Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Mittwoch, 4. Juni 2014

Auch die Missionäre lesen die „katholischen Missionen“


Von dem Steyler Missionär P. Gebhard Bischof in Ts’auschien (Süd-Schantung) erhalten wir eine längere Zuschrift, aus welcher wir wenigstens das Wesentliche kurz mitteilen. Er spricht sich zunächst mit warmer Anerkennung über den großen Nutzen aus, den eine Zeitschrift wie „Die katholischen Missionen“ den Missionären selber bringt.

„Es ist diese weltbekannte Monatsschrift für uns Missionäre selbst die besten Anregung zur unverdrossenen Arbeit. Gerade hier in China und gerade jetzt erscheint es von großer Bedeutung, dass auch der gewöhnliche Arbeiter im Weinberg des Herrn die Verhältnisse und die Methoden der übrigen Missionsgebiete kennen lernt. Für diese Kenntnis bildet zweifellos besonders diese Missionszeitschrift die zuverlässigste Quelle. 

Sie ist die allgemeinste Missionszeitschrift, da sie die Interessen der ganzen katholischen Missionskirche vertritt, die zuverlässigste, da in ihr meistens gerade die erfahrensten, weitausblickenden Männer das Wort führen, die autoritativste, da in ihr die Bischöfe und Apostol. Vikare als die berufenen Führer ihre Parolen ausgeben und den Missionären als ihren Soldaten die Schlachtordnung vorzeichnen, endlich eine wahrhaft apostolische Zeitschrift. Daher habe ich sie so lieb gewonnen.“ (…)


(Aus: die katholischen Missionen, 1909)

Dienstag, 3. Juni 2014

Kurioses: Der Katholik reist mit der Hamburg-Amerika Linie

In einem meiner Missionshefte habe ich die folgende Beilage gefunden (Jahr 1929). Es handelt sich um einen Werbeflyer der HAPAG (Hamburg-Amerika Linie), die Werbung für sozusagen „katholikengerechtes“ Reisen macht. Das waren noch Zeiten! Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.









Montag, 2. Juni 2014

Mission der Kamillianer unter den Diaspora-Katholiken von Jütland

Missionspionier in Dänemark: der deutsche Bischof Johannes von Euch von Kopenhagen


Die junge, in Holländisch Limburg entstandene und ansässige Provinz der deutschen Kamillianer (der Orden der „Väter vom guten Tod“ wurde 1585 vom hl. Kamillus von Lellis gegründet) hat seit etwa zwei Jahren ihre Hilfe der nordischen Mission angeboten und dort in Aalborg (Jütland) ihre Tätigkeit begonnen. Über die Entstehung und die Lage dieser neuen Gründung gibt das folgende Schreiben einige Auskunft:

„Nachdem bereits Städte wie Colding, Fridericia, Aarhus u. a. ihre katholischen Schulen und Kirchen haben, hat die katholische Mission seit kurzem auch in der Stadt Aalborg, im nördlichsten Teil von Jütland, Fuß gefasst.

Hübsch am Limfjord hingestreckt, zählt die Stadt, durch angelegte Fabriken und lebhaften Handel rasch emporgekommen, jetzt 31.000 Einwohner. Katholiken aus allen Ländern hatten sich im Lauf der Zeit dort niedergelassen, waren aber in religiöser Hinsicht recht verwahrlost. Auch die anderen Katholiken, die in dem zu Aalborg gehörenden, 150 Quadratmeilen großen Landdistrikt zerstreut wohnen, standen vereinsamt und jeglichem katholischen Einfluss entzogen. 

Um diesem Übel abzuhelfen, berief der hochw. Bischof Johannes von Euch von Kopenhagen vor zwei Jahren die Kamillianerpatres nach Aalborg. Was dieselben vorfanden, waren arme Katholiken, gänzlicher Mangel an Seelsorge, die größten Vorurteile von Seiten der Andersgläubigen. 

Nicht einmal ein Betsaal war da, so dass anfangs die heiligen Geheimnisse in einem gemieteten Hotellokal gefeiert werden mussten. Alles war von Grund auf neu zu schaffen.
Es galt zunächst, Grund und Boden zu erwerben. Ein dazu passendes Wohnhäuschen mit einem entsprechenden Areal war denn auch bald erworben, freilich nicht ohne eine drückende Schuldenlast. 

