Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Dienstag, 4. Januar 2022

Missionseifer der Thomaschristen (Teil 2): Mar Mathew Makil, Apostol. Vikar von Kottayam



Ein kurzer Nachtrag über den Missionseifer der Syro-Malabaren, wie er sich im Leben eines ihrer bedeutendsten Bischöfe zeigte. Mar Mathew Makil war Apostolischer Vikar von Kottayam und starb 1914 im Ruf der Heiligkeit. Sein Seligsprechungsprozess wurde 2009 eingeleitet:

„Mar Makil hatte einen großen Eifer dafür, die frohe Botschaft zu verbreiten und die Heiden zur katholischen Kirche zu bekehren. Er sagte: „Jeder Christ hat die Mission, das Evangelium zu lehren. Sie müssen sich darum kümmern, ihren unwissenden Nachbarn und denen aus niederen Kasten das Evangelium zu lehren und ihnen helfen, durch die heilige Taufe Mitglieder der katholischen Kirche zu werden.“ Mit dieser Absicht gründete er eine Gesellschaft für Evangelisierung (Margamaryippusabha), über die er finanzielle und materielle Hilfe für die Evangelisierung der Welt erbat (Pastoralbrief Nr. 5).


(Quelle: https://marmakil.org/marmakil_matter.php?page=life_history_english)

Samstag, 1. Januar 2022

Missionseifer der Thomaschristen

 

Die ersten syromalabarischen Apostolischen Vikare, bevor eine eigene bischöfliche Hierarchie für die syromalabarischen Katholiken errichtet wurde. Für Bischof Matthew Makil ist der Seligsprechungsprozess eröffnet.

Es ist meine Überzeugung, dass auch die katholischen Ostkirchen eine besondere missionarische Berufung in ihren Ursprungsgebieten und deren Nachbarregionen haben, so etwa in Nordafrika, dem Nahen Osten, Zentralasien, Afghanistan und so weiter. Aus verschiedenen, oft ganz unverschuldeten Gründen war der Missionsgedanke unter den Katholiken der Ostkirche nicht immer stark ausgeprägt. Die Katholiken der syromalabarischen und syromalankarischen Kirchen in Südindien geben aber ein gutes Beispiel dafür, wie der Missionsgeist auch die Ostkirchen bereichern kann. Hier ein kurzer Abschnitt aus einem Artikel des syromalabarischen Karmeliterpaters Lucas Vithuvattikal[1] für „Die katholischen Missionen“ aus dem Jahr 1953 über seinen eigenen Ritus:

„Die syromalabarischen Katholiken sind nur ein Viertel der Bevölkerung Malabars. So eröffnet ihnen die engere Heimat ein weites Missionsfeld unter ihren nichtchristlichen Landsleuten. Wohl jede Pfarrei und jedes Kloster hat ein Katechumenat angegliedert, in dem alljährlich eine große Zahl von Konvertiten den Weg zur Kirche finden. Einen Kastenunterschied gibt es nicht. Die Katholiken niederer Kaste haben in der syromalabarischen Kirche die gleiche Rechte wie die Katholiken höherer Kasten.

Für den regen Missionsgeist ist aber die malabarische Heimat viel zu eng. Hunderte von Jungen und Mädchen nehmen den lateinischen Ritus an, um in den lateinischen Bistümern des weiten Indien Missionsarbeit zu tun. Im Jahr 1937 wurde dafür ein Kleinseminar im heutigen Bistum Palai errichtet, aus dem die Schüler nach eigener Wahl den verschiedenen lateinischen Bistümern zugeteilt werden. Heute arbeiten in 32 indischen Bistümern nicht weniger als 1300 Missionare aus Malabar: 300 Weltpriester, 500 Ordensmänner und 500 Ordensfrauen. Seit 5 Jahren unterstützt der „Missionsbund der Kleinen Blume“ dieses ausgedehnte Missionswerk in Indien. (…)

Die missionarische Kraft der syromalabarischen Kirche, die an Priester und Ordensberufen reich gesegnet ist, würde sich noch stärker für die Bekehrung Indiens auswirken, wenn für ihre Missionsarbeit außerhalb ihrer Heimat nicht die Annahme des lateinischen Ritus als Bedingung aufgestellt wäre. Auf jeden Fall zeigt gerade dieser Missionsgeist, von welch jugendlicher Lebendigkeit das Christentum in dieser uralten apostolischen Kirche Malabars erfüllt ist.“

 


[1] Pater Lucas war Postulator in den Heiligsprechungsprozessen von St. Kuriakose Elias Chavara und St. Euphrasia, zweier syromalabarischer Heiliger, die vor einigen Jahren heiliggesprochen wurden. Er starb im Jahr 2008.

Sonntag, 12. Februar 2017

Widerspenstige getrennte Brüder

Msgr. Miroff

„Mir will scheinen“, so schreibt uns Msgr. Michael Miroff, Titularerzbischof von Theodosiopolis und Administrator der bulgarischen Katholiken von Konstantinopel (Stadt und Bezirk), „es sei viel leichter, die katholische Religion in China und Japan zu verbreiten als hier, wo seit Jahrhunderten das Schisma so tiefe Wurzeln geschlagen und unseren getrennten Brüdern gleichsam in Mark und Bein übergegangen ist.“ So erkläre sich, warum das Bekehrungswerk so langsam fortschreite. Übertritte Erwachsener seien nur vereinzelt und zumeist dem Einfluss der Kinder zu danken, die in katholischen Anstalten erzogen, zu Hause als kleine Apostel wirkten.


(Aus: die katholischen Missionen, 1909)

Dienstag, 13. September 2016

Große Missionsbischöfe: 30 Jahre in Äthiopien – Kardinal Guglielmo Massaia O.F.M. Cap., Apostolischer Vikar der Gallasländer (Teil 2)


Fortsetzung von hier

1868 finden wir den unermüdlichen Bischof im Königreich Schoa, im südlichen Teil von Abessinien, wohin ihn der katholikenfreundliche König Menelik berufen hatte. Menelik liebte und schätzte den seeleneifrigen und treuherzigen Kapuzinerbischof wie einen Vater, und unter dem Schutze des Fürsten entwickelte sich eine blühende Missionstätigkeit.

Leider verlor im Jahr 1878 König Menelik durch einen unglücklichen Krieg mit dem mächtigen, herrschsüchtigen Kaiser Ati Johannes von Abessinien seine Selbstständigkeit, und die unter unsäglichen Opfern gegründete Mission wurde das Opfer einer durch den Hass des schismatischen Klerus entzündeten Verfolgung. Über deren Ursachen, Verlauf und die Leiden des ehrwürdigen, von Alter gebeugten Missionsbischofs haben wir seiner Zeit ausführlich berichtet.

Zum siebten Mal verbannt, trat Msgr. Massaia über Jerusalem die Rückreise nach Europa an. Mit Jubel empfing ihn das italienische Volk; der Heilige Vater Leo XIII. überhäufte ihn mit Auszeichnungen, machte ihn zum Titularerzbischof von Stauropolis und ernannte ihn am 10. November 1884 zum Kardinal. Staunend vernahm der verdiente, greise Missionsbischof in seiner ärmlichen Kapuzinerzelle zu Frascati die Nachricht seiner Erhebung.

