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Freitag, 12. Dezember 2025

When Don Bosco named a Trappist monastery in China

 

Our Lady of Consolation monastery, Yangjiaping (early 1900s)


In 1880, the bishops of northern China met in a synod in which they expressed the desire to establish in China a Trappist monastery or that of another austere order, “so that authentic monastic life may be known in this region and at the same time the salvation of all may be advanced through the prayers and example of the religious”. Two years later, the Congregation of the Propaganda encouraged Bishop Delaplace, Vicar Apostolic of Peking, in his desire to invite the Trappists to his mission. These were the first steps in the foundation of the Trappist monastery of Yangjiaping, known under the title of Our Lady of Consolation.

How did the monastery receive its name? Dom Éphrem, prior of Tamié in Savoy and one of the founding monks of Yangjiaping, was friends with Saint John Bosco. Shortly before leaving for China in 1883, he met Don Bosco in Turin and asked him about a name for the Trappist’s first monastery in the Celestial Empire. The saint replied “Our Lady of Consolation” and wrote a message on a holy card of the image of the Consolata of Turin that read: “May God bless you, your work, and may the Holy Virgin always protect you!”

The picture with the saint’s encouragement was preserved until the Communists burned down the monastery, destroying the image. Thirty-three monks of the abbey died as martyrs in the Communist persecution.


(Source: Matteo Nicolini-Zani: Christian Monks on Chinese Soil)

Samstag, 25. Oktober 2025

Unsere neuen Heiligen aus den Missionen

 

Am 19. Oktober kanonisierte Papst Leo XIV. sieben Heilige, darunter auch zwei Heilige aus den Missionen.


Mit dem heiligen Peter To Rot erhält Papua-Neuguinea seinen ersten Heiligen, einen Sohn des Landes, der in der Kirchenverfolgung des Zweiten Weltkriegs als Märtyrer für Christus und das heilige Sakrament der Ehe gestorben ist.

Peter wurde 1912 in Rakunai auf Neupommern in Deutsch-Neuguinea geboren. Seine Eltern gehörten zu den ersten Christen der Gegend und erzogen ihre Kinder vorbildlich im Glauben. Als sein Vater Angelo, selbst Katechist, vom Herz-Jesu-Missionar P. Carl Laufer gefragt wurde, ob er seinen Sohn zum Priestertum studieren lassen wolle, gab der Vater an, dass die Zeit für einheimische Priester noch nicht gekommen sei, Peter aber ebenfalls Katechist werden könne. Diesen überaus wertvollen missionarischen Dienst übte Peter To Rot bis zum heroischen Grad aus.

Als die Japaner das Gebiet 1942 besetzten, gingen sie bald gegen die europäischen Missionare vor und inhaftierten diese. Auch vor Deutschen – den Staatsangehörigen einer verbündeten Achsenmacht – machten sie nicht halt. Zunächst blieb aber die „priesterlose“ religiöse Betätigung der Katholiken uneingeschränkt. Ab 1944 setzte eine totale Kirchenverfolgung ein, in deren Rahmen selbst die Hütten der einheimischen Katholiken nach Devotionalien und religiösen Schriften durchsucht wurden. Peter To Rot wurde mit anderen Katechisten auf eine Polizeistation gebracht und aufgefordert, ihren Katechistendienst einzustellen. Er blieb fest und sagte den Gläubigen: „Sie haben unsere Priester weggenommen, aber sie können uns nicht verbieten, als Katholiken zu leben und zu sterben. Ich bin euer Katechist und werde meine Pflicht tun, auch wenn es mich mein Leben kostet.“

Durch sein entschiedenes Eintreten gegen die von den Japanern geförderte Polygamie, die zunehmend unter den einheimischen Kollaborateuren wie Häuptlingen, Richtern und Polizisten um sich griff, bahnte sich schließlich sein Martyrium an. Der Polizist To Metapa ließ Peter internieren, nachdem dieser die ehebrecherischen Pläne des Kollaborateurs durchkreuzt hatte. Nach sechs Wochen Lagerhaft wurde Peter To Rot am 7. Juli 1945, gut einen Monat vor Kriegsende, auf einer Polizeistation eine Injektion verabreicht. Nachdem wohl die tödliche Wirkung nicht schnell genug einsetzte, erdrosselte man ihn.

Er ist der Patron der Katechisten und Ehepaare. Sein Fest wird am 7. Juli begangen.


Auch die heilige Maria Troncatti F.M.A. stammte aus einem frommen Elternhaus. Ihre Heimat waren die Berge der Provinz Brescia, wo sie am 16.02.1883 geboren wurde. Schon als Mädchen wollte sie bei den Maria-Hilf-Schwestern Don Boscos eintreten, doch ihr Vater und der Ortspfarrer verpflichteten sie, bis zur Volljährigkeit zu warten. Ihre Ordensprofess legte sie schließlich 1908 ab. 

