Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Dienstag, 7. Oktober 2025

Die tschechoslowakischen Bischöfe über den Missionsberuf

 

Bischof Kmeťko bei der Grundsteinlegung des Missionshauses in Nitra

Fortsetzung von hier

Die ganze katholische Welt erglüht von Begeisterung für die Missionen. Die katholischen Völker bringen große Opfer für die Missionen, gewähren den Missionen Unterstützungen und bauen in der Heimat Missionshäuser, in welchen sie Missionäre ausbilden. Die Missionen brauchen Missionäre. Hier gilt das Wort: „Die Ernte ist zwar groß, aber der Arbeiter sind wenige.“ (Matth. 9, 37) Darum müssen katholischen Familien für die Missionen opfern, was ihnen das Liebste ist: ihre Söhne und ihre Töchter. Heute ist dies auch den katholischen Familien unseres Staates schon erleichtert. Auch in unserer Republik besteht ja schon die „Missionsgenossenschaft des Göttlichen Wortes“, die eben mit dem Bau ihres Zentralhauses in Nitra (Slowakei) begonnen hat. Dieses Missionshaus ist das erste und einzige in der ganzen Republik und es können Jünglinge, zukünftige Missionäre, aus der ganzen Republik dorthin entsendet werden. Die Missionsgenossenschaft des Göttlichen Wortes in Nitra nimmt nicht nur Slowaken als Zöglinge auf, sondern auch Tschechen, Deutsche und Ungarn, welche Beruf haben, entweder Missionspriester oder bloß Ordensbrüder zu werden.

Durch die Gründung eines Missionshauses in unserem Staate wird unsere Arbeit für die Missionen vervollständigt. Dadurch treten die gläubigen Katholiken unserer Heimat in die Reihen anderer katholischer Völker ein, die schon längste ihre Söhne und Töchter in die Missionen senden. Unser Glaube und unsere Liebe zur Kirche und unsere Ehre vor dem Auslande verlangen es, dass auch wir unsere Missionsanstalten haben. Und wie dies unserem katholischen Empfinden entspricht, beweist der außerordentliche Eifer der Genossenschaft des Göttlichen Wortes, welcher Orden, obzwar er erst drei Jahre bei uns besteht, außer vielen Ordensbrüdern bereits 100 Zöglinge hat, die sich auf den Missionspriesterberuf vorbereiten. Es erfüllt uns mit Freude, dass die katholischen Familien die Erhabenheit des Missionsgedankens voll begreifen und viele auch ihre Kinder bereitwillig diesem Werke opfern.

Teure Gläubige! Das begonnene Werk der Genossenschaft des Göttlichen Wortes muss dadurch vollendet werden, dass wir das neue Missionshaus  als gemeinsames Werk aller Gläubigen der ganzen Republik ansehen und es demzufolge gemeinsam unterstützen. Wir bitten euch, dieses Missionswerkes stets zu gedenken und mit Liebesgaben und Gebeten zu unterstützen, außer den bereits genannten Annalen des Werkes der Glaubensverbreitung auch die übrigen Missionsschriften zu abonnieren und zu lesen, namentlich die Zeitschrift „Stimmen aus den katholischen Missionen“, welche das Missionshaus der Mutter Gottes in Nitra herausgibt. Diese Zeitschrift wird Nachrichten über die Missionsbewegung bei uns in der Republik bringen und wird deshalb den Mitgliedern der Missionsvereine besonders empfohlen.

Niemand wolle einwenden, dass wir zu Hause wenig Priester und viele kirchliche Bedürfnisse haben und daher zuerst diesen entsprochen werden sollte. Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich um die Erfüllung des entschiedenen Willens Jesu Christi, um die Befolgung der Anordnung des Heiligen Vaters und um die Erlösung unsterblicher Seelen handelt. Eben dadurch, dass wir die Missionsbewegung unterstützen, wird bei uns ein größerer Eifer und regeres religiöses Leben entstehen, und je mehr Söhne wir dem Missionsberufe opfern, um so mehr eifrige Priester wird Gott für die religiösen Bedürfnisse der einheimischen Gläubigen erwecken. Die Missionstätigkeit schadet nicht der Entfaltung unseres heimatlichen Katholizismus, sondern in Gegenteil, je größer der Eifer und die Opferwilligkeit für die Missionen sein werden, umso schöner wird das kirchliche Leben in der Heimat erblühen.

Die hl. Kirche ruft uns alle zur Arbeit für die katholischen Missionen. Es handelt hier um eine außerordentlich wichtige Sache. Es wird behauptet, dass das 20. Jahrhundert das Jahrhundert der Missionen sei; in diesem Jahrhundert wird es sich entscheiden, ob die heidnischen Völker den Weg in die Kirche finden oder nicht. Von uns hängt es ab, von unseren Gebeten und Opfern, ob sich das Königtum Christi über die ganze Welt verbreiten wird, wodurch die Worte erfüllt werden: „Sein Königreich ist ein ewiges Königreich, und alle Völker werden ihm dienen und ihm gehorchen.“ (Officium Festi Regis.)

Jesus Christus, unser König, wird uns auch das kleinste gute Werk, das wir für die Missionen verrichten, reichlich lohnen. Er wird unsere Bemühungen und unsere Arbeiten im häuslichen Leben segnen und uns im ewigen Leben sich selbst als übergroßen Lohn geben. Durch die Missionstätigkeit sichern wir uns auch unsere eigene Rettung gemäß dem alten lateinischen Sprichworte: „Animam salvasti tuam prædestinasti“ – „Die Seele des Nächsten hast du gerettet, diene eigene hast du zur Rettung vorherbestimmt“. Einem anderen hast du zum Heile verholfen, Gott wird auch dich selig machen.