Hier in Frascati besuchten ihn einst einige Studenten des englischen Kollegs. 
„Wir fanden ihn an einem kleinen, ärmlichen Tisch sitzen. Auf seinem Schreibpult lag, wie ein großes Kontobuch, ein mächtiger Band Manuskripte. Die Zelle war arm und schmucklos, eine echte Kapuzinerzelle. Der nackte Ziegelboden ohne Spur von einem Teppich, zwei Rohrstühle, ein Armsessel, zwei kleine, niedrige Bänke, etwa in der Art, wie man sie in Wartezimmern dritter Klasse findet, das war die ganze Ausstattung. Das einzige Zeichen seiner Würde war der Bischofsring. Im Übrigen trug er die gewöhnliche braune Kapuzinerkutte. Mit großer Lebhaftigkeit sprach er über England, ‚das Land des Apostolats in der Hand der Vorsehung‘ und über die Aussichten der afrikanischen Mission.

‚Nun gut!‘ so schloss er, ‚hier bin ich jetzt, ein alter Mann, der letzte der Bischöfe Gregor XVI. Manches ist anders geworden, seitdem ich fort war. Italien ist kaum wiederzuerkennen. Die Zeiten für die Kirche sind andere geworden. Italien hatte einen großen Ruhm, ihm besonders eigen; er ist im Augenblick umwölkt, aber ich hoffe für die Zukunft. Ich werde es nicht erleben, ich bin zu alt, um irgendetwas zu erwarten. Inzwischen bereite ich mich hier im ruhigen Heim meiner Mitbrüder auf die große Reise vor, gehe ein wenig im Garten spazieren, bete und schreibe ein bisschen.‘ 

Das ‚Bisschen‘ ist nichts weniger als das wahrhaft monumentale Werk seiner Memoiren, die er auf besonderen Wunsch des Heiligen Vaters unter dem Titel: ‚30 Jahre [eigentlich 35 Jahre] als Missionär in Äthiopien‘ (I miei trentacinque anni di missione nell'alta Etiopia) begonnen*. Sie werden, einmal vollendet, eine Fundgrube historischer, linguistischer, geographischer und ethnologischer Aufschlüsse über die wenig bekannten Länder bilden. Von Hilfswerken und Materialien war nichts zu sehen. Alles ist aufgespeichert in seinem alten, frischen, treuen Gedächtnis.“

Nebenbei war Kardinal Massaia ein tätiges Mitglied der Propaganda und mehrerer anderer Kongregationen. Um seine sichtlich abnehmenden Kräfte etwas herzustellen, zog er sich nach Amirante, an den herrlichen Meerbusen von Neapel, zurück.

Bei all den vielen Auszeichnungen und Ehrenbezeigungen, die dem hochverdienten Mann von allen Seiten zu Teil wurden, blieb er in seiner Lebensweise und seinem ganzen Auftreten immer der schlichte, prunklose, kindlich fromme Kapuziner. Trotz seines hohen Alters und seiner rasch zunehmenden Gebrechlichkeit schlief er nie anders als in seiner rauen, unbequemen Kutte auf einer ärmlichen, dünnen Matratze. Wenn ihn die vielen Besuche gestört, holte er noch am späten Abend den Rosenkranz und seine anderen gewohnten Gebetsübungen nach. Bis zum letzten Abend behielt er seine volle geistige Frische und jugendliche Lebhaftigkeit, die in Verbindung mit Herzensgüte und väterlichem Wohlwollen sein ganzes Wesen so gewinnend und anziehend machte.

Die Nachricht von seinem Tod rief in ganz Italien außerordentliche Teilnahme wach. Selbst die liberalen Blätter konnten einem der größten Missionäre dieses Jahrhunderts ihre Hochachtung und Verehrung nicht versagen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1890)

*Das Buch gibt es bei archive.org

Hier noch einige interessante Fotos von Kardinal Massaia.

Montag, 12. September 2016

Große Missionsbischöfe: 30 Jahre in Äthiopien – Kardinal Guglielmo Massaia O.F.M. Cap., Apostolischer Vikar der Gallasländer (Teil 1)



Am 6. August [1889] ging zu Amirante, einem Dörflein bei Neapel, Se. Eminenz Kardinal Guglielmo Massaia O.F.M. Cap. zur ewigen Ruhe ein, im 81. Jahre seines Alters und im 44. seines Episkopates.

Geboren zu Piovà in der Diözese Asti (Piemont), am 8. Juli 1809, trat Guglielmo Massaia bereits als Jüngling von 17 Jahren zu Turin in den Orden der Kapuziner ein. Zum Priester geweiht, lehrte er mehrere Jahre Philosophie und Theologie in den Ordenshäusern von Moncalieri und Turin. In letzterer Stadt lernten ihn zwei Prinzen aus dem Hause Savoyen, Victor Emanuel und dessen Bruder Ferdinand, Herzog von Genua, kennen und wählten ihn zu ihrem zeitweiligen Gewissensführer. Wiederholt wurde der junge Ordensmann von der piemontesischen Regierung auf die Bischofsliste gesetzt, schlug aber beharrlich diese Würde aus.

Im Jahr 1849 hatte der französische Reisende M. d’Abbadie die Aufmerksamkeit der Propaganda Fide auf die Gallasländer, südlich von Abessinien, hingelenkt, welche, einst blühende Stätten christlichen Lebens, jetzt aus dem Gesichtskreis Europas fast verschwunden waren.

Durch Dekret vom 30. April 1846 errichtete Gregor XVI. das neue Apostol. Vikariat der Gallasländer. Dasselbe wurde der italienischen Kapuzinerprovinz anvertraut, P. Massaia zum ersten Apostol. Vikar ernannt und am 4. Mai zum Bischof von Cassia i. p. i. konsekriert. 

Es würde uns zu weit führen, die Schwierigkeiten dieser Mission durch Schilderung der unsäglich traurigen politischen und religiösen Verhältnisse dieser Länder des Näheren nachzuweisen. Vier Jahre lang versuchte der neue Apost. Vikar umsonst, in sein Missionsgebiet einzudringen. In der Zwischenzeit gründete er die zwei Kapuzinermissionen in Aden und auf den Seychellen, kehrte 1850 nach Europa zurück, um in Lyon und Paris von dem Verein der Glaubensverbreitung die nötige Unterstützung sich zu sichern, und machte einen zweiten vergeblichen Versuch, in die Gallasländer einzudringen, indem er den Nil bis Fasoglo hinauf fuhr.

Im Jahr 1852 versuchte Massaia, als Kaufmann verkleidet, durch Abessinien sich durchzuschleichen, wo der Negus Theodor, durch seine schismatischen Abuna [Bischöfe] aufgestachelt, auf den Kopf des katholischen Bischofs einen Preis gesetzt hatte. Glücklich entrann der mutige Missionär den Häschern und es gelang ihm, in der Provinz Gudru festen Fuß zu fassen. Hier entwickelte er nun trotz beständiger Verfolgung und den härtesten Entbehrungen eine rastlose Tätigkeit. Bis 1855 entstanden fünf blühende Gemeinden.