Während des Ersten Weltkriegs wirkte sie als Krankenschwester in Varazze (Ligurien). Als dort im Juni 1915 der Teiro über die Ufer trat, machte Schwester Maria in höchster Todesgefahr der Muttergottes das Versprechen, als Missionarin nach Ecuador zu gehen. Im Jahr 1922 zog Maria mit dem Missionsbischof Domenico Comin S.D.B. ins Amazonasgebiet, wo sie fast ein halbes Jahrhundert sich für das Volk der Shuar als Wunderärztin, Orthopädin, Chirurgin und Apothekerin aufopferte – vor allem aber als große Beterin, Katechistin und Friedensstifterin. Mit ihrer zärtlich mütterlichen Art verstand sie es, Herzen zu erobern. Durch diese Eigenschaft wurde Schwester Maria bekannt als die Madrecita, die liebe kleine Mutter. 

Stark ausgeprägt war ihr missionarischer Geist. So waren ihre Gedanken „immer bei den Missionen“ und sie schrieb einmal: „Jeden Tag bin ich glücklicher über meine missionarische Ordensberufung“.

 Die „Ärztin des Dschungels“ starb am 25. August 1969 bei einem Flugzeugabsturz bei Sucúa. Über die Radiostation der Shuar-Föderation erklang die traurige Botschaft: „Unsere Mutter, Schwester Maria Troncatti, ist gestorben.“

Vom Himmel aus zeigt sie sich weiter als Mutter ihres Volkes: Das Wunder zu ihrer Heiligsprechung ereignete sich an einem Shuar, dem Landwirt Juwá Juank Bosco Kankua, der von einer schweren Hirnverletzung geheilt wurde.

Mittwoch, 12. August 2020

Don Rua über die Missionen

 


Der selige Nachfolger von Don Bosco, Don Michele Rua, sagte über die Missionen:

„Die Missionen sind das Werk, das von Jesus Christus ganz besonders empfohlen wurde. Der erste Glaubensbote war Jesus selbst. Die Apostel waren gleichfalls Missionare; bezeichnet doch das Wort Apostel einen Abgesandten, Ausgeschickten. In der Tat, es war ihnen der Auftrag geworden, in alle Welt hinauszugehen, zu lehren und zu taufen. In der Folgezeit erweckte Gott manch anderen Glaubensboten. Ich erwähne nur St. Bernhard, St. Dominikus, St. Franziskus von Assisi, St. Ignatius von Loyola und Don Bosco. Dieser ward von Gott erweckt, um die Notlage der heutigen Gesellschaft zu steuern und abzuhelfen, er empfing aber auch die Sendung für die Missionen. Welch herrliche Gesichte und Schauungen wurden ihm zuteil! Verschiedene Völkerrassen, eine mit Dornen besäte Straße, Pflanzen mit blutbefleckten Früchten und die Missionsreisen seiner geistlichen Söhne!“


(Quelle: Amadei-Schlegel, Don Michael Rua, ein zweiter Don Bosco, Band 2)

Donnerstag, 14. Mai 2020

Don Bosco und Don Rua: auch in der Liebe zu den Missionen geeint


Don Michele Rua
Don Michele Rua, zweiter Generaloberer der Salesianer Don Boscos


Häufiger haben wir auf diesem Blog schon von der Missionsliebe der großen Heiligen der Kirche gelesen, und ich denke, dass dieser Punkt in den heutigen Zeiten, denen die Missionen so fremd sind, nicht genug betont werden kann. In diesem Artikel haben wir nicht nur einen, sondern gleich zwei große Heilige, nämlich den großen Don Bosco und seinen Lieblingszögling und Nachfolger als Salesianeroberer, Don Michele Rua, der wie wohl selten ein Erbe eines großen Ordensgründers das Abbild seines geistlichen Vaters war. In der Biografie des seligen Don Rua von Amadei lesen wir:

„(…) Manchmal heftete Don Bosco seinen Blick auf irgendeine Landkarte. Da konnte Michael Rua dann sehen, wie der Gottesfreund mit Wehmut und Mitleid so manche Länder betrachtete, die noch in der Finsternis des Heidentums und im Todesschatten saßen. Dabei wiederholte Don Bosco immer wieder das glühende Verlangen, ihnen eines Tages das Licht des Evangeliums bringen zu können. Er war eben erfüllt von der Liebe unseres Herrn Jesus Christus, der einst zu seinen Aposteln gesprochen hatte: „Gehet hin und lehret alle Völker!“ Welchen Wunsch hatte nun unser Michael? „Könnte doch auch ich einer dieser Missionspriester sein!“ Was lag da näher, als Don Bosco zu bitten, er möge ihm bald zum Klerikergewande verhelfen.“

Don Rua wurde zwar selbst nicht Missionspriester, dafür aber geistlicher Vater vieler Missionare und sendete auch die ersten Salesianer nach Indien und China aus, darunter den heiligen Luigi Versiglia, der später als Missionsbischof in China gemartert wurde. Diese Ausbreitung seines Werkes hatte Don Bosco auch in seinen Visionen geschaut – unter seinem geistlichen Sohn sollte sie weltweit immer größere Dimensionen annehmen.

Freitag, 19. Februar 2016

Einzigartige Sammlung: China Mission History

St. Francesco Fogolla O.F.M.

Kürzlich bin ich durch Zufall auf die Website China Mission Historyeine einzigartige Sammlung von Fotografien aus der China-Mission, gestoßen. Die Bilder sind nach Orden geordnet; darunter sind auch seltene Fotos von heiligen Märtyrern wie das oben vom heiligen Bischof Francesco Fogolla, der während des Boxeraufstands gemartert wurde.



