Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

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Montag, 13. April 2015

„Deine eigenen Söhne, Indien, sollen dir Vermittler des Heiles sein“ – Priesterweihe von Father Jean Marie FSSR in Neuseeland

„Deine eigenen Söhne, Indien, sollen dir Vermittler des Heiles sein“ – Papst Leo XIII. in der Enzyklika zur Gründung des indischen päpstlichen Generalseminars in Kandy.


Herzliche Glückwünsche an den Neupriester Fr. Jean Marie FSSR, der am Ostersamstag in Christchurch, Neuseeland, nach dem überlieferten Ritus zum Priester geweiht wurde. Tu es sacerdos in aeternum! Möge sein priesterliches Wirken auch große Gnaden für seine indische Heimat bringen.

Viele schöne Fotos von der Weihe sind hier zu finden.

AKTUALISIERT:

Hier die Fotos von der Primiz



Sonntag, 1. Dezember 2013

Bei den Maori auf den Cook-Inseln


Berg auf Raratonga (Marcus Gleinig (Suwarrow))

Bereits voriges Jahr wurden Gründung und Anfänge dieser Mission besprochen. Wir fassen im Folgenden die inzwischen eingelaufenen Berichte kurz zusammen. Ende 1895 war die Zahl der Neophyten (Neubekehrten) auf 100 gestiegen und die Zahl der Katechumenen erfreulich im Wachsen.

Trotz aller Plagereien, so meldet der Provinzial der Picpus-Missionäre, P. Georg Eich, blüht die Christengemeinde des P. Bernardin Castanie in Raratonga fröhlich auf. 
„Die neubekehrten Christen sind einfach, gut und fromm. Was mir besonders auch gefällt, ist ihr Glaubensgeist und ihre Ehrfurcht vor dem Priester. 

Die größere Zahl der im Hauptort wohnenden Christen wohnt täglich der heiligen Messe bei. Öfters traf ich sie schon um 5 Uhr morgens vor der Kapellentür in Erwartung, dass sie geöffnet werde. Gebete und Rosenkranz werden dann gemeinsam verrichtet, und nach der heiligen Messe gehen sie still an ihr Tageswerk. Auch über Tags kommen manche, die einen freien Augenblick haben, um einen Besuch beim Allerheiligsten zu machen. 

Sie haben eine bestimmte Art, den Rosenkranz zu beten. Während acht Tagen  beten die Männer vor, d.h. nennen die Geheimnisse und beten den ersten Teil des Glaubensbekenntnisses, Vater unser, Gegrüßet seist du Maria. Frauen und Kinder antworten. Die folgende Woche haben die Frauen diese Ehre, dann die Kinder. Sind aber Neophyten aus der Nachbarschaft, wie an Sonn- und Feiertagen, zugegen, so haben diese den Vorrang, so dass jetzt alle Neophyten den Rosenkranz sehr gut zu beten verstehen. 

Abends um 6 Uhr versammeln sich die Christen abermals in der Kapelle, singen heilige Lieder und verrichten zusammen ihr Abendgebet. Dann wird ein kurzer Unterricht gehalten, an dessen Stelle hie und da aus dem Katechismus ausgefragt wird.“

P. Bernardin war inzwischen eifrig am Bauen, da die Josephsschwestern von Clugny in Bälde erwartet wurden und für sie Platz geschaffen werden musste. Sie sollen in der Schule untergebracht werden, während der Missionär sich ein eigenes kleines Häuschen zimmert. 

Dann will P. Bernardin neue Kapellen errichten, zuerst in Avarua, dann in Takituma und Aorarngi, den zweitwichtigsten Orten der Insel. Vorigen Herbst langten auch die ersten Schwestern an und eröffneten sofort die Schule, die schon bald von 80 Kindern besucht wurde. 
Die Kinder hängen sehr an den guten Schwestern, und diejenigen, deren Eltern sie aus Furcht vor dem protestantischen Prediger nicht in die Schule ließen, vergossen bittere Tränen. Der Herr ist begreiflicherweise sehr bös über die neue Wendung, die seine eigene Schule entvölkert. 