(Aus: Steyler Missionsbote, Heft 7, April 1927)

Samstag, 5. April 2025

Über das Missionskreuz

Franziskanermissionare mit Missionskreuz in China

Wenn die Missionare ausziehen in die Heidenländer, so empfangen sie beim Abschied das Missionskreuz, das ihr steter Begleiter bleiben wird. Es ist ihr Buch, um den rechten Missionsgeist zu erlernen, ihr Stolz und ihre Freude, ihre Liebe und Begeisterung, Stab und Stütze, Trost und Zuversicht. Es erzählt ihnen von ihres Heilandes Seelenliebe, seinem Opfergeist, seiner Berufstreue bis in den Tod; von seinem Siege über Tod und Hölle, seinen herrlichen Verdiensten und Erfolgen, seinem Triumph und seiner ewigen Herrlichkeit.

Dieses Kreuz zeigen die Missionare den Heiden und verkünden den staunenden Kindern der Wildnis die Liebe ihres Gottes, der für sie litt und starb. Da wird das Kreuz zu einem Magnet, der die Seelen anzieht und hinzieht zur Liebe Jesu Christi.

 P. Hermann Fischer S.V.D. in „Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht“


*Natürlich kann man nicht jedes Missionsland als „Wildnis“ bezeichnen. Die Bezeichnung dient zur Veranschaulichung.

Sonntag, 27. Oktober 2024

Leo XIII. als Missionspapst

 


Zum heutigen Weltmissionssonntag einige Zeilen über die Missionförderung von Leo XIII., der nach meinem Dafürhalten den Reigen der „Missionspäpste“ eröffnete.

„Vom Beginn seines Pontifikates an folgte Leo aufmerksam den Fortschritten der Ländererforschung, um den neu erschlossenen Gegenden recht bald Boten des Friedens zu senden. Um die Zahl dieser friedlichen Kämpfer zu vermehren und sie mit hinreichenden Mitteln auszurüsten, richtete er im Jahre 1880 am Feste des großen Heidenmissionars Franz Xaver eindringliche Worte an seine Brüder im bischöflichen Amte, damit sie im Hinblick auf den hohen Lösepreis der Seelen, das kostbare Blut des Gottheilandes, in den ihrer Hirtensorge Anvertrauten den Eifer für die Ausbreitung des hl. Glaubens immer mehr entflammen möchten.

Zugleich unterließ er nicht, mit dem Worte das Beispiel zu verbinden, indem er wiederholt den Vorstehern hilfsbedürftiger Missionen beträchtliche Summen zuwandte. Als dann im Jahre 1884 die italienische Regierung ihre räuberische Hand auch nach den Gütern der Propaganda, dieser ältesten und großartigsten aller Anstalten zur Verbreitung des Glaubens, ausstreckte, und der feierliche Protest des hl. Vaters gegen diese Vergewaltigung ungehört verhallte: da er erklärte der erhabene und hingebende Förderer der Missionen, dass er selber, so gut er es vermöge, die unerlässlichen Mittel zur Erhaltung des großen und herrlichen Institutes Sorge tragen werde, und wandte von da an einen sehr beträchtlichen Teil der Gaben, welche die Mildtätigkeit seiner Kinder ihm zur Verfügung stellte, dieser Anstalt und somit den Missionen zu.“

(Aus: Stadt Gottes, 1893)

Sonntag, 31. März 2024

Die Bekehrung – eine Auferstehung von den Toten

 

(Quelle: https://ccposters.com/)

Die Bekehrung eines Heiden ist wirklich eine Auferstehung von den Toten, eine Wirkung und ein Nachbild der Auferstehung Christi aus dunkler Grabesnacht. Das Heidentum ist ein Riesengrab, worin viele Millionen unsterblicher Seelen vom Tode der Sünde in tiefster Finsternis festgehalten werden. Der Tag der heiligen Taufe ist für diese geistig Toten der glückliche Ostermorgen, in dem sie ihre Auferstehung zu einem neuen Leben in Christus für Gott und für den Himmel feiern. Das katholische Missionswerk führt jährlich mehrere hunderttausend Heiden aus der Grabesnacht der Sünde zu dieser herrlichen Auferstehung von den Toten.

P. Hermann Fischer S.V.D. in „Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht“

Freitag, 29. März 2024

Der gekreuzigte Christus

 


Gemalt von Wang Suda im Jahr 1937. 

(Quelle: https://ccposters.com/en/poster/christ-crucified-2/)

Montag, 25. März 2024

Der Gekreuzigte – Mut und Kraft der Missionare

(Quelle: Chinese Christian Posters)

„Das Beispiel Jesu Christi am Kreuze hat durch alle Jahrhunderte die edelsten Männer [und Frauen] gedrängt, wie ihr Heiland sich ganz der Seelenrettung zu weihen, dafür zu leben und zu sterben. Schon die Apostel, die ersten Missionare, haben dieses Beispiel nachgeahmt; sie wurden Opfer der seelenrettenden Liebe. ‚Der gute Hirt gibt sein Leben für seine Schafe‘, so hat Jesus gesprochen und getan; so haben viele seiner Nachfolger zu allen Zeiten es ihm nachgemacht. Bis in unsere Zeit hinein haben viele Missionare ihr Leben im blutigen Martyrium für den Heiland und die von ihm erlösten Seelen dahingegeben; sie haben ein Erlöserleben geführt und Erlöserleiden erduldet. Den Mut und die Kraft dazu haben sie bei ihrem gekreuzigten Vorbild gefunden.“

