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Sonntag, 8. Februar 2026

Video: Solemn Pontifical Mass of Cardinal Agagianian in Korea

 


Caeremoniale Romane recently uploaded this video of the Servant of God Cardinal Gregorio Pietro Agagianian celebrating a Pontifical Mass at the cathedral of Seoul during his visit to Korea in 1959. Cardinal Agagianian was not only the Armenian Catholic Patriarch of Cilicia, but also the Prefect of the Congregation for the Propagation of the Faith and as such inspected Korea's Catholic missions during this weeklong trip. Agagianian was bi-ritual, celebrating both his native Armenian rite and the Roman rite, using the latter during his visits to mission countries as Prefect.


Here is a contemporary news article on his visit:

HONOR GUARD, 19-GUN SALUTE 3ID 3/15/59 " FAREWELL TO CARDINAL AGAGIANIAN AT END OF 6-DAY VISIT TO KOREA SEOUL, Korea, March 13 (Radio, NC)— Korean Army and Air Force personnel stood rigidly at attention while a 19-gun salute boomed out in farewell to His Eminence Gregorio Pietro XV Cardinal Agagianian at the conclusion of his week-long visit to this country. Thousands of Catholics joined Korea's Vice President John M. Chang, Church dignitaries and government officials in a final tribute to the Pro-Prefect of the Sacred Congregation for the Propagation of the Faith, who flew to Japan on the final leg of his extensive tour of the Far East. In a brief ceremony at Seoul's airport Bishop Harold Henry, S.S.C., Vicar Apostolic of Kwangju, gave the Cardinal a spiritual bouquet of Masses and Communions to be presented to His Holiness Pope John XXIII on behalf of Korean Catholics in answer to the Pontiff's request for prayers for the Church of Silence. Before boarding the plane to Japan Cardinal Agagianian thanked government authorities for the facilities placed at his disposal during his visits to various mission centers. He also thanked United Nations and U.S. military authorities for their cooperation in supplying him with a plane for his tour of Korea. Official receptions, religious ceremonies and public functions highlighted the Cardinal's eight-day visit. In Seoul the prelate offered a Pontifical Mass in the city's cathedral and dedicated the new Church of the Immaculate Heart of Mary. Included In the Cardinal's itinerary vías a visit to Chinhae, on the southern coast of the country, for a meeting with President Syngman Rhee of Korea and Mrs. Rhee. The Cardinal presented the Korean chief of state with a gold medal commemorating the first year of Pope John's pontificate. Traveling by rail and road whenever weather conditions did not permit him to fly. Cardinal Agagianian stopped over at Chun Chon where he visited the graves of three Columban priests killed by North Korean Reds in 1950.



Donnerstag, 15. Januar 2026

Kardinal Rauscher über das Steyler Missionswerk

 



Noch kurz vor seinem Tod im Jahr 1875 zeigte Kardinal Joseph Othmar von Rauscher, Fürsterzbischof von Wien, nach Arnold Janssens Besuch seine Unterstützung für das junge Steyler Missionswerk:

„Die Völker, denen das Licht des Christentums aufgegangen ist, erfüllen eine Pflicht der Dankbarkeit gegen den göttlichen Heiland, wenn sie sich ihm als Werkzeuge (der Heidenmission) leihen ... Herr A. Janßen unternimmt ein frommes, gottgefälliges Werk, dem der Herr Segen und Gedeihen verleihen möchte!“

Danken wir an diesem Fest des heiligen Arnold Janssen Gott dafür, dass dieser Wunsch des Kardinals so reich in Erfüllung gegangen ist.

Mittwoch, 4. Juni 2025

Trotz Priestermangels daheim: Australien hilft Japan

 

Kardinal Norman Thomas Gilroy (unten Mitte) bei seinem Besuch in Japan

Es war im Jahre 1946. In Japan war eine große Priesternot bei glänzenden Aussichten für das Apostolat. Ein Hilferuf ging nach Australien. Kardinal Gilroy und Bischof McCabe begaben sich nach Japan und erklärten nach einer Prüfung der Verhältnisse ihre Bereitschaft, in Australien unter den Weltpriestern Freiwillige für Japan zu werben. Obwohl die Kirche Australiens, in starker Ausdehnung begriffen und den bisher lebenswichtigen Zustrom irischer Weltpriester entbehrend, selbst unter schwerer Priesternot litt, stellte sie 14 Weltpriester zur Verfügung, die sich für fünf Jahre dem Apostolat in Japan verpflichteten. Diese Priester beherrschten natürlich nur das Englische. Sie hatten deshalb im Anfang unsägliche Schwierigkeiten. Aber ihre Begeisterung und ihr Seeleneifer überwanden allmählich alle Hemmnisse. Sie organisierten sogar neue Pfarreien und hielten in anderen so lange aus, bis nachrückende Ordenspriester und Mitglieder eines Weltpriester-Missionsinstitutes in aller Ruhe die japanische Sprache erlernt hatten. Der Einfluss dieser Weltpriester, dem u. a. Japan die Einführung der Marianischen Legion in allen Diözesen verdankt, ist heute noch spürbar. Der australische Katholizismus wurde durch diesen Einsatz missionarisch stark belebt. Und es zeigte sich gerade in diesem Falle, welche enge Verbindung zwischen der Missionsliebe im Volke und der Missionsliebe im Diözesanklerus besteht. Außer Australien sandte auch die Diözese Valencia in Spanien und die Diözese Boston in USA einige Weltpriester nach Japan.