Eine Wohnstube wurde zunächst für den Gottesdienst eingerichtet. Schon bald legte indes die starke Beteiligung am Gottesdienst von Seiten der Katholiken wie Andersgläubigen den Patres die Pflicht auf, ein Kirchlein zu erbauen. Das hieß natürlich eine neue Schuldenlast auf sich nehmen. Der Not gehorchend und auf die Hilfe der seligsten Jungfrau, der das Kirchlein geweiht war, vertrauend, unterzogen sich die Patres, obschon mitten unter Andersgläubigen von jeder Unterstützungshilfe abgeschnitten, der schwierigen Aufgabe. Sie hatte die Freude, kurz vor Weihnachten durch den hochw. Bischof Johannes von Euch das Kirchlein eingeweiht zu sehen.

Die Einweihung selbst war ein Freudenfest für die Katholiken Aalborgs. Viele Glaubensgenossen waren von nah und fern erschienen; selbst Andersgläubige, unter ihnen fast der ganze protestantische Stadtrat, nahmen am Fest teil. 

Das Kirchlein konnte die Menge nicht fassen. Seit 400 Jahren hatte Aalborg ein solches Fest nicht mehr erlebt. In der herrlichen Predigt, die der hochw. Bischof bei der Einweihung hielt, hob er besonders hervor, wie er bis vor 30 Jahren der einzige Priester in ganz Jütland gewesen sei. 

Damals habe er ab und zu auch diese Gegend durchreist, um den einzelnen, weithin zerstreut wohnenden Katholiken Trost und religiösen Beistand zu bringen. Nunmehr sei auch in Aalborg, dem nördlichst in Jütland vorgeschobenen kirchlichen Vorposten, ein Marienkirchlein erbaut, und er habe die volle Überzeugung, dass dasselbe diesem weiten Distrikt zum Segen gereichen werde.(…)


(Aus: die katholischen Missionen, 1901)

Sonntag, 1. Juni 2014

Der Vater des hl. Arnold Janssen über „Helden des Glaubens“ – Wie man Kinder zu Missionsfreunden erzieht

St. Arnold Janssen S.V.D.
Wenn der fromme Vater des hl. Arnold Janssen, Gerhard Janssen, seinen Kindern aus dem „Jahrbuch der Verbreitung des Glaubens“ vorlas, sagte er zu seinen Kindern:

„Kinder, ich sage euch: die Missionare, das sind Helden des Glaubens, die alles für den lieben Gott hingegeben haben.“

Besonders auf seinen Sohn Arnold machte dieser Satz großen Eindruck, der ihm später auch als Priester noch im Gedächtnis blieb. 

Er gründete schließlich die Gesellschaft des göttlichen Wortes (Steyler Missionare) und wurde so selbst der geistliche Vater von zahlreichen Missionaren und Missionsschwestern, wahren „Helden des Glaubens“.


(Quelle für das Zitat: Die Weltmission der katholischen Kirche, Nr. 7/8 1935)

Donnerstag, 29. Mai 2014

Priester in bitterster Armut in der russischen Verbannung


Vor kurzem veröffentlichte das „Bien Public“ einen Brief mehrerer nach Sibirien verbannter Priester an eine hochgestellte Dame, dem wir Folgendes entnehmen. 

„Durch das größte Elend gezwungen, erlauben wir uns, an Sie, edle Prinzessin, eine Bitte zu richten. Nach den Ereignissen von 1865 (Niederschlagung des Januaraufstands durch die Russen) sind wir für 12 bis 20 Jahre nach Sibirien verbannt worden, um dort Zwangsarbeit zu verrichten. 

Im Jahr 1879 hat man uns nach dem Gouvernement Wologda transportiert, wo wir, ohne die geringsten Mittel, für unseren Unterhalt sorgen zu können, auf die Dörfer verteilt sind. Was am schlimmsten ist, unter uns befinden sich Priester, welche siebzig oder achtzig Jahre alt sind. Nachdem wir so lange Jahre hindurch so viel für die Gerechtigkeit und die Wahrheit gelitten haben, sind wir heute in ein solches Elend geraten, dass wir uns nicht einmal ein Stück Brot kaufen können. 

Gott ist unser Zeuge, dass wir Tage gehabt haben, an denen wir nicht einen Bissen zu uns genommen. Seit einigen Monaten haben wir uns so eingeschränkt, dass wir selbst unsere Kleider verkauft haben, um nicht vor Hunger zu sterben; heute besitzen wir nichts mehr, um dieses tun zu können. Die Einwohner verfolgen uns, und der Zutritt zu einer Stadt ist uns strengstens untersagt; wir sind ohne alle Hilfe, ohne Hospital, ohne Kleidung; wir sind nicht im Stand, unsere Miete zu bezahlen. 