„Statt auf dem hohen Katheder der Philosophie und Theologie“, schrieb er am 14. Juli 1856, „sitze ich hier inmitten meiner kleinen Knaben und lehren sie buchstabieren. Dabei treibe ich alle möglichen Handwerke und bin zur selben Zeit Buchdrucker, Schneider, Bildhauer, Arzt, ja selbst Schuster usw.“ 

Von Gudru dehnte er seine Wirksamkeit über die Nachbarländer aus. Auch von dem König von Kassa erhielt er einen Ruf, wurde aber von dem argwöhnischen und treulosen Kleinfürsten in Ketten nach Gingire abgeführt und wäre hier verschmachtet, wenn nicht der Negus von Enarea, in dessen Gebiet er sich behufs Gründung einer Mission vorübergehend aufgehalten, sich seiner angenommen hätte.

Die beständigen Hetzereien, die ermüdenden, gefahrvollen Reisen durch die heißen, ungesunden Landstriche hatten seine Kraft gebrochen. P. Coccino, einer seiner ersten Begleiter, musste als Koadjutor einen Teil der Last ihm abnehmen. Kaum von seiner Krankheit genesen, trat er eine neue Reise nach Rom an. Um nicht in die Hände des Königs Theodor zu fallen, der ihm seit Jahren nach dem Leben trachtete, durchwanderte er als Bettler verkleidet zur Nachtzeit das Land, wurde aber diesmal aufgegriffen und ins Gefängnis geworfen. Drei Monate lang hatte er hier Unsägliches auszustehen, bis er durch die kräftige Vermittlung des französischen Konsuls die Freiheit wiedergewann. Während seines zeitweiligen Aufenthalts in Europa gab er unter anderem eine Grammatik der Amhara-Gallasprache heraus, die 1867 zu Paris im Druck erschien.


(Aus: die katholischen Missionen, 1890)

Fortsetzung hier

Dienstag, 14. Juni 2016

Nationalkonzil der armenischen Martyrerkirche in Rom (Teil 2)



Fortsetzung von hier

Nach dem Wunsche des Heiligen Vaters sollte die Bischofskonferenz am Feste des heiligen Kreuzes ihren Anfang nehmen. Wohl schon lange nicht mehr sah die altehrwürdige Kirche des heiligen Nikolaus von Tolentino in Rom eine solche Menschenmenge, wie an jenem Morgen des 6. Mai. Die feierliche Pontifikalmesse hielt Mons. Paulus Petrus XIII., Patriarch von Cilizien. Ihm assistierte als Diakon der Kapuziner P. Cyrill von Erzerum, ein geborener Armenier, der das ganze Unglück seines Volkes miterlebt hat, der 30 seiner Verwandten auf grausame Weise hinsterben sah und selbst in wunderbarer Weise zweimal dem Türkenbeile entrann. Die anderen bischöflichen Konferenzteilnehmer hatten ihren Platz im Presbyterium. 

Unvergesslich werden jedem Zuschauer diese altehrwürdigen, hohenpriesterlichen Gestalten bleiben. Gewaltigen Eindruck machte es, als der von der Last der Jahre, Kummer und Sorge gebrochene Erzbischof Petrus Cojunian zum Altare hinaufstieg, um da den brüderlichen Friedenskuss seines Patriarchen zu empfangen. Auf der Evangelienseite des Querschiffes wohnten auf einer Tribüne fünf Purpurträger der heiligen Kirche der Feierlichkeit bei, an ihrer Spitze Kardinal Sincero, Sekretär der Kongregation für die orientalische Kirche. Mächtig wirkte auf alle der erhebende, feierlich schöne Ritus und der einfach schlichte, fast wehmütig stimmende Messgesang der armenischen Seminaristen. 

Nach Schluss der heiligen Handlung bestieg der frühere Apostolische Palastprediger Mons. Pasetto aus dem Kapuzinerorden das Rednerpult. Schon zu Beginn seines Vortrages, als er die ehrwürdigen Priestergreise begrüßte und in ihnen auch all den anderen Bischöfen und Priestern, Schwestern und Laien, die in der letzten Verfolgung um des heiligen Glaubens willen ihr Leben gelassen, den Gruß der heiligen Kirche bieten wollte, standen wohl vielen die Tränen in den Augen. Dann wünschte er der hohen Versammlung Glück und Gottes Segen für ein gedeihliches Arbeiten im Dienste des Herrn „Und Gottes Segen“, sprach er weiter, „wird sicher nicht fehlen, da zum Feste gerade der Maimonat, der Monat unserer lieben Frau, genommen worden. Maria, die hehre Gottesmutter, der der heilige Gregor einst sein erstes Kirchlein in Armenien geweiht, wird sicher ihre Hilfe nicht versagen, die Königin Armeniens, an der Seite ihres Königs, Christus. Das Blut, das um Christi willen Ihre Heimat rot gefärbt hat, wird Unterpfand sein und bleiben für den kommenden Triumph Ihrer Nation. Auch Christus musste sterben am Kreuze, damit das Kreuz durch ihn verherrlicht werde.“


(Aus: Seraphisches Weltapostolat des heiligen Franziskus von Assisi, 1928)

Donnerstag, 9. Juni 2016

Nationalkonzil der armenischen Martyrerkirche in Rom (Teil 1)

Das Nationalkonzil in Rom 1911. Viele der Bischöfe starben im Völkermord an den Armeniern (siehe unten). Gott wird es sicherlich dem vergelten, der diese Märtyrer auf dem Bild identifizieren kann. Für Kommentare bin ich dankbar.


Die Konferenz der armenischen Bischöfe in Rom, Mai 1928.

Schrecklich war das Blutbad, das die Söhne Mohammeds in den Kriegsjahren 1915 bis 1919 unter den christlichen Armeniern angerichtet haben. Es war der Vernichtungskampf gegen ein Volk. 1.300.000 Armenier fielen unter dem Messer der Türken; ihre Dörfer und Stadtviertel wurden in Brand gesteckt und dem Erdboden gleichgemacht. Dasselbe Schicksal ereilte auch die katholischen Gemeinden. Von den 16 katholischen Armenierdiözesen bleiben nur drei unversehrt, Alexandria in Ägypten, Aleppo in Syrien und Konstantinopel. Die anderen – alle in Kleinasien gelegen – wurden gänzlich vernichtet. Der katholisch-armenische Klerus, der vor dem Krieg über 250 Priester verfügte, ist heute auf die Hälfte zusammengeschmolzen, denn genau 126 Priester erlitten des heiligen Glaubens wegen den Martertod, und von 175 Schwestern brachten 47 ihr Blut zum Opferaltar. Neun Bekennerbischöfe konnte die armenische Kirche in ihr Heldenalbum eintragen. Ihre Namen sind [die Schreibweise weicht evtl. von der heutigen stark ab]:

Msgr. Levon Kecegian, Erzbischof von Sebaste, vermisst;

Ignatius Maloian, Erzbischof von Mardin, ermordet [auf dem Bild wahrscheinlich 5. von links];

Garabed Kciurian, Erzbischof von Erzerum, gestorben in der Verbannung;

Michael Kaciadurian, Bischof von Malatia, auf grausame Weise niedergemacht;

Andreas Celebian, Bischof von Diabekir, lebendig begraben;

Stephan Isrälian, Bischof von Karpouth, auf dem Weg in die Verbannung meuchlings ermordet;

Joseph Melchise-Dekian, Bischof von Erzerum, gestorben an den Folgen der Verbannung;

Jakob Topusian, Bischof von Mouch, lebendig verbrannt.

Ihnen gesellten sich in der Folgezeit noch fünf andere Bischöfe bei, denen der Tod die harte Kreuzeslast abnahm. Sechs volle Jahre dauerte das blutige Morden. Die Überlebenden mussten ihr Vaterland verlassen und ziehen heute noch arm und elend in der weiten Welt herum.