Heilige Märtyrer Chinas, bitter für uns!

Dienstag, 9. Februar 2016

Historisches Foto: Don Bosco und seine ersten Missionäre


Das Foto zeigt den heiligen Don Bosco (erste Reihe, Zweiter von links) mit seinen ersten Missionären, die nach Patagonien gesandt wurden. Neben ihm links der spätere Kardinal Cagliero, dem er die Regel der Salesianer übergibt. Der stattliche Mann in Uniform ist der argentinische Konsul.

Mehr über Don Boscos Liebe zur Mission hier. Die Geschichte seines geistlichen Sohnes, der der erste Purpurträger der Salesianer wurde, hier, hier und hier.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Eine ergreifende Fronleichnamsprozession


Aussätzigenheim der Salesianer, Agua de Dios, Kolumbien:

Das schönste Fest im ganzen Jahr ist der Fronleichnamstag. Mit ihren letzten Kräften mühen die Armen sich ab, ihre Hütten und Häuser so prächtig als möglich zu schmücken. Das Beste, was sie haben, muss zur Zierde dienen: bunte Tücher, Blumen und Palmzweige. Aber auch der innere Schmuck wird nicht vergessen. Stets gehen am Fronleichnamstag gegen 800 Bewohner der Kolonie zur heiligen Kommunion. Da die Prozession wegen der tropischen Hitze tagsüber nicht gehalten werden kann, wartet man damit bis abends fünf Uhr. Nachdem die Vesper gesungen ist, verlässt die Prozession die Kirche.

Voran schreiten die Knaben des Aloysiusvereins mit Fahne an der Spitze. Es ist aber keine frohe Jugend, die an uns vorüberzieht; mühsam auf Stöcken und Krücken schleppen die meisten sich vorwärts. Viele haben bereits große Eiterbeulen an den Füßen, anderen fehlen die Hände, wieder anderen ist das Gesicht bis auf die Knochen zerfressen. Den Knaben folgen die Hijas de Maria (Jungfrauenverein), dieselben Jammergestalten. Alle sind weiß gekleidet und tragen die Medaille der Unbefleckten am blauen Band. Barmherzige Schwestern begleiten ihren Zug. Ihnen schließen sich die Mädchen des Asyls an – alles Kranke. Jetzt kommen die Hermanos und Hermanas de San José (St. Josephsbruderschaft). Sie haben sich unter den Schutz des Patrons vom guten Tod gestellt. Der Tod steht auch fast allen im Antlitz geschrieben. Mehr als einer droht vor Ermüdung schon hier zusammenzubrechen, und mancher Schmerzensseufzer unterbricht ihre Gebete, aber sie wollten unter keinen Umständen darauf verzichten, dem Heiland den Ehrendienst zu leisten. Ihnen schließt sich die Sakramentsbruderschaft an; alle Mitglieder tragen brennende Kerzen. Nun kommt der Sängerchor, gebildet aus aussätzigen Knaben, und dann naht das Allerheiligste, getragen von einem Aussätzigen, dem Salesianerpriester Santinelli. Das Gesicht des Kranken ist schon von der Seuche entstellt, nur aus seinen Augen blitzt noch ungebrochene Tatkraft. Ihn begleiten zwei andere, ebenfalls aussätzige Priester und einige Ordensleute im Chorrock. Eine Musikkapelle, die sich aus aussätzigen Knaben und Männern zusammensetzt, bringt dem Erlöser ihre Jubelweise dar. Hinter den Musikern schreiten die Hijas de los Sagrados Corazones, die Töchter der heiligsten Herzen, eine kleine Ordensgemeinschaft, die mit Ausnahme von zwei Schwestern aus Aussätzigen besteht. Ihres eigenen Zustandes vergessend, widmen diese großmütigen Frauen sich ganz dem Dienste ihre Leidensgefährten. Ihnen folgt das Volk, das keiner Bruderschaft angehört. Den Abschluss der Dulderprozession bildet eine Anzahl Wägelchen, in denen Kranke liegen, die nicht mehr imstande sind sich vorwärts zu bewegen. Gesunde oder weniger Kranke fahren sie dem Zuge nach. Aber nicht alle besitzen ein Wägelchen. Damit sie nicht ganz beim Ehrenfeste des göttlichen Heilands fehlen, lassen sie sich vor die Hütte tragen und erwarten dort auf Matten liegend den Vorbeizug des Herrn.

Fünfviertel Stunden braucht die Prozession, um ihren Weg zurückzulegen. Ergreifend und entsetzlich zugleich ist der Anblick, wenn an einer der vier Stationen der Segen gegeben wird. Da liegen vor dem Altar gegen 2.000 dieser Ausgestoßenen. Schrecklich ist das Elend. Oft sind die Augen das einzige Gesunde an dem ganzen Menschen, und diese sind dazu noch mit großen Schutzbrillen verdeckt. Der Geruch der eiternden Wunden und faulenden Glieder ist so furchtbar, dass man Rauchwerk anzünden muss. Und doch hört man kein Wort der Ungeduld und des Haders. Es ist ein großes Dulden und Ertragen. Wer gibt den Armen die Kraft? Ist es nicht der Freund der Aussätzigen im Sakrament?