Ein oder zweimal die Woche hält der Missionär den Kindern in der Schule Katechese und lädt sie ein, am Sonntag in die Kapelle zu kommen, ein Wunsch, dem alle sehr gerne Folge leisten.
Die neue Gründung verspricht also guten Fortgang. Ohne ein bisschen Kampf wird es wohl kaum gehen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1896)

Sonntag, 2. Juni 2013

Mission unter den Anhängern einer fanatischen Maori-Sekte

 
Hau-Hau Gründer Te Ua Haumene

P. Becker (Übersetzer des Neuen Testaments ins Maori) aus der Gesellschaft des hl. Joseph von Mill Hill gibt in einem Brief einen recht hoffnungsvollen Bericht über den Fortgang der Mission unter den Maoris (…). Nach einem allgemeinen Überblick über den Stand der Mission und einer dringenden Bitte um neue Mitarbeiter fährt er fort:

„Wir sind allgemein recht beliebt und geachtet bei den Maoris, sowohl Katholiken als Protestanten, und selbst bei den Hau-Hau (Anhänger der bekannten fanatischen Sekte, die sich nach ihrer Versicherung auf Befehl Jehovahs [Hau-Hau] in den 60er Jahren zum Vernichtungskrieg gegen die Engländer erhoben). 

Die Hau-Hau sind zwar der Bekehrung sehr wenig zugänglich. Es steht bei ihnen fest, sich von allem europäischen Einfluss und folgerichtig von jeder Religion, die durch Europäer verbreitet wird, fernzuhalten. Dem P. Holiërhök ist es aber gelungen, in diese chinesische Mauer die erste Bresche zu legen. 

Um Weihnachten herum hat er gegen 40 Hau-Hau getauft, und im Augenblick verlangt, wie ich höre, auch ein anderer Stamm nach einem Priester. Der Protestantismus verliert immer mehr Boden unter den Maoris. Protestantisch gewordene Maoris treiben allmählich in den Mormonismus und Hauhaunismus hinein; einige wenige jedoch finden den rechten Weg zu uns.

Wir zählen in unseren Distrikten etwa 1500 Katholiken. Seit unserer Ankunft haben wir bereits nahe an 400 getauft, meist Protestanten, von denen die Hälfte Erwachsene. Hätten wir nur noch einige Mitarbeiter, so könnten wir unser Wirkungsfeld auch bis zu den Hau-Hau im Innern ausdehnen, die vor etwa 20 Jahren noch alle katholisch waren. 

Doch blicken wir vertrauensvoll in die Zukunft. Eben erhalte ich die freudige Nachricht, das P. Holiërhök einen ganzen Familienstamm von Hau-Hau bekehrt hat, 53 an der Zahl, und dass zwei weitere Stämme mit der Bitte an ihn gesandt, er mögen kommen und sie taufen. Deo Gratias!


(aus: die katholischen Missionen, 1885)

Dienstag, 30. April 2013

Der heilige Peter Maria Chanel – der Protomärtyrer von Ozeanien (Teil 3)

Triumph des heiligen Peter Chanel, die Engel halten die Marterwerkzeuge, Keule und Axt

Fortsetzung von hier

Die größte und wohl begründete Angst der christenfeindlichen Häuptlinge war die Vernichtung der alten „Religion. Auch hatte der König in seiner bisherigen Rolle als Abgott seiner Untertanen nun zu fürchten, dass mit der Einführung der katholischen Religion sein fast unumschränkter Einfluss gefährdet würde.

Pater Chanel war zwar als sanftmütig und geduldig bekannt, er konnte aber auch sehr fest auftreten. Augenscheinlich wurde er einmal vor einer Versammlung der Einheimischen mit einer Frage versucht, als er unter anderem über die Natur Gottes sprach. Einer aus der Versammlung stand auf, und fragte, ob nicht Riuliki den wahren Gott in der Brust trage. Riuliki war selbst zugegen. Pater Chanel erwiderte: „Nein, meine Freunde, Jehova, der einzig wahre Gott, wohnt nicht in den Herzen derer, die sich weigern, ihn kennen zu lernen.“ 
Einige Zuhörer gaben wohl zu, dass Pater Chanel mit seinen Erklärungen der katholischen Religion Recht hatte, aber die Furcht vor dem König erstickte den Samen der Wahrheit in vielen Herzen.