Wird dieses arme Volk nicht Jubel und Freude erfüllt haben, als im Februar dieses Jahres der Vater der Christenheit alle noch lebenden armenischen Bischöfe nach Rom, der katholischen Weltstadt, rief, um da in gemeinsamer Arbeit beim Grab des ersten Papstes geeignete Mittel und Wege für den Wiederaufbau des christlichen Glaubenslebens ihrer Nation zu finden? Die überlebenden Bischöfe! Beim letzten Nationalkonzil im Jahr 1911 waren es 25 (19 nahmen am Konzil teil), und nur neun füllen heute ihre Reihen.


(Aus: Seraphisches Weltapostolat des heiligen Franziskus von Assisi, 1928)

Fortsetzung hier

Freitag, 27. Mai 2016

Ein jugendlicher Glaubenszeuge aus Äthiopien


Aus der Katholikenverfolgung Anfang des 20. Jahrhunderts:

„Ein Beispiel, welchen Mut auch junge Christen bei den peinlichen Verhören beweisen, erzählt P. Basilius. Als der noch jugendliche Nikolaus Membru, wie es scheint, der Sohn des […] Alaka Sahale, der früher schismatischer Geistlicher war, dem Abuna [Bezeichnung für Priester, hier ein Schismatiker] selbst vorgeführt und gefragt wurde: warum er katholisch sei, erwiderte er: 

„Ich bin katholisch, weil mein Vater mich diese heilige Religion gelehrt hat. Ihr wisst, dass mein Vater hier im Lande ein angesehener Doktor gewesen ist. Er selbst hat lange nach einer wahrhaft heiligen Religion, die rein wie Gold und strahlend wie die Sonne wäre, gesucht, und er fand sie in der Religion der römischen Kirche. Die Religion meines Vaters soll auch die meinige sein. Hoffet ja nicht, dass ihr mich zur Erlernung und zur Annahme eines anderen Glaubens verleiten könnt.“

„Wie wagst du es“, fiel einer der Richter ein, „du, noch fast ein Kind, in solcher Weise zu unserem Abuna zu reden?“ – „Hast du denn  nicht gelesen, was im Evangelium geschrieben steht: ‚Führt man euch vor den Richter, so denket nicht, was ihr sprechen, noch was ihr antworten sollt. Es wird euch im Augenblick das Rechte eingegeben werden, und nicht aus euch werdet ihr sprechen, sondern der Geist meines Vaters wird aus euch sprechen‘.

„Weshalb ist dein Vater nach Rom gegangen?“ – „Weil das Evangelium sagt: ‚Wenn man euch an einem Orte verfolgt, so fliehet in einen anderen.“ – „Gib uns die Namen derjenigen an, welche vorgeben, zu katholischen Kirche zu gehören.“ – „Frage darüber den Abba Andreas (Msgr. Jarosseau O.F.M. Cap., der Apostolische Vikar); das ist eine Sache, die ihn angeht.“

Es ist ein Jammer, dass dieses Volk der Abessinier mit seinem kraftvollen Wesen und seinem tiefreligiösen Sinn dem Schisma verfallen ist. Welch wertvolle Hilfe könnte Abessinien, einmal bekehrt, bei der Evangelisierung Afrikas, zumal des nahen Sudan, leisten! Seit 400 Jahren bemüht sich die katholische Mission, den hartnäckigen Widerstand des Schismas zu brechen. Das Volk ist gut und würde in Masse der wahren Kirche sich zuwenden, wenn es frei sich entscheiden könnte. Hoffen wir, dass die langsam ins Bergland vorrückende Kultur demselben auch das einzige bringt, dessen die Mission bedarf, die Religionsfreiheit.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1907) 

Dienstag, 1. März 2016

Große Missionsbischöfe: Ein zweiter Vinzenz von Paul – Msgr. Jacque-Emile Sontag C.M., Erzbischof von Isfahan



Auch die Märtyrerkirche Persiens hat neue Fürsprecher im Himmel erhalten. „Erzbischof Sontag und drei seiner Missionäre, zwei Bischöfe und 22 Priester des katholischen chaldäischen Ritus und Tausende von Gläubigen fielen hier dem Mordstahl der Türken und Kurden zum Opfer“, so lautet kurz die Trauerkunde aus Teheran.

Ein Brief des P. Clarijs vom 16. September 1918 gibt uns näheren Aufschluss. „Alles ging zwei Jahre lang gut, bis im Frühjahr 1918 die Russen Urmiah und Salmas verließen, weil die Revolution in ihrem Land ausgebrochen war. So waren unsere Christen ohne Schutz. Den Soldaten zu folgen wie früher wagten sie diesmal nicht. Sie versahen sich aber mit Waffen, denn ein Angriff ihrer Todfeinde, der persischen Mohammedaner und der türkischen Kurden, war sicher.

Bald kam es auch zum Kampf. Anfangs blieben die Christen siegreich. Als aber Ende Mai eine türkische Armee den Gegnern zu Hilfe kam, war alles verloren. Die Christen von Salmas flohen zum Teil nach Urmiah, die übrigen, darunter auch unsere Patres Lhotellier und Miraziz, wurden niedergemetzelt. Mitte Juni kamen die Türken auch nach Urmiah. Über 80.000 Christen flohen nach dem Süden, wo sie, durch Hunger, Seuchen und Kämpfe schrecklich gelichtet, bei den Engländern in Hamadan Schutz und Pflege fanden.

Die mehreren Tausende, die nicht fliehen konnten, meist Frauen und Kinder, wurden von den Türken in einem grässlichen Blutbad am 27. Juli hingeschlachtet. Unter ihnen befanden sich auch Erzbischof Sontag und mein Mitbruder Dintha. Besonders die Katholiken fielen diesen beiden Massenschlächtereien zum Opfer.“

In einem anderen Brief fügt der Pater bei: „Was für ein heiliger Mann war er (der verstorbene Erzbischof)! Ein Mann Gottes! Drei Jahre lebte ich mit ihm zusammen (in Urmiah) und er erschien mir wie ein zweiter Vinzenz von Paul.“

Dreißig Priester und ebenso viele Schwestern hat das kaum 1.000 Seelen zählende elsässische Dorf Dinsheim der Kirche geschenkt. Einer davon war Jacques-Emile Sontag, der dort 1869 als Sohn eines Gastwirts das Licht der Welt erblickte. 1887 trat er in den Lazaristenorden ein, empfing 1895 in Paris die heilige Priesterweihe und wurde für die persische Mission bestimmt. Hier wirkte er in Teheran als Professor und Oberer, bis er 1910 den erzbischöflichen Stuhl von Isfahan bestieg.

Als treuer Hirt wollte der Erzbischof auch zur Zeit der Gefahr bei seiner Herde ausharren und als solcher ist er auch mit ihr und für sie gestorben.