(Aus: Priester und Mission, Heft 1/54)

Samstag, 21. Juli 2018

Was sich zwei kleine Algerier von Pius IX. wünschen




Zwei kleine Araber begleiten den hochwürdigsten Erzbischof von Algier [Kardinal Lavigerie] nach Rom, wo sie dem Heiligen Vater vorgestellt wurden. Die beiden Knaben, Abdel Kader ben Mohammed und Hamed ben Aicha, wurden vom Heiligen Vater freundlichst nach ihrem Namen gefragt.

„Kennt ihr auch die christliche Religion?“ forschte der Heilige Vater weiter. „Ja, o ja“, sagte Hamed ben Aicha mit freudiger Begeisterung. – „Nun, das ist schön, sicher kennt ihr auch schon den Katechismus, und da hörte ich gern von euch die zehn Gebote.“ Ohne Fehler wurden sie von den Knaben hergesagt, aber die Furcht lähmte ihre Stimme, sie trugen sie kaum hörbar vor. Papst Pius neigte sein Ohr fast bis zum Munde der Knaben und sagte lächelnd: „Seht, liebe Kinder, ich fange an, alt zu werden, und höre nicht mehr gut.“ Er stellte noch verschiedene Fragen, die zu seiner vollen Zufriedenheit beantwortet wurden.

„Heiliger Vater“, bat jetzt der Älteste mit flehentlicher Stimme, „wir verlangen nur eine Gnade, die heilige Taufe. Der Erzbischof will sie uns noch nicht geben.“ – „In der Tat, Heiliger Vater,“ sagte der Erzbischof, „ich halte es für gut, meine Kinder bis zu den Jahren der Unterscheidung zu prüfen. Aber diese zwei sind wohl vorbereitet, auch haben sie keine Eltern mehr, die sie zurückfordern könnten.“ – „wisst ihr auch“, prüfte der Heilige Vater die Kinder weiter, „was die heilige Taufe ist und welche Verpflichtungen sie auflegt?“ Die Kinder blieben keine Frage schuldig. „Aber“, fügte der Papst nachdenklich hinzu, „wenn ihr nach Afrika zurückkehrt, werden euch die Araber vielleicht verfolgen, weil ihr Christen seid.“ – „O Heiliger Vater,“ rief der Ältere, „wenn man uns auch den Kopf abschlägt, das macht nichts, dann gehen wir geradewegs in den Himmel.“ – Segnend legte Papst Pius seine Hände auf das Haupt der Kinder und sprach zum Erzbischof: „Lassen Sie die Kinder in Rom taufen, es ist eine schöne Erinnerung für sie.“ Mit schönen Bildern beschenkt, verließen die Kleinen den Heiligen Vater. Ein Kardinal spendete ihnen die heilige Taufe.

(Aus: Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht. Herausgegeben von P. Hermann Fischer SVD)


Samstag, 14. Januar 2017

Ein Koloss der Heiligkeit – der heilige Justin de Jacobis



Aus der Bücherbesprechung des Werks Le vénérable Justin de Jacobis, premier Vicaire Apostolique de l’Abyssinie:

Der ehrwürdige Justin de Jacobis gehört zu jener Klasse von Menschen, die unter dem unscheinbarsten Äußeren eine Heldenseele bergen. 

„Ein Koloss an Heiligkeit“, wie Kardinal Massaia, der Apostel der Gallas, sich ausdrückte, war er auch ein großer Mehrer des Reiches Christi im wahrsten Sinne des Wortes. Mit großem Geschick hat Larigaldie das Bild des ersten Apostol. Vikars von Abessinien gezeichnet. Wir erleben gleichsam mit dem Missionär Freud und Leid, teilen mit ihm die ungeheuren Strapazen des Apostolats und gehen mit ihm in Kerker und Bande. 30.000 Seelen, das war die Ernte seiner Arbeit, als er verlassen in einem ausgetrockneten Flussbett seine Seele aushauchte. 

Wohl brachte die folgende Zeit den Lazaristen, den Mitbrüdern des Bischofs, manchen harten Schlag, ja sie finden sich heute noch vor gewaltigen Hindernissen; aber das Beispiel des Heiligen, der hier litt und stritt, lässt ihren Mut nicht erlahmen. Bücher, wie das vorliegende, sind eine wahre Seelenlabung.

(Aus: die katholischen Missionen, 1913)


Wer mehr über diesen „Koloss der Heiligkeit“ erfahren möchte, kann dazu die dreiteilige Serie Der heilige Justin de Jacobis – Apostel Äthiopiens lesen: Teil 1Teil 2Teil 3

Sonntag, 8. Januar 2017

Ein Kardinal mit Weitblick

Herbert Kardinal Vaughan, Erzbischof von Westminster

Kardinal Vaughan suchte Priester für seine Diözese London [eigentlich Westminster]; deshalb stiftete er die Mill-Hiller-Missionsgesellschaft und schickte diese Priester nach Uganda. Man schüttelte darob den Kopf, und selbst hohe Herren spotteten bei ihm: „Wie Sie doch verkehrt handeln! Sie hätten eine Priestergesellschaft für London gründen sollen und nicht für ein Heidenland.“ Doch der übernatürlich eingestellte Kirchenfürst entgegnete: „Falsch gedacht! Wenn ich Priester gebe für die Weltmission, wird mir Gott, der die Berufe weckt, noch mehr für mein London senden.“ Er hat recht behalten.