Die Situation der Missionare verschlimmerte sich zusehends. Die Diebstähle wurden immer dreister, und wenn die beiden Männer ihr karges Mahl zu sich nehmen wollten, geschah es manchmal, dass eine ganze Horde in die Hütte eindrang und verlangte, mitzuessen, sodass kaum etwas übrig blieb. Die Lage wurde so schlimm, dass die beiden Missionare ihren Haushund schlachten mussten.
Auch die Katechumenen wurden von der christenfeindlichen Partei bedroht. Trotzdem hatten einige junge Männer den Mut, die Missionare weiter mit Essen zu versorgen.

Eines Tages, am Vorabend des ersten Jahrestags des Friedens auf Futuna hielt der Rat der Alten in der Hütte der Missionare eine Versammlung ab.
Br. Nizier hielt sich wohl in oder bei der Hütte auf und hörte die Worte „die beiden müssen verschwinden, es ist des Königs Wille.“ Gleich ging der Bruder zum Heiligen, der bei der Feldarbeit war und sagte zu ihm: „was plagen Sie sich noch länger, Hochwürden! Morgen müssen wir ja doch sterben.“ 
Auf die folgende Erzählung des Gehörten antwortete der Pater ruhig „nun wohl“. Auch gab es Gerüchte, dass man alle Katechumenen ermorden wollte, um jede Spur des Christentums auszutilgen.
Obwohl Musumusu, der Hauptfeind Pater Chanels, dem König unter anderem vorstellte, dass seine Macht schwinden würde, zögerte dieser noch, gegen die Missionare vorzugehen.
Doch die Bekehrung von Riulikis ältestem Sohn Maitala führte eine baldige Entscheidung herbei. Der König war erbittert über die Bekehrung und bedrohte seinen Sohn, konnte diesen aber nicht vom Christentum abbringen.
Mehr oder weniger mit Gutheißung, allerdings wohl mit einigem inneren Zwiespalt erlaubte er die Ermordung des Priesters. Musumusu fragte Riuliki, was er tun solle, worauf dieser antwortete: „Du fragst, was zu tun sei; tue was du willst. Ich habe jenen Menschen liebgewonnen, als ich mit ihm zusammenlebte. Ich sage nicht: Erschlage ihn! Ich sage auch nicht: tue es nicht! Tue, was du willst!“. 
Musumusu setzte sich mit den anderen Häuptlingen in Verbindung, wovon einige noch zurückschreckten und meinten, es solle nur gegen die Gläubigen vorgegangen werden, worauf er erwiderte, dass so das Christentum nicht verschwinden würde, solange der Priester noch lebe. Als er sagte, dass der König es erlaubt hätte, war die Ermordung entschieden.

Zunächst wurden einige Katechumenen von der Bande überfallen und übel zugerichtet, darunter der Sohn Riulikis, Maitala, und seine Schwester Flore. Bei dem Kampf holte sich Musumusu eine Verletzung an der Nase. Die Mordbande zog weiter zur Hütte der Missionare. Auf dem Weg versuchte der Greis Galugalu vergebens, sie zu ermahnen, den Mord nicht zu begehen.

P. Chanel war mit einer Fußverletzung allein in der Hütte, da Bruder Nizier einige Tage bei Thomas Boog auf der anderen Seite der Insel verbrachte. 
Filitika, einer der Verschwörer, der später selbst in den Prozessakten zur Seligsprechung aussagte, trat in die Hütte, und bat Chanel, ihm ein Heilmittel für Musumusu zu geben, der auf die Frage des Missionars vorgab, sich beim Abschlagen von Kokosnüssen verletzt zu haben. Chanel holte das Heilmittel, während Filitika einen Packen Linnenzeug stahl. Pater Chanel merkte dies und rief: „Filitika, du stiehlst in meinem Haus?“. Dieser antwortete nicht. 