(Aus: die katholischen  Missionen, 1919)

Donnerstag, 18. Februar 2016

Ein Bild aus besseren Zeiten



Das Bild, das etwa 1908 aufgenommen wurde, zeigt den chaldäischen (= katholisch) Patriarchen Joseph Emmanuel II. Toma mit einem Teil seines Klerus, die sich zu Exerzitien im Kloster Mar Gorguis (St. Georg) versammelt haben. Wahrscheinlich handelt es sich um dasselbe Kloster aus dem 10. Jahrhundert, das letztes Frühjahr von ISIS zerstört wurde


„Da unser Herr Jesus Christus sich herabgelassen hat, die ganze Kirche seinen Leib zu nennen und uns einzeln zu Gliedern voneinander zu machen, so hat er auch uns allen vergönnt, entsprechend der Zusammengehörigkeit der Glieder mit allen in trautem Verhältnis zu stehen. Daher sind wir trotz aller Entfernung dem Orte nach doch einander nahe.“

„Noch ist keiner von uns durch Schläge zerfleischt, noch ist keinem das Haus öffentlich verkauft worden. Wir lebten noch nicht außer Landes, lernten noch kein Gefängnis kennen. Was haben wir schon Schreckliches erlitten? Es müsste etwa nur das schrecklich sein, dass wir noch nichts gelitten und noch nicht der Leiden um Christi willen für wert erachtet wurden.“

– Basilius der Große

Samstag, 14. November 2015

Der heilige Josaphat: ein Leben für die Union

Die Reliquien des hl. Josaphat im Petersdom in Rom (Quelle)

Johannes Kuncewicz ward zu Wilna 1580 geboren und trat ebendaselbst 1604 unter dem Namen Josaphat in das Basilianerkloster der heiligen Dreifaltigkeit. Vom heiligen Geist selbst geleitet, übte er sich in dem tiefgesunkenen Kloster in inbrünstigem Gebet und großer Abtötung, gleichzeitig eifrig ernstem Studium ergeben, das ihn zum Verteidiger der Union (der Vereinigung der Orthodoxen mit dem Stuhl Petri) befähigte. Sein Beispiel blieb nicht ohne Früchte; bald blühte das Kloster in Wilna auf und zwei neue Klöster konnten durch den Heiligen von dort aus gegründet werden. 

Einen ebenso hochbegabten als frommen Gefährten im Werke der geistigen Neubelebung der ruthenischen Kirche erhielt der Heilige in seinem Freund Joseph Belamin Rutski. Derselbe hatte seine Studien im griechischen Kolleg zum Rom gemacht, war 1603 nach Wilna zurückgekehrt und 1607 ebenfalls in das Dreifaltigkeitskloster eingetreten. Nach dem Tod des greisen Metropoliten Pociey, der die Union mitbegründet und ihre Fahne 15 Jahre lang hochgehalten hatte, bestieg Rutski 1614 den Metropolitansitz. Auf sein Betreiben wurde der hl. Josaphat, so sehr dessen Demut sich sträubte, zum Koadjutor von Polozk und Bischof von Witebsk erhoben. Am 12. November 1617 empfing derselbe zu Wilna die Bischofsweihe. Unter der gemeinsamen Wirksamkeit dieser beiden Männer war zu Anfang 1620 die Union in ganz Weißrussland siegreich durgeführt.

Ernstere Kämpfe hatte sie aber in Rot- und Kleinrussland zu bestehen. Rutski hatte zwar feierlich von dem Stuhl von Kiew Besitz ergriffen. Basilianer aus der Schule des hl. Josaphat sollten daselbst den Kern der geistigen Neugestaltung bilden. Der Vorsteher ihrer Schaar, Anton Hrekowicz, wurde von den wütenden Schismatikern 1618 im Dnjepr ertränkt. Sie schlugen ein Loch in die Eisdecke und stießen den Blutzeugen hinein unter dem Geschrei: „Du bist ein Unierter und willst unsere Religion verraten!“ Als er sich am Rande des Eises festhalten wollte, hieben sie ihm die Arme ab und höhnten: „Ruf den Papst an!“ während die Wellen des Dnjepr den Ertrinkenden unter die Eisdecke rissen.(…)

Der hl. Josaphat hatte inzwischen dem Sturm zu trotzen, den sein Gegenbischof Smotrycki losließ. Immer höher gingen die Wogen des Aufruhrs, bis ihm endlich der Heilige zum Opfer fiel. Am 12. November 1623 wurde Josaphat in Witebsk grausam ermordet, seine Leiche schmählich entehrt und endlich in die Wogen der Dwina versenkt.

Der Martertod des Heiligen übte einen gewaltigen Eindruck auf die Lateiner in Polen und war die Ursache, dass die Union nicht fallen gelassen wurde, während des Verbrechen von Witebsk anderseits die Sache des Schismas mit Schmach bedeckte. Der Tod des hl. Josaphat war die Rettung der Union, die bis zum Sturze Polens in allen Stürmen bestehen blieb.(…)

St. Josaphat (Quelle)


(Aus: die katholischen Missionen 1886)

Montag, 30. März 2015

Große Missionsbischöfe: Eine dornenvolle Aufgabe – Msgr. Michael Petkoff, Apostol. Vikar der unierten Bulgaren in Thrazien



Michael Petkoff, Titularbischof von Hebron und Apostol. Vikar von Thrazien für die unierten Bulgaren, war 1850 in Adrianopel [Edirne] als Sohn eines Hirten geboren. Bei polnischen Ordensleuten in der Schule zeichnete er sich durch seine Begabung und seine edlen Neigungen aus und wurde deshalb ins Kolleg der Propaganda in Rom geschickt. 1873 zum Priester geweiht, empfing er schon mit 31 Jahren als Nachfolger des Bischofs Popoff in Konstantinopel die Bischofsweihe.

Unsäglich dornenvoll war seine Aufgabe, die weithin über das Land zerstreuten Katholiken vor den Angriffen der Schismatiker zu bewahren. Schon allein die Tatsache, dass er einst auf offener Straße von einem fanatischen Mohammedaner zu Boden geworfen und mit einem Stock misshandelt wurde, zeigt die Eigenart der Verhältnisse, unter denen er wirkte. Tiefe Trauer lagerte über seinen letzten Lebensjahren ob der Niederlage des bulgarischen Volkes. Seine Christen waren zerstreut, die Dörfer verbrannt, seine Priester ohne Kirchen und ohne Heim. Er selbst musste unter Griechen, den Verfolgern seiner Herde, in der Verbannung sterben. Am 27. Mai erlöste ihn der Tod von diesen großen seelischen Leiden.


(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Sonntag, 18. Januar 2015

Die Gebetswoche für die Einheit der Christen


Heute beginnt die Gebetswoche für die Einheit der Christen. Leider scheint dieses heilige Anliegen, das von dem ehemaligen Anglikaner Fr. Paul James Wattson ins Leben gerufen und 1910 den ausdrücklichen Segen des hl. Papst Pius X. erhalten hat, wie so vieles vom falschen Ökumenismus vergiftet worden zu sein. Um sich eine Vorstellung von der ursprünglichen Meinung zu machen, in der diese Woche für die katholische Kirche als öffentliche Andachtsübung eingeführt wurde (sie war nie bindend), hier die alten Intentionen:

18. Januar: Die Rückkehr aller „anderen Schafe“ zur Herde des hl. Petrus, des einen Hirten.

19. Januar: Die Rückkehr aller orientalischen Schismatiker zur Kommunion mit dem Apostolischen Stuhl.

20. Januar: Die Unterwerfung der Anglikaner unter die Autorität des Statthalters Christi.

21. Januar: Dass die Lutheraner und alle anderen Protestanten auf dem europäischen Festland zurück zur Heiligen Kirche finden.

