Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Sonntag, 17. Dezember 2023

Der heilige Daniel Comboni über den Islam


 Der heilige Daniel Comboni erfuhr in seiner jahrzehntelangen Tätigkeit im Sudan aus direkter Anschauung, welches Hindernis der Islam für die katholische Mission und sogar selbst für eine humane Gesellschaftsordnung darstellte:

„Sehr viel wird die europäische Zivilisation erreicht haben, wenn sie sagen kann, dass sie in den Muslimen den Sinn geweckt hat, eine Veränderung der auf dem Koran basierten Prinzipien anzustreben, denn der Koran verbietet jede Neuerung und höhere Ausbildung und gewährt dagegen jede Befriedigung der bösen Lüste und der tierischen Leidenschaften und gestattet seinen Anhängern die Anwendung äußerster Gewalt gegen Andersgläubige. Die menschliche Gesellschaft, wie wir sie uns im wahren Sinn des Wortes denken, verträgt sich nicht mit dem Koran, der wahre Fortschritt und die wahre Zivilisation und der Koran können nicht zusammen existieren. Das eine vernichtet das andere. Keine menschliche Kraft vermag also den Koran zu besiegen (...)“

An einer anderen Stelle schreibt er:

„Eine Wunderkraft, ein souveränes Licht, der Beistand der göttlichen Gnade sind unbedingt notwendig, um den Geist und die vom Islam entwürdigten Herzen zu gewinnen. Die menschlichen Mittel allein genügen nicht. Dieser Triumph wäre der katholischen Religion allein vorbehalten. Der Herr, der mit seiner Stimme die Zedern des Libanon fällt und die Säulen des Firmaments zum Erzittern bringt, könnte aus Liebe zu seiner Religion jenen Menschen das Licht bringen.“

(Quelle: Band II der Schriften des hl. Daniel Comboni)

Samstag, 16. Dezember 2023

Digitale Galerie zur Chinamission von der Whitworth University


 Die Whitworth University (eine presbyterianische Universität in Washington State) hat eine bedeutende Sammlung von Fotoaufnahmen aus der Chinamission verschiedener christlicher Konfessionen online gestellt. Ganz besonders sehenswert sind hier die Einzelgalerien zu den katholischen Orden sowie der Société des Auxiliaires des Missions des um China so verdienten Pater Vincent Lebbe.

Die Bilder sind ein schönes Zeugnis für die Vitalität der chinesischen Kirche in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts , deren Mitglieder sich später in den Drangsalen der kommunistischen Verfolgung oft heroisch bewährten. Gebe Gott, dass die Kirche in China sich bald wieder frei entfallen kann, wie es Papst Franziskus vor einigen Monaten wünschte.

https://digitalcommons.whitworth.edu/china_christian_missions/

P. Vinzent Lebbe mit Bischof Melchior Sun Dezhen C.M. und den kleinen Schwestern der hl. Theresa


Samstag, 2. Dezember 2023

Gebet von Papst Johannes XXIII. für die „Kirche des Schweigens“

 

Der Papst mit Erzbischof Paul Yü Pin von Nanking, später Kardinal, Exil in Taiwan.
(Quelle:Whitworth University Library “Société des Auxiliaires des Missions (SAM) Collection” via the Catholic World Report)

*Die „Kirche des Schweigens“ bzeichnete die verfolgten Ortskirchen in den kommunistischen Ländern.

„Heiliger Vater, bewahre in Deinem Namen diejenigen, die Du mir anvertraut hast, auf dass wir eins sind und bleiben. Wende endlich, o unser Erlöser, den Blick auf die Verdienste und Gebete Deiner und unserer Mutter, der hohen Königin der Missionen und der Weltkirche, ferner auf die Mühen, Opfer und das vergossene Blut so vieler Glaubensverkünder, die überall ein heldenhaftes Zeugnis für Dich ablegten und noch ablegen; und sei vor allem Deines eigenen kostbaren Blutes eingedenk, das Du vergossen hast zur Nachlassung ihrer Sünden, schenke China und der ganzen Welt Deinen Frieden, denn auf nichts anderem ruhen Hoffnung, Sieg und Frieden als auf Dir, unserem Herrn und unsterblichen König aller Zeiten und aller Völker. Amen.“

Samstag, 4. November 2023

„Pater Claver“ – der Diener Gottes Nicolau Rodrigues Campo S.J.

 

Pater Nicolau Rodrigues Campo S.J.
(Quelle: Covilhã - Subsídios para a sua História

Neulich stieß ich auf die Lebensbeschreibung des heiligmäßigen und doch wenig bekannten Jesuitenmissionars Nicolau Rodrigues Campo, der sowohl in Westafrika als auch in Cartagena in Kolumbien, dem Wirkungsort des hl. Petrus Claver, missionarisch tätig war. In seiner Nachahmung des großen Jesuitenmissionars Claver brachte er es soweit, dass man ihn gemeinhin „Pater Claver“ nannte. Hier der Text aus dem Artikel von P. Kneller S.J.:

Ganz und gar kein Gelehrter war ein anderer der obigen Liste, Nicolaus Rodriguez . Gott will freilich, daß man in der Arbeit für die Seelen auch die natürlichen Mittel anwendet, er pflegt aber mitunter sehr deutlich zu zeigen, daß schließlich der Erfolg von der Beseelung des Natürlichen durch das Übernatürliche abhängt, und zwar zeigt er das dadurch, daß er den Mangel natürlicher Gaben überreich durch übernatürliche ersetzt. Beispiel dafür sind etwa Joseph von Cupertino und der Pfarrer von Ars. Ein weiteres ist auch Nicolaus Rodriguez. 

