Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Dienstag, 8. April 2014

Tod einer seeleneifrigen Maorifrau


Auf den Cook-Inseln (Apostol. Vikariat von Tahiti) geht die junge Mission der Missionäre vom heiligen Herzen Jesus und Maria (Picpus), deren Gründung wir früher berichtet, gut voran. In Avarura auf Rarotonga wurde eine hübsche neue Kirche erbaut und der Bau einer Kapelle im Distrikt Ngatangüa, wo der Kern einer kleinen Gemeinde sich findet, begonnen.

Die Neubekehrten leisteten beim Bau bereitwillig ihre Hilfe und errichteten einen großen Kalkofen. Die Männer holten die Korallenstücke, aus denen der Kalk gebrannt wird, aus der Meerestiefe, und die Frauen trugen sie zur Baustelle. Dabei holte sich eine der eifrigsten Christinnen, namens Morata, die trotz Kränklichkeit mit Feuereifer schwere Lasten trug, den Tod durch Überanstrengung. Sie starb außerordentlich schön und ermahnte noch sterbend ihre katholischen Angehörigen, im wahren Glauben treu auszuharren, und die protestantischen, sich diesem anzuschließen.

Obgleich eine ganz gewöhnliche Frau aus dem Volk und erst seit 2 ½ Jahren getauft, zeigte Morata ein ernstes Tugendstreben und namentlich einen Seeleneifer, der jeder christlichen Frau Europas Ehre gemacht hätte. 
Die meisten Bekehrungen in ihrem Distrikt waren durch ihre Anregung und Mithilfe zustande gekommen. Sehr gut unterrichtet und mit glücklichem Gedächtnis begabt, verstand sie es vortrefflich, die christlichen Wahrheiten an andere weiter zu geben. Ihr Tod wurde deshalb vom Missionär als ein wahrer Verlust betrauert.


(Aus: die katholischen Missionen, 1897)

Sonntag, 1. Dezember 2013

Bei den Maori auf den Cook-Inseln


Berg auf Raratonga (Marcus Gleinig (Suwarrow))

Bereits voriges Jahr wurden Gründung und Anfänge dieser Mission besprochen. Wir fassen im Folgenden die inzwischen eingelaufenen Berichte kurz zusammen. Ende 1895 war die Zahl der Neophyten (Neubekehrten) auf 100 gestiegen und die Zahl der Katechumenen erfreulich im Wachsen.

Trotz aller Plagereien, so meldet der Provinzial der Picpus-Missionäre, P. Georg Eich, blüht die Christengemeinde des P. Bernardin Castanie in Raratonga fröhlich auf. 
„Die neubekehrten Christen sind einfach, gut und fromm. Was mir besonders auch gefällt, ist ihr Glaubensgeist und ihre Ehrfurcht vor dem Priester. 

Die größere Zahl der im Hauptort wohnenden Christen wohnt täglich der heiligen Messe bei. Öfters traf ich sie schon um 5 Uhr morgens vor der Kapellentür in Erwartung, dass sie geöffnet werde. Gebete und Rosenkranz werden dann gemeinsam verrichtet, und nach der heiligen Messe gehen sie still an ihr Tageswerk. Auch über Tags kommen manche, die einen freien Augenblick haben, um einen Besuch beim Allerheiligsten zu machen. 

Sie haben eine bestimmte Art, den Rosenkranz zu beten. Während acht Tagen  beten die Männer vor, d.h. nennen die Geheimnisse und beten den ersten Teil des Glaubensbekenntnisses, Vater unser, Gegrüßet seist du Maria. Frauen und Kinder antworten. Die folgende Woche haben die Frauen diese Ehre, dann die Kinder. Sind aber Neophyten aus der Nachbarschaft, wie an Sonn- und Feiertagen, zugegen, so haben diese den Vorrang, so dass jetzt alle Neophyten den Rosenkranz sehr gut zu beten verstehen. 

Abends um 6 Uhr versammeln sich die Christen abermals in der Kapelle, singen heilige Lieder und verrichten zusammen ihr Abendgebet. Dann wird ein kurzer Unterricht gehalten, an dessen Stelle hie und da aus dem Katechismus ausgefragt wird.“

P. Bernardin war inzwischen eifrig am Bauen, da die Josephsschwestern von Clugny in Bälde erwartet wurden und für sie Platz geschaffen werden musste. Sie sollen in der Schule untergebracht werden, während der Missionär sich ein eigenes kleines Häuschen zimmert. 

Dann will P. Bernardin neue Kapellen errichten, zuerst in Avarua, dann in Takituma und Aorarngi, den zweitwichtigsten Orten der Insel. Vorigen Herbst langten auch die ersten Schwestern an und eröffneten sofort die Schule, die schon bald von 80 Kindern besucht wurde. 
Die Kinder hängen sehr an den guten Schwestern, und diejenigen, deren Eltern sie aus Furcht vor dem protestantischen Prediger nicht in die Schule ließen, vergossen bittere Tränen. Der Herr ist begreiflicherweise sehr bös über die neue Wendung, die seine eigene Schule entvölkert. 