(Aus: Fräßle, Joseph: Negerpsyche, Herder, Freiburg, 1926)

Dienstag, 13. September 2016

Große Missionsbischöfe: 30 Jahre in Äthiopien – Kardinal Guglielmo Massaia O.F.M. Cap., Apostolischer Vikar der Gallasländer (Teil 2)


Fortsetzung von hier

1868 finden wir den unermüdlichen Bischof im Königreich Schoa, im südlichen Teil von Abessinien, wohin ihn der katholikenfreundliche König Menelik berufen hatte. Menelik liebte und schätzte den seeleneifrigen und treuherzigen Kapuzinerbischof wie einen Vater, und unter dem Schutze des Fürsten entwickelte sich eine blühende Missionstätigkeit.

Leider verlor im Jahr 1878 König Menelik durch einen unglücklichen Krieg mit dem mächtigen, herrschsüchtigen Kaiser Ati Johannes von Abessinien seine Selbstständigkeit, und die unter unsäglichen Opfern gegründete Mission wurde das Opfer einer durch den Hass des schismatischen Klerus entzündeten Verfolgung. Über deren Ursachen, Verlauf und die Leiden des ehrwürdigen, von Alter gebeugten Missionsbischofs haben wir seiner Zeit ausführlich berichtet.

Zum siebten Mal verbannt, trat Msgr. Massaia über Jerusalem die Rückreise nach Europa an. Mit Jubel empfing ihn das italienische Volk; der Heilige Vater Leo XIII. überhäufte ihn mit Auszeichnungen, machte ihn zum Titularerzbischof von Stauropolis und ernannte ihn am 10. November 1884 zum Kardinal. Staunend vernahm der verdiente, greise Missionsbischof in seiner ärmlichen Kapuzinerzelle zu Frascati die Nachricht seiner Erhebung.

Hier in Frascati besuchten ihn einst einige Studenten des englischen Kollegs. 
„Wir fanden ihn an einem kleinen, ärmlichen Tisch sitzen. Auf seinem Schreibpult lag, wie ein großes Kontobuch, ein mächtiger Band Manuskripte. Die Zelle war arm und schmucklos, eine echte Kapuzinerzelle. Der nackte Ziegelboden ohne Spur von einem Teppich, zwei Rohrstühle, ein Armsessel, zwei kleine, niedrige Bänke, etwa in der Art, wie man sie in Wartezimmern dritter Klasse findet, das war die ganze Ausstattung. Das einzige Zeichen seiner Würde war der Bischofsring. Im Übrigen trug er die gewöhnliche braune Kapuzinerkutte. Mit großer Lebhaftigkeit sprach er über England, ‚das Land des Apostolats in der Hand der Vorsehung‘ und über die Aussichten der afrikanischen Mission.

‚Nun gut!‘ so schloss er, ‚hier bin ich jetzt, ein alter Mann, der letzte der Bischöfe Gregor XVI. Manches ist anders geworden, seitdem ich fort war. Italien ist kaum wiederzuerkennen. Die Zeiten für die Kirche sind andere geworden. Italien hatte einen großen Ruhm, ihm besonders eigen; er ist im Augenblick umwölkt, aber ich hoffe für die Zukunft. Ich werde es nicht erleben, ich bin zu alt, um irgendetwas zu erwarten. Inzwischen bereite ich mich hier im ruhigen Heim meiner Mitbrüder auf die große Reise vor, gehe ein wenig im Garten spazieren, bete und schreibe ein bisschen.‘ 

Das ‚Bisschen‘ ist nichts weniger als das wahrhaft monumentale Werk seiner Memoiren, die er auf besonderen Wunsch des Heiligen Vaters unter dem Titel: ‚30 Jahre [eigentlich 35 Jahre] als Missionär in Äthiopien‘ (I miei trentacinque anni di missione nell'alta Etiopia) begonnen*. Sie werden, einmal vollendet, eine Fundgrube historischer, linguistischer, geographischer und ethnologischer Aufschlüsse über die wenig bekannten Länder bilden. Von Hilfswerken und Materialien war nichts zu sehen. Alles ist aufgespeichert in seinem alten, frischen, treuen Gedächtnis.“

Nebenbei war Kardinal Massaia ein tätiges Mitglied der Propaganda und mehrerer anderer Kongregationen. Um seine sichtlich abnehmenden Kräfte etwas herzustellen, zog er sich nach Amirante, an den herrlichen Meerbusen von Neapel, zurück.

Bei all den vielen Auszeichnungen und Ehrenbezeigungen, die dem hochverdienten Mann von allen Seiten zu Teil wurden, blieb er in seiner Lebensweise und seinem ganzen Auftreten immer der schlichte, prunklose, kindlich fromme Kapuziner. Trotz seines hohen Alters und seiner rasch zunehmenden Gebrechlichkeit schlief er nie anders als in seiner rauen, unbequemen Kutte auf einer ärmlichen, dünnen Matratze. Wenn ihn die vielen Besuche gestört, holte er noch am späten Abend den Rosenkranz und seine anderen gewohnten Gebetsübungen nach. Bis zum letzten Abend behielt er seine volle geistige Frische und jugendliche Lebhaftigkeit, die in Verbindung mit Herzensgüte und väterlichem Wohlwollen sein ganzes Wesen so gewinnend und anziehend machte.

