Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Freitag, 26. September 2025

Nuntius Pacelli: Mission beherrschende Zukunftsaufgabe der Kirche

 

„Die Missionsfrage ist in den Mittelpunkt der gewaltigen Aufgaben gerückt, vor deren Lösung die katholische Kirche heute steht. Sie ist durch die Geschehnisse der letzten Zeiten ihre beherrschende Zukunftsfrage geworden. Der Heilige Stuhl weiß aber, wie viele Kräfte und Werte, natürliche und übernatürliche, die Gesellschaft des Göttlichen Wortes zu ihrer glücklichen Lösung schon beigesteuert hat und noch beizusteuern vermag. Da war es mir Ehrensache und Herzensbedürfnis, der Einladung zu dem feierlichen Akte zu folgen, durch den Ihre Gesellschaft eine größere Zahl von jungen Priestern und Missionsbrüdern als je zuvor dem Missionsfelde weiht, und so zugleich meiner dankbaren Anerkennung für opferfreudiges Wirken in der Weltmission der katholischen Kirche Ausdruck zu geben.“

-   Erzbischof Eugenio Pacelli (nachmals Pius XII.), Apostolischer Nuntius in Deutschland, bei der Aussendung von 80 Missionaren am 1. August 1927 in Steyl

(Aus: Steyler Missionsbote, Heft 1 1927/28)

Samstag, 30. August 2025

St. Rose's missionary zeal

 "Not less than about the fate of the inhabitants of Chile who also returned to paganism [like some Indians did in Peru], the saint wept about the Chinese and the Turks and desired to be torn to pieces if thus she could save a single soul. She could not travel to these countries, but her fervent words enkindle the zeal of preachers and missionaries and her prayers accompany their apostolic wanderings."


(Translated from "Leben der Heiligen Gottes", Innsbruck 1866).

Samstag, 16. August 2025

Missionar auf zwei Kontinenten – Msgr. Franziskus Wolf S.V.D., Apostolischer Vikar von Ost-Neuguinea

Der Essener Bergmannssohn Franziskus Wolf kam 1890 im Alter von 14 Jahren nach Steyl, wo der heilige Gründer ihn in das ordenseigene Gymnasium aufnahm. Im Jahr 1895 trat Franziskus in die Gesellschaft des Göttlichen Wortes ein und wurde nach seiner Priesterweihe 1899 in die damalige deutsche Kolonie Togoland entsandt. Besonders wirkte er dort zur Förderung des katholischen Schulwesens im Steyler Missionsgebiet. Es folgte 1911 die Ernennung zum Regionaloberen und 1914 zum ersten Apostolischen Vikar des neugeschaffenen Vikariats Lomé. Die Tragik der beiden Weltkriege sollte sein weiteres Leben begleiten. Seine Bischofsweihe in Steyl fiel auf den schicksalshaften 28. Juni 1914, den Tag, an dem Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo erschossen wurde. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Msgr. Wolf an der Rückkehr in sein Vikariat gehindert. Er warb während der Kriegszeit in der Heimat für die Sache der Weltmission und setzte sich nach dem Versailler Frieden, der die Vertreibung der deutschen Missionäre aus den Gebieten der Kriegssieger vorsah, weiter für eine Rückkehr der deutschen Glaubensboten nach Togo ein. Trotz der Intervention des Heiligen Stuhls blieb es dabei: Die Steyler Togomission war Geschichte.

Neues Wirkungsfeld in Neuguinea

Kathedrale in Alexishafen, Papua-Neuguinea

Wie viele andere ehemalige Togomissionare erhielt auch Bischof Wolf eine neue Missionsbestimmung: An Mariä Himmelfahrt 1923 traf er als Apostolischer Vikar des neuerrichteten Vikariats Ost-Neuguinea in der ehemaligen deutschen Kolonie ein. Hohe kirchliche Würdenträger in Australien, darunter der Apostolische Delegat Cattaneo, der Msgr. Wolf begleitete, hatten sich bei der australischen Regierung für die deutschen Missionare eingesetzt. Die Residenz des Bischofs war Alexishafen an der Küste, allerdings erstreckte sich die Mission dank der Vorstöße von P. Alfons Schäfer und Bruder Antonius Baas besonders in den folgenden Jahren auch auf das Gebiet des Bismarckgebirges im Landesinneren. Das Gebiet war schwer zugänglich, doch die MIVA (Missions-Verkehrs-Arbeitsgesellschaft) stellte ab Mitte der 1930er Jahre Flugzeuge bereit, zunächst die „Paulus“, dann die „Petrus“ und zuletzt die „Little Flower“, die am 6. August 1939 mit fünf Personen an Bord, darunter drei Patres, verunglückte. Der tödliche Unfall war eine schwere Prüfung für die Mission und ihren Bischof.