Wir haben eine Petition an die Regierung abgesandt; jedoch ehe Hilfe ankommen kann, müssen wir alle vor Hunger sterben. Nachdem wir mehr als 900 Meilen zurückgelegt, ist unsere Lage schlimmer als in den Bergwerken, wo wir wenigstens eine Herberge und ein Stück Brot hatten. Die Kälte (wir hatte heute -40 Grad) und der Hunger werden uns töten, wenn Gott uns nicht in seiner Barmherzigkeit Rettung zusendet.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1882)

Dienstag, 27. Mai 2014

„Ich habe es nicht bedauert“


Oft leisteten die Missionare mit Gottes Hilfe im Dienste der Mission schier Übermenschliches. Über den Indianermissionar P. Pierre-Jean De Smet S.J., der wohl der bedeutendste Missionar unter den Indianern des Nordwestens der USA war, berichtet „die Weltmission“ Folgendes:

„Was P. De Smet geleistet hat, grenzt ans Wunderbare: Neunzehnmal durchsegelte er für die Mission den Atlantischen Ozean, dreimal den Stillen Ozean von Oregon bis Mexiko, zweimal setzte er über die Landenge von Panama, umschiffte über New York  Kap Hoorn  San Francisco fast den ganzen amerikanischen Erdteil, mehrmals durchwanderte er die westlichen Staaten Europas und legte durchschnittliche jedes Jahr 2.000 Meilen zurück quer durch die weglosen Prärien, Wälder und Gebirge; zusammen eine Strecke von 80.000 Meilen, d. h. beinahe neunmal den Erdumfang.

Über die großen Entbehrungen, die er dabei zu erdulden hatte, spricht sich P. De Smet folgendermaßen aus und zeigt dabei seinen großen apostolischen Eifer, der ihn alles für Christus und seine Indianer erdulden lässt:

„Ich habe oft die Wildnis durchwandert. Einmal erhielt ich drei Jahre lang keinen einzigen Brief. Zwei Jahre lebte ich im Gebirge ohne Brot und Salz, ohne Tee und Zucker. Vier Jahre hindurch fehlte das schützende Dach über meinem Haupt und das Bett zur Nachtzeit. Ein halbes Jahr lang hatte ich keine Wäsche zum Wechseln, und oft kam es vor, dass ich tagelang weder Speise noch Trank fand…Ich habe es nicht bedauert…“


(Quelle: die Weltmission der katholischen Kirche, Nr. 11/12 1933)

Sonntag, 25. Mai 2014

Wie die britische Kolonialmacht auf einen Schlag die Kapuzinermission in Somaliland vernichtete

P. Evangelist OFM Cap. mit einigen Somalis, darunter seinem Sprachlehrer

Vor einigen Monaten brachten diese Blätter die kurze Nachricht von der Zertrümmerung der Somali-Mission. Nunmehr liegen genauere Mitteilungen über die rätselhafte Tat der britischen Schutzherrschaft im Somali-Land vor.

Am 13. März 1910 erhielt der Obere der Somali-Mission den Befehl des englischen Statthalters, Sir William Manning, innerhalb einer Woche die Station Schimbiraleh aufzulösen und das ganze Missionspersonal nach Berbera an die Küste zu befördern. Als Grund dieses unerwarteten Beschlusses gab er wichtige politische Interessen an. Sofort tat P. Etienne O.F.M. Cap. Schritte, um den Abzugstermin wenigstens einige Tage hinauszuschieben; aber der Statthalter bestand auf eiliger Räumung des Postens. So mussten denn die Patres ihre schönen Schaf- und Ziegenherden, aus deren Ertrag sie die Waisenanstalt unterhalten hatten, um einen Spottpreis losschlagen und die unter großen Mühen errichteten Gebäulichkeiten und angelegten Pflanzungen der Wildnis und dem Verfall preisgeben. Auf 60 Kamele packten sie im Verein mit den Schwestern auf, was in der Eile zusammengerafft werden konnte, und am festgesetzten Tag langten die Kapuziner mit ihren Kindern, etwa 120 an der Zahl, in Berbera an.

