Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Sonntag, 31. August 2014

Türken, Juden und Schismatiker beeindruckt vom Heldenmut der Barmherzigen Schwestern


Bei der während der Herbstmonate vorigen Jahres in Damaskus herrschenden Cholera haben neben den Missionären auch die Barmherzigen Schwestern wieder ihren gewohnten Mut und heroischen Opfergeist bewiesen. Wie Engel des Erbarmens durcheilten sie die Stadt bis in die letzten schmutzigen Winkel, um die unglücklichen Opfer der furchtbaren Seuche aufzusuchen. Türken, Juden und Schismatiker sahen mit ehrfurchtsvoller Bewunderung dieses Schauspiel unbegreiflicher, selbstloser Liebe, die in umso helleres Licht trat, da die meisten Ärzte aus Furcht ihren Posten verlassen hatten und die Schwestern auch hierin für sie eintraten. Soweit uns bekannt, sind die Schwestern selbst von der Seuche unberührt geblieben.


„Die Türken namentlich“, so schreibt Schwester Gelasia, die Oberin in Beirut, „wissen nicht Worte des Dankes genug zu finden. Sie haben an ihre Landsleute hierher geschrieben, und dieselben werden eine Deputation an mich schicken, um zu danken. Unsere Schwestern sind sehr mutig, wie immer. Möge der liebe Gott sie gesund erhalten, wie auch die Missionäre, die von einem Sterbebett zum anderen eilen…Auch hier in Beirut wird die Cholera erwartet. Sollte Gott diese Prüfung über uns verhängen, so werden wir versuchen, das Beispiel unserer Mitschwestern in Damaskus in der Pflege dieser Unglücklichen nachzuahmen.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1892)

Samstag, 30. August 2014

Bischöfliche Empfehlung: Adolf Fritzen und Karl Marbach


Die von der Firma Herder in Freiburg herausgegebenen „Katholischen Missionen“ empfehle ich meinen Diözesanen auf das Wärmste. Diese Zeitschrift wird ihnen nicht nur ein wahrheitsgetreues Bild von der großartigen Missionstätigkeit der heiligen Kirche entrollen und sie zu neuen Opfern für diese herrliche Tätigkeit der Kirche begeistern, sondern ihnen auch eine Fülle der Belehrung und edler geistiger Unterhaltung bieten.

Straßburg, am Oktavtag des Festes der Unbefleckten Empfängnis Mariä, 1891.

(gez.) Adolf,

Bischof von Straßburg.



Die bei Herder in Freiburg erscheinende illustrierte Monatsschrift „Die katholischen Missionen“ bringt bei dem Leser denselben Eindruck hervor, wie einstens, zur Zeit der Kreuzzüge, die Erzählungen der aus dem Heiligen Land zurückkehrenden Pilger. 

Wie lauschte man, wenn jene die fernen asiatischen Länder beschrieben und die Abenteuer ihrer Reise schilderten! Doch schmerzlich wurden die Hörer ergriffen, wenn sie vernehmen von der Herrschaft des Unglaubens im Heiligen Land, von der Not und dem Heldenmut der dort wohnenden Christen, von den Gräueltaten, die an ihnen verübt wurden. Wer die Pilger hörte, schloss sich entweder mit kräftigem „Gott will es!“ dem Kreuzzug an oder legte sich die größten Opfer auf, um denselben durch seine Gaben zu unterstützen.

Noch interessanter sind die Berichte der „Katholischen Missionen“; sie erstrecken sich über die verschiedensten Länder der Ferne, mit einer Glaubwürdigkeit, die von niemandem bezweifelt wird, mit einer Anschaulichkeit, welche die Kenntnis der Länder und ihrer Gebiete, der Völker und ihrer Sitten auch der Jugend zugänglich macht. 

Dabei wird der Leser bald von Mitleid gerührt über das religiöse und sittliche Verderbnis der Heidenwelt, über das Elend der armen Negersklaven, über die Gefahr und Not, in welcher so oft die Missionäre und die Neubekehrten schweben; bald wird er von Bewunderung hingerissen, wenn er liest von dem Opfermut all‘ dieser Glaubenshelden, die uns an die Märtyrer der ersten Jahrhunderte erinnern. 