Der Zweite Weltkrieg

Die ersten Kriegsjahre verliefen ruhig, bis im Dezember 1942 die Japaner im Vikariat landeten und bald die meisten Missionsstationen besetzten, selbst jene im Inneren des Landes. Zusammen mit der einheimischen Bevölkerung wurden die Missionare samt Bischof von den japanischen Besatzern zu Bauarbeiten gezwungen. Nach und nach folgte die Internierung der Missionare, auch der Deutschen, die trotz ihrer Staatsangehörigkeit von den Japanern als alliierte Spitzel betrachtet wurden. Im Januar 1944 ordnete das japanische Oberkommando die Evakuierung des Gefangenenlagers auf der Vulkaninsel Manam an. Alle Steyler sowie Angehörige der lutherischen Mission und einige Halbeuropäer wurden auf das japanische Schiff „Dorish Maru“ gebracht. Bischof Wolf hatte sich vergeblich gegen den Abtransport starkgemacht, da er die Gefahren durch die alliierten Flieger kannte.

Der Fliegerangriff

Gegen 7:40 Uhr am 6. Februar 1944 griffen 20 amerikanische Flugzeuge die Dorish Maru das erste Mal an, ohne dass eine der abgeworfenen Bomben das Schiff getroffen hätte. Die japanische Besatzung hatte das Feuer erwidert und einen Angreifer abgeschossen. Zunächst blieben alle Insassen unverletzt, obwohl die Zivilisten auf Deck lagern mussten. Beim folgenden zweiten Angriff verfehlten die Bomben zwar erneut ihr Ziel, die Bordkanonen der Flieger richteten jedoch furchtbare Verheerung unter den Menschen auf Deck an: 7 Patres, 27 Schwestern und 12 Brüder wurden getötet, hinzu kamen weitere 16 Todesopfer unter den übrigen Zivilisten. Viele andere waren schwer verletzt, darunter auch Bischof Wolf, der während des 20-minütigen Angriffs die Generalabsolution erteilte. Er hatte einen Durchschuss der linken Schulter und Lunge erhalten. Die Toten wurden an der Küste bei Wewak abgeladen und in einem Massengrab beerdigt. Der Rest der Internierten musste die Weiterfahrt nach Hollandia in Indonesien (heute Jaypura) antreten. Die Japaner versuchten dort, die Überlebenden weiter zum Arbeiten zu zwingen. Die schlimmen Zustände im Lager forderten weitere Todesopfer. Msgr. Wolf lag in einer mit regendurchlässigen Blättern gedeckten Hütte am Boden. Trotz seines schlechten Zustands wünschte er stets als Letzter verbunden zu werden.

Heldenhaft ertragener Tod

Bruder Gerhoch schildert die letzten Tage seines Bischofs: „Ein starker Tropenregen setzte ein, und der Fußboden wurde zum Sumpf. Infolge der großen Hitze bildeten sich am ganzen Körper Blasen. Die Wunden eiterten. Moskitos quälten den Kranken bei Tag und Nacht. Blaue Fliegen sammelten sich auf den aufgebrochenen Lippen. Kein Laut der Klage kam über die Lippen. Als sein Tod bevorstand, versammelten sich alle Missionare um die Hütte des Sterbenden, um bei der Spendung der heiligen Sterbesakramente zugegen zu sein und sich von ihrem Oberhirten zu verabschieden. Vor dem Weggang erteilte er allen seinen letzten Segen. Still und unbemerkt entschlief er dann in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar.“

Nach dem Krieg wurden die sterblichen Überreste von Bischof Franziskus Wolf, dem ersten Apostolischen Vikar von Lomé und von Ost-Neuguinea, in der Kathedrale von Alexishafen bestattet. Seine Heimatgemeinde Essen-Borbeck hat ihn in einem Straßennamen geehrt. Als Glaubenszeuge wird er im deutschen Martyrologium des 20. Jahrhunderts geführt.