22. Januar: Dass die Christen in Amerika in Kommunion mit dem Stuhl Petri treten.

23. Januar: Die Rückkehr der abgefallenen Katholiken zu den Sakramenten.

24. Januar: Die Bekehrung der Juden.

25. Januar: Die missionarische Eroberung der Welt für Christus.


(Der Text von ICC Omaha schien mir der Originaltext zu sein, es gibt ihn auch etwas „entschärft“)

Samstag, 17. Januar 2015

Die georgische „Dreiritenkongregation“ – Diener der Unbefleckten Empfängnis



Eine interessante Ordensgemeinschaft wurde 1864 von dem georgischen Priester Peter Carisciarian (siehe Bild; der Name wird bei Wikicommons in verschiedene orientalische Sprachen übersetzt) in Konstantinopel gegründet und am 29. Mai 1875 von Pius IX. bestätigt: die Diener der Unbefleckten Empfängnis. Sie widmete sich der Seelsorge der georgischen Katholiken und zelebrierte die Messe in drei verschiedenen Riten: dem lateinischen, dem armenischen und dem georgischen, wobei die ersten beiden in der Seelsorge angewendet wurden, da sich die katholischen Georgier zu einem der beiden Riten bekannten, während der griechisch-georgische Ritus im Kloster der Kongregation in Konstantinopel zelebriert wurde, um ihn zu erhalten und zu pflegen. Die Genossenschaft versah in Konstantinopel drei Pfarreien, ein Schwesternzweig unterhielt zwei Volksschulen. Die Priesteramtskandidaten wurden vom Bischof von Saratow (Russland), der die Jurisdiktion über Georgien hatte, geweiht und von ihm auf einige Zeit als Weltpriester angestellt. Nach ihrer Entlassung gingen sie auf den Posten, den ihnen die Kongregation zuwies.

Ob diese Kongregation heute noch besteht, konnte ich leider nicht herausfinden. Für Kommentare diesbezüglich bin ich dankbar. 

Update: Laut Wikipedia existiert die Kongregation nicht mehr, einige Mitglieder waren in den 1950er Jahren aber noch am Leben. Nachfolgend noch ein Bild ihrer Kirche, Notre Dame de Lourdes.




(Quelle: Dr. Max Heimbucher: Die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche. Band III. Verlag Ferdinand Schöningh, 1908)

Sonntag, 30. November 2014

So geht „Ökumene“

Der griechisch-melchitische (katholische) Patriarch Petrus IV Geraigiry (im Text Giragiri), zuvor Bischof von Paneas

Recht beachtenswerte Aufschlüsse über die Strömungen innerhalb der nicht-unierten Kirchen gibt uns der folgende Brief des griechisch-melchitischen Bischofs von Paneas, Msgr. Giragiri. Als er eben im Begriff war, so erzählt er darin, einer Einladung des griechisch-katholischen Patriarchen von Jerusalem, Gregor I., zum Eucharistischen Kongress in Jerusalem Folge zu leisten, wurde seine Abreise durch einen unangenehmen Zwischenfall verzögert. In einem kleinen Städtchen, Al-Kiam, und im Dorf Kuraihas wurden zwei seiner Priester von einflussreichen, feindseligen Schismatikern in einen Prozess verwickelt. Der Bischof musste ihnen zu Hilfe kommen; er schickte ihnen das für die Fahrt nach Jerusalem ersparte Reisegeld und begab sich persönlich nach Gedaïhah und Hasbaïa, um vor den dortigen Tribunalen Recht zu verlangen.

In Hasbaïa sollte er unerwartet eine große Freude erleben. Die Stadt, am südwestlichen Abhang des großen Hermon, ist einer der Hauptorte im Gebiet des Anti-Libanon mit reger Industrie und Obst- und Weinbau. Sie zählt nur wenige Katholiken; doch sind die Schismatiker im Augenblick recht günstig gestimmt. Ihr Bischof, Msgr. Missaël, begrüßte den katholischen Oberhirten bei seiner Ankunft aufs Freundlichste. Msgr. Giragiri erwiderte am folgenden Tag den Besuch. Zu seinem nicht geringen Erstaunen fand er im Empfangszimmer des schismatischen Bischofs die Porträts Leo XIII., Se. Eminenz des Kardinals Rampolla und des letztverstorbenen Präfekten der Propaganda, Kardinal Simeoni, und anderer römischer Prälaten. Auf seine verwundernde Äußerung erklärte Msgr. Missaël: „Ich habe diese Porträts mir kommen lassen, weil ich die römische Kirche und ihre Oberhirten liebe.“ Beiläufig gesagt ist es keine Kleinigkeit, hier zu Lande, selbst in größeren Städten, sich dergleichen Porträts zu verschaffen.
„Im Laufe der Unterredung“, so erzählt nun Msgr. Giragiri, „sagte ich scherzend zum schismatischen Bischof: ‚Sie haben gewiss Angst, dass ich Ihnen keine Schäflein mehr übrig lasse. Wissen Sie was, Monseigneur, treten Sie mit Ihrer ganzen Herde zu uns über, und bleiben Sie dann in der katholischen Gemeinschaft deren Hirte. Ich selbst lege dann mein Amt nieder, oder werde, falls es Ihnen recht ist, Ihr Koadjutor.‘ Der Bischof erwiderte lächelnd: ‚Es wird wohl schließlich dazu kommen, nur mit dem Unterschied, dass ich dann Ihr
Koadjutor werde und Sie selbst die ganze Sorge für unser geistliches und zeitliches Wohl übernehmen.‘

Ich predigte dann vom Tag meiner Ankunft (Freitag vor Passionssonntag) an bis zum Montag in der Karwoche täglich zweimal, am Morgen und am Abend. Die Kirche konnte die Menge nicht fassen. Mehrere angesehene Personen sagten zu mir: ‚Es ist ausgemachte Sache, wir werden alle katholisch.‘ Andere verlangten eine zweite Reihe von Predigten, um sich vor ihrem Übertritt noch besser zu belehren. Von allen Seiten wurde ich gedrängt, in der Stadt jährlich mein Absteigequartier zu nehmen und einige Wochen bei ihnen zuzubringen. Ich dankte Gott für die Wendung dieser Dinge; denn gerade in Hasbaïa hatte ich früher die heftigsten Anfeindungen gefunden. (…) Jetzt ist die Stimmung ganz verändert, und die Bekehrung dieser Stadt, des Hauptbollwerks des Schismas in meiner Diözese, scheint nur mehr eine Frage der Zeit. Ist aber einmal Hasbaïa gewonnen, so würde sofort auch die umwohnende Landbevölkerung folgen. Diese scheut bis jetzt den Einfluss der reichen Schismatiker in der Stadt, die ihr Geld leihen und ihr in ihren Prozessen helfen, und so den guten Willen dieser Leute hemmen.“

(…) Msgr. Giragiri erzählt dann weiter seine Reise nach Rom, die er im Namen des griechisch-unierten Patriarchen von Jerusalem mit zwei anderen orientalischen Bischöfen unternahm, um dem Heiligen Vater die Glückwünsche seiner Kirche darzubringen. Mit dem größten Interesse erkundigte sich der Papst nach der Bewegung, die sich unter den Schismatikern zu Gunsten der Wiedervereinigung bemerkbar mache. „Machen Sie es nicht“, sagte er dem Bischof beim Abschied, „wie Gregor der Wundertäter, der bei seinem Einzug als Bischof von Neo-Cäsarea dort 17 Gläubige vorfand, bei seinem Tod aber 17 Heiden hinterließ. Sie werden die Katholiken zu Hunderten vorfinden und dürfen keinen einzigen Schismatiker hinterlassen. Ich werden Gott recht inständig darum bitten.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1893)

Montag, 24. November 2014

Neue Heilige der syro-malabarischen Kirche

St. Kuriakose Elias Chavara T.O.C.D.
Gestern hat Papst Franziskus zwei Ordensleute des syro-malabarischen Ritus kanonisiert, darunter den Gründer der syro-malabarischen Karmeliter (CMI, Carmelites of Mary Immaculate), Kuriakose Elias Chavara, sowie die zu den von diesem gegründeten Karmeliterinnen (CMC, Congregation of the Mother of Carmel) gehörende Euphrasia Eluvathingal, die ihre Bußwerke u. a. für die Bekehrung der Schismatiker aufopferte.