Wie mancher apostolische Beruf ist nicht durch das Lesen dieser Pilgerstimmen geweckt worden! Manches Herz wurde dadurch im Glauben gestärkt, manche Hand öffnete sich, um durch milde Gabe zu der Verbreitung unseres heiligen Glaubens beizutragen. Aus allen diesen Gründen empfehle ich meinerseits die „Katholischen Missionen“ aufs Wärmste und wünsche denselben ein immer schöneres Gedeihen.


Straßburg, am Fest der Unschuldigen Kindlein, 1891.


Karl, Bischof von Paphos,Weihbischof.

Freitag, 29. August 2014

Bilder: der heilige Maximilian Kolbe in Japan

Zwischen 1930 und 1935 hat Maximilian Kolbe in Japan ein ansehnliches Apostolat mit einer Kloster- und Seminargründung in Nagasaki sowie der Gründung einer japanischen Zeitung entfaltet. Nachfolgend einige Fotos aus dieser Zeit. Ganz herzlichen Dank an dieser Stelle an Frater Marcin Góral vom Institut St. Philipp Neri in Berlin für die Bilder.



Mit einigen japanischen und europäischen Klerikern. Der japanische Bischof ist Msgr. Yanuario Hayasaka, der erste japanische Bischof und damals der Ordinarius von Nagasaki. Maximilian Kolbe steht hinter dem europäischen Bischof.
Mit dem Bischof auf der Baustelle


Bei dem japanischen Priester in der Mitte handelt es sich möglicherweise um Pater Fukahori. Zu seiner Rechten der hl. Maximilian.


Vermutlich nach einer Primiz oder Priesterweihe bzw. Diakonatsweihe.



Mitbrüder des Heiligen bei einheimischen Katholiken

Donnerstag, 28. August 2014

Predigt über die Verfolgung der Kirche in China (Englisch)



Leider vergisst man das, was man nicht ständig in den Medien sieht, sehr schnell. Es bleibt jedoch weiterhin eine Tatsache, dass auch heute noch die katholische Kirche in China verfolgt und in den Untergrund gezwungen wird, und das bereits seit über einem halben Jahrhundert, vollkommen vergessen von der Welt und wohl auch von den meisten Katholiken. Hier eine eindringliche Predigt zu dem Thema.

Dienstag, 26. August 2014

Ein altes Zeugnis über den heiligen Maronitenmönch Nimatullah al-Hardini

St. Nimatullah al-Hardini O.L.M. (18081858)

(…) Wir haben uns mit den Mönchen von Kesifane [Kfifane], von Maifuk und Kuzhaia [Quzhaya] über das Leben des Dieners Gottes, Naamet-Allah [Nimatullah], unterhalten; von Allen ward er uns als ein wahres Muster der christlichen Vollkommenheit beschrieben. Sie konnten nicht genug von seiner Armut, seinen Strengheiten, seinem Gehorsam, seiner Einfachheit erzählen, nicht genug rühmen, wie er die Ordensregeln mit der größten Sorgfalt und Pünktlichkeit beobachtet habe; da erlaubte ich mir die Frage: „Hat er viel gearbeitet für das Seelenheil seiner Landsleute? Hat er sich bemüht, die klösterliche Zucht im ganzen Gebiet seines Ordens wieder zur ursprünglichen Strenge zurückzuführen?“ Diese Fragen erregten Erstaunen und schienen Dinge zu berühren, die außerhalb ihres Gedankenkreises lagen. Doch erinnerte man sich, dass der heilige Mann als Novizenmeister vom Seeleneifer und von den apostolischen Arbeiten der europäischen Missionäre viel gesprochen, und dass er als Mudabber, d. h. als Mitglied des Verwaltungsrats seines Ordens, den Versuch gemacht habe, die alte Ordensregel wieder zur Geltung zu bringen.(...)