Die Nachricht von seinem Tod rief in ganz Italien außerordentliche Teilnahme wach. Selbst die liberalen Blätter konnten einem der größten Missionäre dieses Jahrhunderts ihre Hochachtung und Verehrung nicht versagen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1890)

*Das Buch gibt es bei archive.org

Hier noch einige interessante Fotos von Kardinal Massaia.

Montag, 12. September 2016

Große Missionsbischöfe: 30 Jahre in Äthiopien – Kardinal Guglielmo Massaia O.F.M. Cap., Apostolischer Vikar der Gallasländer (Teil 1)



Am 6. August [1889] ging zu Amirante, einem Dörflein bei Neapel, Se. Eminenz Kardinal Guglielmo Massaia O.F.M. Cap. zur ewigen Ruhe ein, im 81. Jahre seines Alters und im 44. seines Episkopates.

Geboren zu Piovà in der Diözese Asti (Piemont), am 8. Juli 1809, trat Guglielmo Massaia bereits als Jüngling von 17 Jahren zu Turin in den Orden der Kapuziner ein. Zum Priester geweiht, lehrte er mehrere Jahre Philosophie und Theologie in den Ordenshäusern von Moncalieri und Turin. In letzterer Stadt lernten ihn zwei Prinzen aus dem Hause Savoyen, Victor Emanuel und dessen Bruder Ferdinand, Herzog von Genua, kennen und wählten ihn zu ihrem zeitweiligen Gewissensführer. Wiederholt wurde der junge Ordensmann von der piemontesischen Regierung auf die Bischofsliste gesetzt, schlug aber beharrlich diese Würde aus.

Im Jahr 1849 hatte der französische Reisende M. d’Abbadie die Aufmerksamkeit der Propaganda Fide auf die Gallasländer, südlich von Abessinien, hingelenkt, welche, einst blühende Stätten christlichen Lebens, jetzt aus dem Gesichtskreis Europas fast verschwunden waren.

Durch Dekret vom 30. April 1846 errichtete Gregor XVI. das neue Apostol. Vikariat der Gallasländer. Dasselbe wurde der italienischen Kapuzinerprovinz anvertraut, P. Massaia zum ersten Apostol. Vikar ernannt und am 4. Mai zum Bischof von Cassia i. p. i. konsekriert. 

Es würde uns zu weit führen, die Schwierigkeiten dieser Mission durch Schilderung der unsäglich traurigen politischen und religiösen Verhältnisse dieser Länder des Näheren nachzuweisen. Vier Jahre lang versuchte der neue Apost. Vikar umsonst, in sein Missionsgebiet einzudringen. In der Zwischenzeit gründete er die zwei Kapuzinermissionen in Aden und auf den Seychellen, kehrte 1850 nach Europa zurück, um in Lyon und Paris von dem Verein der Glaubensverbreitung die nötige Unterstützung sich zu sichern, und machte einen zweiten vergeblichen Versuch, in die Gallasländer einzudringen, indem er den Nil bis Fasoglo hinauf fuhr.

Im Jahr 1852 versuchte Massaia, als Kaufmann verkleidet, durch Abessinien sich durchzuschleichen, wo der Negus Theodor, durch seine schismatischen Abuna [Bischöfe] aufgestachelt, auf den Kopf des katholischen Bischofs einen Preis gesetzt hatte. Glücklich entrann der mutige Missionär den Häschern und es gelang ihm, in der Provinz Gudru festen Fuß zu fassen. Hier entwickelte er nun trotz beständiger Verfolgung und den härtesten Entbehrungen eine rastlose Tätigkeit. Bis 1855 entstanden fünf blühende Gemeinden.

„Statt auf dem hohen Katheder der Philosophie und Theologie“, schrieb er am 14. Juli 1856, „sitze ich hier inmitten meiner kleinen Knaben und lehren sie buchstabieren. Dabei treibe ich alle möglichen Handwerke und bin zur selben Zeit Buchdrucker, Schneider, Bildhauer, Arzt, ja selbst Schuster usw.“ 

Von Gudru dehnte er seine Wirksamkeit über die Nachbarländer aus. Auch von dem König von Kassa erhielt er einen Ruf, wurde aber von dem argwöhnischen und treulosen Kleinfürsten in Ketten nach Gingire abgeführt und wäre hier verschmachtet, wenn nicht der Negus von Enarea, in dessen Gebiet er sich behufs Gründung einer Mission vorübergehend aufgehalten, sich seiner angenommen hätte.

Die beständigen Hetzereien, die ermüdenden, gefahrvollen Reisen durch die heißen, ungesunden Landstriche hatten seine Kraft gebrochen. P. Coccino, einer seiner ersten Begleiter, musste als Koadjutor einen Teil der Last ihm abnehmen. Kaum von seiner Krankheit genesen, trat er eine neue Reise nach Rom an. Um nicht in die Hände des Königs Theodor zu fallen, der ihm seit Jahren nach dem Leben trachtete, durchwanderte er als Bettler verkleidet zur Nachtzeit das Land, wurde aber diesmal aufgegriffen und ins Gefängnis geworfen. Drei Monate lang hatte er hier Unsägliches auszustehen, bis er durch die kräftige Vermittlung des französischen Konsuls die Freiheit wiedergewann. Während seines zeitweiligen Aufenthalts in Europa gab er unter anderem eine Grammatik der Amhara-Gallasprache heraus, die 1867 zu Paris im Druck erschien.