P. Hermann Fischer S.V.D. in „Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht“

Samstag, 16. März 2024

Die Unumstößlichkeit der Missionspflicht

Die Pflicht der Ausbreitung des wahren Glaubens unter allen Völkern der Erde bleibt unter allen Umständen und in ganzer Strenge für die Christenheit bestehen, auch wenn Gott auf außergewöhnlichem, uns verborgenem Wege sehr viele Heiden zu seiner Erkenntnis und zum ewigen Heile führt. Es ist Gottes Gebot, das uns zum Missionsdienst verpflichtet, und die mündliche Verkündigung des wahren Glaubens ist und bleibt stets der normale Heilsweg.

Wenn aber auch viele Heiden ohne äußeren Anschluss an das Reich Jesu Christi gerettet werden, so bleibt es doch durch alle Ewigkeit ein großer Verlust, dass sie nicht zeitlebens im wahren Glauben und mit seinen reichen Gnadenmitteln für den Himmel gewirkt haben. Wieviel größer wäre ihre Seligkeit geworden, und so manche guten Werke zur Ehre Gottes sind ungeschehen geblieben.

Es muss uns also stets eine Herzenssache sein, das heilige Missionswerk zur Ausbreitung des wahren Glaubens nach Kräften zu fördern.

P. Hermann Fischer S.V.D. in „Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht“

Samstag, 21. Oktober 2023

Gedanken zum Fest der heiligen Laura Montoya

Die heilige Laura Montoya mit Angehörigen des Volkes der Embera

„Meine Seele brannte mit dem Verlangen, etwas Großes für meinen Gott zu tun, damit Er erkannt werde, und mein Mitleid mit den Ungläubigen wurde sehr klein im Vergleich zu meinem Verlangen, Gott erkannt und so geliebt zu sehen, wie Er es verdient.“

Die heilige Laura Montoya, geboren im Jahr 1874 im Westen Kolumbiens, war zutiefst von der Unwissenheit und Gottesferne der Indianer in den abgelegenen Regionen ihres Heimatlands bewegt. Sie fühlte sich zur Gründung einer Ordensgemeinschaft zur Missionsarbeit unter den indigenen Völkern angetrieben, die sie im Sinne einer zutiefst erlebten geistlichen Mutterschaft als ihre Kinder betrachtete. Gleichzeitig war jedoch ihre Liebe zu Gott so innig, dass sie ihre Missionsarbeit mehr von der Ehre Gottes als vom Heil der Ungläubigen her betrachtete – selbstverständlich ohne dabei deren Seelenheil zu vernachlässigen. Dieser Gedanke an die Ehre Gottes, der als höchstes Gut von allen geliebt zu werden verdient, kommt in ihren innigen Gebeten zum Ausdruck: „Mögen sie Dich zu Deiner Ehre erkennen! Mögen wir Dich mit den Seelen der Nichtchristen krönen. Mögen die nicht verloren gehen, die fern von Dir darben. Sieh, ich sterbe aus Wunsch, Dich erkannt und geliebt zu sehen.“ So wird das Mitleid zu den von ihr so sehr geliebten Ungläubigen klein, wenn es dem großen Gedanken der Ehre Gottes gegenübersteht.

Das Heil der Seelen ist ein heiliges und edles Motiv für die Missionsarbeit. Dennoch verdient das Motiv der Ehre Gottes, das vor allem Hauptmotiv des religiösen Strebens der Menschen sein sollte, auch bei der Behandlung des Missionsthemas wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt zu werden. Möge die heilige Laura Montoya uns hierin Vorbild und Fürsprecherin sein.

Sonntag, 23. April 2023

„Es werden mich selig preisen alle Geschlechter“: Der Muttergottesbaum in Matarieh (Ägypten)

Einer der ältesten und zugleich einer der wenigen Marienwallfahrtsorte, der direkt mit dem irdischen Leben der allerseligsten Jungfrau Maria in Zusammenhang gebracht werden kann, ist der Muttergottesbaum von Matarieh, der sich heute im Bezirk Al Matariyah in der ägyptischen Hauptstadt Kairo befindet.