Als der Heilige heraustrat, sah Pater Chanel, wie sich die Bande an seinen Sachen zu schaffen machte. Musumusu rief ihnen ärgerlich zu, dass sie nicht klauen, sondern den Priester töten sollten. Fitilika ergriff Pater Chanel und sagte zu einem anderen, er solle mit der Keule zuschlagen. Pater Chanel wehrte mit dem Arm ab, der dabei zerschmettert wurde. 
Ein zweiter Schlag traf seine Schläfe. Als zwei Katechumenen P. Chanel in seinem Blut liegen sahen, blickte er sie freundlich an und sagte „Malie fuai, loku mate“ – „es ist gut für mich, dass ich sterbe“. Nach einer Auseinandersetzung mit dem Katechumenen Ramusigano, der Pater Chanel schützen wollte, versetzte Musumusu dem Märtyrer mit einer Axt den tödlichen Schlag und spaltete dessen Kopf.

Obwohl es ein wolkenloser Sonnentag war, hörte man zur Zeit von P. Chanels Tod einen lauten, donnerähnlichen Knall, der die Insulaner in Angst versetzte und später von vielen Zeugen unter Eid bestätigt wurde. 
Pater Chanels Leichnam wurde vom König und Musumusu begraben und seine Hütte niedergerissen, so dass keine Spur mehr von der Mission blieb. Musumusu und seine Gefolgsleute triumphierten und schmähten das Christentum. In den geraubten Messgewändern führten sie heidnische Tänze auf.

Doch auf einmal war die Freude vorbei: der Bruder des Königs starb plötzlich, der fettleibige Riuliki selbst wurde von einer aussatzähnlichen Krankheit befallen und magerte in kurzer Zeit zu einem Skelett ab, während er bei lebendigem Leibe verfaulte. Seine Götzen, zu denen er getragen wurde, konnten ihm natürlich nicht helfen. 
Nach Riulikis Tod folgte ihm  Musumusu auf dem Königsstuhl; er konnte seine Macht aber nicht festigen. Anfang 1842 tauchte ein französisches Kriegsschiff auf, um die Leiche des Missionars abzuholen. 
Sam-Keletoni, einer der Anführer der Besiegten, der nach dem Krieg auf Rat P. Chanels nach Wallis geflüchtet war, befand sich ebenfalls auf dem Schiff und wurde auf das Drängen des französischen Kapitäns mit den anderen Vertriebenen aufgenommen und als Oberhäuptling von Sigawe eingesetzt. Er konnte seinen Einfluss nun nutzen, um den Götzendienst abzuschaffen. Pater Chanels Leichnam wurde nach Neuseeland gebracht.

Die Stelle seines Martyriums wurde als heilig verehrt. Das gesamte Volk verlangte nun den christlichen Unterricht und einen Priester. Einige Monate später kam Msgr. Pompallier auf die Insel, und man gab ihm die Befugnis, die politischen Verhältnisse zu ordnen. Er erklärte, dass die Insel für zwei Könige zu klein sei, und deshalb sollten sie einen aus ihrer Mitte als einzigen König wählen. Sam-Keletoni ging aus der Wahl als Sieger hervor und wurde bald darauf getauft. 10 Tage später folgten 114 bereits gut unterrichtete Landsleute, denen Msgr. Pompallier auch gleich das Sakrament der Firmung spendete.

