Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Mittwoch, 4. Juni 2025

Trotz Priestermangels daheim: Australien hilft Japan

 

Kardinal Norman Thomas Gilroy (unten Mitte) bei seinem Besuch in Japan

Es war im Jahre 1946. In Japan war eine große Priesternot bei glänzenden Aussichten für das Apostolat. Ein Hilferuf ging nach Australien. Kardinal Gilroy und Bischof McCabe begaben sich nach Japan und erklärten nach einer Prüfung der Verhältnisse ihre Bereitschaft, in Australien unter den Weltpriestern Freiwillige für Japan zu werben. Obwohl die Kirche Australiens, in starker Ausdehnung begriffen und den bisher lebenswichtigen Zustrom irischer Weltpriester entbehrend, selbst unter schwerer Priesternot litt, stellte sie 14 Weltpriester zur Verfügung, die sich für fünf Jahre dem Apostolat in Japan verpflichteten. Diese Priester beherrschten natürlich nur das Englische. Sie hatten deshalb im Anfang unsägliche Schwierigkeiten. Aber ihre Begeisterung und ihr Seeleneifer überwanden allmählich alle Hemmnisse. Sie organisierten sogar neue Pfarreien und hielten in anderen so lange aus, bis nachrückende Ordenspriester und Mitglieder eines Weltpriester-Missionsinstitutes in aller Ruhe die japanische Sprache erlernt hatten. Der Einfluss dieser Weltpriester, dem u. a. Japan die Einführung der Marianischen Legion in allen Diözesen verdankt, ist heute noch spürbar. Der australische Katholizismus wurde durch diesen Einsatz missionarisch stark belebt. Und es zeigte sich gerade in diesem Falle, welche enge Verbindung zwischen der Missionsliebe im Volke und der Missionsliebe im Diözesanklerus besteht. Außer Australien sandte auch die Diözese Valencia in Spanien und die Diözese Boston in USA einige Weltpriester nach Japan.

(Aus: Priester und Mission, Heft 1/54)

Dienstag, 13. Mai 2025

Der Märtyrer vom Dongting-See –Pater Abilio Gallego Abad

(Quelle: Institutum Historicum Augustinianum)

Abilio Gallego Abad kam am 22. Februar 1895 in der spanischen Provinz Palencia als Sohn frommer Bauern zur Welt. Bereits mit 16 Jahren trat er in Valladolid in das Noviziat der Augustiner ein. In seiner Studienzeit muss er besonders durch seinen Missionseifer für China aufgefallen sein, der ihm den Spitznamen „El Chino“ (der Chinese) einbrachte. Im März 1921, neun Monate nach seiner Priesterweihe, traf er im Land seiner Träume ein. Die spanischen Augustiner der Provinz vom heiligsten Namen Jesu auf den Philippinen hatten Ende des 19. Jahrhunderts von Papst Leo XIII. das Apostolische Vikariat Nord-Hunan in Zentralchina erhalten. Dort sammelte der junge Ordensmann auf verschiedenen Missionsstationen erste missionarische Erfahrungen, bevor er seine eigenen Posten erhielt. Allgemein war P. Abilio für seine Demut und seine Armut bekannt; er lebte von kleinen Mengen einfachster Nahrung wie einer Handvoll Mais mit etwas Reis. So erhielt er bald den ehrfurchtsvollen Spitznamen „der Arme“. Sein ganzes Leben lang pflegte er eine große Liebe zur heiligen Eucharistie und zur Mutter Gottes. Diese Frömmigkeit und sein hoher aszetischer Zug verbanden sich mit seiner Liebenswürdigkeit und seinem feinen Kunstsinn. Er schrieb Gedichte und Theaterstücke, wobei er letztere als eine besonders geeignete Katechesemethode betrachtete.