Ein oder zweimal die Woche hält der Missionär den Kindern in der Schule Katechese und lädt sie ein, am Sonntag in die Kapelle zu kommen, ein Wunsch, dem alle sehr gerne Folge leisten.
Die neue Gründung verspricht also guten Fortgang. Ohne ein bisschen Kampf wird es wohl kaum gehen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1896)

Sonntag, 2. Juni 2013

Mission unter den Anhängern einer fanatischen Maori-Sekte

 
Hau-Hau Gründer Te Ua Haumene

P. Becker (Übersetzer des Neuen Testaments ins Maori) aus der Gesellschaft des hl. Joseph von Mill Hill gibt in einem Brief einen recht hoffnungsvollen Bericht über den Fortgang der Mission unter den Maoris (…). Nach einem allgemeinen Überblick über den Stand der Mission und einer dringenden Bitte um neue Mitarbeiter fährt er fort:

„Wir sind allgemein recht beliebt und geachtet bei den Maoris, sowohl Katholiken als Protestanten, und selbst bei den Hau-Hau (Anhänger der bekannten fanatischen Sekte, die sich nach ihrer Versicherung auf Befehl Jehovahs [Hau-Hau] in den 60er Jahren zum Vernichtungskrieg gegen die Engländer erhoben). 

Die Hau-Hau sind zwar der Bekehrung sehr wenig zugänglich. Es steht bei ihnen fest, sich von allem europäischen Einfluss und folgerichtig von jeder Religion, die durch Europäer verbreitet wird, fernzuhalten. Dem P. Holiërhök ist es aber gelungen, in diese chinesische Mauer die erste Bresche zu legen. 

Um Weihnachten herum hat er gegen 40 Hau-Hau getauft, und im Augenblick verlangt, wie ich höre, auch ein anderer Stamm nach einem Priester. Der Protestantismus verliert immer mehr Boden unter den Maoris. Protestantisch gewordene Maoris treiben allmählich in den Mormonismus und Hauhaunismus hinein; einige wenige jedoch finden den rechten Weg zu uns.

Wir zählen in unseren Distrikten etwa 1500 Katholiken. Seit unserer Ankunft haben wir bereits nahe an 400 getauft, meist Protestanten, von denen die Hälfte Erwachsene. Hätten wir nur noch einige Mitarbeiter, so könnten wir unser Wirkungsfeld auch bis zu den Hau-Hau im Innern ausdehnen, die vor etwa 20 Jahren noch alle katholisch waren. 

Doch blicken wir vertrauensvoll in die Zukunft. Eben erhalte ich die freudige Nachricht, das P. Holiërhök einen ganzen Familienstamm von Hau-Hau bekehrt hat, 53 an der Zahl, und dass zwei weitere Stämme mit der Bitte an ihn gesandt, er mögen kommen und sie taufen. Deo Gratias!


(aus: die katholischen Missionen, 1885)

Sonntag, 2. Dezember 2012

Mission unter den Maori



Maori-Familie im 19. Jhd.

Die Maori-Mission in der Diözese Auckland liegt seit etwa fünfzehn Jahren in Händen der Missionspriester vom hl. Joseph von Mill Hill. Die Arbeit ist hart, da die Reste dieses prächtigen, aber durch die englische Kolonisation dem langsamen Untergang geweihten Volkes meist in den Bergen zerstreut liegen. Bekanntlich ist Neuseeland ein Alpenland, ähnlich der schönen Schweiz.
Auch hier hat ein deutscher Missionär, P. Becker, der langjährige Obere der Mission, sich um die Christianisierung der Maoris ganz besonders verdient gemacht. Seit vielen Jahren weiht er ihnen seine ganze Kraft. Sein Posten Purakan, im Distrikt Hokianga, ist die älteste, noch von Msgr. Pompallier gegründete Missionsstation des Landes. Sie hat letztes Jahr dank der langjährigen Bemühungen P. Beckers ein neues, hübsches Kirchlein und eine Priesterwohnung erhalten.
Das kleine Gotteshaus ist, der Altar ausgenommen, ganz das Werk zweier Maorikünstler. Die Einweihung war ein gemeinsames Fest für die katholischen Maoris, die von allen Bergen und Tälern herbeiströmen. P. Lightheart, der jetzige Missionsobere, und P. Bressers kamen zwei Tagereisen weit mit 70 Maoris von Whangaru an der Küste herangeritten, und die umliegenden Berge wiederholten mit lautem Echo den Gruß, den die hünenhaften Häuptlinge mit Stentorstimme den Patres entgegenriefen: Haere mai, e pa, haere mai, na kautau ko to whanau! — Willkommen, Pater, willkommen, du und deine Kinder!