(Aus: die katholischen Missionen, 1877)

Montag, 25. August 2014

Große Missionsbischöfe: Ein ganzer Missionär – Msgr. Clemente Pagnani O.S.B. Silv., Bischof von Kandy (Sri Lanka)

  (Bild hier, zweite Reihe links)

Bald nach dem Erzbischof von Madras entschlief der Senior des Episkopats von Ceylon, Bischof Clemente Pagnani O.S.B. von Kandy. Er stammte aus Fabriano im ehemaligen Kirchenstaat, war früh bei den Silvestrinern, einem Zweige des Benediktinerordens, eingetreten und 1861 im Alter von 27 Jahren zu Colombo auf Ceylon gelandet. Nach 18-jähriger Tätigkeit als einfacher Missionär wurde er 1879 zum Apostol. Vikar von Colombo ernannt. Clemente Pagnani war ein ganzer Missionär, dem jede Selbstsucht fernlag und der nur eins kannte: das Heil der Seelen.

Schon bald nach seinem Amtsantritt sollte er dafür das glänzendste Beispiel geben. Er überließ den Patres Oblaten Colombo mit etwa 128.000 Katholiken und übernahm mit seinen Ordensbrüdern das neu errichtete Vikariat Kandy. Die ganze Herde belief sich auf etwa 8.000 mit 6 Priestern.

Dieses Opfer blieb nicht ohne Segen. Das bezeugen folgende Zahlen. Bei seinem Tod hinterließ er 28.000 Katholiken in 11 Haupt- und 17 Nebenstationen, die von 6 europäischen und 17 einheimischen Priestern verwaltet wurden. Die 18 Elementarschulen wurden von etwa 2.000 Kindern, die höhere Lehranstalt von 340 Schülern besucht. 34 Schwestern, wovon 9 einer vom Bischof gegründeten einheimischen Kongregation angehörten, teilten sich mit 65 Lehrerinnen und Lehrern in die Leitung der Schulen und Waisenanstalten.

Was Bischof Pagnani selber seiner Herde war, und wie diese ihn ehrte, schildern am besten die schlichten Worte, die P. Gaspard S.J. über den Verstorbenen schrieb: „Er war ein Muster der Hingabe. Sein Leben verfloss in engster Verbindung mit dem Volk. Da er die einheimischen Sprachen wie ein Eingeborener beherrschte, hing ihm das Volk mit Begeisterung an und nannte ihn nur den singhalesischen Bischof. Alle, die mit ihm zusammenkamen, bewunderten sein geraden offenen Sinn, seine ungekünstelte Einfachheit und seine staunenswerte Demut. 

Die charakteristische Tugend des Prälaten war die Liebe zur Armut, die er in Wahrheit wie eine Mutter schätzte. Überall trat sie zu Tag, und er übte sie, auch wenn sie die peinlichsten [d. h. schmerzlichsten] Wirkungen für ihn hatte. Durch diese Verachtung alles Irdischen gab er der Welt des Luxus eine große Lehre. Solche Bischöfe brauchen wir.

(Aus: die katholischen Missionen, 1912)

Sonntag, 24. August 2014

Gottes Segen des Missionärs Trost

Neulich brachten diese Blätter eine Illustrierung der von allen Theologen geteilten Ansicht, Gott wisse Mittel und Wege zu finden, um Heiden, die nach bestem Wissen und Willen handeln, zur Gnade zu verhelfen, müsste er selbst ein Wunder dazu wirken (siehe hier). Einen weiteren Beleg für diese tröstliche Wahrheit bieten zwei Tatsachen, die der Karmeliterpater Gereon aus Verapoly (Vorderindien) unter dem Titel „Gottes Segen des Missionärs Trost“ an die „Katholischen Missionen“ berichtet.

„Es war in den Monaten April und Mai des Jahres 1907“, schreibt der Missionär, „dass die Blattern in der Stadt Kottayam und Umgebung schrecklich wüteten. Viele Heiden und Christen fielen ihnen zum Opfer. Da gab es denn Arbeit in Hülle und Fülle für die Missionäre, und mehr als einer hat sich in der kurzen Zeit die Gesundheit für immer untergraben.