Die Überlieferung berichtet, dass die Heilige Familie sich nach ihrer Flucht nach Ägypten in Heliopolis, der „Sonnenstadt“ (ägyptisch Pi-Ra, Wohnung der Sonne), niederließ. Diese im Altertum berühmte Stadt verfügte neben einem großen Sonnentempel über Schulen für Philosophie und Astronomie, in denen die heidnischen Priester studierten. Der biblische Patriarch Joseph heiratete Aseneth, die Tochter des Oberpriesters Putiphar, und wohnte dort. Möglicherweise hat auch Moses dort die ägyptischen Wissenschaften studiert. Zur Zeit des Herrn war Unterägypten Heimat zahlreicher Juden, die sich in der Umgegend des Tempels von Leontopolis niederließen. Weil Heliopolis bereits teilweise in Ruinen lag, so wählte die Heilige Familie Matarieh, einen kleinen Vorort Heliopolis’ mit einer großen jüdischen Bevölkerung. Da die ägyptischen Wohnhäuser zu jener Zeit aus Lehm waren, sind keine Überreste mehr von dem Heim der Heiligen Familie übrig, doch bis zum heutigen Tag wird ein anderes Relikt des Aufenthalts des Gottessohnes und seiner gebenedeiten Mutter dort verehrt: Der Muttergottesbaum von Matarieh. Es handelt sich dabei um eine Maulbeerfeige oder Sykomore (Ficus Sycomorus L.), wie sie im östlichen Mittelmeerraum und Afrika weitverbreitet ist. Der Baum wird auch in der Heiligen Schrift erwähnt. Unter einem solchen Baum, so die Überlieferung, soll sich die Heilige Familie ausgeruht bzw. Schutz gefunden haben.[1] In der Nähe dieses Baumes befindet sich eine Quelle. Im Bericht deutscher Wallfahrer aus dem Jahr 1484 heißt es: „Neben uns sehen wir die geweihte Quelle, aus der die glorreiche Jungfrau, Jesus, die Quelle der Frömmigkeit, und Joseph, das Beispiel aller Tugenden, ihren Durst gestillt haben. Nach einer alten Überlieferung unserer Vorfahren kam Joseph, da er auf Befehl des Engels aus dem Lande Israel floh, mit dem Kinde Jesus und seiner Mutter an diesen Ort. Von Durst gequält, bat er in allen Häusern Matariehs um Wasser, aber niemand gab ihm etwas. Ganz erschöpft und ermüdet von der Reise setzte sich die allerseligste Jungfrau mit dem Jesuskind und Joseph unter einen Baum nieder, und siehe da: plötzlich sprudelte an ihrer Seite eine Quelle hervor, und sie konnten sich erquicken.“

Der Ableger des ursprünglichen Baumes zu Beginn des 20. Jahrhunderts 
('Abre di la Viere - Matarieh (1904)' postcard sent by Charles Boddington 2021, Museum of Applied Arts & Sciences, accessed 23 April 2023, <https://ma.as/364278>)

Die Quelle wird schon in frühen christlichen Texten erwähnt, so in einer Predigt des Patriarchen Theophilus, der im Jahr 406 starb. Auch das apokryphe Evangelium über die Kindheit Jesu berichtet im 24. Kapitel: „Als die erhabenen Flüchtlinge die götzendienerische Stadt verließen, gingen sie zu einer Sykomore, die man heute den Baum von Matarea nennt; und zu Matarea ließ der Herr Jesus eine Quelle hervorsprudeln, in welcher Maria, die allerseligste Jungfrau, das Unterkleid des göttlichen Kindes wusch.“ Tatsächlich scheint es an diesem Ort eine Süßwasserquelle gegeben zu haben, während sich die Brunnen aus der Umgegend aus dem Nilwasser speiste, das in den Grund einsickert. Jedoch hat sich der Boden in den Jahrhunderten derart gehoben, dass heute das Quellwasser bereits mit dem Grundwasser aus dem Nil vermischt werden müsste. P. Jullien berichtet, dass das Wasser aus Matarieh tatsächlich weniger salzig war als das Grundwasser der Umgegend, das das Salz aus dem Boden löste. Nach der muslimischen Eroberung gewann die Quelle ein solches Ansehen, dass der ägyptische Sultan vermutlich im 13. Jahrhundert dort einen Landsitz bauen ließ, dessen Balsambaum-Garten nur mit dem Wasser aus der Quelle gegossen wurde. Die osmanischen Paschas in Ägypten zogen das Wasser aus Matarieh jedem anderen Trinkwasser vor.

Matarieh muss einst über eine bedeutende koptische Kirche verfügt haben, deren Kirchweihe in allen koptischen Kirchen Ägyptens und Äthiopiens am 8. Paoni des koptischen Kalenders, dem 15. Juni des gregorianischen Kalenders, unter dem Titel „Gedächtnis der Einweihung der Kirche der Jungfrau von Heliopolis und der wunderbaren Quelle“ gefeiert wurde. Möglicherweise war dies gar die Kathedrale des Bischofs von Heliopolis, dessen Bistum sich zur Zeit des Konzils von Ephesus im Jahr 431 nachweisen lässt. Sie wurde wohl zwischen dem 6. und 12. Jahrhundert entweder beim Schisma der Kopten oder bei der islamischen Eroberung zerstört, die auch einen Wiederaufbau im Jahr 1154 verhinderten, indem sie die im Bau befindliche Kirche plünderten und zu einer Moschee machten. Im 16. Jahrhundert bauten europäische Kaufleute aus Kairo in Matarieh eine Kapelle. Der Franziskanerpater Bernardin Amico, dessen Orden mit der Pflege der Kapelle betraut war, berichtet über den Bau: „Die Katholiken haben dort [in Matarieh] zu Ehren der Himmelskönigin eine Kapelle erbaut, welche noch besteht. Man sieht sie, wenn man den vor dem Garten befindlichen Hof betritt, rechts, etwa zehn Schritte von der Sakyeh. Das Innere derselben ist nur ein durch einige Treppenstufen in zwei Teile geschiedener Saal. Ein in den Boden gemauertes längliches Bassin, eine durch eine Lampe erhellte Nische in der Wand rechts, und im Vordergrund ein als Altar dienender Steintisch bilden den ganzen Schmuck. Man sagt, dass Maria in dem Bassin die Kleider des göttlichen Kindes wusch, dass sie dasselbe auf dem Stein ruhen ließ und dass sie an dem durch die Nische bezeichneten Ort betete. (…) An jedem Samstag, an den Feiertagen und an allen Muttergottesfesten wird hier die hl. Messe gelesen.“ Zwischenzeitlich wurde die Kirche von Ibrahim Pascha in eine kleine Moschee umgewandelt; nach seiner Absetzung erlaubten die Türken jedoch wieder den Christen das Gebet dort. In den folgenden Jahrzehnten verfiel die Kapelle zusehends und verschwand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die französischen Jesuiten in Kairo, allen voran P. Michel Jullien, der der bedeutendste Forscher auf dem Gebiet der Geschichte von Matarieh war, bauten in den 1890er Jahren eine Kirche, die diesen weniger bekannten Wallfahrtsort des Heiligen Landes – denn dazu gehört ja auch Ägypten – ehren sollte: 

