Strahl der Gnade das arme Herz. Das Eis war gebrochen, auf einmal alles in ihm geändert. Er bekehrte sich vollständig und hat seither schon zweimal wieder in der armen Wohnung Mariä die heiligen Sakramente empfangen.
Denn „wenn ich wieder Katholik bin, dann will es auch ganz sein“, hatte er gesagt.
So wirkt Maria, die liebe Gottesmutter, auch hier im Türkenland wie überall zum Heil der Seelen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1897)

Montag, 9. Januar 2012

Asiatische Türkei — Die Greuel in Armenien


Armenier auf der Flucht
Hier ein Bericht über die Verfolgung der Armenier im osmanischen Reich, es handelt sich nicht etwa um den Völkermord an den Armeniern in den Jahren 1914-1917, dessen Leugnung Frankreich kürzlich gesetzlich unter Strafe gestellt hat und dafür vom türkischen Ministerpräsidenten Erdogan mit Sanktionen bedroht wurde, sondern um eine der zahlreichen Verfolgungen davor, die in den Jahren 1894-1896 statt fand.

Das Bild, das wir früher von den blutigen Christenmorden auf Grund zuverlässiger Berichte entworfen, war gewiss schrecklich genug. Dass dasselbe aber noch weit hinter der Wirklichkeit zurückblieb, beweist der nunmehr veröffentlichte authentische Bericht der armenisch-katholischen Behörde (vgl. die Zeitschrift „Das heilige Land“ 1896, Heft 3, S. 112 ff.).
Die hier zusammengestellten Tatsachen sind geradezu haarsträubend. Wir heben daraus in Kürze wenigstens einiges heraus, was zur Ergänzung unserer früheren Berichte dient.

Kurzes Verzeichnis über die Entweihungen, die gewaltsamen Bekehrungen zum Islam und die Priestermorde:

1.    Provinz Trapezunt (Trabzon). Die Metzeleien in der Hauptstadt wiederholten sich in den meisten umliegenden Dörfern. In 13 derselben die Kirchen geplündert und zerstört. 6 Priester ermordet. 4 Dörfer gewaltsam zum Islam bekehrt. Zahlreiche Frauen geschändet.

2.    Provinz Erzerum. 41 Kirchen sind ausdrücklich namhaft gemacht, die teils geplündert und zerstört, teils in Moscheen verwandelt wurden. Dazu kommen zahlreiche ungenannte und etwa 15 armenische Klöster. Die christlichen Gotteshäuser wurden vor der Zerstörung in teuflischer Weise geschändet, beschmutzt, die Bilder, Altäre, Kruzifixe, Gewänder, Evangelienbücher schmachvoll der Verunehrung preisgegeben und dann vernichtet.
Etwa 13 Weltpriester und 8 Mönche wurden ermordet, andere eingekerkert. Ganze Dörfer sind gewaltsam zur Annahme des Islam und zur Beschneidung gezwungen worden. Die Gräueltaten an Hunderten von christlichen Frauen und Mädchen sind über alle Beschreibung empörend. In einigen Distrikten hat der Kultus des Kreuzes völlig aufgehört.

3.    Provinz Van. Hier wurden in den verschiedenen Distrikten 58 Kirchen und 29 Klöster, außerdem sämtliche Kirchen und Klöster der Distrikte Akhpag und Barguerd geplündert und zerstört und eine größere Anzahl Priester und Mönche, zum Teil unter schrecklichen Qualen, getötet; 26 Dörfer, die ausdrücklich genannt werden, sowie sämtliche Ortschaften der Distrikte Chadkh und Hokhiatz u.a.m. wurden gewaltsam zum Abfall gezwungen.
An mehreren Orten legten die Kurden die priesterlichen Gewänder, welche sie aus den Kirchen geraubt, an und führten mit dem Kreuze, dem Evangelium und dem heiligen Kelche in der Hand sowohl in ihren eigenen wie in den armenischen Dörfern schamlose Tänze auf, um die Religion und die Kirche der Christen lächerlich zu machen.

4.    Provinz Bitlis. Hier wurden 28 Kirchen und 13 Klöster ausdrücklich genannt außer zahlreichen anderen, die geplündert und teils zerstört, teils in Moscheen verwandelt, teils geschlossen. Die Zahl der ermordeten Priester und Mönche ist nicht festgestellt, aber ziemlich bedeutend. Außer den gewöhnlichen, wahrhaft bestialischen Schandtaten und Entweihungen, die sich allenthalben wiederholten, ist noch einiges besonders hervorzuheben.
Manche der schismatischen Geistlichen wurden gezwungen, den Turban aufzusetzen, zahlreiche christliche Frauen und Mädchen zwangsweise an Mullahs verheiratet, viele Christen zur Annahme mehrerer Frauen nach den Gebräuchen des Islam veranlasst, um so ihren Abfall vollständig zu machen, über 100 Dörfer zum Abfall und zur Beschneidung gezwungen, ganze Scharen von Kindern entführt, um sie zum Islam zu erziehen etc. Auch hier ist das Christentum stellenweise ganz ausgerottet.

(es folgen im Bericht noch die Provinzen Siwas und Mamuret-ül-Aziz, in der ähnliche, z.T. noch schlimmere Grausamkeiten verübt wurden)

Dieselben Greuel wiederholten sich in den Provinzen Diarbekir, Adana, Aleppo und im Sandschak Ismidt. Die Einzelheiten sind oft grauenerregend und zeigen den mohammedanischen Würger von seiner brutalsten Seite.
So viel ist gewiss, diese letzten Vorgänge der Türkei bilden eine der blutigsten und entsetzlichsten Seiten in der Geschichte dieses Jahrhunderts, das doch der Gräuel so viel gesehen. (…)
Tröstlich ist die herzliche Teilnahme, welche die christlich-gläubige Welt den armen Glaubensbrüdern im Osten entgegengebracht. Überall in Amerika, England, Frankreich, Österreich sind erfolgreiche Aufrufe zur Unterstützung der schwer heimgesuchten Mission ergangen. Auch Deutschland hat z.B. durch seinen „Verein des heiligen Landes“ und seine verschiedenen Presseorgane tatkräftige Unterstützung teils schon geleistet, teils zugesagt. Die Not ist außerordentlich groß und dringend.
Gewiss werden auch die Leser unserer Blätter bereitwillig fortfahren, ihr Scherflein zu spenden. Bereits ging uns von dem Obern der Kapuzinermission, P. Eugen de Modica, von Trapezunt aus ein inniges Dankschreiben zu für eine vorläufige Gabe.
„Tausende und aber Tausende vor kurzem noch blühender Existenzen“, so schreibt der hochwürdige Missionär, „sind an den Bettelstab gebracht, ihrer Ernährer beraubt und sogar mit herzloser Grausamkeit aus ihren Heimatsorten vertrieben worden. Die armen Witwen haben sich mit ihren hilflosen Würmchen, das nackte Leben rettend, hierher geflüchtet, mit der einzigen Hoffnung im Herzen, dass der allmächtige Gott sie in seiner unbegrenzten Barmherzigkeit nicht verlassen werde.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1896)