(Aus: die katholischen Missionen, 1890)

Fortsetzung hier

Dienstag, 9. Februar 2016

Historisches Foto: Don Bosco und seine ersten Missionäre


Das Foto zeigt den heiligen Don Bosco (erste Reihe, Zweiter von links) mit seinen ersten Missionären, die nach Patagonien gesandt wurden. Neben ihm links der spätere Kardinal Cagliero, dem er die Regel der Salesianer übergibt. Der stattliche Mann in Uniform ist der argentinische Konsul.

Mehr über Don Boscos Liebe zur Mission hier. Die Geschichte seines geistlichen Sohnes, der der erste Purpurträger der Salesianer wurde, hier, hier und hier.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Kardinal Costantini über die Wichtigkeit des einheimischen Klerus

 Celso Kardinal Costantini (Quelle)


Aus einem Brief des Sekretärs der Propaganda, des späteren Kardinals Celso Costantini, an den Generalsuperior der Weißen Väter vom 28. Januar 1952:

„das Werk des einheimischen Klerus…ist zweifellos und bei weitem das wichtigste der missionarischen Tätigkeiten
.


(Aus: Die Weltmission der katholischen Kirche, 9/10 1953)

Freitag, 28. August 2015

„Als Kardinal sage ich euch, ich beneide euch“ – Aussendung von Kapuzinermissionären durch Kardinal Hayes


Am 7. Oktober feierte die Kapuzinerkirche zum hl. Johannes in New York die Ausreise der beiden Missionäre P. Gabriel McCarthy und P. Felix aus Baden. Die große Kirche konnte den Andrang der Gläubigen kaum fassen; im großen Ornat, unter dem Jubelhymnus „Ecce sacerdos magnus“ zog Seine Eminenz Patrick Kardinal Hayes in die Kirche ein und stimmte an den Stufen des Altars das „Veni Creator“ an; Msg. W. Quinn hielt die tiefdurchdachte Festrede. Nach derselben segnete der Kardinal die Missionskreuze und überreichte sie den Missionären, worauf er und alle anwesenden Priester und Mitbrüder den Scheidenden den Friedensgruß gaben.

Dann richtete der Kirchenfürst folgende Worte an die tief ergriffene Menge: „Eine seltene Feier, die sich tief in unser Herz prägt, dürfen wir heute begehen. Noch ist Amerika selbst ein Missionsland, dennoch wollen wir den Ruhm und die Ehre für uns in Anspruch nehmen, Heidenmissionäre auszusenden. Es ist ein Ehrentitel für Amerika, dass Bischöfe und das katholische Volk so zusammenarbeiten, um Missionäre geben zu können. Mein liebes katholisches Volk, du hast treuherzig deine Söhne und Töchter dem Herrn geopfert im Kloster, jetzt gibst du auch deine Einwilligung, dass sie hinausziehen in ferne Länder, um das Evangelium des Heilandes hinauszutragen. Wir alle freuen uns, so ganz besonders ich, euer Erzbischof; es ist ein besonderer Segen für mich und meine Diözese, wenn sie diese Gottesmänner aussenden darf; diese gottbegeisterten Apostel gehen hin in unserem Namen; es geht mit ihnen der Geist ihres Bischofs, der Geist der Apostel, der Geist ihres heiligen Vaters Franziskus. Welch ein Segen für China, dass das heilige Evangelium zu ihm kommt ihm Geist und in der Gestalt des heiligen Franziskus!

Hierauf erklärte der Kardinal den Gläubigen die Worte der kirchlichen Abschiedsgebete: „Die Missionäre sind gesendet, die Kenntnisse vom Reiche Gottes, das heilige Evangelium des Friedens zu predigen durch die Barmherzigkeit Jesu Christi, zur Rettung der unsterblichen Seelen. Möge der Missionäre Gebet Erhörung finden und Gottes Segen herabflehen auf meine Diözese, auf den Orden der Kapuziner, auf die ganze hl. Kirche.
Dann fuhr der Kardinal, zu den Missionären gewendet, fort: „Ich spreche im Namen der heiligen Kirche, und als Kardinal sage ich euch, ich beneide euch, weil ich nicht mitgehen darf mit euch. Alle eure Mitbrüder blicken mit heiligem Neid auf euch, weil sie alle so gerne mit euch ziehen möchten; es ist eine Gnadenwahl, die euch gerufen und darum muss euer Herz überströmen in Freude; es ist nicht Fleisch und Blut, das euch ruft, es ist die Kreuzesgnade Jesu Christi. Mögen Gottes Engel mit euch gehen auf dem blutigen Kreuzesweg, wenn ihr berufen werdet, auch euer Leben hinzugeben für Christus. Es ist die größte Auszeichnung, leiden zu dürfen für den Glauben.“


(Aus: Seraphisches Weltapostolat des heiligen Franz von Assisi, 1926)

Donnerstag, 19. Februar 2015

Ein Missionar wird Kardinal

(Quelle: SajoR)

