Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Sonntag, 23. Oktober 2022

Zum Sonntag der Weltmission: die wichtigste Missionshilfe


Wir spüren, dass unsere Kraft allein nicht ausreicht, Christi Reich aufzubauen bis an die Grenzen der Erde. Alles aber, was wir nicht vermögen aus unserer Kraft, vermögen wir in der Kraft dessen, der Haupt der Kirche und Herr der Zeiten ist. Wir beten deshalb als Glieder Christi mit Ihm, dem Haupt, zum Vater um die Erlösung der Welt. Dies ist unsere wichtigste Missionshilfe. Das Gebet des Herrn, mit seinen großen Bitten um die Heimführung der Welt zum Vater, muss von uns immer in der ihm eigenen weltweiten Haltung gebetet werden – „geheiligt werde Dein Name“ auf der ganzen Welt, bei allen Völkern – „zu uns komme Deine Reich“, zu uns, zu der ganzen Menschheit – „Dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden“.

Lasst uns die große Macht des Gebetes aufbieten für die Missionare, damit Gott ihnen Mut und Kraft und Hilfe schenkt und für die einzelnen Menschen und die Völker, die Christus noch nicht kennen, damit sie ihr Herz der Gnade öffnen. Allein das Gebet vermag über alle Grenzen und Hindernisse hinweg Gottes Gnade zu erflehen.

-P. Julius Knichel SS.CC.

(Aus: Priester und Mission. Mitteilungen und Anregungen des Priester-Missionsbundes, 1/1954)

Sonntag, 9. Oktober 2022

Die bewegte Geschichte des Rosenkranzes des hl. Franz Xaver



Der Rosenkranz mit dicken Perlen aus Kalambaholz und einer kleinen Medaille mit St. Monika auf einer, Maria mit dem Jesuskind und der 
Aufschrift S. Maria de Populo, Roma auf der anderen Seite, war etwa 30 Jahre nach Xavers Tod aus China in den Besitz des indischen Provinzials P. Vincenz Rodriguez und von da nach Brasilien gekommen, wo er mehrerer Wunder wegen in Verehrung stand. P. Dominik Coelho, der brasilianische Provinzial, trug ihn bei sich, als er 1624 bei Bahia holländischen Seeräubern in die Hände fiel, die ihm seinen Schatz raubten und ihn mit anderen Gefangenen nach Amsterdam schleppten.
Drei Jahre blieb P. Coelho dort im ehemaligen St. Klarakloster gefangen. Anfangs streng von der Außenwelt abgesondert, erhielt er nach einiger Zeit öfters Besuche von einem der ersten Bürger der Stadt, Albert Corneradi, einem Katholiken. Ihm erzählte der Provinzial seinen Verlust, der ihn mehr schmerze als alles andere, gab ihm den Räuber an und erlaubte ihm, den Rosenkranz zu behalten zum Dank für seine Liebesdienste, wenn er die Reliquie nur aus den Händen des kalvinischen Besitzers befreie. Corneradi gelang es, durch Klugheit und eine hohe Kaufsumme den Schatz zu erwerben, und er bewahrte ihn fortan als kostbares Kleinod.
Im Herbst 1638 besuchte die von Richelieu gestürzte Königinmutter von Frankreich, Maria de Medici, die nördlichen Niederlande, um die Vermittlung der Staaten zwischen ihr und ihrem Sohne anzurufen. Mit größter Feierlichkeit in Amsterdam empfangen, äußerte sie den Wunsch nach jenem Rosenkranz des hl. Franz Xaver. Der Prinzessin von Oranien lag viel daran, der hohen Besucherin diesen Gefallen zu erweisen. Unter vielen Tränen musste Corneradi, vom Magistrat gezwungen, sich von seinem Kleinod trennen, und am 5. September erhielt es die Königinmutter zum Geschenk.
Von nun an blieb der Rosenkranz ihr unzertrennlicher Begleiter, ein Trost in den Leiden und Verdemütigungen ihres ruhelosen Wanderlebens in der Verbannung. Auf der Fahrt nach England drohte ein Sturm dem Schiff den Untergang. Da tauchte P. Souffren S.J., ihr Beichtvater und treuer Begleiter im Exil, die Reliquie ins Meer, rief durch die Fürbitte des Heiligen Gottes Barmherzigkeit an, und die Gefahr ging vorüber. Von England zurückgekehrt, fand die hohe Verbannte 1641 eine Zuflucht in Köln. Am 3. Juli des folgenden Jahres ging sie von dort in die Ewigkeit. Sterbend vermachte sie den Rosenkranz den Jesuitenpatres der Stadt, und am 11. Januar 1643 stellte ihr Testamentsvollstrecker Walter de Peny die Schenkungsurkunde aus.
So war also jener Rosenkranz, den der hl. Franz Xaver gewiss mehr als einmal für Köln und [St. Peter] Fabers dortige Wohltäter gebetet hatte, in den Besitz der Kölner Jesuitenpatres gekommen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1918)

Der Rosenkranz war samt einer Armreliquie des hl. Franz Xaver in der Mariä-Himmelfahrt-Kirche der Jesuiten in Köln zur Verehrung ausgestellt. Ob die Reliquie die teilweise Zerstörung der Kirche im zweiten Weltkrieg überstanden hat, konnte ich nicht herausfinden.