Hier hofften sie ein ruhiges Heim, wo sie die Rückkehr ins Innere des Somalilandes in Geduld abwarten könnten, zu finden; aber gerade in Berbera stand ihnen der Hauptschlag bevor. Am Abend des Palmsonntags hörten die Patres plötzlich schwere Schritte. Sie traten vor das Haus und sahen, wie eine Abteilung indischer Truppen sich vor das Klösterchen postierte. 
Drohte Gefahr? Oder was bezweckte der Statthalter? Des anderen Morgens beschied Sir William Manning den P. Etienne zu sich und eröffnete ihm, alle Missionäre hätten jede Tätigkeit einzustellen und Berbera zu verlassen. Es seien Unruhen im Land ausgebrochen, und er habe den Patres am verflossenen Abend eine Schutzmannschaft schicken müssen. Seine Regierung verlange energisch den Abzug der Kapuziner.

P. Etienne vermochte sein Erstaunen über diese Eröffnung nicht zu unterdrücken. Von Unruhen war ihm nichts bekannt, und seit 18 Jahren, d. h. seit Eröffnung der Mission, hatten die Patres nie unter ernsten Feindseligkeiten der Somalis zu leiden gehabt. Vergebens erhob er Einspruch gegen diese gewalttätige Art des Vorgehens, vergebens erschien Bischof Clark O.F.M. Cap., Apostolischer Vikar von Arabien und Somaliland, um Berbera zu retten. 
Der Statthalter griff zu Drohungen, und so blieb den Patres nichts anderes übrig, als sich nach einem Zufluchtsort umzusehen.

Anfangs dachte Msgr. Clark daran, seine Leute mit nach Aden zu nehmen. Aber die Stadtobrigkeit widersetzte sich energisch der Einfuhr von Somalis. So reiste denn einer der Missionäre, P. Irenäus, nach Harar, ins Reich des Kaisers Menelik (Äthiopien), um vom Apostol. Vikar Jarosseau O.F.M. Cap. Aufnahme in dessen Sprengel zu erwirken.

Unterdessen bemühten sich die Patres, von der englischen Schutzherrschaft Entschädigung für die großen Verluste, die sie durch die plötzliche Vertreibung erlitten hatten, zu erhalten. Nach langen und oft peinlichen (d. h. anstrengenden bzw. schwierigen) Unterhandlungen wurde schließlich eine Summe für die verlassenen Gebäulichkeiten in Schimbiraleh ausbezahlt, da die Regierung sich bei Gründung der Anstalt vertragsmäßig zur Herausgabe der Baukosten verpflichtet hatte, falls die Patres auf höheren Befehl das Haus räumen müssten. 

In einer anderen Angelegenheit zeigten sich die Beamten rücksichtsvoller und geneigter. Es stand nämlich zu befürchten, dass die Verwandten der Waisenkinder Schwierigkeiten gegen die Abreise ihrer Stammesgenossen erheben und die Kinder zur Rückkehr in die Heimat zwingen könnten. Aber die Beamten stellten derartige Forderungen an die klagenden Somalis, dass kein einziges Kind der Mission entzogen wurde.

Voll Spannung warteten nun die Missionäre auf die Antwort aus Abessinien. Endlich lief die telegraphische Meldung ein: „herzlich willkommen“. In Eile wurde ein Schiff gemietet, und am 3. Mai stießen die vertriebenen Kapuziner vom Strand ab, um sich über Dschibuti ins Innere des Landes Ourso zu begeben. Überall fanden sie freundliche Aufnahme, sowohl von den englischen und abessinischen Beamten als von ihren Mitbrüdern, und ein Franzose schenkte ihnen ein weites Grundstück, groß genug, um von dessen Ertrag die ganze Mission zu ernähren. Die Mission im Somaliland war zerstört; aber das Somalivolk war nicht verlassen. Der Somalistamm im Gallaland hatte durch den Sturm Glaubensboten erhalten.

Die wahre Ursache der Vertreibung der Kapuziner aus dem englischen Somali-Schutzgebiet bleibt bis heute unaufgeklärt. Von Anfang an zeigte sich die britische Regierung ungemein nachgiebig gegen die muselmännische Bevölkerung, und in Streitigkeiten zwischen Christen und Mohammedanern ergriffen die Beamten regelmäßig Partei für letztere. Die vorgeschützten „wichtigen politischen Interessen“ werden wohl mit dieser Begünstigungspolitik den Mohammedanern gegenüber im engsten Zusammenhang stehen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1911)