„Seit einigen Jahren nun zeigt ein neues würdiges Heiligtum dem Pilger die Stelle an, wo die heilige Familie im Lande Ägypten gewohnt hat. Es ist das Werk der im Kolleg der heiligen Familie zu Kairo wirkenden französischen Jesuiten und besonders P. Julliens, der sich um die Erforschung der mit der Heiligen Schrift und der Kirchengeschichte in Verbindung stehenden Stätten so hohe Verdienste erworben hat. 

Schon von ferne grüßt aus der Mitte der Fassade auf rotem Marmorgrund dem Pilger die Inschrift entgegen: Sanctae familiae in Aegypto exsuli (Der heiligen Familie in ihrer ägyptischen Verbannung geweiht). 

Dieses Wort bringt denn auch die Idee zum Ausdruck, welche der Ausführung des schönen Heiligtums zu Grunde gelegt ist. So rufen die beiden eng aneinander liegenden Rundbogenpforten, wie man sie wohl bei Synagogen findet, die zwei Tafeln des alttestamentlichen Gesetzes ins Gedächtnis, unter dem die heilige Familie während ihrer Verbannung lebte. 

Anlehnend an die Legende, wonach bei der Ankunft des Heilandes die Götzenbilder von Heliopolis stürzten, wurden die tiefen Fundamente aus Ziegeln und Scherben des alten Sonnentempels von Heliopolis gelegt. Das Innere, ohne Reichtum, aber in schöner Einfachheit und Lichtfülle, strahlt in lieblichen, ruhigen Tönen den Frieden und die Reinheit wieder, welche die heilige Familie nach Ägypten gebracht. In einer Nische über dem Hochaltar, umrahmt von harmonisch angeordneten Bogen, Gewölben und Skulpturen, umleuchtet von mildem, bläulichen Scheine, thront die Gruppe der heiligen Familie, das Werk eines Lyoner Meisters.

Zwei Seitenaltäre zieren liebliche Statuen des hl. Antonius von Padua und des hl. Stanislaus Kostka, beide mit dem Jesuskind auf dem Arm. 


Am 8. Dezember des Jubiläumsjahres der Unbefleckten Empfängnis nahm der Apostol. Präfekt des Nildeltas unter zahlreicher Beteiligung von Pilgern aus Kairo und Umgebung die feierliche Weihe des Heiligtums vor. Eine Widmungstafel aus Marmor soll kommende Geschlechter daran erinnern, wie aus dem Vaterland Verbannte der verbannten heiligen Familie dieses Denkmal gesetzt. Sie trägt die Inschrift: ‚Französische Ordensleute, durch die gegenwärtige Verfolgung vertrieben, weihen als Zeichen der Liebe und Hoffnung auf ihre Rückkehr ins Vaterland der verbannten heiligen Familie dies Heiligtum.‘

Die Verehrung der heiligen Stätten hat im Laufe der letzten Jahre einen bedeutenden Aufschwung genommen. Ordensgemeinden, Bruderschaften, Vereine und Privatpersonen Kairos pilgern zu der heiligen Kapelle von Matarieh, und die Pilger nach dem Heiligen Land strömen in Scharen herbei, um die Ablässe zu gewinnen, welche an den Besuch des Heiligtums geknüpft sind.

Vor einem Jahre reihte nämlich der Heilige Vater die Kapelle von Matarieh den heiligen Stätten zweiter Ordnung ein, so dass dieselbe, was Würde und Vorrechte betrifft, den Heiligtümern von Tabor, der Werkstätte des hl. Joseph, der Kreuzauffindungs- und Mariä-Heimsuchungskirche, dem Josephs- und Unschuldig-Kinder-Altar in der Grotte von Bethlehem usw. ebenbürtig zur Seite steht.“[2]

Die Kirche der Heiligen Familie liegt heute genauso wie der Muttergottesbaum wenige Hundert Meter von der U-Bahn-Station El Matarya. Sie befindet sich in weitgehend unverändertem Zustand.

 

Gebet zur Heiligen Familie

„Heilige Familie, Maria und Joseph, die du zu Matarieh trotz der Entbehrungen und Demütigungen der Armut, der Einsamkeit der Verbannung, unter Verfolgung und Todesgefahr glücklich und zufrieden gelebt hast, weil Jesus in eurer Mitte war, und seine Gnade in euren Herzen regierte, erlanget den Pilgern die Gnade, dass Jesus in ihren Familien herrsche, ihnen Geduld und Frieden verleihe in den Prüfungen, und das Vertrauen, bald davon befreit zu werden.

Göttliches Kind Jesus, Du bist nach Ägypten gekommen und hast dort in den ersten Jahrhunderten Deines Gesetzes der Gnade die höchsten Tugenden erblühen lassen; gib, dass Deine Liebe und die christlichen Tugenden in diesem mit irdischen Gütern so reich gesegneten Lande auch jetzt wieder erblühen.“

 

Möge dieses Gebet des P. Jullien sich auch in unseren Tagen erfüllen.