Am 6. Dezember des verflossenen Jahres [1915] wurde einem Missionspionier und Missionsbischof die seltene Ehre zuteil, durch den Papst in den höchsten kirchlichen Senat berufen zu werden. Es ist Giovanni Cagliero, Apostol. Vikar von Nord-Patagonien und Apostol. Delegat von Costa Rica, Nicaragua und Honduras. Geboren zu Castelnuovo d’Asti, in der Vaterstadt Don Boscos, am 11. Januar 1838, trat er als Jüngling in die eben gegründete Genossenschaft der Salesianer ein. Im Jahr 1875 führte er die ersten Salesianer nach Südamerika und legte die Grundlage zu der außerordentlichen Wirksamkeit, die heute die Söhne Don Boscos in den weiten Gebieten entfalten. Wir haben im Jahrgang 1913 dieser Zeitschrift ausführlich die Tätigkeit und Erfolge Don Caglieros geschildert. Wenn irgendeiner, dann hat dieser apostolische Mann verdient, als Ratgeber an die Seite des Lenkers der Kirche Christi berufen zu werden.

(Aus: die katholischen Missionen, 1916)


Mehr von und über Kardinal Cagliero hier! Fotos hier.

Freitag, 13. Februar 2015

Kardinal Lavigeries Ratschläge und Anordnungen für seine Missionäre: unerschütterlicher Glaube



„Wenn die Missionare das Unglück hätten, den Geist des Glaubens zu verlieren, wenn sie soweit kämen, nur wie gewöhnliche Reisende und Forscher zu handeln, so würden sie sicher zu Grunde gehen. Nur der Glaubensgeist wird ihnen die Kraft geben, Herr zu werden über alle Schwächen der Natur; er allein wird ihnen den Mut verleihen, alle Schwierigkeiten zu überwinden und trotz aller Widerwärtigkeiten und Misserfolge sich nicht entmutigen zu lassen. Eben derselbe Geist des Glaubens wird sie in den armen Ungläubigen und in den Neubekehrten trotz des religiösen und sittlichen Tiefstands die unsterblichen Seelen erblicken lassen, die mit dem Herzblut des Erlösers erkauft wurden. Endlich muss bei einem solchen Unternehmen der Missionar genug übernatürlichen Glauben haben, um unter Umständen von Gott sogar Wunder zu verlangen. Glaube, viel Glaube ist alles, was dazu notwendig ist. Dabei sollen die Missionare aber nie vergessen, dass sie aus sich selbst nichts vermögen und dass sie deshalb in allen ihren Anliegen ihre Zuflucht zum Gebet nehmen müssen, um die notwendigen Gnaden auf sich und ihre Arbeiten herabzuflehen.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1925)

Sonntag, 8. Februar 2015

Kardinal Lavigeries Ratschläge und Anordnungen für seine Missionäre: Eintracht



„Ich beschwöre bei der Barmherzigkeit des göttlichen Heilands alle meine Söhne [die Weißen Väter], und wenn ich es könnte, würde ich mich vor einem jeden einzelnen auf die Knie werfen, um sie anzuflehen, sie möchten doch ja untereinander nach innen und außen die brüderliche Liebe üben. Wenn man sie je in Uneinigkeit und Unfrieden sehen sollte, wären sie die Ursache eines gewaltigen Unglücks und hinderten sicher die Bekehrung der Ungläubigen. Einigkeit, Liebe und wechselseitiges Ertragen sind so notwendig, dass man ohne sie nichts Gutes wirken kann. Es ist dies einer jener Hauptpunkte, deren häufigere Übertretung in keiner Weise geduldet werden kann, und wenn sie sich irgendwo finden sollte, müsste man sie um jeden Preis beseitigen, nötigenfalls sogar durch Entlassung der Schuldigen.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1925)

Samstag, 27. September 2014

Kardinal Respighi über die Angst der Pfarrer

Pietro Kardinal Respighi (Quelle: Gaumata)

Wie noch erinnerlich, erging von der letzten Katholikenversammlung ein besonders warmer Appell an die Geistlichkeit, den Missionsgedanken mehr als bisher in sich aufzunehmen und für ihn in ihren Gemeinden zu werben. 
Ganz ähnlich wie Fürst Löwenstein in Breslau, so sprach sich über diesen Gegenstand kürzlich der Kardinalvikar von Rom, Se. Em. Kardinal Respighi, aus. 

Gelegentlich einer Audienz, welche Gräfin Ledóchowska, Leiterin der Peter-Claver-Sodalität, im November 1909 beim Kardinalvikar hatte, klagte dieser, dass in Italien verhältnismäßig noch zu wenig für die Missionen geschehe. „Und wissen Sie, wer daran die Schuld trägt? Die Pfarrer sind es. Sie fürchten immer, durch die Werke für die Missionen Schaden zu leiden. Als Erzpriester in Bologna habe ich, als Leo XIII. zu Gunsten des Werkes der Glaubensverbreitung eine Enzyklika erließ, dem Volk darüber gepredigt, und gleich sind die Gaben für die Missionen geflossen. Da sind meine Kollegen zu mir gekommen und haben gesagt: ‚Aber was tun Sie? Sie haben doch so viele Auslagen für Ihre eigene Kirche zu decken!‘ Darauf zeigte ich ihnen mein Kontobuch und sagte: ‚Ja, das ist wahr. Meine Auslagen sind groß. Aber seit ich das Werk der Glaubensverbreitung eingeführt habe, sind auch meine Einnahmen entsprechend größer geworden, und so hat der liebe Gott nicht zugelassen, dass ich Schaden leide.‘“ 