Wie viele andere Missionare war Pater Abilio den häufigen Unruhen im China der 1920er Jahre ausgesetzt. In Ganfu wurden einmal seine Kirche und Residenz niedergebrannt, weshalb er nach Hankow flüchten musste. Als er im August 1933 mit seinen Katechisten Andreas Chang und dem Missionsgehilfen Karl von Hwajung nach Yochow zur Feier des Festes des heiligen Augustinus reisen wollte, wurde ihr Segelboot von Räubern überfallen. Andreas Chang und Pater Abilio Gallego wurden gefesselt und von Bord an Land geschleppt, wo beide den Tod fanden. Die Räuber schlitzten dem knienden Pater Abilio die Kehle und den Brustkorb über dem Herz auf. Die Leichen wurden am 25. August von Soldaten am Ufer des Dongting-Sees geborgen und an die Mission in Yochow übergeben, wo ein feierliches Requiem gehalten wurde, bevor man die Särge nach Yalan überführte.

Der Informativprozess für die Diener Gottes Abilio Gallego Abad und Karl Chang wurde im Jahr 2004 in der Diözese Palencia eröffnet.

Samstag, 10. Mai 2025

Fray Martín de Rada, Augustinian pioneer in China



Fr. de Rada came to the Philippines as a missionary in the early 1560s. In light of the Spanish interest in China, he traveled there in 1575 to observe the local customs, summarizing his findings in his work "Relaçion verdadera de las cosas del Reyno de Taibin". A man of great erudition, he collected a number of Chinese books on a variety of topics ranging from medicine to mathematics to religion to better understand the ideas of the people in the Celestial Empire. Some researchers consider his journey the first scientific exploration of China by a European.
Fr. de Rada showed himself open-minded towards societal norms in China, permitting his delegation to do the "kowtow" prostration before the viceregent. He argued that such a sign of respect could contribute to the conversion of this great empire, "which the demon held in its power".
There are some claims on the internet that he proposed the armed conquest of China, but I have found no source to corroborate this. His goals appear to have been strictly missionary.

To celebrate the election of our Holy Father Pope Leo XIV, I plan to write more extensively about the Augustinian missions in China (and possibly beyond) soon.

Samstag, 5. April 2025

Über das Missionskreuz

Franziskanermissionare mit Missionskreuz in China

Wenn die Missionare ausziehen in die Heidenländer, so empfangen sie beim Abschied das Missionskreuz, das ihr steter Begleiter bleiben wird. Es ist ihr Buch, um den rechten Missionsgeist zu erlernen, ihr Stolz und ihre Freude, ihre Liebe und Begeisterung, Stab und Stütze, Trost und Zuversicht. Es erzählt ihnen von ihres Heilandes Seelenliebe, seinem Opfergeist, seiner Berufstreue bis in den Tod; von seinem Siege über Tod und Hölle, seinen herrlichen Verdiensten und Erfolgen, seinem Triumph und seiner ewigen Herrlichkeit.

Dieses Kreuz zeigen die Missionare den Heiden und verkünden den staunenden Kindern der Wildnis die Liebe ihres Gottes, der für sie litt und starb. Da wird das Kreuz zu einem Magnet, der die Seelen anzieht und hinzieht zur Liebe Jesu Christi.

 P. Hermann Fischer S.V.D. in „Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht“


*Natürlich kann man nicht jedes Missionsland als „Wildnis“ bezeichnen. Die Bezeichnung dient zur Veranschaulichung.

Sonntag, 30. März 2025

Der gestohlene Katechismus bekehrt den Dieb

 

Chinesisches Katechismusposter zum Thema „Du sollst nicht stehlen“
 (Quelle: Chinese Christian Posters)

Die Christen von Sum-si-sein wurden beim Mandarin verleumdet, als seien sie Mitglieder einer geheimen Gesellschaft, deren Zweck auf Umsturz des kaiserlichen Throns gerichtet sei. Um die Sache näher zu untersuchen, begab sich der Mandarin zu den Christen und nahm, um seiner Sache ganz gewiss zu werden, einen Katechismus und eine Übersicht der Beweise für unsere heilige Religion zu sich. Drei Tage las er in diesen Schriften und schickte sie dann durch einen Gerichtsdiener zurück. Dieser an Dieberei gewöhnte Mann behielt den Katechismus für sich, was aber gegen alle Erwartung in Gottes Hand ein Mittel war, den Dieb zu bekehren. Aus Neugier las er in dem gestohlenen Buch; da gingen ihm die Augen auf, das Licht der Wahrheit leuchtete in seine Seele und er wurde ein eifriger Christ.