Jean-Baptiste (tonganisch: Soane Patito) Pompallier, erster Apostolischer Vikar von Zentralozeanien, Kirchenfenster in Lapaha, Tonga (Quelle: Tau'olunga)

Wieder bewahrheitete sich das Sprichwort „Das Blut der Märtyrer ist der Samen des Christentums“. Selbst die Frau von König Riuliki, die eine erbitterte Feindin von P. Chanel war, bekehrte sich und auch Musumusu bat nach einigen Umtrieben das Volk öffentlich um Verzeihung, bekehrte sich aufrichtig und starb eines erbaulichen Todes.
Die Reliquien des hl. Peter Chanel wurden über Neuseeland und Australien nach Lyon in das Mutterhaus der Maristen gebracht. 1985 wurde die letzte Reliquie, der Schädel, wieder nach Futuna überführt.

Am 17. Dezember 1889 wurde Peter Chanel von Papst Leo XIII selig-, am 12. Juni 1954 vom ehrwürdigen Papst Pius XII heiliggesprochen. Die etwa 15.000 Einwohner von Wallis und Futuna sind heute laut CIA World Factbook zu 99 % katholisch.

Pater Chanel ist der einzige Heilige Ozeaniens (wenn man Australien außen vor lässt) und der Patron dieser Region. Möge er für seine Kinder und für uns bitten!

Kapelle bei Poi zu Ehren des Märtyrers


 (Quelle: die katholischen Missionen, 1890)

Mittwoch, 17. April 2013

Der Herr ist König, es frohlocke die Erde; es freue sich der Inseln Zahl! (Psalm 96 (97),1)

Diakon (heute Father) Magdala Maria F.SS.R.
 aus Sydney, Australien,
Sohn samoanischer Eltern,

Mönch auf Papa Stronsay, Schottland
bei der Osterpredigt in Christchurch, Neuseeland.

Es freue sich der Inseln Zahl!

Montag, 3. Dezember 2012

Sonntag, 2. Dezember 2012

Mission unter den Maori



Maori-Familie im 19. Jhd.

Die Maori-Mission in der Diözese Auckland liegt seit etwa fünfzehn Jahren in Händen der Missionspriester vom hl. Joseph von Mill Hill. Die Arbeit ist hart, da die Reste dieses prächtigen, aber durch die englische Kolonisation dem langsamen Untergang geweihten Volkes meist in den Bergen zerstreut liegen. Bekanntlich ist Neuseeland ein Alpenland, ähnlich der schönen Schweiz.
Auch hier hat ein deutscher Missionär, P. Becker, der langjährige Obere der Mission, sich um die Christianisierung der Maoris ganz besonders verdient gemacht. Seit vielen Jahren weiht er ihnen seine ganze Kraft. Sein Posten Purakan, im Distrikt Hokianga, ist die älteste, noch von Msgr. Pompallier gegründete Missionsstation des Landes. Sie hat letztes Jahr dank der langjährigen Bemühungen P. Beckers ein neues, hübsches Kirchlein und eine Priesterwohnung erhalten.
Das kleine Gotteshaus ist, der Altar ausgenommen, ganz das Werk zweier Maorikünstler. Die Einweihung war ein gemeinsames Fest für die katholischen Maoris, die von allen Bergen und Tälern herbeiströmen. P. Lightheart, der jetzige Missionsobere, und P. Bressers kamen zwei Tagereisen weit mit 70 Maoris von Whangaru an der Küste herangeritten, und die umliegenden Berge wiederholten mit lautem Echo den Gruß, den die hünenhaften Häuptlinge mit Stentorstimme den Patres entgegenriefen: Haere mai, e pa, haere mai, na kautau ko to whanau! — Willkommen, Pater, willkommen, du und deine Kinder!

An die 800 Mann Maoris und Europäer hatten sich eingefunden. Drei Tage lang wurden Beichten gehört, und am Festtage trat eine große Zahl der Neubekehrten zum Tisch des Herrn. Natürlich beschloss ein großes gemeinsames Festmahl, bei welchem die Häuptlinge persönlich aufwarteten, die Feier. Von Purakan zog der Missionsobere mit den Seinen zur Station des P. Smiers, wo er gleichfalls eine neue Kirche einweihte und die Festfeier sich erneuerte. Im Augenblick sind zwölf Priester der Genossenschaft fast ausschließlich in der Maorimission tätig. Jede Station hat jetzt ihr Kirchlein, und das Bekehrungswerk nimmt einen recht tröstlichen Fortgang.