St. Euphrasia Eluvathingal (Quelle: Smokingsingh)

Mögen sie bei Gott Fürsprache für die Bekehrung Indiens und die Einheit der Christen an der Malabarküste halten!

Freitag, 14. November 2014

Der heilige Josaphat Kuncewicz – Märtyrer der kirchlichen Einheit



Johannes Kuncewicz ward zu Wilna 1580 geboren und trat ebendaselbst 1604 unter dem Namen Josaphat in das Basilianerkloster der heiligen Dreifaltigkeit. Vom heiligen Geist selbst geleitet, übte er sich in dem tiefgesunkenen Kloster in inbrünstigem Gebet und großer Abtötung, gleichzeitig eifrig ernstem Studium ergeben, das ihn zum Verteidiger der Union (der Vereinigung der Orthodoxen mit dem Stuhl Petri) befähigte. Sein Beispiel blieb nicht ohne Früchte; bald blühte das Kloster in Wilna auf und zwei neue Klöster konnten durch den Heiligen von dort aus gegründet werden. 

Einen ebenso hochbegabten als frommen Gefährten im Werke der geistigen Neubelebung der ruthenischen Kirche erhielt der Heilige in seinem Freund Joseph Belamin Rutski. Derselbe hatte seine Studien im griechischen Kolleg zum Rom gemacht, war 1603 nach Wilna zurückgekehrt und 1607 ebenfalls in das Dreifaltigkeitskloster eingetreten. Nach dem Tod des greisen Metropoliten Pociey, der die Union mitbegründet und ihre Fahne 15 Jahre lang hochgehalten hatte, bestieg Rutski 1614 den Metropolitansitz. Auf sein Betreiben wurde der hl. Josaphat, so sehr dessen Demut sich sträubte, zum Koadjutor von Polozk und Bischof von Witebsk erhoben. Am 12. November 1617 empfing derselbe zu Wilna die Bischofsweihe. Unter der gemeinsamen Wirksamkeit dieser beiden Männer war zu Anfang 1620 die Union in ganz Weißrussland siegreich durgeführt.

Ernstere Kämpfe hatte sie aber in Rot- und Kleinrussland zu bestehen. Rutski hatte zwar feierlich von dem Stuhl von Kiew Besitz ergriffen. Basilianer aus der Schule des hl. Josaphat sollten daselbst den Kern der geistigen Neugestaltung bilden. Der Vorsteher ihrer Schaar, Anton Hrekowicz, wurde von den wütenden Schismatikern 1618 im Dnjepr ertränkt. Sie schlugen ein Loch in die Eisdecke und stießen den Blutzeugen hinein unter dem Geschrei: „Du bist ein Unierter und willst unsere Religion verraten!“ Als er sich am Rande des Eises festhalten wollte, hieben sie ihm die Arme ab und höhnten: „Ruf den Papst an!“ während die Wellen des Dnjepr den Ertrinkenden unter die Eisdecke rissen.(…)

Der hl. Josaphat hatte inzwischen dem Sturm zu trotzen, den sein Gegenbischof Smotrycki losließ. Immer höher gingen die Wogen des Aufruhrs, bis ihm endlich der Heilige zum Opfer fiel. Am 12. November 1623 wurde Josaphat in Witebsk grausam ermordet, seine Leiche schmählich entehrt und endlich in die Wogen der Dwina versenkt.
Der Martertod des Heiligen übte einen gewaltigen Eindruck auf die Lateiner in Polen und war die Ursache, dass die Union nicht fallen gelassen wurde, während des Verbrechen von Witebsk anderseits die Sache des Schismas mit Schmach bedeckte. Der Tod des hl. Josaphat war die Rettung der Union, die bis zum Sturze Polens in allen Stürmen bestehen blieb.(…)


(Aus: die katholischen Missionen 1886)

Montag, 8. September 2014

Der Eifer des koptisch-katholischen Klerus (Teil 2)

Patriarch Cyrillus II. Macaire
Fortsetzung von hier

Nicht unerwähnt lassen darf ich P. Guirgués, den würdigen Pfarrer von Maschul in der Gegend von Mallaui, der keinem schismatischen Kopten auf dem Land, alt oder jung, begegnet, ohne ihn anzuhalten, über die Religion auszufragen, ihm einige Unterweisungen zu geben und die Aufforderung, sich im wahren Glauben unterrichten zu lassen. Er steht an der Spitze einer Gemeinde voll Glauben und Frömmigkeit.

All diese genannten Priester und ihre würdigen Amtsbrüder wirken durch ihr abgetötetes Leben und ihren apostolischen Eifer zumal unter dem schlichten, einfachen Landvolk überaus segensreich. „Den Armen wird das Evangelium verkündet“, gilt auch hier. Sie folgen hierin ganz dem Beispiel des göttlichen Meisters. Opfer und Abtötung sind ihre steten Begleiter, und ihre Leben ist eine fast ununterbrochene Kette von Entbehrungen. Denn ihr ganzes Einkommen beschränkt sich auf die durch die Jesuitenmissionäre vermittelten Messstipendien, die zumeist nur 1 Franc (80 Pfg.) betragen. Mit diesem spärlichen Budget kann man begreiflicherweise nicht weit springen.

Diese Armut bildet für den apostolischen Eifer dieser Priester einen unliebsamen Hemmschuh. Denn die Ortschaften sind oft sehr weit voneinander entfernt. Um sich den Luxus eines kleinen Reiteselchens oder ein Billet dritter Klasse auf der Eisenbahn zu verschaffen, dafür reichen ihre Mittel nicht hin. Weitere Strecken unter der heißen Sonne Ägyptens regelmäßig zu Fuß zurückzulegen, hieße aber die ohnehin schwachen Kräfte vor der Zeit erschöpfen. Gewiss aber ist, dass wenn die Unionsbewegung unter den schismatischen Kopten so erfreulich in Fluss gekommen ist und sich so tröstlich entwickelt, dies zum großen Teil dem aufopfernden Eifer des einheimischen Klerus zu danken ist. Ihr musterhaftes uneigennütziges Leben und Wirken ist für die schlichten, einfachen Landleute, die dasselbe mit demjenigen ihrer schismatischen Gommos (Namen der jakobitischen Geistlichen) vergleichen, ein greifbarer Beweis der katholischen Wahrheit; denn nur die Wahrheit, das fühlen sie instinktiv heraus, ist im Stande, heroische Tugend zu erzeugen.