(Aus: die katholischen Missionen, 1914)

Mittwoch, 25. Februar 2015

Große Missionsbischöfe: Ein Sohn Don Boscos als Märtyrerbischof – St. Luigi Versiglia S.D.B., Apostolischer Vikar von Shiuchow



Heute vor 85 Jahren, am 25. Februar 1930, starb der Salesianerbischof Luigi Versiglia zusammen mit einem Mitbruder, dem hl. Callisto Caravario, den Märtyrertod in Südchina.
Luigi Versiglia wurde am 5. Juni 1873 in Oliva Gessi in der Lombardei geboren. Er kam mit 12 Jahren in die Obhut des hl. Don Bosco, der ihn tief beeindruckte. 1888, kurz nach Don Boscos Tod, wurden sieben Salesianermissionäre feierlich in die Mission gesandt, worauf der junge Luigi sich entschied, auch Salesianer und Missionar zu werden. Doch zunächst sollte er, der bereits mit 23 Jahren zum Priester geweiht wurde, ein wichtiges Amt übernehmen: Don Rua, der selige Nachfolger Don Boscos, ernannte ihn zum Novizenmeister in Genzano di Roma, eine Aufgabe, der er sich zehn Jahre lang widmete, bis er schließlich 1906 eine Gruppe von sechs Salesianermissionären anführte, die nach Südchina ausgesendet wurden.

In der Mission von Macao und Heungchow eröffnete er Waisenhäuser und Oratorien und gründete sogar ein Orchester. 1918 übernahmen die Salesianer die Mission von Shiuchow, und ab 1921 bekleidete der Heilige das Amt des Apostolischen Vikars. Er verlieh seinem neuen Sprengel eine solide Struktur mit einem Seminar, einem Haus für Berufungen und widmete sich der Planung von Altenheimen. Besonders im Gebet sah er ein unerlässliches Werkzeug des Missionars: „Ein Missionar, der viel betet, erreicht viel.“

Ab 1925 wurde sein Missionsgebiet ständig von umherstreifenden Banden von Soldaten, Kommunisten und Räubern bedroht. Fünf Mal wurde er selbst festgehalten und ausgeraubt. Er konnte sich so wohl schon auf seinen gewaltsamen Tod einstellen, denn später sagte er einmal, als ein Mitbruder ihm einen Kelch schenkte: „Du gibst mir einen Kelch, der vielleicht mit meinem Blut gefüllt werden muss!“ 1928 wurde er zur Seligsprechung von Don Bosco nach Rom eingeladen, was er allerdings ablehnte, da er in diesen schweren Zeiten seine Herde nicht verlassen wollte. Einem Mitbrüder gegenüber sagte er: „Wenn Gott das Opfer meines Lebens wünscht, um unserem armen China den Frieden zu geben, so habe ich gebetet, er möge mich zuerst hinwegnehmen. Ja, der Herr möge mich hinwegnehmen!“

Am 25. Februar 1930 brach er zusammen mit P. Caravario und einer Gruppe, unter der sich zwei einheimische Lehrerinnen und eine Schwester befanden, mit dem Boot zu einer Visitationsreise auf. Nach dem Angelusgebet wurde sie von einer Bande von Flusspiraten überfallen. Diese verlangten zunächst eine große Summe Lösegeld, die natürlich nicht bezahlt werden konnte. Daraufhin wollten sie sich bereits auf die beiden Priester stürzen, um sie umzubringen. Als die Piraten auch die Frauen bemerkten, die sich versteckt hatten, wollten sie diese ergreifen, wohl mit der Absicht, sie später zu vergewaltigen, wurden aber von den beiden Märtyrern abgewehrt. Versiglia und Caravario wurden schließlich samt der Gruppe gefangengesetzt, jedoch abgesondert und nach kurzer Zeit erschossen. die beiden Heiligen konnten sich vorher noch gegenseitig die Beichte abnehmen. Ihre Leichen wurden schrecklich verstümmelt. Die Frauen konnten am 2. März unbeschadet von Soldaten befreit werden.


Papst Johannes Paul II. sprach Luigi Versiglia und Callisto Caravario am 1. Oktober 2000 heilig.

(Quellen: sdb.org, Die Weltmission der katholischen Kirche, Jahrgang 1933, Nr. 5/6)

Donnerstag, 19. Februar 2015

Ein Missionar wird Kardinal

(Quelle: SajoR)

Am 6. Dezember des verflossenen Jahres [1915] wurde einem Missionspionier und Missionsbischof die seltene Ehre zuteil, durch den Papst in den höchsten kirchlichen Senat berufen zu werden. Es ist Giovanni Cagliero, Apostol. Vikar von Nord-Patagonien und Apostol. Delegat von Costa Rica, Nicaragua und Honduras. Geboren zu Castelnuovo d’Asti, in der Vaterstadt Don Boscos, am 11. Januar 1838, trat er als Jüngling in die eben gegründete Genossenschaft der Salesianer ein. Im Jahr 1875 führte er die ersten Salesianer nach Südamerika und legte die Grundlage zu der außerordentlichen Wirksamkeit, die heute die Söhne Don Boscos in den weiten Gebieten entfalten. Wir haben im Jahrgang 1913 dieser Zeitschrift ausführlich die Tätigkeit und Erfolge Don Caglieros geschildert. Wenn irgendeiner, dann hat dieser apostolische Mann verdient, als Ratgeber an die Seite des Lenkers der Kirche Christi berufen zu werden.