[1] Der heute in Al Matariyah befindliche Baum ist wohl ein mehrere Generationen vom ursprünglichen Baum entfernter Ableger, da die über die Jahrhunderte beschriebenen Bäume deutlich unterschiedliche Formen aufwiesen. Der jetzige Baum ist im Jahr 2013 zusammengebrochen und wurde in der Folge beschnitten. Aus zwei Ästen hat sich mittlerweile ein neuer Baum gebildet.

[2] Ein afrikanisches Heiligtum. In: die katholischen Missionen. Herder’sche Verlagsbuchhandlung, Freiburg 1908

Samstag, 4. März 2023

Neues Buch exklusiv auf diesem Blog

 In den kommenden Tagen erscheint auf diesem Buch das erste Kapitel meines neuen Buchs Es werden mich seligpreisen alle Geschlechter. Marienverehrung in den Missionen. Die Zeitumstände bringen es mit sich, dass ich das Buch in seiner jetzigen Fassung nur online bereitstellen werde. Dazu werden regelmäßig vollständige Kapitel auf diesem Blog gepostet. 

Das erste Kapitel befasst sich mit „Maria, Königin der Missionen“ und wird morgen erscheinen. In den folgenden Kapiteln behandle ich wichtige Marienwallfahrtsorte und viele andere marianische Aspekte, die in diesem Format bislang noch nicht auf Deutsch erschienen sind.


Per Mariam ad Iesum!

Freitag, 9. Dezember 2022

Krippe und Mission – von P. Hermann Fischer (Teil 3)

 Fortsetzung von hier

Jede Krippe atmet diesen Frieden Christi.; um sie klingt das helle, warme Lied vom Seelenfrieden und ewigen Frieden, die das Kindlein gebracht hat.

Aber so viele fehlen noch an der Krippe, atmen nicht ihren Frieden, werden nicht beglückt von ihrem Friedenslied: die Sünder, die diesen Frieden nicht wollen; die Heiden, die ihn nicht kennen. Groß ist die Schar der Sünder; aber genügend viele Boten des Friedens bemühen sich um sie und ihre Seelennot. Größer ist die Zahl der Heiden, und den meisten fehlen die Führer zum göttlichen Friedenskönig in der Krippe.

Das katholische Missionswerk will ihnen helfen. Es ist die Erfindung und Gründung der Heilandsliebe Christi, um seinen Menschwerdungssegen auch jenen zu bringen, die noch hinter der düsteren Wolkenwand der Unwissenheit und Hoffnungslosigkeit leben. „Gehet in die ganze Welt, und lehret alle Völker, und taufet sie!“

Ein schönerer Auftrag wurde nie ausgesprochen; für eine herrlichere Aufgabe nie Menschen berufen. Das Missionswerk trägt den Weihnachtsfrieden und das Weihnachtsglück durch die Welt; es ist der immerwährende Weihnachtsengel, der den Heiden in ihrer Seelennacht aufleuchtet und sein Weihnachtslied singt: „Friede den Menschen auf Erden!“

Alle, die dem Missionswerk helfen, üben dieses Amt des Weihnachtsengels aus; sie tragen den Weihnachtsfrieden und das Weihnachtsglück in die Hütten der Heiden, jene köstlichen Güter, für die wir an der Krippe danken.

Sonntag, 4. Dezember 2022

Krippe und Mission – von P. Hermann Fischer (Teil 2)

 Fortsetzung von hier

Alle Menschen! Noch ist das Ziel nicht erreicht. Noch leben viele Millionen Heiden hinter der düsteren Wolkenwand der Gottesferne, und das ist ein riesengroßer Abbruch an der Ehre Gottes in der Welt. Wir wissen darum. Wer für die Ehre Gottes fühlt und Eifer hat – und jeder Gottesfreund muss das –, kann darüber nicht ruhig sein. Es wird ihn immer wieder drängen, seinen Teil beizutragen, damit das katholische Missionswerk sein hohes Apostolat: Anwalt und Mehrer der Ehre Gottes bis an die Grenzen der Erde zu sein, noch besser und erfolgreicher ausüben kann. Gott verherrlichen und seine Verherrlichung unter allen Völkern fördern, das ist und bleibt das Wichtigste und Segensreichste, was wir tun können. Die passendste Gelegenheit bietet das Missionswerk.

„Und Friede den Menschen auf Erden!“ So heißt die zweite Strophe vom heiligsten Krippenlied. Im Kindlein in der Krippe sind alle Völker der Erde gesegnet. Alles, was durch die Sünde entweiht war, hat dieses Kindlein wieder geweiht und den Frieden Gottes nach vieltausendjähriger Friedlosigkeit gebracht.

Wunderbar ist das. Das Kindlein in der Krippe ist „das Heil der Welt“: Seinen winzigen Händchen, die Mutterhand liebkosend streichelt, tragen das Schicksal aller Generationen; der kleine Mund wird göttliche Botschaft aus der ewigen Heimat künden, Tote erwecken und mit Machtspruch die ewigen Pforten öffnen. Auf diese zwei Augen werden als einzige Hoffnung die Milliarden von Menschenaugen gerichtet sein. Seine Füße gehen uns vorauf, und er allein kann uns einladen: Folget mir nach; ich führe euch zurück in die Heimat des Friedens – euch alle, die ihr guten Willens seid!“

Dienstag, 29. November 2022

Krippe und Mission – von P. Hermann Fischer (Teil 1)

 


(…) Das ist das Bedeutsamste und Gewaltigste an dem lieblichen Weihnachtsereignis: Gott selbst ist wirklich in seiner Schöpfung, und er hat sich mit ihr vereinigt zur unzertrennlichen Lebens- und Liebesgemeinschaft, zugleich zur höchsten Offenbarung seiner Herrlichkeit und Güte.