Die neuen koptischen Bischöfe (siehe Bild oben) geben ihrem Klerus aber auch ein herrliches Beispiel. Sie sind wirklich nach dem Ausdruck des Evangeliums auf den Leuchter gestellte Lichter, welche ihre wohltätigen Strahlen auf Hirten und Herde werfen. Sowohl Msgr. Ignatius, Bischof von Theben, mein [des Verfasssers P. Rolland S.J.] alter Begleiter auf den apostolischen Wanderfahrten, als Msgr. Maximos, Bischof von Hermopolis (residiert in Minieh), sind unter den augenblicklichen Verhältnissen ihrer jungen Kirche gezwungen, während ganzer Monate unter der armen Fellah-Bevölkerung zu leben und mit ihr die grobe Nahrung und unbequeme Wohnung zu teilen. Sie predigen und katechisieren wie gewöhnliche Priester, ziehen missionierend von Ort zu Ort und scheuen nicht die Opfer, welche dieses Leben unter einem Landvolk, ebenso arm an irdischen Gütern als reich an Gelehrigkeit und gutem Willen, mit sich bringt.

Se. Seligkeit endlich, Msgr. Macaire, unter dem Namen Cyrillus II. der erste Patriarch der wiedererstandenen koptisch-katholischen Hierarchie, ist durch seinen feurigen Eifer wie durch seine Talente und sein Wissen würdig, an der Spitze dieser apostolischen Bischöfe zu stehen. „Unser ehrwürdiger Bruder Cyrillus Macaire“, so sagte in der Konsistorial-Allokution vom 19. Juni 1899 Papst Leo XIII., „zeichnet sich aus durch Tugenden, die eines Bischofs würdig sind, durch Wissenschaft, Frömmigkeit, Klugheit und Gewandtheit in der Amtsführung, wie Wir es durch persönliche Erfahrung festgestellt. Deshalb haben wir ihn der Patriarchalwürde würdig befunden.“

All dies ist wohl im Stande, unseren apostolischen Eifer zu wecken. Wie vorauszusehen war, hat die religiöse Erweckung im Schoß der schismatischen Kirche, der laute Ruf ihrer einzig legitimen Oberen, die massenhafte Rückkehrbewegung zur alten Mutterkirche das Signal zu einer Erneuerung der alten Feindschaft gegen die katholische Kirche gegeben. (…)



(Aus: die katholischen Missionen, 1900)

Sonntag, 7. September 2014

Der Eifer des koptisch-katholischen Klerus (Teil 1)

Koptische Priester und Jesuitenmissionäre. In der Mitte Msgr. Maximos, koptisch-katholischer Bischof von Hermopolis.

(…) In dieser schwierigen Lage [des Priestermangels unter den koptischen Katholiken] zeigt sich der junge koptische Klerus seiner hohen Aufgabe ganz und gar würdig. Da ist z. B. Pater Marc, der Pfarrer von Mallaui, das 1 1/2 Stunden mit der Bahn südlich von Minieh entfernt liegt. Jeden Freitag macht er nüchtern den weiten Weg nach Baiadié, einem neuerdings bekehrten Distrikt, um dort die heilige Messe zu lesen, zu predigen, die heiligen Sakramente zu spenden und die Kranken zu besuchen: Die schismatischen Eltern sind in Bezug auf die Taufe ihrer Kinder sehr nachlässig. 

Wir gehen also in den Hütten der armen Fellahs umher, um solche armen verlassenen Kleinen aufzusuchen. An einem Freitag taufte P. Marc noch seiner heiligen Messe 9 solcher Kinder, von denen einige 1, andere 2, 3 und selbst 7 und 9 Jahre alt waren. Ein junger Kopte von 17 Jahren erklärte, auch er sei noch nicht getauft, und bat dringend um diese Gnade. Schon das zeigt, wie sehr diese arme verlassene Herde guter Hirten bedarf.

P. Andreas Sabaa-el-Zail, Pfarrer von Galossana, nördlich von Minieh, ist nicht weniger eifrig. Bei Gelegenheit einer Mission in seiner Gemeinde durcheilte er als wahrer Apostel 12 umliegende Dörfer oder Weiler, fast stets zu Fuß, in brennender Sonnenglut, um die noch irrenden Schäflein zur Hürde des wahren Glaubens einzuladen. Die Frucht seines Eifers, seiner unermüdlichen Sanftmut und seiner Liebe gegen Armen und Kranke waren zahlreiche sehr tröstliche Bekehrungen.

Muster eines eifrigen Seelsorgers ist auch P. Hanna Cabes. Als ich im Dezember 1898 in einer kürzlich bekehrten Ortschaft am Fuß der arabischen Hügelkette eine Volksmission hielt, kam er herüber, um nach meinem Weggang das Werk zu vollenden. Nüchtern war er mit dem Unterricht der Kinder, der Predigt, der Beantwortung zahlloser Fragen der Neubekehrten den ganzen Morgen beschäftigt; erst gegen 1 Uhr nachmittags nahm er ein mageres Mahl ein. Es war die Zeit der Adventsfasten und ohne von den Erleichterungen der Bischöfe in Bezug auf das Fasten Gebrauch zu machen, heilt er es in seiner ganzen Strenge, um den noch nicht unierten oder kürzlich zurückgekehrten Jakobiten (schismatischen Kopten), die in diesem Punkte so streng sind, kein Ärgernis zu geben.

(Aus: die katholischen Missionen, 1900)

Fortsetzung hier

Dienstag, 2. September 2014

Große Missionsbischöfe: Msgr. Gregorius Jacobus Heliani, erster syrisch-katholischer Erzbischof von Damaskus


Geboren 1802 in Rascheia (Antilibanon) von schismatischen Eltern, wurde er im Schisma erzogen und bereits im jugendlichen Alter zum schismatischen Erzbischof von Damaskus geweiht. Indessen erkannte er, erleuchtet von der Gnade, die Wahrheit, verzichtete auf seinen erzbischöflichen Stuhl und trat im Jahr 1828 zur katholischen Kirche über. Von nun an verlegte er sich ganz darauf, seinen früheren Glaubensgenossen die Wahrheit zu predigen; eine der ersten Früchte seiner apostolischen Tätigkeit war die Bekehrung des schismatischen Bischofs Maltas von Nebek.

 Im Jahre 1837 wurde er vom Heiligen Stuhl zum syrisch-katholischen Erzbischof von Damaskus ernannt und mit neuem Eifer und neuem Erfolg setzte er seine frühere Tätigkeit fort. Hunderte von syrischen Familien in Damaskus und der Umgegend verdanken ihm das Glück, zur wahren Kirche zu gehören, und die jetzt so blühende syrisch-unierte Gemeinde von Damaskus ist sein Werk.

Im Beginn der vierziger Jahre durchreiste Msgr. Heliani Frankreich und Deutschland, um Gaben zum Bau seiner neuen Kathedrale zu sammeln; zwar wurde die schöne Kirche, die er mit den erhaltenen Almosen errichtet hatte, von den Drusen und Mohammedanern im Jahr 1860 wieder zerstört, aber eine neue erhob sich an ihrer Stelle und von dem Hochaltar derselben hat der Begründer der syrisch-unierten Kirche von Damaskus sein Grab gefunden. (Todestag 10. Juli 1876) 

(Aus: die katholischen Missionen, 1877)