(Aus: die katholischen Missionen, 1916)


Mehr von und über Kardinal Cagliero hier! Fotos hier.

Samstag, 31. Januar 2015

Don Bosco und die Missionen



Wie so viele Heilige wäre auch Don Bosco gern Missionar geworden. Es war ihm zwar als Oberer selbst nicht möglich, dennoch machte dieser Missionseifer seinen Orden bereits in den ersten Jahren zu einem herausragenden Missionsorden, dem ein fast unvergleichliches Wachstum beschieden war. Oft waren die ersten Zöglinge des Heiligen, wie sein späterer Nachfolger, der sel. Don Rua, Zeugen, wie er auf eine Landkarte blickte und dabei seufzte: „Ach hätte ich doch viele Priester und Kleriker! Ich würde sie zur Verkündigung des Evangeliums nach Patagonien oder nach Feuerland schicken, denn diese Völker waren bis jetzt die verlassensten!“

Gott erhörte sein Seufzen, denn gerade in diesen Regionen machten die Salesianermissionen ihre größten Fortschritte. Mehr dazu hier und hier.

Sonntag, 15. Juni 2014

Grausame Kirchenverfolgung in Ecuador – Was man über den „besten Ecuadorianer“ sonst nicht hört

Der angeblich „beste Ecuadorianer“, Präsident Eloy Alfaro Delgado (1842-1912)

Die Kirchenverfolgung, in Ecuador, über deren Beginn und Verlauf wir im vorigen Jahrgang S.235 (hier und hier) einen zusammenfassenden Bericht gegeben, nimmt immer noch ihren Fortgang, und die Gewalttaten, die aus den letzten Monaten des verflossenen Jahres gemeldet werden, sind wahrhaft empörend. 

Am 2. August v. J., dem 21. Jahrestag der Ermordung Garcia Morenos (eigentlich war es der 6. August), wurde der ausgezeichnete katholische Schriftsteller Victor L. Vivar auf Befehl des radikalen Generalgouverneurs von Quito auf öffentlichem Platz erschossen, nachdem man ihm zuvor die Finger der rechten Hand, welche so oft die Feder geschickt und mannhaft für die gute Sache geführt, einzeln abgeschnitten hatte. 

Ein Schrei der Entrüstung ging durch ganz Ecuador; allein der Usurpator Alfaro (Eloy Alfaro war mehrfach Präsident von Ecuador, Freimaurer [es ist sogar eine Loge nach ihm benannt] und  wurde 2005 zum „besten Ecuadorianer“ gewählt) ist umgeben von einer auserlesenen Schar Blutmenschen, zumeist Ausländer, die mit ihm des souveränen Volkes spotten. Manche der verübten Schandtaten sind gar nicht mitzuteilen. 

Leider scheiterte der im letzten Sommer gemachte Versuch der Gutgesinnten, das unerträgliche Joch Alfaros abzuschütteln und geordnete Zustände zurückzuführen. An Begeisterung fehlte es nicht, selbst Frauen und Kinder nahmen am Befreiungskampf teil; allein es fehlte die notwendige Einigkeit, und so wurde es Alfaro ziemlich leicht, den „Aufstand“ blutig niederzuwerfen. Nach der erwähnten Ermordung Vivars waren zahlreiche Verhaftungen und Gütereinziehungen an der Tagesordnung. Unter den Verhafteten befinden sich auch eine größere Anzahl Priester, wie z. B. der eifrige, verdienstvolle Pfarrer von Cayamba, Dr. Negrete. 

So sind die Gläubigen in der Erzdiözese wie anderswo vielfach jeder geistlichen Hilfe beraubt, da ihre Seelsorger entweder in den Gefängnissen liegen oder flüchtig in den Wäldern umherirren und von den Spießgesellen Alfaros wie das Wild gehetzt werden.

Große Aufregung verursachte die gewaltsame Vertreibung der Salesianer Don Boscos, die hier, wie in anderen Staaten Südamerikas, seit mehreren Jahren eine sehr segensreiche Tätigkeit entfaltet hatten. 

In der Nacht vom 23. August ließ der Gouverneur Franco (der Mörder Vivars) alle Salesianer in Quito verhaften; ohne ihnen Zeit zu geben, die notwendigsten Kleidungsstücke mitzunehmen, brachte man die sieben italienischen Priester zur Polizeistation, von dort wurde sie den 24. um 4 Uhr morgens abgeführt; man brachte elende Lasttiere herbei und hieß die Patres aufsteigen. So wurden sie denn, ohne jede Vorbereitung oder Bequemlichkeit, umgeben von einer zahlreichen Wache, in nördlicher Richtung fortgeschleppt.
Wir glaubten alle, dass man sie an die Grenze von Kolumbien bringen wollte. Welcher Schrecken erfasste uns, als wir vernahmen, dass die Patres nicht nach Kolumbien, sondern über Pailes durch den wilden Urwald nach der Stadt Esmeraldas gebracht und dort auf das nächstbeste Schiff geladen werden sollten!