An die 800 Mann Maoris und Europäer hatten sich eingefunden. Drei Tage lang wurden Beichten gehört, und am Festtage trat eine große Zahl der Neubekehrten zum Tisch des Herrn. Natürlich beschloss ein großes gemeinsames Festmahl, bei welchem die Häuptlinge persönlich aufwarteten, die Feier. Von Purakan zog der Missionsobere mit den Seinen zur Station des P. Smiers, wo er gleichfalls eine neue Kirche einweihte und die Festfeier sich erneuerte. Im Augenblick sind zwölf Priester der Genossenschaft fast ausschließlich in der Maorimission tätig. Jede Station hat jetzt ihr Kirchlein, und das Bekehrungswerk nimmt einen recht tröstlichen Fortgang.


(Aus: die katholischen Missionen, 1900)

Samstag, 4. August 2012

Wie sich die Maori ihre Rosenkränze verdienen mussten

Maori-Häuptlinge

P. Madan, Missionär des St.-Josephs-Kollegs in Mill Hill bei London, schreibt den 27. September 1887 von St. Joseph’s Whare zu Matata an der Plenty Bay die folgenden Notizen über die Fortschritte der Mission unter den Maori:

„P. Becker ist in der vulkanischen Gegend der heißen Quellen und wird sich wahrscheinlich zu Ohinemutu, ganz nahe an dem Vulkan, niederlassen.
Der Reihe nach besuchte er die verschiedenen kleinen Gruppen von Katholiken, welche in der dortigen Gegend zerstreut leben; alle nahmen ihn mit Freuden auf und wünschten sehnlich, dass Priester kommen möchten.
Ihre Frömmigkeit ist sehr erbaulich; zwei- bis dreimal täglich versammeln sie sich zum gemeinschaftlichen Gebete und kommen gerne zur Beichte, doch die Männer lieber als die Frauen. Unsere Hauptsorge muss dem kommenden Geschlecht gelten. Der schlimme Einfluss der protestantischen englischen Einwanderer ist jetzt viel größer als früher.
In einer Niederlassung leben zwei Drittel der englischen Ansiedler in wilder Ehe mit Maorifrauen, was natürlich den schlimmsten Einfluss auf die Kinder hat.
Nicht nur Missionäre, auch Nonnen für die Erziehung der Mädchen haben wir deshalb notwendig; sie müssen aber bereit sein, von den Almosen zu leben, welche die Maori geben, d.h. von Kartoffeln, Schweinefleisch, Fischen usw. 


Ich bin jetzt zu Whakatane an der Südgrenze meiner Mission. Alle Maori in der Umgegend sind Katholiken; andere, welche zwei bis drei Meilen entfernt wohnen, sind vor einigen Jahren infolge einer vorgeblichen Krankenheilung zu der sogenannten Hauhau-Sekte, einem Gemisch aus Judentum, Protestantismus und Heidentum, abgefallen.
Bei meiner unerwarteten Ankunft am letzten Freitag wurden sofort die hervorragenden Katholiken benachrichtigt, dass am Sonntag Gottesdienst sei.
Zwei Maori boten sich an, mit einem Brief von mir die Katholiken in den entfernteren Niederlassungen aufzusuchen. So kamen vierzig bis fünfzig zur heiligen Messe und zwölf davon empfingen die heiligen Sakramente.
Der alte Katechist von hier wurde von Bischof Pompallier bekehrt und getauft. Sein Sohn, ebenfalls Katechist, besorgte mein Pferd und stellte sein kleines Haus zu meiner Verfügung. 


Jeden Morgen und Abend halte ich einen Unterricht. Bevor ich den Leuten einen Rosenkranz schenke, müssen sie mir die Geheimnisse und die Art und Weise, ihn zu beten, aufsagen und erklären.
Es ist recht erbaulich, zu sehen, wie Greise und alte Mütterchen sich alle Mühe geben, meine Fragen zu beantworten und den Rosenkranz zu beten, und oft eine ganze Stunde reden, bevor sie den Rosenkranz erhalten. 


Während der ganzen Messe werden in der Landessprache Gebete verrichtet und Lieder gesungen, wie es im Rheinland Gebrauch ist. Nach der Kommunion betet der Katechist für alle, welche das heilige Sakrament empfangen haben, eine gemeinschaftliche Danksagung vor.
Der Katechismus ist sehr umfangreich, ausführlicher als die in England gebräuchlichen und fast so groß wie der alte irische Katechismus. Er bietet dem Priester eine ausgezeichnete Grundlage für den eingehenderen Unterricht.


(Aus: die katholischen Missionen, 1888)

Dienstag, 20. Dezember 2011