Dann führte der Kardinal das apostolische Beispiel einer armen Arbeitersfrau an. Durch seine Predigten angeregt, hatte diese das Einsammeln der Beiträge für das Werk der Glaubensverbreitung und den Anbetungsverein übernommen. Später sah sie sich infolge der Verhältnisse genötigt, die Arbeit für einen der beiden Vereine daranzugeben. Obwohl ihr vom Anbetungsverein nach ihrem Tode eine Anzahl Messen zugesichert waren, entschied sie sich doch dafür, ihre Kraft einzig dem Glaubensverein zu weihen. ‚Gott wird mir gnädig und barmherzig sein‘, meinte sie, ‚da ich ja den Seelen zu liebe auf diese Messen verzichte.‘ Welch ein Glaube! dachte ich. Wie hat dieses arme Weib mit seiner einfältigen Rede so manchen Theologen in den Schatten gestellt!“


(Aus: die katholischen Missionen, 1910)

Freitag, 26. September 2014

Schönes Lob vom „roten Papst“

(Quelle: Papa Stronsay Texts)

Nachfolgend ein Schreiben vom Kardinalpräfekten der Propaganda, Kardinal Willem Van Rossum C.Ss.R., an Msgr. Neuhäusler vom „Ludwig-Missions-Verein“.

Rom, Palast der Propaganda, den 11. April 1929.

Hochwürdiger Monsignore!

Mit wahrer Freude erhielt ich den 10ten Jahrgang Ihrer gediegenen Zeitschrift: „Die Weltmission der katholischen Kirche“.
Ich ersehe daraus zu meinem größten Trost, dass das katholische Bayern viel, sehr viel tut für die Missionen und dass die Liebe zur heiligen Kirche, zum katholischen Glauben und zu Jesus unserem Herrn sich praktisch zeigt durch einen regen Eifer zur Verbreitung der einzig seligmachenden Wahrheit und zur Ausdehnung des Reiches des göttlichen Königs.

Dass Ihre Zeitschrift viel dazu beigetragen hat, um diesen glücklichen Erfolg zu erreichen, brauche ich nicht zu betonen. Nur will ich Ihnen danken für die fortwährende, anstrengende Arbeit zugunsten der Missionen, für die liebevolle Sorge, womit Sie diese wichtige Sache zu Herzen nehmen und anderen empfehlen.
Wenn ich aber Ihnen danke, so danke ich auch allen Wohltätern, welche Ihnen so treu zu Seiten stehen und ohne die Sie gar nicht dasjenige erreichen könnten, was Sie jetzt schon so viele Jahre zustande bringen.

Ich segne Sie und alle Wohltäter von ganzem Herzen und bleibe
Ihr ergebener in Christo,


W.M. Kard. v. Rossum

Montag, 4. August 2014

Nachruf auf einen „missionsbegeisterten Oberhirten“: Felix Kardinal von Hartmann, Erzbischof von Köln


Am Grabe des großen Kirchenfürsten, der am 11. November 1919 zur ewigen Ruhe einging, drängt es auch uns, einen schlichten Kranz dankbaren Gedenkens niederzulegen. In Kardinal v. Hartmann erstand unserem katholischen Volk ein kundiger Missionsführer und eifriger Förderer in schweren Tagen. Schon als Bischof von Münster war er ein Freund und Gönner der an der Westfalenhochschule emporstrebenden Missionswissenschaft, und er gab dem ersten Priestermissionsverein seinen Segen auf den Weg. Auf den erzbischöflichen Stuhl von Köln berufen, stand er in leitender Stellung im gesamtdeutschen Missionswesen.
Die schwere Aufgabe, die traurigen Reste der Orientmission zu erhalten, hat er frühzeitig auf seine Schultern genommen. 

Doch lag der Schwerpunkt seines Wirkens im heimatlichen Missionsleben. Dass sich die Missionsliebe, im Feuer der Kriegsleiden geprüft, tief im katholischen Herzen festwurzelte, ist in hervorragendem Maß des verstorbenen Kardinals Verdienst. Als Präsident und Protektor des Xaverius- und Kindheit-Jesu-Vereins hat er, inmitten der vielen auf ihm lastenden Arbeiten und bedrückenden Sorgen, durch Rat und Tat an ihrem Ausbau mitgeholfen. Der Xaveriusverein betrauert in ihm seinen zweiten Begründer. Bei zwei festlichen Gelegenheiten, auf dem missionswissenschaftlichen Kursus in Köln 1916 und bei der diamantenen Jubelfeier des Xaveriusvereins in Aachen 1917, hat er durch seine programmatischen Ansprachen klärend und ermutigend gewirkt.

 Es ist zum Teil seine Tat, dass sich die Missionsvereinigung für Priester der Erzdiözese Köln, 1917 ins Leben gerufen, gleich von Anfang an so kräftig entfaltete. Den Missionsorden und Missionsgenossenschaften, der Missionsvereinigung katholischer Frauen und Jungfrauen und allen Organisationen, Groß und Klein, war er stets ein treuer Freund und hochherziger Helfer. In Dankbarkeit gedenken auch die „Katholischen Missionen“ der anerkennenden und ermunternden Worte, die er dem 46. Jahrgang auf den Weg gab (siehe hier). In den letzten Wochen seines Lebens war es ihm noch eine Herzensangelegenheit, den Anschluss des deutschen Klerus an den Priestermissionsweltbund durchzuführen.