Und womit begründet man diese Gewalttat? Man sagt, die Salesianer hätten konspiriert! Natürlich glaubte niemand daran. Welch ein großer Schaden für Quito, das ganze Land, insbesondere für die Armen, denen die guten Patres nicht nur religiöse und technische Ausbildung, sondern auch das tägliche Brot, Kleider usw. gratis gaben, aus der Aufhebung jenes segensreichen Institutes folgt, ist noch gar nicht zu bemessen.

Die Nachricht von der Vertreibung der Salesianer gelangte erst in die Öffentlichkeit, als jene bereits über Berg und Tal waren. In der Aufregung, welche infolgedessen unter der Bevölkerung entstand, tauchte das Gerücht auf, dass man die Franziskanerpatres gleichfalls ausweisen wolle. 
Während die Männer in der Stadt und außerhalb sich aus Angst versteckt hielten, kamen Frauen und Kinder in Scharen herbeigezogen, stellten sich vor dem Franziskanerkloster auf und erhoben ein weithin hörbares Klagegeschrei. Da eilten auch zahlreiche Männer herbei und es entstand ein gewaltiges Gedränge. Der Gouverneur ließ Soldaten aufmarschieren, und die Menge empfing sie mit dem Ruf: „Es lebe die Religion!“ „Es leben die Franziskaner!“

Da das Volk nicht weichen wollte, gaben die Soldaten Feuer; als die Menge sich zerstreut hatte, fand man 18 Tote, Männer, Frauen und Kinder, auf dem Platz liegen. Die Regierung befürchtete indes eine allgemeine Erhebung und ließ deshalb verkünden, dass sie nie vorgehabt hätte, die Franziskaner zu vertreiben.

Die furchtbare Feuersbrunst, die vorigen Herbst die Hafenstadt Guayaquil heimsuchte und nach einigen Angaben fast drei Viertel der Stadt in Asche legte, wird allgemein als ein Strafgericht Gottes betrachtet. Da Guayaquil der Stapelplatz für fast sämtliche Waren ist, die nach dem Inneren bestimmt sind, wird das ganze Land durch das Unglück betroffen. Guayaquil hat die Züchtigung reichlich verdient. Es war der Herd fast aller Revolutionen, die das schöne Land so unsäglich unglücklich gemacht, und hatte seit langem die Führerschaft in dem geistigen Kampf gegen Kirche und Religion übernommen. 

Guayaquil nach dem großen Brand von 1896

In sittlicher Hinsicht wurde die Stadt schon oft mit Sodoma und Gomorrha verglichen. Der letzte Bischof, Msgr. Barriga, starb gebrochenen Herzens über die unsäglich traurigen Zustände, die dort herrschen. Sein Vorgänger, Msgr. del Pozo, wurde bei seiner Rückreise aus Rom von der Bevölkerung seiner Stadt verhindert, ans Land zu steigen, und musste nach Lima weiterfahren, wo er heute noch in der Verbannung lebt. Er war es, der beim Eintreffen der Unglücksnachricht als erster eine Sammlung zu Gunsten der betroffenen Stadt mit 1.000 Dollar unterzeichnete – ein schönes Beispiel christlicher Rache.

Vor etwas mehr als einem Jahr wurde auf der großen Plaza in Guayaquil der am meisten verhasste Bischof von Portoviejo, Msgr. Schumacher, in effigie öffentlich verbrannt, wobei der aufgehetzte Pöbel in wilder Ausgelassenheit um das Feuer tanzte. Als dagegen der Revolutionär Alfaro bei seiner Landung in Guayaquil den Bewohnern verkündete: „Ich bin gekommen, um die Theokratie (die katholische Kirche) zu stürzen“, jubelte das Volk ihm begeistert zu und erhob ihn zum Nationalgott.

Von hier aus hat auch diese letzte Revolution wie ein schmutziger, verheerender Schlammstrom sich über das Land ergossen. Bischof Schumacher weilt seitdem in stiller Zurückgezogenheit in Kolumbien, ist aber auch hier unablässig tätig zum Heil der Seelen. 

Noch immer lassen die Radikalen in den öffentlichen Blättern ihre ganze Wut an ihm aus und verbreiten über in die schmählichsten und zugleich lächerlichsten Gerüchte und Verleumdungen. Dieselben haben den Bischof Ezequiel Moreno Diaz von der Diözese Pasto in Kolumbien veranlasst, in einem Hirtenschreiben den Bischof Schumacher glänzend zu verteidigen. „Ein großer Ruhm ist es“, heißt es unter anderem, „wenn der gnädigste Bischof Schumacher geschmäht, verfolgt und verbannt wird. Diese Verfolgung ist der sicherste Beweis dafür, dass er die erhabene Mission des katholischen Apostolats erfülle, die schönste Empfehlung, welche er für seine Unbescholtenheit im Glauben aufweisen kann.“

Bischof Schumacher hat einer späteren Nachricht zufolge für eine kurze Zeit die Stille des Waldes verlassen und sich nach der Stadt Pasto begeben, um dort sein Werk zu veröffentlichen, welches er schon seit langem vorbereitete.

Noch sind, Gott sei Dank, zahlreiche gute Elemente in Ecuador. Es braucht auch diesmal einen Führer von der Art eines Garcia Moreno, um sie zu gemeinsamem Vorgehen zu einigen. Wir empfehlen das unglückliche Land recht dringend dem Gebet unserer Leser.