(Aus: die katholischen Missionen, 1900)

Samstag, 4. August 2012

Wie sich die Maori ihre Rosenkränze verdienen mussten

Maori-Häuptlinge

P. Madan, Missionär des St.-Josephs-Kollegs in Mill Hill bei London, schreibt den 27. September 1887 von St. Joseph’s Whare zu Matata an der Plenty Bay die folgenden Notizen über die Fortschritte der Mission unter den Maori:

„P. Becker ist in der vulkanischen Gegend der heißen Quellen und wird sich wahrscheinlich zu Ohinemutu, ganz nahe an dem Vulkan, niederlassen.
Der Reihe nach besuchte er die verschiedenen kleinen Gruppen von Katholiken, welche in der dortigen Gegend zerstreut leben; alle nahmen ihn mit Freuden auf und wünschten sehnlich, dass Priester kommen möchten.
Ihre Frömmigkeit ist sehr erbaulich; zwei- bis dreimal täglich versammeln sie sich zum gemeinschaftlichen Gebete und kommen gerne zur Beichte, doch die Männer lieber als die Frauen. Unsere Hauptsorge muss dem kommenden Geschlecht gelten. Der schlimme Einfluss der protestantischen englischen Einwanderer ist jetzt viel größer als früher.
In einer Niederlassung leben zwei Drittel der englischen Ansiedler in wilder Ehe mit Maorifrauen, was natürlich den schlimmsten Einfluss auf die Kinder hat.
Nicht nur Missionäre, auch Nonnen für die Erziehung der Mädchen haben wir deshalb notwendig; sie müssen aber bereit sein, von den Almosen zu leben, welche die Maori geben, d.h. von Kartoffeln, Schweinefleisch, Fischen usw. 


Ich bin jetzt zu Whakatane an der Südgrenze meiner Mission. Alle Maori in der Umgegend sind Katholiken; andere, welche zwei bis drei Meilen entfernt wohnen, sind vor einigen Jahren infolge einer vorgeblichen Krankenheilung zu der sogenannten Hauhau-Sekte, einem Gemisch aus Judentum, Protestantismus und Heidentum, abgefallen.
Bei meiner unerwarteten Ankunft am letzten Freitag wurden sofort die hervorragenden Katholiken benachrichtigt, dass am Sonntag Gottesdienst sei.
Zwei Maori boten sich an, mit einem Brief von mir die Katholiken in den entfernteren Niederlassungen aufzusuchen. So kamen vierzig bis fünfzig zur heiligen Messe und zwölf davon empfingen die heiligen Sakramente.
Der alte Katechist von hier wurde von Bischof Pompallier bekehrt und getauft. Sein Sohn, ebenfalls Katechist, besorgte mein Pferd und stellte sein kleines Haus zu meiner Verfügung. 


Jeden Morgen und Abend halte ich einen Unterricht. Bevor ich den Leuten einen Rosenkranz schenke, müssen sie mir die Geheimnisse und die Art und Weise, ihn zu beten, aufsagen und erklären.
Es ist recht erbaulich, zu sehen, wie Greise und alte Mütterchen sich alle Mühe geben, meine Fragen zu beantworten und den Rosenkranz zu beten, und oft eine ganze Stunde reden, bevor sie den Rosenkranz erhalten. 


Während der ganzen Messe werden in der Landessprache Gebete verrichtet und Lieder gesungen, wie es im Rheinland Gebrauch ist. Nach der Kommunion betet der Katechist für alle, welche das heilige Sakrament empfangen haben, eine gemeinschaftliche Danksagung vor.
Der Katechismus ist sehr umfangreich, ausführlicher als die in England gebräuchlichen und fast so groß wie der alte irische Katechismus. Er bietet dem Priester eine ausgezeichnete Grundlage für den eingehenderen Unterricht.


(Aus: die katholischen Missionen, 1888)

Dienstag, 20. Dezember 2011