Ein treuer Gehilfe des Missionärs in der Umgegend von Kottayam war der Karmeliterbruder Rochus. Ohne Furcht vor Ansteckung pflegte er täglich die Spitäler und Häuser mit Blatternkranken zu besuchen und die Toten zu begraben. Zu Katholiken und Protestanten, Jakobiten (d. .h. Malankarisch-Orthodoxen) und Heiden drang er vor und ermahnte alle, sich auf den Tod vorzubereiten. Seine Arbeit ward oft mit auffallenden Bekehrungen belohnt.

Eines Tages besuchte er einen priesterlichen Freund, der ebenfalls an den Blattern darniederlag. Auf der Heimfahrt, die er auf einem kleinen Kahne machte, kam ihm plötzlich der Gedanke: ‚Du hast heute noch keine Seele bekehrt. Du solltest es doch in dieser Gegend versuchen.‘ Sofort lässt der Bruder den Kahn halten, steigt aus und nimmt seinen Weg durch einen großen Kokospalmgarten. Und siehe da, in der Ferne unter den Palmen erblickt er ein sonderbares Blätterdach, nur so weit über den Boden erhoben, dass ein Mensch darunterkriechen kann. Er geht hin und findet unter dem Dach ein heidnisches, von den Blattern ganz entstelltes Weib. Aber kaum hatte die Frau den Bruder bemerkt, als es wie ein Lächeln über ihr Antlitz ging. Mit der letzten Kraft hauchte sie: ‚Ich will katholisch werden, ich will getauft werden.‘ Zögern war hier nicht am Platz. Der Bruder unterrichtete sie in den wichtigsten Wahrheiten und taufte sie. Nach ein paar Stunden befand sich die Seele in der glückseligen Ewigkeit – War das alles Zufall?

Noch ein Beispiel von Gottes Fügung.

Es war am Karfreitag 1909 in Ernakulam (Verapoly). Eine Frau aus der Kaste der Palmbesteiger, die wir nicht kannten, begehrte schon lange nach der heiligen Taufe, aber es standen große Hindernisse von Seiten der Familie und der Kaste im Wege. Da sie durch Umgang mit katholischen Frauen ziemlich genau die Lehren des heiligen Glaubens kannte, sah sie klar die Notwendigkeit der heiligen Taufe ein und lebte somit in großer Angst um ihre ewige Seligkeit. Täglich flehte sie zur allerseligsten Jungfrau um die Gnade, sie doch nicht im Heidentum sterben zu lassen.

Die arme Frau wurde krank. Ohne Erfolg bat sie ihre Tochter, eine Heidin, doch einen katholischen Priester zu rufen. Die junge Heidin blieb den innigen Bitten ihrer Mutter gegenüber gefühllos. Was tun? Sie konnte nicht aufstehen und zum Missionär gehen, noch hatte sie jemand anders zur Hand als ihre Tochter, der ihren Wunsch hätte erfüllen wollen. Sie probierte nun das letzte Mittel, das ihr zu Gebote stand. Ihre Kräfte zusammenraffend, rief sie mit lauter Stimme, damit man es draußen auf der Straße hören könnte. ‚Ich will Christin werden! Ich will Christin werden!‘ Einige Katholiken hörten die verzweifelten Rufe und eilten zum Karmeliterkloster. Ein Pater machte sich schnell auf den Weg zur kranken Frau. Nach Art der Katholiken empfing sie den Missionär mit dem Gruß: ‚Gelobt sei Jesus Christus‘ und bat innig, sie doch sofort in die Kirche aufnehmen zu wollen. Dieser fand, dass eine lange Vorbereitung hier unnötig sei. Zwar widersetzte sich die Tochter energisch dem Wunsch der Mutter; aber diese hörte nicht auf das Flehen ihres Kindes. Mit inniger Andacht empfing sie das heilige Sakrament, und sie pries Gott, dass er ihr durch die Krankheit zum höchsten Glück verholfen habe.
„Wahrhaftig, Gottes Segen des Missionärs Trost!“

(Aus: die katholischen Missionen, 1912)