(Aus: die katholischen Missionen, 1897)



Dienstag, 5. November 2013

Aussätzigenpflege durch die Salesianer Don Boscos in Kolumbien

 
Kirche in Agua de Dios, wo Don Michele Unia S.D.B. seine letzte Ruhestätte fand


Bekanntlich hat ein Mitglied der italienischen Salesianer, Don Unia, sich in der Aussätzigenkolonie von Agua de Dios im Staat Kolumbien seit mehreren Jahren mit hingebendem Eifer der Pflege dieser Unglücklichen geweiht. Durch ihn und seine Mitbrüder scheint überhaupt dieses eminente Liebeswerk hier erst recht in Fluss gekommen zu sein.

Das Aussätzigenspital von Agua de Dios zählt augenblicklich etwa 800 Kranke, dasjenige de la Contratación 709. Das genügt aber noch lange nicht. Allein in dem Departement von Santander soll sich die Zahl dieser Unglücklichen auf 6-7000 belaufen, und die Seuche hat in den letzten Jahren eine erschreckend rasche Verbreitung angenommen. Um dieselbe zu hindern und für die Kranken besser zu sorgen, hat Don Erasio Pabagliati, der Obere des Salesianerhauses in Bogotá, der Regierung einen ausführlichen Plan zur Gründung eines neuen großartigen Spitals auf der wasser- und holzreichen Hochebene von Catanare vorgelegt und sich zur Übernahme der Leitung bereiterklärt.


(Aus: die katholischen Missionen, 1895)

Mittwoch, 30. Januar 2013

Wie ein späterer Kardinal sich auf Missionsreise die Rippen brach...

Río Neuquén in Patagonien (Autor: Andarin2)

Herr Dominikus Milanesio aus der Kongregation der Salesianer berichtet aus Chile über einen traurigen Unfall, der seinen Bischof, Msgr. Cagliero, auf einer Missionsreise betroffen:

„Unsere Mission in den Einöden Patagoniens hatte vier Monate gewährt und mit Gottes Segen reiche Früchte getragen. Wir hatten Negro Muerto, Choel-Choel, Chichinal, S. Flora, Roca und las Cavanitas am Ufer des Rio Negro besucht.
Sodann waren wir 90 Meilen den Neuquen und Rio Agrio entlang gezogen, um zwei neue Stationen zu Codihue und Aorquin zu gründen. Dort, am Fuß der Kordilleren, hatte Msgr. Cagliero ein Kapellchen zu Ehren der hl. Rosa eingesegnet, P. Panaro soll hier den Dienst versehen.
Im ganzen betrug der Weg unserer apostolischen Wanderung 250 Meilen; jedem Stamme, den wir trafen, verkündeten wir die frohe Botschaft des Heiles; überall wurden wir mit Freuden aufgenommen.
Am 2. März schlossen wir die Mission von Malbarco. Zwei Stunden nach Mittag begaben wir uns auf den Weg, um in Chacay Mlei-hue, das 7 Meilen höher liegt, die gleiche Tätigkeit zu beginnen.
Bis jetzt hatten wir uns ausschließlich sanfter Reittiere, deren Charakter uns wohl bekannt war, bedient; allein da dieselben sehr abgemagert und matt waren, ließen wir sie zurück und nahmen von unseren Gastfreunden mit herzlichem Dank frische Pferde. Der Bischof indes schien ein Unglück zu ahnen; denn nur ungern wollte er sich des neuen Tieres bedienen. 


Unter dem Schutz der allerseligsten Jungfrau setzten wir uns in Bewegung. Herr Lucas Becerra, unser zuvorkommender Wirt, ließ es sich mit acht anderen Kolonisten nicht nehmen, den Bischof und seine Missionäre bis auf den halben Weg zu begleiten.
Drei Viertelstunden ritten wir den Rio Nehueve entlang, ehe wir ihn auf einer Furt übersetzen konnten. Dann ging es aufwärts über steile Pfade.
Oben fanden wir in reizender Lage bei kühlem Wasser eine verlassene Hütte, in der wir uns für die Nacht einrichteten. In der Morgendämmerung nahmen Herr Lucas und fünf seiner Gefährten Abschied, die drei anderen wollten uns bis zur nächsten Mission das Geleit geben. 


Ein Kuhhirte aus den Anden war unser Führer; chilenische Kaufleute, die bei den armen Bewohnern ein kleines Geschäft zu machen hofften, hatten sich der Reisegesellschaft angeschlossen. Heiter eilten wir die Höhe der Mala-Cuhuello hinan, nur Msgr. Konnte sich trüber Ahnungen nicht entschlagen.
Kaum hatten wir zwei Meilen zurückgelegt, da ging sein Sattelgurt los und schlug heftig in die Seiten und um die Füße des Pferdes. Das Tier scheut, wird unruhig, bäumt sich und jagt dann in wildem Galopp über den jähen, steinigen Pfad längs den grausigen Abgründen.