Montag, 4. August 2025

Gottes Liebesgedanken – Bischof Döring S.J.

 

Bischof Döring S.J. nach einer Firmung während seiner Zeit in Japan

Von Ewigkeit haben sich die Liebesgedanken Gottes mit den unsterblichen Seelen, auch mit denen der Heiden beschäftigt. Sie alle bildeten den Gegenstand seiner ewigen Liebe und seines ewigen Heilswillens. Er will, dass sie alle, denen er sein Ebenbild mitgeteilt, zur Erkenntnis seiner und seiner Wahrheit gelangen und gerettet werden. Seine Liebesgedanken, sein Heilswille sollen in der Zeit verwirklicht werden durch unsere Mitwirkung. Diese Seelen können uns nicht gleichgültig sein, Gottes Interessen kommen in Frage. Können wir da zurückbleiben?


Bischof Johann Heinrich Döring S.J. von Puna (Indien), auf dem Missionswissenschaftlichen Kursus in Köln vom 5. bis 7. September 1916

Samstag, 2. August 2025

Catholicism in Dagestan: the Diocese of the Caspian Mountains

 


Map of the North Caucasus area with the Diocese of the Caspian Mountains at the bottom


Dagestan’s history has been shaped by its location at the intersection between Eastern Europe, the Middle East, and Central Asia. While a majority Muslim region today, the area of present-day Dagestan was home to a significant Catholic population in the late Middle Ages. In the 14th century, the Franciscans of the “Societas Peregrinantium”, a missionary group composed of Franciscans and Dominicans, made many converts in the western parts of Cumania, the realm of the Qipchak Tatars. As a consequence, numerous dioceses were springing up between the Crimean Peninsula and the western shores of the Caspian Sea. Among them was the “diocese of the Caspian Mountains”, whose main towns were “Chomek, Thuma, Tarchu, Dergweli, Michaha”[1] according to Pope Boniface IX. The faithful appear to have been mainly from the ethnic group of the Kaitag, whose first apostle was the Franciscan friar John of Ziquia, a native Circassian from the Black Sea coast and Archbishop of Matrega.
In the 1390s, the armies of Timur invaded the area and killed or captured many Christians and destroyed churches and convents. During the following decades, mentions of the Church in the Caspian Mountains are sparse: In 1421, Pope Martin V appoints Friar Ambrosius Scipionis as its bishop and mentions that the faithful, who are “surrounded by unbelievers, heretics and schismatics”, are particularly dear to his heart. He grants a plenary indulgence at the hour of death to all who dwell there or go there. In 1433, Pope Eugene IV mentions the many Christians there living under the threat of losing their faith due to the lack of preachers and appoints the Franciscan Cornelius as bishop. The Venetian traveler Giosafat Barbaro reports that in the middle of the 15th century, there were still faithful in Dagestan, looked after by the Franciscans, and that they belonged to the Latin, Greek, and Armenian rites. The Ottoman domination of the Black Sea finally cut off the contact to the Catholic community of the Caspian Mountains by the end of the century. The spread of Islam in the North Caucasus brought an end to the native Catholic presence in Dagestan.

 

Sources:

Lemmens, Die Heidenmission des Spätmittelalters

Richard, La papauté et les missions d'Orient au Moyen-Âge (XIII-XIVème siècle)



[1] According to Jean Richard, these places correspond to the settlements of Kumukh, Tjumen, Tarki, Dorgeli and Mukhakh, respectively.