Dienstag, 7. Juni 2022

Jetzt erhältlich: „Pax Christi in Regno Christi: der Missionspapst Pius XI.“



Mein neues Buch „Pax Christi in Regno Christi: der Missionspapst Pius XI.“ ist ab heute überall im Handel erhältlich, bei BoD, Amazon, Hugendubel usw. Ich habe verschiedene zeitgenössische und moderne Quellen herangezogen, die diesen heute wenig beachteten Aspekt des Pontifikats Pius’ XI. dem Leser erschließen.

Aus der Beschreibung des Buchs:„Zum hundertjährigen Jubiläum seiner Wahl soll in diesem Buch beleuchtet werden, wie Papst Pius XI. mit seinem weltumspannenden Blick die katholischen Missionen nicht nur durch unruhige Zeiten führte, sondern die Kirche auch deutlich sichtbar zu einer Weltkirche machte, indem er einheimische Kleriker zu Bischöfen in den Missionsländern berief. Noch mehr: er sollte durch seine bedeutende Missionsenzyklika Rerum ecclesiæ den Missionsbegriff wesentlich vertiefen.

‚Die Geschichte wird sich in Zukunft nicht darauf beschränken dürfen, Pius XI. den Papst der Missionen zu nennen. Sie wird ihm feierlich bezeugen müssen, dass er der Papst der größten Missionsentwicklung in den letzten Jahrhunderten war‘ - Kardinal Carlo Salotti“

Auf BoD könnt Ihr einen Blick ins Buch werfen. Der Preis und der Umfang sind so gestaltet, dass der Kauf leicht fallen sollte.






Sonntag, 1. Mai 2022

Gold für Vergnügen und Luxus, Kupfer für die Missionen

 Ja, eine ungeheure Schuld liegt auf der Christenheit. Wer immer ein lebendiges Glied des mystischen Leibes Christi ist, der hat die schwere Pflicht, nicht mit einem lächerlich geringen Almosen die Mission gelegentlich zu unterstützen, sondern mit wesentlichen Mitteln sie zu fördern. Und wer ein leitendes Glied dieses Christusleibes ist, der ist noch schwerer verpflichtet, dass die ihm unterstellten Glieder ihrer Wesenspflicht genügen. Es hilft keine Ausrede vor Gott und den in äußerster seelischer Not befindlichen Millionenvölkern der Erde, wenn wir Gold für Vergnügen und Luxus, aber Kupfer oder Aluminium für das größte und göttlichste aller Werke opfern: die Rettung der Seelen!

(Aus: Die neue Missionsära. P. Anton Freitag S.V.D., Steyler Verlagsbuchhandlung, 1953)

Donnerstag, 14. April 2022

Das allerheiligste Altarssakrament, Kraftquelle der Missionare

Missionsbenediktiner im Gebet vor dem Allerheiligsten

Für die Missionare […] ist die Gegenwart Jesu im heiligsten Sakramente die Quelle ihrer Kraft, der Treue und des Trostes. An ihrem Meister, der in der heiligen Hostie das arme Missionsleben mit ihnen teilt, haben sie stets das ergreifendste Vorbild des höchsten Seeleneifers vor sich. Seine Gnade macht sie stark, seine Nähe gibt Zuversicht und Mut, sein Segen ist ihr Trost, seine Liebe ihr Lohn. Nur der einsame Missionar, der inmitten hundertfacher Entbehrungen als einzigen Freund und Schatz den Heiland im Tabernakel besitzt, kennt das tiefe, heilige, vollkommene Glück der wahren Gegenwart Jesu im heiligsten Sakramente.

(Aus: Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht, P. Hermann Fischer SVD)

Donnerstag, 7. April 2022

„Welches Glück, das Missionsideal zu schauen“ – P. Titus Maria Horten O.P.



Der Dominikanerpater Titus Horten war eines der frühen Opfer der nationalsozialistischen Kirchenverfolgung. Nach einem „Devisenprozess“ wurde er inhaftiert und starb kurz nach seiner Entlassung im Januar 1936. Er war der Generalprokurator der Chinamission der deutschen Dominikaner und zeichnete sich durch besonderen Missionseifer aus. Sein Seligsprechungsprozess ist eingeleitet und sein heroischer Tugendgrad wurde bereits festgestellt. Hier ein Nachruf aus der Zeitschrift Priester und Mission aus dem Jahr 1936:

Am 25. Januar 1936 wurde P. Dr. Titus M. Horten, Generalprokurator der Chinamission der Dominikaner, kaum 50 Jahre alt, in die Ewigkeit abberufen. Erst mit 27 Jahren – nach Vollendung des juristischen und sprachwissenschaftlichen Studiums – trat er in den Dominikanerorden ein und empfing 1915 zu Rom die heilige Priesterweihe. Fast 20 Jahre wirkte er in der Niederlassung des Ordens zu Vechta. Einen großen Teil seiner Lebensarbeit widmete er der Chinamission der deutschen Ordensprovinz. Wie ein Vater sorgte er in der Heimat für diejenigen, die an der Front des Reiches Gottes kämpften. Fast sein ganzes Vermögen in Höhe von 140.000 Mark stiftete er vor Erreichung des Priestertums für soziale Zwecke. Vielen unbemittelten Studenten eröffnete er den Weg zum Priestertum sowie zu Stellungen im Staatsdienst und im gewerblichen Leben.