Sie können sich unsere Angst denken; hinter ihm drein sprengen, hätte unfehlbar das wilde Tier nur noch wütender gemacht. Wir hielten den Atem an und beteten aus Herzensgrund für die Rettung unseres Bischofs.
Dieser hatte, Gott sei Dank, seine volle Besinnung bewahrt. Er empfahl sich dem Schutz Mariens und sprang aus dem Sattel. Zum Glück hatte eine weniger gefährliche Stelle gewählt, sonst wäre er sicher des Todes gewesen.
Im Nu waren wir an seiner Seite. Unter tausend Fragen suchten wir ihn aufzurichten; es dauerte jedoch mehr denn zwei Stunden, ehe er uns zu antworten vermochte. Die erste Sorge des Oberhirten, als er wieder zu sich kam, war die, seine Umgebung zu beruhigen. ‚Nada, Nada, es ist nichts‘, war sein Trost. 


Als er bemerkte, wie heftig Don Milanesio weinte, sagte er: ‚Warum so untröstlich, Don Milanesio, wollen sie mich glauben machen, ich sei verloren? Nur wie Rippen von allen gebrochen, das ging doch noch gut ab! Man lebt auch so noch mit einer oder zwei weniger. Mut! Mut! Das geht wieder vorbei.‘ Dann setze er hinzu: ‚Der liebe Gott hat es so geschickt, er sei gepriesen, sein heiliger Wille geschehe. Maria von der immerwährenden Hilfe, bitte für mich.‘ 


Je mehr der Verwundete zu sich kam, desto fühlbarer machten sich die Schmerzen; wir bereiteten ihm so gut es ging ein Lager aus unseren Pferdedecken und betteten ihn darauf.
Sofort ritt einer den vier Kolonisten nach, welche sich vor kurzem verabschiedet hatten, um ihnen Kunde von dem Unglück zu bringen. Bald nachher waren sie sämtlich zurück.
Der Schmerz der guten Männer beim Anblick ihres leidenden Oberhirten war groß, namentlich Herr Lucas Becerra konnte sich der Tränen nicht erwehren.
Der Bischof versuchte ihn zu trösten; er nahm ihn freundlich bei der Hand und sagte lächelnd: ‚Mein lieber Herr Lucas, könnten Sie nicht in der Nähe einen Schmied auftreiben?‘
Verwundert ob dieser Frage versetzte der Angeredete: Das dürfte schwer halten, indes unmöglich ist es nicht; aber was wollen Ehrwürdige Gnaden mit dem Schmied?‘ — ‚Das ist doch einfach, er soll mir meine zwei Rippen wieder an die rechte Stelle setzen.‘ Bei solchen Gesprächen hätte man nicht glauben sollen, welch heftige Schmerzen der Bischof auszustehen hatte.

Es war schon 8 Uhr morgens, die Sonne brannte schon heftiger, da trugen wir Msgr. behutsam in den Schatten eines Felsens, während einige wohl 2 Meilen weit her Wasser holten.
Um die Schmerzen des Verwundeten zu lindern, befeuchteten wir die leidenden Stellen mit unserem Messwein. Der linke Lungenflügel hatte offenbar gelitten. Ich ließ den Kranken einige Schluck Wein nehmen, was ihn sichtlich stärkte. Inzwischen hielten wir Rat über die nächste Zukunft.
Der hochw. Herr konnte unmöglich hier bleiben, wo es an allem zu seiner Pflege gebrach. Wir suchten das frömmste Tier unter unseren Pferden aus und hoben den Bischof darauf.
Vor ihm saß einer unserer Begleiter, zu beiden Seiten schritten zwei andere, während ich das Tier sachte am Zügel führte. Der Abstieg verursachte dem Verwundeten neue Qualen. Unablässig rief er in den heftigen Schmerzen die heiligen Namen an. 


Als wir den Neuquen erreicht hatten, verließen den Bischof die Kräfte; seine tiefen Seufzer zerschnitten uns fast das Herz. ‚Es geht gut, allein die Lunge will nicht recht arbeiten‘ sagte Msgr. ganz ergeben.
Es war hohe Zeit, dass wir uns bald menschlichen Wohnungen näherten, sonst wäre der Bischof erlegen. Im Hause des Herrn Lucas hatte die besorgte Frau alles zur Aufnahme des Kranken hergerichtet. 


Während wir abwechselnd Tag und Nacht bei dem Oberhirten wachten, verschafften ihm die einfachen Mittel des Hausherrn wunderbare Linderung. Am ersten Tag hatten wir einen Expressboten nach Chile abgeordnet.
Derselbe sollte von den Franziskanern in Chillan die unentbehrlichsten Arzneien bringen.
Der Bote legte den Weg in 10 Tagen zurück und kam Dank der Güte der Patres reich beschenkt zurück. Indessen erholte Msgr. sich langsam.
Täglich kamen die Eingeborenen scharenweise, um sich nach ihrem Vater zu erkundigen und ihm Geschenke zu bringen.

Am 12. März erhob sich der Kranke zum ersten Mal, Tags darauf an einem Sonntag ließ er sich nicht abhalten, einigen 20 Personen die heilige Firmung zu spenden.
Am Fest Mariä Verkündigung feierte Msgr. Cagliero seit seinem Sturz wiederum das erste heilige Messopfer, reichte 18 Personen die heilige Kommunion und firmte 11 weitere.
Diese Anstrengung ermüdete ihn jedoch so, dass er sich abermals zu Bett legen musste.

(Aus: die katholischen Missionen, 1887)