(Aus: Annalen der Verbreitung des Glaubens, 1864)

Samstag, 15. März 2025

Ein Greis sprintet zur heiligen Messe

 Wir haben hier in Noma, so berichtet ein Missionar aus Südafrika, eine kleine Gemeinde von 1200 Christen, die uns vielen Trost bereitet. Der christliche Geist dringt mehr und mehr in sie ein, und die Mission macht wirklich Fortschritte. Der größte Teil unserer Neuchristen beichtet jeden Monat, nur wenige lassen es drei Monate werden; eine gute Zahl geht alle vierzehn Tage zu den Sakramenten. Am ersten Freitag im Monat erscheinen nie weniger als 200 Neuchristen am Tische des Herrn, um die Sühnekommunion des göttlichen Herzens zu empfangen. 

Kürzlich sah ich einen Greis von achtzig Jahren ganz erschöpft herankommen. „Was gibt es, mein Lieber,“ fragte ich ihn, „du scheinst recht müde zu sein?“ „Ja, Pater, ich war noch weit weg, als die Glocke läutete, und aus Furcht, zu spät zu kommen, versuchte ich zu laufen. Ich habe das schon viele Jahre nicht mehr getan. Aber der liebe Gott hat mir geholfen; ich lief, und sieh, nun bin ich gerade zum Beginn der heiligen Messe gekommen.“ Und der Alte strahlte bei diesen Worten vor Freude. Besonderen Eifer zeigten unsere Christen im Rosenkranzmonat. Täglich war die Kirche gefüllt, und zwar bereits morgens zur Sechs-Uhr-Messe, obgleich manche der guten Leute zwei Stunden weit zu gehen hatte. –Wie beschämen diese guten Neuchristen doch so viele Namenchristen in Europa!


(Aus: die katholischen Missionen, 1893)

Samstag, 22. Februar 2025

From Muslim crown prince to Jesuit priest


Muley Muhammad el-Attaz (sometimes styled “el Abbas”) was born in 1631 in the Moroccan city of Fez as the son of the Saadian sultan Abd al-Malik al-Mu'tasim and his Andalusian wife Huali. The young crown prince was an accomplished commander and well-versed in the Quran. Sometime in the 1650s, he attempted to cross the Mediterranean to make the Hajj, but was captured by the Maltese. His captivity was mild and Muley Muhammad received the permission to gather other Muslims around him to explain the Quran to them. Yet when his ransom had been paid by the ruler of Tunis, he refused to return and instead asked to be received into the Catholic Church. On 31 July 1656 the crown prince of the Saddian dynasty was baptized, taking the name Baltasar Loyola de Mendez in honor of Baltasar Mandols, the commander of the Maltese Order who had captured him, and of the great saint on whose feast day he was baptized. Baltasar soon started studying for the priesthood and in 1661 entered the Society of Jesus in Rome.


After his priestly ordination, Fr. Loyola de Mendez worked successfully among the Muslim captives of Genoa, Naples, and other Italian ports, converting up to 2,000 of them. It is said that he even called a notable Muslim scholar from a well-known mosque in Fez to his side, converting him to Christianity. Fr. Baltasar desired to return to Morocco to preach the Gospel there, but was prevented from doing so by the civil war raging against Saadian rule. Instead, the Jesuit general granted him the permission to travel to the Muslim Mughal Empire as a missionary.

While traveling across southern Europe to reach India, the former crown prince garnered much attention among the clergy and the people, who called him the "king of the Jesuits". His meek yet regal demeanor made a lasting impression.


A portrait of Fr. Baltasar Mendez de Loyola, painted secretly without his knowledge


Unfortunately, his life was cut short by a fever he contracted in Madrid, where on his deathbed he converted the Moroccan slave of his doctor. Fr. Baltasar Loyola de Mendez, S.J. died on 15 September 1667. He was buried with royal honors at the behest of the Queen of Spain.


Fr. Baltasar's life soon inspired many plays in the Jesuits' educational institutions an beyond, with Calderón's "El gran príncipe de Fez" being the most famous.