Wir scheiden von dem Grabe des missionsbegeisterten Oberhirten, indem wir das Gelöbnis erneuern, auf dem von ihm vorgezeichneten Wege treu weiterzuarbeiten durch die Trübsale der Gegenwart hindurch zu neuem Aufstieg.


(Aus: die katholischen Missionen, 1920)

Montag, 14. Juli 2014

Der Kardinalpräfekt der Propaganda als Ministrant bei der Primizmesse des ersten schwarzen Priesters der USA

Giovanni Kardinal Simeoni, Präfekt der Kongregation Propaganda Fide von  1878-1892
Am Karsamstag 1886 weihte Kardinal Giovanni Parocchi im Lateran den ersten „offiziell schwarzen“ Priester der USA*, Fr. Augustus Tolton. Für den folgenden Ostersonntag, den 25. April 1886, hatte der Kardinalpräfekt der Propaganda, Giovanni Kardinal Simeoni, für seinen Neupriester eine Primizmesse im Petersdom organisiert. 

Eine wirklich besondere Primizmesse, denn es war der Kardinal selbst, der sich als Ministrant an die Seite des schwarzen Neupriesters kniete und ihm die Antworten auf das Stufengebet gab. Father Tolton sprach  die Worte Introibo ad altare Dei, die er zum ersten Mal in der Kirche St. Peter in Brush Creek, Missouri, gehört hatte, und auf die ihm jetzt in St. Peter in Rom einer der einflussreichsten Prälaten der heiligen römischen Kirche, der rote Papst“, antwortete!

(Quelle: Seite zum Seligsprechungsprozess von Father Tolton)

*Bischof James Augustine Healy und seine Brüder Father Patrick Francis Healy S.J. und Alexander Healy waren einige Jahrzehnte früher dran, allerdings waren sie nur zu 1/4 schwarzer Abstammung und konnten (bis auf letzteren) wegen ihrer hellen Haut und ihres europäischen Aussehens als Iren gelten (der Vater war Ire).

Mittwoch, 18. Juni 2014

Das Brustkreuz von Papst Pius IX. und der Ring von Kardinal Melchers für die Mission, die am verdienstvollsten für die heilige Kirche arbeitet


Kardinal Ledochowski hat dem neu ernannten Apostol. Vikar von Nord-Nyanza (Uganda), Msgr. Streicher, aus der Genossenschaft der Weißen Väter, das Brustkreuz Pius IX. und den Ring des Kardinals Paulus Melchers übersandt. Beide Andenken waren von dem hochseligen Kirchenfürsten dem Präfekten der Propaganda für jene Mission geschenkt worden, die am verdienstvollsten für die heilige Kirche arbeite. Es liegt somit in dieser Zuweisung eine sehr ehrenvolle Anerkennung für das erfolgreichen Wirken der noch jungen, aber überaus tatkräftigen Gesellschaft.

(Aus: die katholischen Missionen, 1897)


Msgr. Streicher, ein Elsässer, wurde später von Kardinal Constantini als „größter Missionar des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet. Eines seiner größten Anliegen war die Bildung eines einheimischen ugandischen Klerus.

Freitag, 6. Juni 2014

Papst Pius X. gratuliert dem Vorsitzenden der Pariser Glaubensvereins-Zentrale zum 25-jährigen Jubiläum


Unter dem 14. November 1910 richtete unser Heiliger Vater Pius X. ein huldvolles Handschreiben an Herrn Karl Hamel, der an diesem Tag sein 25-jähriges Jubiläum als Vorsitzender der Pariser Glaubensvereins-Zentrale feierte. Das Schreiben lautete:

„Lieber Sohn! Gruß und apostolischen Segen! Wie überaus teuer Uns dieses gesegnete Werk der Glaubensverbreitung, das fruchtreichste aller, welche von Katholiken gegründet wurden, ist, brauchen Wir nicht zu sagen, hat es doch den Zweck, die Kirche in der Ausführung jenes Auftrages zu unterstützen, den ihr ihr göttlicher Stifter gegeben: ‚Gehet hin und lehret alle Völker.‘

Mit großer Freude haben Wir vernommen, dass die Oberleitung dieses Werks seit 25 Jahren der Gegenstand Deiner ganzen Sorge ist. Wenn nun auch Deine edle Seele nur auf Gott, den Belohner aller guten Werke schaut, so dürfte es Dich doch freuen, wenn zur Befriedigung, welche das Bewusstsein einer guten Tat an sich schon gewährt, auch noch die Glückwünsche des Stellvertreters Christi treten.

Von Grund Unseres Herzens sprechen Wir Dir Unsere vollste Genugtuung aus und flehen zum gütigen Gott, er möge Dich noch recht lange arbeiten lassen zum Besten der heiligen Kirche. Auch erteilen Wir Dir in herzlichster Liebe Unseren Apostolischen Segen.

Gegeben zu Rom bei St. Peter, den 14. Nov. 1910, dem achten Jahr unseres Pontifikates.

                                                                                  Papst Pius X.“

Diesem päpstlichen Schreiben gesellte sich ein anderes des Präfekten der Propaganda, Sr. Eminenz des Kardinals Gotti, hinzu.


(Aus: die katholischen Missionen, 1910)