Von seiner idealen Auffassung der Missionsarbeit zeugen einige der letzten Worte, die er vor seinem Tode niederschrieb und die uns allen etwas zu sagen haben, das sie in schwerster Prüfungsstunde verfasst wurden [wohl in der NS-Haft]: „Arbeit, Liebe, Opfer für die Missionen muss beständig die Heiligung unseres ganzen Lebens bewirken, erhalten und fördern! Was sind wir dann reich, freudig, gnadenvoll! Kinder unseres himmlischen Vaters, der uns ernährt mit dem Brot seines heiligen Evangeliums. Sind wir so nicht die Reichsten, die immer spenden können, unvergängliche, göttliche Schätze, die kein Rost und keine Motten zernagen? Welches Glück, das Missionsideal zu schauen und an sich täglich mehr verwirklichen zu dürfen! Jeder kann Missionsförderer sein: die Ärmsten sind die Berufensten, die Kranken die Bevorzugten. Heiligkeit des christlichen Lebens, starke lebensvolle Glieder am mystischen Leibe Christi, engste Verbindung mit dem Haupte Christus, getrieben von seinem Heiligen Geiste und durchflutet von seinem Erlöserblut, im Herzen ein Heiligtum der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Hier können wir stillschweigend anbeten, hier gewinnen wir neue Kraft zu vollerer Hingabe. Wir kennen kein Nachlassen; denn Christi Fleisch und Blut sind unsere tägliche Stärkung und wahre Wegzehrung.“ – Und zum Schlusse ruft er noch einmal auf „zur Besinnung, Vertiefung und Verinnerlichung der Missionsarbeit und damit zur Verwirklichung des Heilandswortes an uns selbst: „Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber an seiner Seele Schaden leidet!“ (Matth. 6, 26) „Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und alles andere wird euch hinzugegeben werden.“ (Matth. 6 22)

Mittwoch, 6. April 2022

Neues Buchprojekt über Pius XI., „den Missionspapst“

 


Zum diesjährigen 100. Jubiläum der Wahl Pius’ XI. habe ich mich entschieden, ein kurzes Buch über Pius XI. als „Missionspapst“ zu schreiben. Den Lesern dieses Blogs ist dieser Aspekt des Pontifikats von Achille Ratti sicherlich nicht unbekannt, ich denke aber, dass er in der Öffentlichkeit eine größere Aufmerksamkeit verdient. Hier eine kurze Leseprobe aus dem Kapitel über die Missionsenzyklika Rerum ecclesiae. Das Buch kommt voraussichtlich im Frühsommer auf den Markt.


„Die Bedeutung der Enzyklika für das katholische Missionswesen kann kaum überschätzt werden; sie zementiert das Fundament der neuen Missionsära, die mit dem Rundschreiben Maximum illud von Benedikt XV. eingeleitet wurde, die Epoche der einheimischen Kirche. Diese Entwicklung soll in den folgenden Kapiteln näher beleuchtet werden. Auch Pius XII. verwendet für die Analyse des Fortschritts der Missionen Rerum ecclesiæ als Ausgangspunkt, als er im Jahr 1951 zum 25. Jubiläum der Veröffentlichung dieser Enzyklika seine eigene Missionsenzyklika Evangelii præcones an die Kirche richtet und dabei auf die großen Fortschritte zurückblickt, die die letzten 25 Jahre in den katholischen Missionen geprägt hatten und die zu einem bedeutenden Teil noch in die Regierungszeit Pius’ XI. fielen. Pius XII. hebt dabei hervor, dass Rerum ecclesiæ ebenso wie Maximum illud lehrt, dass das Endziel der Missionsaktivitäten die Errichtung der kirchlichen Hierarchie ist. Hierin besteht wohl der bedeutendste und weitreichendste Aspekt der Missionslehre von Pius XI.: Er klärt die Frage des wahren Missionsbegriffs: „Was ist, so fragen wir, der Zweck der Missionen, was anders, als dass durch sie in der großen, weiten Welt die Kirche Christi eingeführt und fest gegründet wird?“. Indem er der Kirchengründung den Vorrang gegenüber der Einzelbekehrung gibt, steht Pius XI. im Einklang mit den Lehren der Missionswissenschaft des frühen 20. Jahrhunderts sowie mit namhaften Theologen wie Augustinus, Thomas von Aquin, Suarez und Bellarmin.[1] Mehr noch: durch seine Forderung nach einem einheimischen Episkopat sollte er das Erscheinungsbild und die Struktur der Weltkirche bis auf den heutigen Tag prägen.“


[1] Freitag, P. Dr. Anton S.V.D.: Die neue Missionsära. Steyler Verlagsbuchhandlung, Kaldenkirchen, 1953