Als nach seinem Eintritt in den Orden die Zeit herannahte, durch die Gelübde sich zu binden, soll der Provinzial angeordnet haben, ihn wegen seiner schwachen Begabung nicht zuzulassen, der Brief ging aber verloren, und so legte er seine Gelübde ab. Der Provinzial schien aber richtig geurteilt zu haben; schon nach dem ersten Jahre seiner philosophischen Studien bedeutete man ihm, es sei unnütz, diesem Wissenszweig noch längere Zeit zu widmen, er war im Examen glänzend durchgefallen. Aber nun zeigte sich, daß Metall, und edles Metall, in dem Mann steckte. Er verzweifelte nicht, sondern sagte sich: Will Gott mich nicht zum Gelehrten, so doch zum Heiligen. Schon in seiner Jugend hatte das Verlangen nach Heiligkeit ihn mächtig ergriffen, das Verlangen nach dem Martyrium, das ihn sein ganzes Leben nicht verließ, erfaßte ihn schon damals, und als er einmal nach einer Zeit des Leichtsinns sich wieder zurechtfand, entfloh er als Siebzehnjähriger vom Vaterhaus, um Einsiedler zu werden. Seinem Streben versagte Gott nicht den Erfolg, nach allgemeinem Urteil gelangte er zu einem sehr hohen Grad von Heiligkeit. Er bedurfte ihrer im späteren Leben. Nach zweijährigen Bemühungen um die nötigen theologischen Kenntnisse und dem zweiten Noviziat arbeitete er auf der afrikanischen Insel Fernando Poo. In dem mörderischen Klima hielt er acht Jahre aus, bis die Mission aufgegeben wurde. Dann war er zu Covilhao in Portugal 25 Jahre lang tätig; von dem Ansehen, das ihm seine Heiligkeit verschafft hatte, zeugt die Tatsache, daß er einen Volksauflauf, den der Bischof und die bürgerlichen Behörden nicht beruhigen konnten, durch wenige ganz einfache Worte beilegte. 

Die Sehnsucht nach den Missionen ließ ihm aber keine Ruhe. Immer wieder bat er die Obern, ihn in die Übersee zu schicken. An Gründen, den Bitten nicht zu willfahren, fehlte es nicht. Er war schon über 60 Jahre alt, die Strenge seines Lebens hatte die Gesundheit untergraben, er trug schon von seiner Wirksamkeit auf Fernando Poo her eine große Wunde an der Hüfte. Er ließ indes mit Bitten nicht nach, bis man ihn 1896 in die Stadt des hl. Petrus Claver, nach Cartagena in Columbien, sandte. Unter der glühenden Sonne dort und in der schwierigen Mission am Magdalenenfluß nahm er unglaubliche Mühen mit unglaublich großem Erfolg auf sich. Unermüdlich durchwanderte er trotz seines Greisenalters die Städte, Dörfer und Hütten. Man nannte ihn nur den „Pater Claver“, und er war in der Tat ein vollkommener Nachahmer von Clavers Nächstenliebe und beständiger Abtötung. Die vielen Wanderungen in der Sonnenhitze hatten nun zur Folge, daß seine Wunde wieder aufbrach. Aufs Krankenlager hingeworfen, meinte er, wenigstens jetzt sie dem Arzt zeigen zu müssen, der ganz erschrocken über den Anblick äußerte, nur ein Heiliger habe mit einer solchen Wunde solche Arbeiten auf sich nehmen können. Der Kranke sollte sich nicht wieder erheben. Am Fest seines Vorbildes Peter Claver, am 9. September 1900, ging der Unermüdliche in die ewige Ruhe ein. Der Bischof selbst stand ihm im Tode bei und hielt ihm nach einem feierlichen Begräbnis die Lobrede.

(Aus: C.A. Kneller: Zur Geschichte der Heiligkeit in neuester Zeit. Zeitschrift für Aszese und Mystik, Heft 11/1936)


Sonntag, 29. Oktober 2023

„ Tragt Christus in die Welt hinein“ – Johannes Joseph van der Velden als Leiter des Franziskus-Xaverius-Missionsvereins


Der spätere Aachener Bischof Johannes Joseph van der Velden war eine prägende Gestalt der deutschen Missionsbewegung vor dem Zweiten Weltkrieg. Seine Arbeit als Generalsekretär des Franziskus-Xaverius-Missionsvereins beschreibt sein Biograf so:

„Stets blieb er mehr Seelsorger als Organisator. ‚Der Seelsorger in ihm war es, der seine Tätigkeit an der Missionszentrale mit dem Blick auf die Heilsaufgabe der Kirche in der ganzen Welt bestimmte.‘ Mission war ihm Wesensaufgabe der Kirche. Das Ziel seiner Arbeit sah er in einer Verinnerlichung des Missionswesens in der Heimat. Es galt, den Missionsgedanken im Rahmen einer überdiözesanen Missionswerbung in das religiöse Denken von Priestern, Volk und Jugend zu tragen. ‚Tragt Christus in die Welt hinein‘ war der Weckruf, den van der Velden wie einen Brand in die Herzen der Gläubigen warf. Tausenden legte er die Verantwortung der europäischen Kirche für die wachsende Missionskirche ans Herz. Viele Missionsberufe hat er geweckt. In zahlreichen Vorträgen für Lehrer und Erzieher warb er für die Missionskatechese in der Schule.“

Gebe uns Gott wieder viele, viele Katholiken, die sich für den Missionsgedanken voll einsetzen.


(Quelle: August Brecher: Bischof mitten im Volk. Johannes Joseph van der Velden 18911954)

Samstag, 21. Oktober 2023

Gedanken zum Fest der heiligen Laura Montoya

Die heilige Laura Montoya mit Angehörigen des Volkes der Embera

„Meine Seele brannte mit dem Verlangen, etwas Großes für meinen Gott zu tun, damit Er erkannt werde, und mein Mitleid mit den Ungläubigen wurde sehr klein im Vergleich zu meinem Verlangen, Gott erkannt und so geliebt zu sehen, wie Er es verdient.“

Die heilige Laura Montoya, geboren im Jahr 1874 im Westen Kolumbiens, war zutiefst von der Unwissenheit und Gottesferne der Indianer in den abgelegenen Regionen ihres Heimatlands bewegt. Sie fühlte sich zur Gründung einer Ordensgemeinschaft zur Missionsarbeit unter den indigenen Völkern angetrieben, die sie im Sinne einer zutiefst erlebten geistlichen Mutterschaft als ihre Kinder betrachtete. Gleichzeitig war jedoch ihre Liebe zu Gott so innig, dass sie ihre Missionsarbeit mehr von der Ehre Gottes als vom Heil der Ungläubigen her betrachtete – selbstverständlich ohne dabei deren Seelenheil zu vernachlässigen. Dieser Gedanke an die Ehre Gottes, der als höchstes Gut von allen geliebt zu werden verdient, kommt in ihren innigen Gebeten zum Ausdruck: „Mögen sie Dich zu Deiner Ehre erkennen! Mögen wir Dich mit den Seelen der Nichtchristen krönen. Mögen die nicht verloren gehen, die fern von Dir darben. Sieh, ich sterbe aus Wunsch, Dich erkannt und geliebt zu sehen.“ So wird das Mitleid zu den von ihr so sehr geliebten Ungläubigen klein, wenn es dem großen Gedanken der Ehre Gottes gegenübersteht.

Das Heil der Seelen ist ein heiliges und edles Motiv für die Missionsarbeit. Dennoch verdient das Motiv der Ehre Gottes, das vor allem Hauptmotiv des religiösen Strebens der Menschen sein sollte, auch bei der Behandlung des Missionsthemas wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt zu werden. Möge die heilige Laura Montoya uns hierin Vorbild und Fürsprecherin sein.

Freitag, 6. Oktober 2023

St. Daniel Comboni: „Der wahre Apostel weicht nie den trotzigsten Hindernissen“


Ende der 1870er Jahre kam es im Missionsgebiet des heiligen Daniel Comboni im heutigen Sudan innerhalb eines Jahres zu einer verheerenden Dürre mit Hungersnot, die ganze Landstriche entvölkerte, sowie zu einer Epidemie, die noch schlimmere Folgen hatte. In diesem Kontext schreibt der Heilige:

„Soll bei so schrecklichen Schlägen das Herz des apostolischen Missionärs sich außer Fassung bringen lassen und unter der Wucht solchen Unglücks erliegen? … Nimmermehr. Das Kreuz ist der königliche Weg, der zum Triumphe führt. Das hl. Herz Jesu schlug auch für die armen Schwarzen. Der wahre Apostel weicht nie den trotzigsten Hindernissen, den heftigsten Widersprüchen und bietet festen Fußes die Stirne dem Schwalle der Bedrängnis und dem Anprall der wütendsten Stürme; er schreitet auf dem Wege des Martyriums zum Triumphe. Ähnlich unseren Missionskollegen in China, die sich im Angesichte des Todes und der grausamsten Qualen nicht erschüttern lassen, werden wir furchtlos ungeheure Mühen, gefährliche Reisen, peinliche [schmerzvolle] Entbehrungen, das langsame Martyrium eines glühenden Klimas und sogar den Tod erdulden, um die barbarischen Völker Zentralafrikas dem Glauben zu gewinnen und sie alle unter dem friedlichen Schatten des einen Schafstalles Christi zu sammeln.“

(Aus: Daniel Comboni. Bischof von Claudiopolis und Apostolischer Vikar, 1882)