Darum heißt die erste Strophe des Krippenliedes: „Ehre sei Gott!“ – Wo immer eine Krippe oder ein Kripplein steht, erklingt dieser Preisgesang am feierlichsten und eindrucksvollsten. Nichts kann so Gottes Größe und Liebe verkünden wie das Kindlein in der Krippe. Darum mehrt jede Krippe, wo immer sie aufgestellt wird, Gottes Ehre und verherrlicht seine Macht und Liebe.

Dieser größeren Ehre Gottes dient zuerst und vor allem das katholischen Missionswerk unter den Heidenvölkern. Über allen Missionsarbeiten, allen Gaben und Opfern für die Missionen steht das Weihnachtsprogramm: „Ehre sei Gott!“ Das ist ihr erster Zweck und Sinn, und keine sonstigen menschlichen Anstrengungen haben so viel für die Mehrung der Ehre Gottes in der Welt getan wie das Missionsapostolat. Es hat die Weihnachtsbotschaft und das Weihnachtsprogramm auf der ganzen Erde verkündet. Es ist selbst zur schönsten Krippe geworden, die das menschgewordene ewige Wort in alle Welt hinausgetragen hat und immer noch hinausträgt, damit allen Menschen offenbar werde die Weisheit, Allmacht und Liebe Gottes, alle Menschen einstimmen in das Weihnachtslied: „Ehre sei Gott!“

(Aus: Stadt Gottes, 58. Jahrgang 1934/35, Heft 4)

Fortsetzung hier

Samstag, 26. November 2022

Missionsgedanken zum Advent

 


Wohl nicht zufällig birgt der Advent, in dem wir auf die An- bzw. Wiederkunft des Welterlösers warten, auch bedeutende Feste, die unsere Blick auf die Weltmission richten, damit auch diejenigen, die noch „in Finsternis und Todesschatten sitzen“, das Kind von Bethlehem als den menschgewordenen Gott erkennen und verehren.

Am 1. Dezember feiern wir das Fest des heiligen Charles de Foucauld, dessen Freude es war, mit seinem Apostolat in der Sahara den eucharistischen Heiland dorthin zu bringen, wohin Er noch nie gekommen war.

Am 3. Dezember ist der Festtag des großen Patrons der Weltmission, des hl. Franz Xaver, dessen Name allein schon den Gedanken an seine apostolischen Großtaten und sein Sehnen nach der Bekehrung Asiens erweckt.

Am 12. Dezember erinnert die Kirche an die Erscheinung unserer Lieben Frau von Guadalupe, deren Erscheinung entscheidend für die Bekehrung der Völker Mexikos war, die zuvor im tiefsten Heidentum verstrickt gewesen waren und von denen die Azteken regelmäßig grausamste Menschenopfer darbrachten.

Mit dem 21. Dezember, dem Fest des hl. Apostels Thomas, geht dem Weihnachtsfest noch ein großes Apostelfest voraus. Die Christen der Malabarküste in Indien verehren ihn als den ersten Missionar ihrer Heimat.

Mögen diese Feste in der Vorbereitungszeit auf Weihnachten uns immer wieder daran erinnern, auch für die zu beten, die Jesus Christus, das Licht der Welt, noch nicht kennen und lieben.

Donnerstag, 14. April 2022

Das allerheiligste Altarssakrament, Kraftquelle der Missionare

Missionsbenediktiner im Gebet vor dem Allerheiligsten

Für die Missionare […] ist die Gegenwart Jesu im heiligsten Sakramente die Quelle ihrer Kraft, der Treue und des Trostes. An ihrem Meister, der in der heiligen Hostie das arme Missionsleben mit ihnen teilt, haben sie stets das ergreifendste Vorbild des höchsten Seeleneifers vor sich. Seine Gnade macht sie stark, seine Nähe gibt Zuversicht und Mut, sein Segen ist ihr Trost, seine Liebe ihr Lohn. Nur der einsame Missionar, der inmitten hundertfacher Entbehrungen als einzigen Freund und Schatz den Heiland im Tabernakel besitzt, kennt das tiefe, heilige, vollkommene Glück der wahren Gegenwart Jesu im heiligsten Sakramente.

(Aus: Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht, P. Hermann Fischer SVD)

Mittwoch, 19. Januar 2022

Maria und die Missionen




Maria ist die Mutter Jesu, also die Mutter des göttlichen Missionars, der das Missionswerk begründet und zur Pflichtaufgabe seiner Kirche gemacht hat. Die Rettung aller Völker bleibt Jesu wichtigstes Anliegen. Aber Jesu Anliegen sind Marias Anliegen, Jesu letzter Wille – und das ist der Missionsbefehl – ist seiner Mutter unendlich teuer. Der Missionsdienst als Arbeit für die Ausbreitung des Reiches Jesu und die Rettung aller von ihm erlösten Seelen bewegt sich darum in der Richtung der heißesten Wünsche Marias. (…) Maria führt im Himmel kein wunschloses Dasein, sondern ihre Seligkeit ist ein unendlich süßes Verlangen für die Ehre ihres göttlichen Sohnes. Auch im Himmel ertönt wie auf Erden von ihren Lippen das unvergleichliche Fiat voluntas Tua! Dein Wille geschehe! Dein letzter Wille geschehe!