Mittwoch, 4. Juni 2025

Trotz Priestermangels daheim: Australien hilft Japan

 

Kardinal Norman Thomas Gilroy (unten Mitte) bei seinem Besuch in Japan

Es war im Jahre 1946. In Japan war eine große Priesternot bei glänzenden Aussichten für das Apostolat. Ein Hilferuf ging nach Australien. Kardinal Gilroy und Bischof McCabe begaben sich nach Japan und erklärten nach einer Prüfung der Verhältnisse ihre Bereitschaft, in Australien unter den Weltpriestern Freiwillige für Japan zu werben. Obwohl die Kirche Australiens, in starker Ausdehnung begriffen und den bisher lebenswichtigen Zustrom irischer Weltpriester entbehrend, selbst unter schwerer Priesternot litt, stellte sie 14 Weltpriester zur Verfügung, die sich für fünf Jahre dem Apostolat in Japan verpflichteten. Diese Priester beherrschten natürlich nur das Englische. Sie hatten deshalb im Anfang unsägliche Schwierigkeiten. Aber ihre Begeisterung und ihr Seeleneifer überwanden allmählich alle Hemmnisse. Sie organisierten sogar neue Pfarreien und hielten in anderen so lange aus, bis nachrückende Ordenspriester und Mitglieder eines Weltpriester-Missionsinstitutes in aller Ruhe die japanische Sprache erlernt hatten. Der Einfluss dieser Weltpriester, dem u. a. Japan die Einführung der Marianischen Legion in allen Diözesen verdankt, ist heute noch spürbar. Der australische Katholizismus wurde durch diesen Einsatz missionarisch stark belebt. Und es zeigte sich gerade in diesem Falle, welche enge Verbindung zwischen der Missionsliebe im Volke und der Missionsliebe im Diözesanklerus besteht. Außer Australien sandte auch die Diözese Valencia in Spanien und die Diözese Boston in USA einige Weltpriester nach Japan.

(Aus: Priester und Mission, Heft 1/54)

Dienstag, 13. Mai 2025

Der Märtyrer vom Dongting-See –Pater Abilio Gallego Abad

(Quelle: Institutum Historicum Augustinianum)

Abilio Gallego Abad kam am 22. Februar 1895 in der spanischen Provinz Palencia als Sohn frommer Bauern zur Welt. Bereits mit 16 Jahren trat er in Valladolid in das Noviziat der Augustiner ein. In seiner Studienzeit muss er besonders durch seinen Missionseifer für China aufgefallen sein, der ihm den Spitznamen „El Chino“ (der Chinese) einbrachte. Im März 1921, neun Monate nach seiner Priesterweihe, traf er im Land seiner Träume ein. Die spanischen Augustiner der Provinz vom heiligsten Namen Jesu auf den Philippinen hatten Ende des 19. Jahrhunderts von Papst Leo XIII. das Apostolische Vikariat Nord-Hunan in Zentralchina erhalten. Dort sammelte der junge Ordensmann auf verschiedenen Missionsstationen erste missionarische Erfahrungen, bevor er seine eigenen Posten erhielt. Allgemein war P. Abilio für seine Demut und seine Armut bekannt; er lebte von kleinen Mengen einfachster Nahrung wie einer Handvoll Mais mit etwas Reis. So erhielt er bald den ehrfurchtsvollen Spitznamen „der Arme“. Sein ganzes Leben lang pflegte er eine große Liebe zur heiligen Eucharistie und zur Mutter Gottes. Diese Frömmigkeit und sein hoher aszetischer Zug verbanden sich mit seiner Liebenswürdigkeit und seinem feinen Kunstsinn. Er schrieb Gedichte und Theaterstücke, wobei er letztere als eine besonders geeignete Katechesemethode betrachtete.

Wie viele andere Missionare war Pater Abilio den häufigen Unruhen im China der 1920er Jahre ausgesetzt. In Ganfu wurden einmal seine Kirche und Residenz niedergebrannt, weshalb er nach Hankow flüchten musste. Als er im August 1933 mit seinen Katechisten Andreas Chang und dem Missionsgehilfen Karl von Hwajung nach Yochow zur Feier des Festes des heiligen Augustinus reisen wollte, wurde ihr Segelboot von Räubern überfallen. Andreas Chang und Pater Abilio Gallego wurden gefesselt und von Bord an Land geschleppt, wo beide den Tod fanden. Die Räuber schlitzten dem knienden Pater Abilio die Kehle und den Brustkorb über dem Herz auf. Die Leichen wurden am 25. August von Soldaten am Ufer des Dongting-Sees geborgen und an die Mission in Yochow übergeben, wo ein feierliches Requiem gehalten wurde, bevor man die Särge nach Yalan überführte.

Der Informativprozess für die Diener Gottes Abilio Gallego Abad und Karl Chang wurde im Jahr 2004 in der Diözese Palencia eröffnet.