(Aus: Jesu letzter Wille, P. Hermann Fischer S.V.D.)

Samstag, 11. Dezember 2021

Aus dem Tagebuch eines Chinamissionars


 Einige kurze, aber schöne Gedanken von P. Froewis (siehe vorheriger Post) zu seinen Missionsreisen zu den Landgemeinden in Südschantung:

„Der gute Hirt muss katholisch sein [d. h. seine Seelsorge soll alle, auch die Heiden erfassen]. Immer ... neue Bekehrungen zu erobern probieren und den Christen selber Seeleneifer beibringen! Mit Missionsbegeisterung sie erfüllen! ... Jesus – die Apostel – gute, heilige Missionare ruhen, rasten nie! Immer mehr! Nie einschlafen!“


Samstag, 30. Januar 2021

Der selige Charles de Foucauld über die missionarische Pflicht Frankreichs

 


„Es ist eine große Gnade Gottes für Frankreich, dass Er diesem Land 50 Millionen Ungläubige als Untertanen gegeben hat, kleine Kinder, die es zu erziehen, zu evangelisieren, zum Himmel zu führen gilt: Welche Gnaden wird Frankreich erhalten, wenn es die Aufgabe erfüllt, diese 50 Millionen Seelen zu retten, die zu einem so großen Preis erkauft wurden, für die Christus gestorben ist! Welche Strafe wird es erhalten, wenn es aus schuldbarer Nachlässigkeit, Indifferenz und Egoismus diese so schwere Pflicht nicht erfüllt, die ganz besonders von ihm gefordert wird.“

 (Quelle: Sedes Sapientiæ, Nr. 154)

Sonntag, 25. Oktober 2020

Die heilige Laura Montoya: Christus mit den Seelen der Nichtchristen krönen


Heute wird in den Diözesen Bayerns der Weltmissionssonntag gefeiert und gleichzeitig nach dem Missale von 1962 das Christkönigsfest. Vor wenigen Tagen, am 21. Oktober, war das Gedächtnis der heiligen Laura Montoya, einer kolumbianischen Ordensgründerin, die sich ganz besonders der Heidenmission in ihrem eigenen Heimatland verschrieben hatte. Einen zentralen Teil ihrer Spiritualität bildete das Sitio[1] – das „Mich dürstet“ unseres Herrn am Kreuz, das sie in seiner tieferen Bedeutung als Durst Christi nach der Ehre des himmlischen Vaters verstand. Es war ihr innigstes Anliegen, diesen Durst Jesu zu stillen:

„Herr, blicke auf meine Tränen und lass meine Seufzer nicht länger ohne Antwort. Lass diejenigen, die dich nicht kennen, nicht noch länger ohne Licht. Trage Deinen Glauben endlich bis an die Enden der Welt, ich kann nicht mehr aufhören zu leiden, damit Du erkannt werden mögest. Mögen sie Dich zu Deiner Ehre erkennen! Mögen wir Dich mit den Seelen der Nichtchristen krönen. Mögen die nicht verloren gehen, die fern von Dir darben. Sieh, ich sterbe aus Wunsch, Dich erkannt und geliebt zu sehen. Wofür hast Du ihnen einen Verstand gegeben? Wofür haben sie ein Herz? Siehst Du nicht, dass wenn sie Dich nicht kennen, wenn sie Dich nicht lieben müssen, ihr Dasein ein einziger Misserfolg ist? Wenn Du nach Seelen dürstest und ich danach dürste, Deinen Durst zu stillen, warum stillst Du dieses Verlangen nicht, mein Gott? Was hält Dich davon ab, Herr? Stell mir den Preis dieser Geschöpfe in Rechnung, und ich werde Dich mit ihnen krönen.“

 (Quelle: https://luanyeph12.wordpress.com/2013/10/09/la-experiencia-del-dios-uno-y-trino-en-santa-laura-montoya/)



[1] Das Ordenskleid trägt über dem Marienmonogramm auch das Wort „Sitio“ (siehe Bild)

Mittwoch, 12. August 2020

Don Rua über die Missionen

 


Der selige Nachfolger von Don Bosco, Don Michele Rua, sagte über die Missionen:

„Die Missionen sind das Werk, das von Jesus Christus ganz besonders empfohlen wurde. Der erste Glaubensbote war Jesus selbst. Die Apostel waren gleichfalls Missionare; bezeichnet doch das Wort Apostel einen Abgesandten, Ausgeschickten. In der Tat, es war ihnen der Auftrag geworden, in alle Welt hinauszugehen, zu lehren und zu taufen. In der Folgezeit erweckte Gott manch anderen Glaubensboten. Ich erwähne nur St. Bernhard, St. Dominikus, St. Franziskus von Assisi, St. Ignatius von Loyola und Don Bosco. Dieser ward von Gott erweckt, um die Notlage der heutigen Gesellschaft zu steuern und abzuhelfen, er empfing aber auch die Sendung für die Missionen. Welch herrliche Gesichte und Schauungen wurden ihm zuteil! Verschiedene Völkerrassen, eine mit Dornen besäte Straße, Pflanzen mit blutbefleckten Früchten und die Missionsreisen seiner geistlichen Söhne!“


(Quelle: Amadei-Schlegel, Don Michael Rua, ein zweiter Don Bosco, Band 2)